Eisenach: Historische Holzzugbrücke auf der Wartburg

02. Sep.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Holzbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Zugang zur Wartburg über eine Zugbrücke

Zugang zur Wartburg über eine Zugbrücke

Wartburg: Zugbrücke am Abend

Wartburg: Zugbrücke am Abend

Der Sage nach soll die Wartburg 1067 durch Ludwig den Springer gegründet worden sein. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1080. Bereits im 12. Jahrhundert, ungefähr ab 1155 entstand der erste Teil der Wartburg, der Palas, als Wohnsitz der Landgrafen. [1] Man gelangt über die kleine hölzerne Zugrücke auf dem Torweg durch das Torhaus in den Palas. Die Ketten (mit Foto von 1955) sind noch vorhanden und scheinen auch -von der Kettenführung im inneren des Torbogens her- noch komplett, obgleich die Brücke wohl nicht mehr geöffnet wird. Drei einfache schmucklose Vierkanthölzer bilden beidseits des Fahrweges das Geländer.

Der anschließende Torweg besteht aus aus drei Bögen besteht. Die beiden vorderen Bögen sind halbrund überwölbt und deren Basen, Pfeiler und Konsolen sind die ältesten sichtbaren Bauteile der Wartburg. Der hintere Pfeiler ist spitzbogig und ist aus dem Umbau im 15. Jahrhundert hervorgegangen. Im 19. Jahrhundert erfuhr das Torhaus seine erste große Umbauperiode, wobei das Rundbogenfenster und der Erker daraus entstanden sind. Der thüringische Wappenstein (unter den Fenstern) und die Rosette (über den Fenstern) stammten ursprünglich von anderen Bauwerken und wurden erst 1862 auf die Wartburg gebracht.[3]

Martin Luther, versteckt als Junker Jörg (auch Georg), übersetzte hier 1521-22 im Schutz Friedrichs, des Weisen das Neue Testament  in die Sprache des Volkes. Die neue Lutherbibel trug durch ihre zahlreicheVerbreitung, begünstigt durch Gutenbergs Neuerungen im Buchdruckgewerbe,  zur Entwicklung der deutschen Sprache bei. Luther wandte sich bei der Übersetzung sehr stark dem griechischen Urtext des Neuen Testaments zu.[4]

Die Wartburg ist ebenso mit dem Sängerkrieg, der heiligen Elisabeth und dem Fest der Burschenschaften 300 Jahre nach der Reformation verbunden. 1817, vier Jahre nach der Völkerschlacht zu Leipzig, feierten hier Studenten das legendäre Wartburgfest.

Die Wartburg bei Eisenach, Thüringen, wurde 1999 in die Welterbeliste aufgenommen als „ein hervorragendes Denkmal der feudalen Epoche in Mitteleuropa“. Sie ist „mit kulturellen Werten von universeller Bedeutung verknüpft“. [1]

Weitere Informationen für Touristen und Geschichtsinteressierte sind auf der Website der Wartburg zu finden.

Quellen:

[1] Welterbeliste, zitiert am 01.09.09

[2] Ernst Wrba: Bildschönes Weltkulturerbe Deutschland, Bruckmann-Verlag 2009.

[3] Rundgang durch die Wartburg, zitiert am 01.09.09

[4] Luther, zitiert am 01.09.09

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