Kerkbrug, Leiden, NL (1867)

21. Jul.2013 um 12:54 pm | Veröffentlicht in Brücken in den Niederlanden, Eisenbrücken, Geschichte, Kultur | 4 Kommentare
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Alte Eisenzugbrücke in Leiden

Alte Eisenzugbrücke in Leiden Ansicht von Südwesten aus

Kerkbrug in Lieden, Ansicht von Nordost

Kerkbrug in Lieden, Ansicht von Nordost

Eine alte gusseiserne Zugbrücke in Leiden überbrückt den Oude Rijn an der Hooglandse Kerkgracht im alten Stadtkern von Leiden in den Niederlanden. Die Kerkbrug (Kirchbrücke) wurde im Jahr 1876 von der Firma D.A. Schretlen & Co. in Leiden erbaut, wie die Aufdrucke an den beiden Portalen verkünden. Die Kerkbrug ist wegen der Firmenaufschrift auch als Schretlen Brug bekannt.  Leiden verdankt diese historische Brücke dem Leidener Eisengießer Dominicus Antonius Schretlen [1]. Wie auch die Grachten und single-Kanäle ist die Kerkbrücke im Sommer liebevoll mit Blumen geschmückt.

Die beiden Fahrbahnhälften mit Holzbelag sind in der Mitte mit einer gusseisernen Lasche verbunden

Die beiden Fahrbahnhälften mit Holzbelag sind in der Mitte mit einer gusseisernen Lasche verbunden

Vor dieser gusseisernen , heute denkmalgeschützten Brücke standen ab 1350 hölzerne Vorgängerbrücken. Die Kerkbrug steht an Nummer 4 im Brückenregister der Stadt Leiden und ist die Nummer 29 auf der Brückenkarte unter [1].

Die Brücke dient heute dem Fußgänger- und Fahrradverkehr. Für Autos ist sie gesperrt. Eine gusseiserne Lasche verbindet die beiden Zugbrückenklappen im geschlossenen Zustand miteinander.

Name der Gießerei im Brückenportal

Name der Gießerei im Brückenportal

Die Brückenart wird im allgemeinen als doppelte gusseiserne Zugbrücke (NL: dubbele gietijzeren Ophaalbrug) bezeichenet. Im Deutschen unterscheiden wir noch zwischen Zugbrücke und Klappbrücke. Die Klappbrücke zeichnet sich wie die Kerkbrücke dadurch aus, dass Gegengewichte an den festen gusseisernen Teilen, so genannte Hinterruten, das Ziehen beim Öffnen erleichtern. Es muss dann nach [4] nur noch der Reibungswiderstand des Triebwerkes (Kette oder Seil) überwunden werden.

Ansicht der Kerkbrug vom Südufer aus.

Ansicht der Kerkbrug vom Südufer aus.

Die Gusseisenfirma Schretlen & Co. baute nicht nur Brücken, sondern goss auch gusseiserne Leuchtürme[2] und belieferte die niederländische Eisenbahn mit Schienen und Weichen [2]. Die Gießerei gleichen Namens scheint es in Leiden nicht mehr zu geben. Seit 1911 ist der Name Schretlen & Co nicht mehr mit einer Gießerei verbunden, sondern mit einer Bank in Amsterdam.

Referenzen

[1] Brücken in Leiden, zuletzt besucht am 20.07.2013.

[2] z.B. Leuchtturm in IJmuiden aus Gusseisen/ Wikipedia, zuletzt besucht am 20.07.2013.

[3] Railways in the Netherlands, A brief history 1834-1994, google books, zuletzt besucht am 20.07.2013.

[4] Klappbrücke/ Wikipedia, zuletzt besucht am 20.07.2013.

Photos: meine

ponton_KerkbrugVonWeitem

Ueckermünde: Holzzugbrücke

15. Sep.2009 um 3:04 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Holzbrücken | 1 Kommentar
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Ziehbrücke über den Köhnschen Kanal

Ziehbrücke über den Köhnschen Kanal

Das Mittelfeld wird täglich einmal geöffnet

Das Mittelfeld wird täglich einmal geöffnet

Im Nordosten Deutschlands liegt in direkter Grenzlage zu Polen die Stadt Ueckermünde an der Uecker. Möchte man aus dem Haffstädtchen Ueckermünde auf dem Strandweg entlang zu Fuß oder auf dem Fahrrad zum Strand des Stettiner Haffs gelangen, so kommt man über eine idyllische Holzbrücke. Der Weg führt auch zur Lagunenstadt: Am Stettiner Haffs entstand ein Yachthafen mit 400 Liegeplätzen und über 200 Ferienwohnungen, die Lagunenstadt Ueckermünde.

Die Holzbrücke ist ein Neubau im alten Stil der alten zweihüftigen Zugbrücke aus dem 19. Jahrhundert, die Ückerbrücke, heute steht eine moderne Brücke an ihrer Stelle. Von den drei Feldern lässt sich das mittlere durch einen Kettenzugmechanismus öffnen.

Unterkonstruktion der kleinen Ziehbrücke

Unterkonstruktion der kleinen Zugbrücke

Täglich um 12:00 mittags wird die Brücke geöffnet und so können die Wassersportler vom Bootshafen Köhnscher Kanal oder Anlieger der nahegelegenen Gärten hindurchfahren (außer bei Regen) verkündet ein Schild an der Brücke.

Die Brücke steht auf Stahlpfeilern. Darauf ruht die Fahrbahnkonstruktion aus Holzbalken mit Beplankung.

Der nahegelegene Tierpark ist in diesem Jahr Korrenpondenzprojekt der Schweriner Bundesgartenschau 2009.[2]

Quellen:

[1] Ueckermünde, zitiert am 14.09.09

[2] Tierpark, zitiert am 14.09.09

Historisches Foto: Mit freundlicher Genehmigung der Stadt Ueckermünde

Zweihüftige Zugbrücke im Zuge der Ueckerstraße

Zweihüftige Zugbrücke im Zuge der Ueckerstraße im 19.Jh.

Eisenach: Historische Holzzugbrücke auf der Wartburg

02. Sep.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Holzbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Zugang zur Wartburg über eine Zugbrücke

Zugang zur Wartburg über eine Zugbrücke

Wartburg: Zugbrücke am Abend

Wartburg: Zugbrücke am Abend

Der Sage nach soll die Wartburg 1067 durch Ludwig den Springer gegründet worden sein. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1080. Bereits im 12. Jahrhundert, ungefähr ab 1155 entstand der erste Teil der Wartburg, der Palas, als Wohnsitz der Landgrafen. [1] Man gelangt über die kleine hölzerne Zugrücke auf dem Torweg durch das Torhaus in den Palas. Die Ketten (mit Foto von 1955) sind noch vorhanden und scheinen auch -von der Kettenführung im inneren des Torbogens her- noch komplett, obgleich die Brücke wohl nicht mehr geöffnet wird. Drei einfache schmucklose Vierkanthölzer bilden beidseits des Fahrweges das Geländer.

Der anschließende Torweg besteht aus aus drei Bögen besteht. Die beiden vorderen Bögen sind halbrund überwölbt und deren Basen, Pfeiler und Konsolen sind die ältesten sichtbaren Bauteile der Wartburg. Der hintere Pfeiler ist spitzbogig und ist aus dem Umbau im 15. Jahrhundert hervorgegangen. Im 19. Jahrhundert erfuhr das Torhaus seine erste große Umbauperiode, wobei das Rundbogenfenster und der Erker daraus entstanden sind. Der thüringische Wappenstein (unter den Fenstern) und die Rosette (über den Fenstern) stammten ursprünglich von anderen Bauwerken und wurden erst 1862 auf die Wartburg gebracht.[3]

Martin Luther, versteckt als Junker Jörg (auch Georg), übersetzte hier 1521-22 im Schutz Friedrichs, des Weisen das Neue Testament  in die Sprache des Volkes. Die neue Lutherbibel trug durch ihre zahlreicheVerbreitung, begünstigt durch Gutenbergs Neuerungen im Buchdruckgewerbe,  zur Entwicklung der deutschen Sprache bei. Luther wandte sich bei der Übersetzung sehr stark dem griechischen Urtext des Neuen Testaments zu.[4]

Die Wartburg ist ebenso mit dem Sängerkrieg, der heiligen Elisabeth und dem Fest der Burschenschaften 300 Jahre nach der Reformation verbunden. 1817, vier Jahre nach der Völkerschlacht zu Leipzig, feierten hier Studenten das legendäre Wartburgfest.

Die Wartburg bei Eisenach, Thüringen, wurde 1999 in die Welterbeliste aufgenommen als „ein hervorragendes Denkmal der feudalen Epoche in Mitteleuropa“. Sie ist „mit kulturellen Werten von universeller Bedeutung verknüpft“. [1]

Weitere Informationen für Touristen und Geschichtsinteressierte sind auf der Website der Wartburg zu finden.

Quellen:

[1] Welterbeliste, zitiert am 01.09.09

[2] Ernst Wrba: Bildschönes Weltkulturerbe Deutschland, Bruckmann-Verlag 2009.

[3] Rundgang durch die Wartburg, zitiert am 01.09.09

[4] Luther, zitiert am 01.09.09

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