Liesenbrücken in Berlin (1890-1896): Tag des offenen Denkmals am 08. September 2013

06. Sep.2013 um 5:50 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Brückenevents, Brückenschäden, Eisenbrücken, Geschichte, Kultur, Vision | Hinterlasse einen Kommentar
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Tag Des Offenen Denkmals back

Anlässlich des Tags des offenen lädt das Berliner Netzwerk für Grünzüge zur Besichtigung der Liesenbrücken ein. Um 14:00 Uhr ist unter den Brücken am Humboldthain Treffpunkt.  Die Deutsche Bahn braucht die Brücken nicht mehr. Sie ist Eigentümerin der Brücken, den die königliche Eisenbahnbehörde hat sie einst gebaut. Die Brücken gehören dennoch zum kulturellen Erbe von Berlin. Sie lagen direkt an der ehemaligen Berliner Mauer. Jetzt fahren die Studenten zur TU Berlin unter ihnen hindurch. Darüber fährt schon seit Jahrzehnten nichts mehr. Nur die S-Bahn zum Humboldthain nutzt noch einen erneuerten Überbau, 1952 wurden sie im Zuge der Stilllegung des Stettiner Bahnhofes nicht mehr genutzt. Untersuchungen müssten zeigen, ob sie Fußgängern und Radfahrern noch eine ausreichende Sicherheit bieten. Dann könnten die Brücken Grünanlagen auf beiden Seiten, den Humboldthain und den Park am Nordbahnhof miteinander verbinden.

Es gibt eine Pedition, die im Juni eröffnet wurde und noch bis 28.09.2013 unterzeichnet werden kann. Da kann man entscheiden, ob die Brücken- wenn sie ihre Tragfähigkeit ohne größeren Aufwand noch nachweisen können- als kulturelles Erbe der Berliner erhalten bleiben sollen.

Die Überbauten wurden zwischen 1890 und 1896 von der Königlichen Eisenbahndirektion errichtet. Man findet die Liesenbrücken in der Denkmaldatenbank von Berlin.

Quellen:

[1] Berliner Netzwerk für Grünzüge , besucht am 06.09.2013.

[2] Pedition, besucht am 06.09.2013.

[3] Denkmaldatenbank von Berlin, besucht am 06.09.2013.

Eröffnung der Waldschlösschenbrücke, Dresden (2013)

11. Aug.2013 um 11:18 pm | Veröffentlicht in Brücken in Deutschland, Brückenneubau, Elbbrücken, Kultur, Stahl- / Stahlbetonverbund | 3 Kommentare
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Waldschlösschenbrücke2012

Waldschlösschenbrücke 2012

Untersicht der Waldschlösschenbrücke vom Schiff aus gesehen

Untersicht der Waldschlösschenbrücke vom Schiff aus gesehen

Nur noch wenige Tage verbleiben, bis die Waldschlösschenbrücke endlich eröffnet wird. Der erste Spatenstich erfolgte schon im November 2000 [1]. Am 24.-25. August 2013 wird die Waldschlösschenbrücke ein Wochenende lang den Fußgängern alleine gehören. Am 26. August 2013 werden dann die ersten Autos über die Brücke fahren können [1].

Am Eröffnungswochenende soll es eine feierliche Eröffnung geben. Auch wenn die Brücke heftig und kontrovers diskutiert wurde, werden sich viele Dresdner über die Entlastung der innerstädtischen Brücken freuen.

Mittlere Spannweite während des Baus 2012

Mittlere Spannweite (148 m) während des Baus 2012

Im jahr 2005 wurde nämlich der Welterbestatus des Dresdner Elbtals auf der Grundlage eines Gutachtens in Frage gestellt und drei Jahre später entgültig aberkannt. [1] Das ist nur schwer zu verstehen. Aus meiner Sicht hat die Brücke eine Form die sich, ähnlich wie bei der Verbreiterung der Potsdamer Langen Brücke, gut in die Landschaft einfügt. Bei beiden Brücken war das Büro Klähne beteiligt. Die Bögen und Bogensockel der Waldschlösschenbrücke wurden während der Ausführungsplanung verschlankt und so noch filigraner. Die 10-feldrige Stahlverbundbrücke hat eine  Gesamtlänge von 636 m, der Mittelbau überspannt die Elbe mit 148 m.[2]

Ausführliche Informationen gibt es auch bei Wikipedia.

Quellen:

[1] Sächsische Zeitung Online vom 20.06.2013, zuletzt besucht am 11.08.2013,

[2] Beratende Ingenieure Klähne, zuletzt besucht am 11.08.2013.

Spreeparkbrücken in Berlin: im Dornröschenschlaf

05. Aug.2013 um 10:33 pm | Veröffentlicht in Brücken in Deutschland, EUROPA, Geschichte, Kultur | 7 Kommentare
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Die Schienen enden scheinbar im Nirgendwo

Sonntag im Spreepark: Die Schienen enden scheinbar im Nirgendwo

Früher, d.h. seit mindestens 12 Jahren wurde die Füßgängerbrücke noch benutzt...

Früher, d.h. vor mindestens 12 Jahren wurde die Fußgängerbrücke noch benutzt…

Die Natur holt sich den Spreepark zurück

Die Natur holt sich den Spreepark zurück

… doch seit eben diesen12  Jahren ist der Spreepark verwaist. Diesen „Lost Place“ hat sich die Berliner Bloggergemeinde für ihr diesjähriges Treffen ausgesucht. Die Idee kam eigendlich von Tonari, die vorher schon mal Probebesichtigen war. Wer sonst noch dabei war kann man bei Bigi lesen, die trotz des zugezogenen Himmels wunderschöne Kollagen vom Riesenrad zusammengestellt hat.

Kaum etwar ist vom ehemaligen 1969 eröffneten eröffneten VEB Kulturpark geblieben. Die wenigen idyllischen ursprünglichen Rohrdachimbisshäuschen sind nun auch ausgeräubert und hinüber.

Die Brücke wird scheinbar nur noch vom Drachen (boot) getragen...

Die Brücke wird scheinbar nur noch vom Drachen (boot) getragen…

Die Natur holt sich inzwischen den Vergnügungspark zurück, der noch Anfang der 1990ziger Jahre nach westlichen Maßstäben und gewaltigem Aufwand völlig umgebaut worden ist.Die Besucherzahlen aus den Jahren vor der Mauer von jährlich 1,5 Millionen Menschen wurden jedoch nie wieder erreicht.

Hin und wieder wird der Spreepark und damit die Brücke oben noch vermietet. Sänger kommen singend unter ihr hervor oder verschwinden traurige Abschiedslieder singend in den wuchernden Büschen hinter der Brücke. So ungefähr haben wir uns das im Spreepark im Berliner Plänterwald am letzten Wochenende berichten lassen.

ponton_SpreeparkOhneBootstourDas Interesse an Besichtigungen steigt zunehmend. Man muss sich ranhalten, wenn man noch eine Besichtigung mitmachen möchte, denn in diesem Jahr noch soll der Zuschlag an einen neuen Nutzer erteilt werden. Es sollen auch schon viele Interessenten da gewesen sein. Und alle mussten wieder gehen oder gaben auf. Doch auch Berlin erwägt einen Einstieg. Daher, so berichtet Christopher Flade, der die vielen Menschen durch den Park führte und die Geschichte des Parks richtig lebendig wiedergab, wurde das letzte Bieterverfahren im Juli 2013 abgebrochen, so dass der externe Bieter nicht einsteigen konnte. Das Gelände muss jedoch als Erbpachtvertrag weiterhin als Freizeitpark genutzt werden. Wenigstens das ist entschieden worden.

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Quelle: Führung durch den Spreepark am 04.08.2013

Weiterlesen auf der Webseite des Spreeparks

Die 3 schönsten (Brücken-) Fotos 2012

30. Dez.2012 um 12:45 am | Veröffentlicht in Brücken in den USA, Brücken in Deutschland, Brücken in Portugal, EUROPA, Stahlbrücke | 3 Kommentare
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Bei Tonari habe ich die Idee gesehen, zum Jahresende aus den Fotos des Jahres 2012 die für mich beeindruckendsten auszuwählen. Auf meinem Blog sind das natürlich Brückenfotos: Die Auswahl ist ziemlich schwer. Nur der Favorit ist für mich eindeutig:

Die Geburtstagsbrücke: Die Golden Gate feierte in diesem Jahr den 75. Geburtstag und es war ein Traumwetter vor Ort.

Die Golden Gate Bridge im hereiziehenden Küstennebel

Die Golden Gate Bridge im hereiziehenden Küstennebel

Das zweite Bild ist aus dem Pegnitztal, eine von vielen alten genieteten Stahlbrücken aus zwei Bauphasen:

Untersicht einer Pegnitztalbrücke, stellvertretend für alle alten Stahlbrücken der Deutschen Bahn im Pegnitztal

Untersicht einer Pegnitztalbrücke, stellvertretend für alle alten Stahlbrücken der Deutschen Bahn im Pegnitztal

Bein dritten Bild musste ich mich entscheiden: zwischen den Betonbrücken von Calatrava, die sich teilweise unter der Bahnhofskonstruktion befinden und dem Bahnhofsdach, ebenso von Calatrava, das letztendlich den Sieg in der internen Auswahl davon getragen hat: Der Bahnhof Oriente in Lissabon. Ein Artikel dazu wird 2013 folgen.

Der Bahnhof Oriente von Calatrava steht teilweise auf einer Betonbrücke von Calatrava.

Der Bahnhof Oriente von Calatrava steht teilweise auf einer Betonbrücke von Calatrava.

Frankfurt/Main (DE): Flösserbrücke (1968)

08. Nov.2011 um 10:35 pm | Veröffentlicht in Brücken in Deutschland, EUROPA, Mainbrücken, Spannbetonbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Flösserbrücke über den Main

Flösserbrücke über den Main mit Stahlbetonschräg“kabel“brücke

ponton_SachsenhausenerUferFloesserbruecke

Blick vom Sachsenhausener Ufer auf den gevouteten Strompfeiler

Die Flösserbrücke ist eine Schräg“kabel“brücke über den Main in Frankfurt/Main. Sie verbindet seit 1986 die Innenstadt mit dem Deutschherrnufer im Stadtteil Sachsenhausen. Der Verkehr fließt nur in Richtung Innenstadt während der Stadtauswärts flutende Verkehr über die benachbarte Ignatz-Bubis-Brücke geleitet wird. Der Architekt der Brücke Egon Jux betont die extravagante Konstruktion durch eine ausdrucksvolle Farbgestaltung der Pylone. Für die konstruktive Lösung zeichnet Herbert Schambeck (Dykerhoff & Widmann) verantwortlich.

Der 221 Meter lange zweizellige Spannbetonüberbau hat vier Felder mit Stützweiten von 17,85 Meter, 41,75 Meter, der Stromöffnung mit 106,5 Meter und 54,9 Meter. [2]

ponton_zweizelliger Hohlkasten der Spannbetonbrücke

zweizelliger gevouteter Hohlkasten der Flösserbrücke

Das von dem asymmetrisch angeordneten verkürzten PylonPylon getragene Schrägkabel ist eigentlich ein Zugband aus Stahlbeton und kein Kabel im eigentlichen Sinne des Wortes. Eigentlich handelt es sich um eine Zügelgurtbrücke mit einer kräftigen Voute am zweiten Strompfeiler. Sie wurde im Freivorbau errichtet. Dazu wurde zunächst der Strompfeiler errichtet, an dem Hilfskabel angebracht wurden, die jeweils die Spannbeton-Brückenelemente im Montagezustand während des Freivorbaus hielten. Wegen des Schiffsverkehrs auf dem Main durften beim Bau keine Hilfstützen in den Main gebaut werden.

ponton_FloesserbrueckeFahrbahnebene

Fahrbahnebene der Flösserbrücke

Erst im Endzustand ist die Spannbetonbrücke durch die vorgespannten Betonzügel unterstützt worden [1]. Eine ähnliche Zügelgurtbrücke mit betonummantelten Spannstählen ist die BlaubeurerTor Brücke (1989). Die meisten Informationen habe ich einem neuerschienenen Buch von Holger Svensson entnommen. Unter dem Titel Schrägkabelbrücken hat er seinen Rückblick auf 40 Jahre Großbrückenbau weltweit dokumentiert.  ER hat selbst noch bei Professor Leonhardt in Stuttgart studiert und war seit 1972 im Ingenieurbüro Leonhardt Andrä und Partner (LAP) tätig. Das Buch mit seiner Fülle an Informationen über Schrägkabelbrücken ist ein „Muss“ für den Bücherschrank des brückeninterssierten Laien sowie des Fachmannes.

ponton_Floesserbrücke

Blick auf den Pylon der Flösserbrücke vom Sachsenhausener Ufer

Fotos: meine

Referenz

[1] Holger Svensson: Schrägkabelbrücken, 2011, ISBN-10: 3-433-02977-6, vorgestellt am 29.09.2011 in der TU Berlin.

[2] de.Wikipedia/Flösserbrücke, zitiert am 07.11.2011.

Frankfurt/Main (DE): Eiserner Steg (1869)

03. Okt.2011 um 7:43 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Eiserner Steg Frankfurt/Main

Eiserner Steg in Frankfurt/Main-Fußgängerbrücke

ponton_Eiserner Steg

Ansicht des Treppenpotals mit Laterne und Brückennamen am Ostufer

Der Eiserne Steg in Fankfurt/Main ist eine Fußgängerbrücke über den Main. Sie verbindet die Stadtteile Römer und Sachsenhausen miteinander. Die Brücke ist 170 m lang. Die ursprüngliche Fußgängerbrücke wurde 1868/69 von Frankfurter Bürgern errichtet, verkündet ein Tafel auf der Römer-Seite der Brücke. Mit einem Kreutzer Maut refinanzierte man den Bau.

Eine Tafel am westlichen Ufer verrät die wichtigsten neuzeitlichen Daten. 1911/12 wurde die Brücke umgebaut, 1946 nach Sprengung im II. Weltkrieg wieder aufgebaut und 1992/93 renoviert. Grund für den Umbau 1911/12 war die niedrige Durchfahrtshöhe; die Pfeiler wurden aufgemauert, damit zukünftig keine Schiffe mehr an der Brücke hängenbleiben.

U-Profile (Profil 22) bilden den Obergurt der genieteten Brücke. An einer Stelle sind die Profile auch mit einem Stumpfstoß geschweißt worden, das ist wohl ein moderneres Material vom Um- oder Nachkriegswiederaufbau. Zahlreiche Marken verweisen auf die Hochwasserstände der letzten Jahrhunderte. Meistens war das Hochwasser im Januar oder Februar. Die höchste je verzeichnete Flut ist schon 1342 (Magdalenenhochwasser [2]) gewesen.

HomerInschrift_EisernerSteg

Homer auf dem Portal des Eisernen Steges

Zwei Strompfeiler tragen die Portale. Ein Portal trug einen Spruch aus Homers Odyssee (I, 183): Auf weinfarbenem Meer segelnd zu anderssprachigen Menschen – auf Griechisch. Schon seit 1835 verkörperte dieser Spruch den Wunsch einer Bürgerinitiative nach einer Überquerung über den Main[1]. Heute sieht man den Spruch gleich gegenüber der Bankentürme der Frankfurter Skyline und es kommen einem noch ganz andere Gedanken.

Eine weitere Tafel verweist auf Goethes Osterspaziergang: Vom Eise befreit sind Strom und Bäche. Der Main hat wohl über die Jahrhunderte so manches Eis erlebt.

Blick von Sachsenhausen nach Mainhatten

Blick von Sachsenhausen nach Mainhatten

Quellen:

[1] Homepage des Eisernen Stegs, zitiert am 03.10.2011

[2] Geschichte der benachbarten Alten Brücke bei de.Wikipedia,  zitiert am 03.10.2011

Berlin: Gusseiserne Brücke im Schlosspark Charlottenburg

28. Aug.2011 um 12:12 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Eisenbrücken, EUROPA, Geschichte | 4 Kommentare
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Gusseiserne Brücke im Schlosspark Charlottenburg
Gusseiserne Brücke im Schlosspark Charlottenburg
Detail der parallelen gusseisernen Bögen

Detail der parallelen gusseisernen Bögen

Eine zweite gusseiserne Brücke steht im Berliner Schlosspark Charlottenburg im Schatten der älteren Hohen Brücke in der Schlossachse.

Die fünf parallelen Träger machen einen deutlich massiveren Eindruck als die nahegelegene Hohe Brücke.

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Auflagerbank der fünf gusseisernen Bögen im Charlottenburger Schlossgarten

Nach [2] ist das ein Anzeichen dafür, dass diese Brücke als wesentlich moderner gilt als die hohe Brücke. Anders als dort lagern die Bögen jeweils einzeln auf der Widerlagerwand. Von der Technischen Universität in Wroclaw (Breslau) stammt eine Zeichnung aus dem Oberbergamt in Breslau (Wroclaw) aus dem Jahr 1906 von der Brücke im Charlottenburger Schlosspark. Eine ähnliche, fast baugleiche, Brücke wurde einige Jahre später (1819) in der Gleiwitzer Hütte für den Klodnitzer Kanal gegossen [2]. Die erhaltenen Brückenbögen der gusseisernen Brücke über den Klodnitzer Kanal stehen heute in der Abteilung für Kunstguss des Gleiwitzer Museums (Gleiwitz heißt heute Gliwice). [2]

Zeichnung von 1806 aus der Risssammlung des Oberbergamtes Breslau

Zeichnung von 1806 aus der Risssammlung des Oberbergamtes Breslau

Quellen:

[1] Fotos: ponton

[2] Józef Tomasz Juros: Die Brücken aus der Preußisch-Königlichen Hütte Malapane (2009)

Denkmal im Peenestrom: Hubbrücke von Karnin(1933)

25. Jun.2010 um 9:38 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, EUROPA, Geschichte, Stahlbrücke | 1 Kommentar
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Karnin Hubbrücke

Die Überreste der Hubbrücke von Karnin

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Genietete Hubkonstruktion aus der Nähe

Eigentlich ist es keine Brücke mehr, nur noch ein als Fragment stehengebliebenes Denkmal: die Hubbrücke von Karnin, seit Jahrzehnten ohne die beidseits ursprünglich vorhandenen Fachwerküberbauten. Sie steht inmitten des Peenestroms kurz vor der Mündung ins Stettiner Haff.

Die erste Eisenbahnbrücke über den Peenestrom zwischen Kamp und Karnin wurde Ende 1875 als handbetriebene Drehbrücke errichtet, die ursprünglich zur Berlin-Stettiner Eisenbahngesellschaft gehörte. Die Berliner konnten so ab 1876 direkt bis nach Swinemünde, auf die Inseln Usedom und Wollin, gelangen.  1879 wurde die Strecke verstaatlicht und von der Preußischen Staatseisenbahn weiter betrieben. Die Brücke wurde Teil der Bahnstrecke Ducherow–Heringsdorf/ Swinemünde.

ponton-Karnin_2

Hubbrücke - von der vorbeifahrenden Fähre aus gesehen.

Die Drehbrücke wurde wegen zunehmender Zugfrequenz zum Engpass und so entschloss man sich Anfang der Dreißiger Jahre zum Neubau der Hubbrücke, die eine Zuggeschwindigkeit bis 100 km/h erlaubte. Eine tragische Geschichte hat die Hubbrücke hinter sich. 1933 wurde die Eisenbahnbrücke eröffnet und am 28. April 1945 ist sie durch die zurückweichenden Truppen der deutschen Wehrmacht schon wieder zerstört worden. Den zügigen Neubau hatte die Brücke 1933 wohl auch seiner Zubringeraufgabe zur Heeresversuchsanstalt Peenemünde (ab 1936) zu verdanken.[nach 3]

Zur gleichen Zeit entstand nach ähnlichen Konstruktionsprinzipien das Schiffshebewerkes Niederfinow im Zuge des Oder-Havel-Kanals. [3]

Der Hubteil blieb trotz der Zerstörung erhalten und steht seitdem als Ruine im Peenestrom [Foto unter 1]. Große Teile der Brücke wurden als Reparationsleistungen über Ducherow in die damalige Sowjetunion abtransportiert .[nach 1, 2] Teile der alten Karniner Brücke sollen auch beim beim Sanieren der Eisenbahnbrücke über die Oder bei Küstrin weiterverwendet worden sein. [3]

Seit 1990 steht der verbliebene Hubteil unter Denkmalsschutz, so dass dadurch der Abriss verhindert werden konnte. Immer wieder war die durchgehende Zugstrecke zur Badewanne der Berliner, nach Usedom in der Diskussion. Der heutige gute Zustand der Hubbrücke ist darauf zurückzuführen, dass ein rostbeständiger Stahl verbaut wurde, der auch ohne regelmäßige Farberneuerung nicht sonderlich korrodiert. [3]

Nur zwei Stunden soll der Vorkriegs-Berliner unterwegs gewesen sein. Heute braucht er mehr als doppelt so viel Zeit. So mancher mag sich an die Umsteigeprozedur von Züssow erinnern, mit der die Bahnreise nach Usedom über Jahrzehnte verbunden war. Mit einer Reaktivierung einer direkten Eisenbahnverbindung könnten die Straßen der Insel enorm entlastet werden. Übrigens gibt es im Museum Dargen [4] ein funktionstüchtiges Modell der Hubbrücke Karnin.

Technisches: Die Hubhöhe der Karniner Hubbrücke beträgt 28 m bei einer Gesamthöhe von 35 m. Die Länge der Hubbrücke ist 52 m, die gesamte Länge zweispurigen der Peenestromquerung betrug. etwa sechsmal so viel. Ein Modell des ursprünglichen Brückenverlaufes kann man unter USEDOMEDIA finden. [5]

Denkmal im Peenestrom

Fotos: KOE, vielen Dank!

Quellen:

[1] Geschichte der Usedomer Bäderbahn, zitiert am 24.06.2010.

[2] de.Wikipedia/Bahnstrecke Ducherow–Heringsdorf–Wolgaster_Fähre, zitiert am 24.06.2010.

[3] de.Wikipedia/Hubbrücke Karnin, zitiert am 24.06.2010.

[4] Museum Dargen, zitiert am 24.06.2010.

[5] USEDOMEDIA, zitiert am 25.06.2010.

Berlin(DE): Dovebrücke (1911)

11. Jun.2010 um 8:35 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, EUROPA, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Dovebrücke über den Berliner Landwehrkanal

ponton-KOE-Dovebruecke von Weitem

Dovebruecke vom Südufer gesehen, rechts im Schatten der zweite Bogen

Die Dovebrücke verbindet das Charlottenburger Gewerbeviertel im Spreebogen mit dem anderen Ufer des Landwehrkanals unweit seiner Einmündung in die Spree. Hier fließen der Landwehrkanal, die Spree und der Charlottenburger Verbindungskanal zusammen.  Das Salzufer und Dovestraße am nördlichen Ufer wird mit Einsteinufer und Cauertstraße am südlichen Ufer verbunden. Zwei Bögen überbrücken zum Einen den Landwehrkanal und zum anderen einen kombinierten Fußgänger- und Radwanderweg.

Der Bogen wird aus Natursteinen gebildet, ansonsten prägen rote Mauerwerkssteine mit vereinzelten Natursteinmotiven die Ansicht der Bögen.

Die heutige Dovebrücke wurde 1911 von Friedrich August Bredtschneider und Heinrich Seeling gebaut.Die beiden Architekten erbauten auch die benachbarte Marchbrücke zusammen. Nach dem Architekten Bredtschneider, der seine ersten Erfahrungen in Bromberg und Insterburg sammelte, ist in Charlottenburg eine Straße benannt. In Charlottenburg, das damals noch nicht zu Berlin gehörte, war er seit 1893 Magistratsmitglied und Baustadtrat. Heinrich Seelig war ebenfalls ab 1907 Stadtbaurat in Charlottenburg. Ab 1920 wurde er Dozent an der Technischen Universität Berlin, die ihm auch den Dr.h.c. verlieh. [nach 1].

Der Name der Dovebrücke erinnert an den Physiker Heinrich Dove (1803-1879), der seit 1848 Direktor des Berliner Meteorologischen Instituts war. Bereits die Vorgängerbrücke erhielt 1892 den Namen des Wissenschaftlers.[2]

Die Dovebrücke ist unter Nummer 09096135 in der Landesdenkmalliste Berlins gelistet [3].

[1] Bredtschneiderstraße, zitiert am 11.06.2010

[2] Berlin, zitiert am 07.06.2010.

[3] Landesdenkmalliste Berlin (08_09.pdf), zitiert am 07.06.2010.

Kosten von Gusseisenbrücken: Havelbrücke Potsdam (1825)

21. Mai.2010 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, 2 Brücken nach Material, Brücken in Deutschland, Eisenbrücken, Geschichte, Gusseisenbrücke, Havelbrücke, Kultur, Literatur | Hinterlasse einen Kommentar
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Havelbrücke Potsdam von 1825

Im Forum wurde nach den Kosten von gusseisernen Brücken gefragt. Hier ist das Ergebnis der Recherche u.a. für die gusseiserne Brücke über die Havel nach Potsdam. Natürlich kann man nicht Ermessen, wieviel denn die Thaler damals im Vergleich zu heute Wert wären, aber vielleicht hat da jemand eine Vorstellung. Es handelt sich nach meiner Diskussion mit Brückenfans offensichtlich nicht um die Vorgängerbrücke der Schinkel-schen Mauerwerksbogenbrücke und der heutigen Glienicker Brücke, sondern um eine Vorgängerbrücke der heutigen Langen Brücke in der Nähe des Bahnhofes Potsdam am Schloss.

Auszug aus der Erklärung der Kupfertafeln im Fünften Hefte der Gleiwitzer Gusswaren-Abbildungen. Tafel I und II.

Die lange eiserne Brücke über die Havel bei Potsdam wurde auf der hiesigen Eisengießerei vom October 1823 bis Mai 1825 nach dem hierzu von dem königlichen Regierungsrath und Baudirector, Herrn Becker zu Potsdam, angefertigten Plane gegossen und war bis zum 31. Juli 1825 an Ort und Stelle bereits soweit aufgerichtet, dass sie an dem gedachten Tage Abends um halb 7 Uhr von Sr. Majestät unserm allergnädigsten Könige und Herrn Friedrich Wilhelm III. bei Allerhöchstdesselben Rückkehr von Töplitz zum ersten Male befahren werden konnte.

Die Brücke selbst, wovon auf Tafel I (s. oben) Ansicht und Grundriss zu sehen ist, besteht aus 8, auf 7 Fuss starken steinernen Pfeilern ruhenden, gusseisernen Bogen von 60 Fuss Länge,  5´6″ Spannung, legt sich am rechten Ufer der Havel an die Stadt und hat mit Einschluss der auf dem linken Ufer aufgeführten neuen Gebäude für die Wache und die Wohnung des Thoreinnehmers eine Länge von 600 Fuss Rheinländisch.

Jeder Bogen besteht aus 7 Rippen, deren jede aus 2 Endstücken und einem Schlusstheil zusammengesetzt ist, überhaupt aus 21 Haupttheilen.

Das Gewicht sämmtlicher Gusswaren zu dieser Brücke betrug

23,053 Ctr. 106 Pfund, mit einem Geldwerte von…… 68,026 Thlr. 8 Sgr 9 Pf.

202 Ctr. 23 Pfund div. Gusswaren zu den Thorpfeilern und Thorpfeilern etc.ad…… 771 Thlr. 14 Sgr. 5 Pf.

Hierzu kommen noch 6 verzierte Laternständer…… 133 Thlr. 28 Sgr.

Für Schmiedearbeit pro Bogen pptr. Ctr. 851 Thlr. 11 Sgr. 3 Pf. zu allen Bogen überhaupt circa…… 6,811 Thlr.

An Kosten für die Zusammensetzung der sämmtlichen Bogen auf der Hütte……  4,634 Thlr. 11 Sgr

An besonders vergütigten Modellkosten, wegen Senkung des 8 Bogens, die durch die Localumstände in Potsdam bestimmt wurden, nachdem der Guss schon im Werke war…… 235 Thlr. 14 Sgr.

An Zusammensetzungskosten, Schmiede- und Tischlerarbeit zu den Thorpfeilern und Thorgittern…..214 Thlr. 9 Sgr. 10 Pf.

Summa der Kosten auf dem Werke 80,826 Thlr. 26 Sgr.

Quelle:

Kupfertafel der Huta Pokoj, Gliwice, digital erhalten von der Universität Breslau/ Wrolaw, Vielen Dank!

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