Strážnice/ Straßnitz (1824-?)

22. Sep.2013 um 8:58 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Tschechien, Eisenbrücken, Friedrich Schnirch, Geschichte, Gusseisenbrücke, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar
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In den Jahren 1823 bis 1824 plante und errichtete Friedrich Schnirch (02.12.1791- 25.11.1868), ein junger Ingenieur, der gerade erst vom polytechnischen Institut Wien nach Straßnitz in Mähren in den privaten Dienst beim Grafen Magnis auf dessen Herrschaftssitz verpflichtet worden war [1], die erste Hängebrücke auf europäischem Festland. Die gusseiserne Kettenbrücke war nur etwa 4,2 m zwischen den Geländern breit und 27,7 m lang (96 Fuß lang, 14 Fuß breit) und überbrückte einen Nebenfluss der Morava, das Flüsschen Velicka. Die Hängebrücke diente bis 1857 dem Verkehr. Es sollen sich Reste der Brücke im Schloss in Strážnice (Zámek 672, Strážnice) befinden.[2]

Ich verdanke die detaillierten Informationen über die Brücke einem Bericht des ehemaligen Professors für Holz- und Stahlbau an der Slowakischen Technischen Hochschule in Bratislava, Professor Ferjencik. Er hat über das oben beschriebene und 1965 in Banská Bystrica wiederentdeckte gusseiserne Kettendach (Hängedach) Schnirchs berichte.[1] Weitere Informationen habe ich dem Biographischen Lexikons des Kaiserthums Oesterreich über Friedrich Schnirch entnommen [2].

Nach der gleichen Methode hängte Friedrich Schnirch Stahldächer auf und erhielt vom österreichischen Staat 1826 ein Patent dafür. Es sollen noch Dächer dieser Art vorhanden sein. Ein Dach von 1826 ist auf der Seite der Slowakischen Dachdeckerinnung (Cech Slovenskych Strecharov) dokumentiert. Auf der Website werden die Konstruktion und der schlechte Zustand des Daches in Banská Bystrica beschrieben. Parallele Ketten aus jeweils 5 Kettenelementen verlaufen im Abstand von 42-47 cm voneinender parallel vom Dachfirst bis zu ihrer Verankerung in der Fassade. Ursprünglich war auch der Dachbelag aus Gusseisen. Er wurde jedoch von auf Holzlatten liegenden Asbestzementplatten ersetzt. Ein paar ursprüngliche Platten sind wiedergefunden worden. Wegen unklarer Eigentumsverhältnisse konnte eine Sanierung des unitalen Baudenkmals durch die Slowakische Dachdeckerinnung noch nicht initiiert werden, egal ob aus privaten oder Europäischen Fonds.

1832 veröffentlichte Friedrich Schnirch zusammen mit Joseph Schnirch die Theorie zu seinen Hängedächern (Beytrag für den Kettenbrückenbau, enthaltend die Theorie der Schwankungen, bey allen bekannten Kettenbrücken-Constructionsarten, mit 2 oder mehreren zusammenhängenden Bahnen … / bearbeitet und herausgegeben von Friedrich Schnirch und seinem verwandten Mitarbeiter Joseph Schnirch).

Quellen:
[1] Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich über Friedrich Schnirch, zuletzt besucht am 22.09.2013.

[2] Übersetzung (Universität Stuttgart): Pavel Ferjencik (1975). Über ein im Jahr 1826 gebautes Hängedach, Bd. 1, S. 130-138.

[3] Slowakischen Dachdeckerinnung, zuletzt besucht am 22.09.2013.

UK: 200 Jahre: Tickford Bridge (1810)

30. Mai.2010 um 2:29 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in UK, Eisenbrücken, EUROPA, Geschichte, Gusseisenbrücke, Verstärkung | Hinterlasse einen Kommentar
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tickford bridge 2

Tickford Bridge von 1810, by Alan Simkins, geograph.org.uk, Creative Commons Lizence

Tickford Bridge während der Verstärkungsarbeiten

Tickford Bridge während der Verstärkungsarbeiten

Die Tickford bridge in Newport Pagnell, Buckinghamshire in England feiert in diesem Jahr ihren 200. Geburtstag. Sie ist eine der ältesten, wenn nicht gar DIE älteste, gusseisernen Brücken, über die auch heute noch der Verkehr rollt. Sechs gusseiserne Bögen überspannen die gut 18 m  den kleinen Fluss Ouzel (or Lovat).

Es gibt einen Disput darüber, ob nicht die nahegelegene Cound Arbour Bridge, in Shropshire (1797) die von Tomas Telford [4] gebaut worden ist, die älteste Brücke mit regelmäßigem Straßenverkehr sei. Diese hier hat aber wohl das deutlich höhere Verkehrsaufkommen. Ältere gusseiserne Brücken, wie die Hohe Brücke im Berlin-Charlottenburger Schlossgarten (1802) oder die Iron Bridge  über den Severn  (1779) oder ihre 1:4 Verkleinerung der Eisernen Brücke im Wörlitzer Park (1791), sind nur (noch) für den Fußgängerverkehr geöffnet.

tickford bridge 1

Sechs parallele gusseiserne Bögen

Geschichte

Die Tickford Bridge in Newport Pagnell wurde 1810 errichtet. Das Design der Tickford Bridge stammt von Thomas Wilson, sie wurde von Walkers of Rotherham gebaut. Vielleicht kann man an dieser Stelle erwähnen, dass kein geringerer als Thomas Paine, der Autor des Buches The rights of man (dt. Die Menschenrechte, 1791-92), mit einem Patent für das Design einer gusseisernen Brücke von 250 Fuß Spannweite und dem Bau eines Modellbogens bereits 1788, 20 Jahre vor dem Bau der Tickfordbrücke, auf sich aufmerksam machte.

Verstärkung

Um den gestiegenen Anforderungen zu genügen ist der Untergurt der Bögen mit Kohlefaserlamellen verstärkt worden. Maunsell Ltd., ein Ingenieurbüro für konstruktiven Ingenieurbau in Großbritannien, hatte 1999 empfohlen, dass die volle Straßenverkehrslast übernommen werden kann, wenn man die Brücke mit einem feucht (in Epoxy Adhäsiv) verlegten Kohlefaser-(Gelege)Sheet-System verstärkt würde.[2] Letztendlich kamen in enger Kooperation zwischen dem Auftraggeber, dem Milton Keynes Council, deren Consultants Maunsell and Sumitomo Corporation aus Japan und Topbond eine Methode zur Einhüllung der  gusseisernen Oberfläche, z.B. auch in den aussteifenden mit  (prepreg) Replark dem Gelege von Sumitomo, wobei ständig Proben zur Überprüfung des Materialverhaltens entnommen wurden. Insgesamt 14 Schichten wurden verlegt, die eine Gesamtdicke von nur einem Zentimeter erreichen.

Als die Kohlefaserverstärkung appliziert worden war, erhielt die Brücke einen neuen Anstrich und war bereit, wieder für den Verkehr geöffnet zu werden. Abschließende Tests bestätigten, dass die Brücke erfolgreich verstärkt worden war und den Verkehr bis zu einer Beanspruchung von 40 t pro Fahrzeug übernehmen kann.[2]

Es wäre interessant sich die Verstärkungen nunmehr einige Jahre nach der Verstärkungsmaßnahme im Hinblick auf die Dauerhaftigkeit anzusehen. Informationen wurden darüber nicht gefunden, was wohl ein gutes Zeichen ist.

Fotos:

Das erste Foto taucht an mehreren Stellen unter dem Bezug auf den Fotografen Alan Simkins auf, u.a. bei Wikipedia und geograph.org.uk.

Verstärkung: Brian, thank you.

Quellen:

[1] de.Wikipedia/Thomas Paine, zitiert am 30.05.10

[2] Plastic Highway Bridges, zitiert am 20.05.2010. Die Website zitierte wiederum aus: „Composite gives new life to bridge,“ Reinforced Plastics, 1999, 43, 10, Oct., 8.

[3] Rizkalla, Dawood, Shahawy: FRP for Transportation and Civil Engineering Infrastructure: Reality and Vision, Übersichtsartikel, gefunden am 28.05.10.

[4] Telfordsites.co.uk, zitiert am 30.05.10

[5] Externes Schwarz-Weiß Foto des Buckinghamshire County Council (2000), gefunden am 30.05,10

Kosten von Gusseisenbrücken: Havelbrücke Potsdam (1825)

21. Mai.2010 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, 2 Brücken nach Material, Brücken in Deutschland, Eisenbrücken, Geschichte, Gusseisenbrücke, Havelbrücke, Kultur, Literatur | Hinterlasse einen Kommentar
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ponton-Havelbrücke Potsdam

Havelbrücke Potsdam von 1825

Im Forum wurde nach den Kosten von gusseisernen Brücken gefragt. Hier ist das Ergebnis der Recherche u.a. für die gusseiserne Brücke über die Havel nach Potsdam. Natürlich kann man nicht Ermessen, wieviel denn die Thaler damals im Vergleich zu heute Wert wären, aber vielleicht hat da jemand eine Vorstellung. Es handelt sich nach meiner Diskussion mit Brückenfans offensichtlich nicht um die Vorgängerbrücke der Schinkel-schen Mauerwerksbogenbrücke und der heutigen Glienicker Brücke, sondern um eine Vorgängerbrücke der heutigen Langen Brücke in der Nähe des Bahnhofes Potsdam am Schloss.

Auszug aus der Erklärung der Kupfertafeln im Fünften Hefte der Gleiwitzer Gusswaren-Abbildungen. Tafel I und II.

Die lange eiserne Brücke über die Havel bei Potsdam wurde auf der hiesigen Eisengießerei vom October 1823 bis Mai 1825 nach dem hierzu von dem königlichen Regierungsrath und Baudirector, Herrn Becker zu Potsdam, angefertigten Plane gegossen und war bis zum 31. Juli 1825 an Ort und Stelle bereits soweit aufgerichtet, dass sie an dem gedachten Tage Abends um halb 7 Uhr von Sr. Majestät unserm allergnädigsten Könige und Herrn Friedrich Wilhelm III. bei Allerhöchstdesselben Rückkehr von Töplitz zum ersten Male befahren werden konnte.

Die Brücke selbst, wovon auf Tafel I (s. oben) Ansicht und Grundriss zu sehen ist, besteht aus 8, auf 7 Fuss starken steinernen Pfeilern ruhenden, gusseisernen Bogen von 60 Fuss Länge,  5´6″ Spannung, legt sich am rechten Ufer der Havel an die Stadt und hat mit Einschluss der auf dem linken Ufer aufgeführten neuen Gebäude für die Wache und die Wohnung des Thoreinnehmers eine Länge von 600 Fuss Rheinländisch.

Jeder Bogen besteht aus 7 Rippen, deren jede aus 2 Endstücken und einem Schlusstheil zusammengesetzt ist, überhaupt aus 21 Haupttheilen.

Das Gewicht sämmtlicher Gusswaren zu dieser Brücke betrug

23,053 Ctr. 106 Pfund, mit einem Geldwerte von…… 68,026 Thlr. 8 Sgr 9 Pf.

202 Ctr. 23 Pfund div. Gusswaren zu den Thorpfeilern und Thorpfeilern etc.ad…… 771 Thlr. 14 Sgr. 5 Pf.

Hierzu kommen noch 6 verzierte Laternständer…… 133 Thlr. 28 Sgr.

Für Schmiedearbeit pro Bogen pptr. Ctr. 851 Thlr. 11 Sgr. 3 Pf. zu allen Bogen überhaupt circa…… 6,811 Thlr.

An Kosten für die Zusammensetzung der sämmtlichen Bogen auf der Hütte……  4,634 Thlr. 11 Sgr

An besonders vergütigten Modellkosten, wegen Senkung des 8 Bogens, die durch die Localumstände in Potsdam bestimmt wurden, nachdem der Guss schon im Werke war…… 235 Thlr. 14 Sgr.

An Zusammensetzungskosten, Schmiede- und Tischlerarbeit zu den Thorpfeilern und Thorgittern…..214 Thlr. 9 Sgr. 10 Pf.

Summa der Kosten auf dem Werke 80,826 Thlr. 26 Sgr.

Quelle:

Kupfertafel der Huta Pokoj, Gliwice, digital erhalten von der Universität Breslau/ Wrolaw, Vielen Dank!

Berliner Eisengießerei im 18. Jahrhundert

29. Aug.2009 um 3:30 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Eisenbrücken, Geschichte, Gusseisenbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Königliche Eisengießerret neben dem Oranienburger Thore  bei Berlin

Königliche Eisengießerei am Oranienburger Thore bei Berlin, um 1820 - Lithographie von Friedrich August Calau

um 1820Lithographie von Friedrich August Calau

Eisengießerei in Berlin

Eisengießerei in Berlin

Die Berliner Eisengießerei war die zweite preußische Eisengießerei nach Gleiwitz(Gliwice), gegründet als preußischer Staatsbetrieb.[1] Sie lag im Feuerland, im historischen Industriezentrum in  der Oranienburger Vorstadt vor den Toren Berlins (heute: Invalidenstraße Ecke Chauseestraße). 1804 ging der erste Schmelzofen in Betrieb. [2]

Zu den frühen Aufträgen gehören das Kreuzbergdenkmal, Architektur und Kunstgewerbe: Grab- und Denkmäler, der Antike nachempfundene klassizistische Motive, Geländer, Treppen, Gitter, Ketten, Kriegsgerätschaften, Säulen und Träger.

Die Hütte Malapane (1754) gibt es noch heute

Die Hütte Malapane (1754) gibt es noch heute

Die meisen Relikte aus dieser Zeit sind heute verloren. Die erste Berliner gusseiserne Brücke über den Kupfergraben (1797-1825) wurde noch im schlesischen Malapane gegossen. Um 1800 entstanden in Malapane weitere kleine Gusseisenbrücken zwischen ca. 4 und 14 m Spannweite. Dazu gehören z.B. die Brücke westlich des Mausoleums (1800) im Charlottenburger Schlosspark, die Hohe Brücke im Schlosspark Charlottenburg (1802) und die Helenenbrücke über den Potsdamer Stadtkanal (1802).[1]

Ab 1804 hegann die Berliner Eisengießerei ebenfalls Brücken herzustellen. [2] 1805 entstand eine nur 2,80 m lange Füßgängerbrücke im Garten von Paretz bei Potsdam. Schinkel errichtete 1821-24 die Schlossbrücke aus Gusseisen mit in der Berliner kgl. Eisengießerei hergestellten Überbauten.[1]

Weitere künstlerische Gusseisenstücke, wie z.B. Gusseiserne Ketten, sind unter Stiftung Stadtmuseum zu finden. 1874 wurde die Berliner Königliche Eisengießerei entgültig geschlossen.[4]

Quellen:

[1] Fotos und Informationen aus Das eiserne Berlin, Märkisches Museum

[2] de.Wikipedia/Königlich preußische Eisengießerei, zitiert am 28.08.09.

[3] Stiftung Stadtmuseum

Nienburg: Schrägseilbrücke (1824-1825)

28. Jul.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Eisenbrücken, Geschichte, Gusseisenbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Schrägseilbrücke Nienburg

Schrägseilbrücke Nienburg

Die erste deutsche Kettenbrücke (bzw. die Urform der Schrägseilbrücke) wurde 1824 über die Saale bei Nienburg von G. Bandhauer gebaut.  Am 27. August 1825 prüfte man die Brücke im Belastungsversuch, indem man einen mit 110 Zentnern beladenen, und mit 10 Pferden bespannten Wagen über die Brücke gehen ließ. Da die Brücke diese Probe aushielt, eröffnete man sie am 6. September 1825. Im gleichen Jahr, am 6.Dezember 1825 stürzte die Brücke wieder ein.[1]

Jede Hälfte der  Brücke war 120 Fuß lang und 23,5 Fuß breit, die darin (in der Mitte befindliche Klappe (zum Durchflassen der Schiffsmasten) war 4 Fuß 70 lang. So betrug die Gesamtlänge 249 Fuß, 2 Zoll Preußisch Maß (247,4 N. Oe. Maß) [1]  Setzt man 1 preußischen Fuß ≤ 313,8535 mm, so erhält man: l ~ 78,15 m Spannweite und b ~ 7,38 m Breite.[2]

Die Tragpfeiler der Brücke bestanden aus Eichenportalen, auf denen eine Eisenplatte befestigt war. Die Portale standen aus 7 Fuß (~2,20 m)hohen Sandsteinportalen. Je sechs auf dem Portal befestigte Spannketten spannten nach zwei Seiten ab: zur Landseite und zur Brückenpaltte. Sie trugen die Brückenplatte. Die Ketten hatten einen durchgehenden Durchmesser von 1,5 Zoll in einfachen Gelenken und 1 Zoll in den doppelten Gliedern. Man war sich damals bewusst dass drei veränderliche Komponenten die Mechanik der Brücke beeinflussten: die Elastizität des Eisens, der Temperaturgradient und die Lage der Verkehrslasten.

Der Brückenbaumeister G. Bandhauer, veröffentlichte 1829 ein Buch über die „Verhandlungen über die artistische Untersuchung des Baus der Hängebrücke über die Saale bei München-Nienburg“ über die Darstellung und Untersuchung der Ursachen des am 6.Dezember 1824e erfolgten Einsturzes der Kettenbrücke. Darin wird erläutert, dass die Bemessung auf dem Ansatz beruhte, die Brücke könne 1100 Menschen von 1,5 Zentner Gewicht ertragen, jedoch kein größeres Menschengedränge. Alternativ könnten 10 spännige Fuhrwerke mit je 10 Zentnern Gewicht ertragen werden, das ergibt 1650 Zentner gleichmäßig verteilter Lasten. Für größere Menschenmengen sei wegen des verhandelten Preises die Brücke auch nicht bemessen gewesen. Ohnehin hätten sich die Kosten bei der Ausführung schon auf das Doppelte erhöht. Man könne also dem Baumeister keinen begründeten Vorwurf machen.[1]

Nach [1] Empfehlung zum Weiterlesen bei bernd-nebel.de und Nienburg-Saale.de Weitere Quellen: [1] Franz Anton Ritter von Gerstner : Handbuch der Mechanik, Bd. I. 2. Auflage, Prag 1833, [2] de.Wikipedia Alte Maße und Gewichte (Preußen)

Malapane (heute Ozimek, Pl): 1827

01. Jul.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Polen, EUROPA, Geschichte, Gusseisenbrücke, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar
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Projekt für eine Kettenbrücke, 20 Fuß weit, Kopie von 1822

Projekt für eine Kettenbrücke, 20 Fuß weit, Kopie von 1822

Älteste Kettenbrücke von 1827

Älteste Kettenbrücke von 1827

Portal der alten Hängebrücke vor dem Eingang zur Gießerei von Malapane

Portal der alten Hängebrücke vor dem Eingang zur Gießerei von Malapane

Oberschlesisches Kulturerbe von Jarek  Cieplak: Die Hängebrücke in Malapane (heute Ozimek) in Oberschlesien, im Oppelner Land, über dem gleichnamigen Fluss Malapane, ist die älteste Eisenhängebrücke Europas. Hergestellt wurde sie in der örtlichen Hütte „Malapane“, heute „Ozimek“.

Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts waren auf dem heutigen Stadtgebiet dichte Wälder. Die Gegend war reich am Raseneisenstein und nur dadurch wurde sie auch für den König von Preußen, Friedrich II., attraktiv. Auf seinen Erlass wurden schon im Jahre 1753 zwei Hochöfen erbaut, die Gießerei wurde dann 1754 eröffnet. Es war die erste staatliche preußische Eisenhütte in Oberschlesien – das Eisenhüttenwerk Malapane. Die Hüttenwerke wurden an der Stelle einer Wassermühle am Fluss Malapane  (Mala Panew) errichtet. Die Hängebrücke überbrückt den Fluss Mala Panew.

Portal, im Hintergrund die Gießerei

Portal, im Hintergrund die Gießerei von 1754

Daher entstammt der Name der Werke und des Ortes. Der heutige polnische Name Ozimek war der Name des Eigentümers der alten Mühle. Anfangs waren die Werke nur für die militärische Produktion eingerichtet und erst Ende des 18. Jahrhunderts, als die Nachfrage für militärische Produkte nicht mehr so groß war, wurde mit der Produktion für verschiedene Zweige der Industrie, auch für die Landwirtschaft, begonnen. 1786 wurde mit der Stahlproduktion angefangen und im Jahre 1789 verwendete man das erste Mal auf dem europäischen Kontinent Koks zum Schmelzen von Roheisen. Die Hütte wurde dadurch in ganz Europa zu den führenden Werken mit diesem Verfahren. Ab 1791 fing man mit der Produktion von Dampfmaschinen an, die früher nur in England hergestellt wurden.[1]

Weiterlesen mit Foto [1]

Eine projektierte Entwurfsversion einer Hängebrücke (s.oben) wurde 1822 vom Zeichner der Hütte Gleiwitz kopiert. Die erste Hängebrücke am Eingang zur Gießerei wurde 1827 eröffnet und steht noch heute.

Ergänzung vom 04.04.2011:

Herr Josef Thomas Juros vom Verein der Kettenbrücke in Malapane (heute Ozimek) hat ein Buch über die Geschichte der Gießerei und der ältesten bis heute erhaltenen ersten Kettenbrücke geschrieben. Das Buch ist über die Website des Vereinszu beziehen: http://www.sdmp.pl . Kosten: 19,00 € plus Versand. Nähere Informationen sind auch in der Rezension des Buches im Stahlbau 12/2010 zu finden

Quellen:

[1]Oberschlesisches Erbe/Kettenbrücke in Malapane (zitiert 20.05.09)

Historische Zeichnung: Polytechnika Wroclawska (Materialy z huty pokój), Vielen Dank!

Gusseisen und Eisengießereien im 18./ frühen 19. Jahrhundert

17. Mai.2009 um 10:00 pm | Veröffentlicht in 1, EUROPA, Geschichte, Gusseisenbrücke, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar
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Eisengiesserei bei Gleiwitz (1841)

Eisengiesserei bei Gleiwitz (1841)

Hütte Gleiwitz, gezeichnet: Gärtner 1806

Hütte Gleiwitz, gez. von J.G. Gärtner, 1806

Durch Abraham Darby I.´s  (1678 – 1717) technologische Entwicklungen ab Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Bau der ersten gusseisernen Brücken am Ende des 18. Jahrhunderts möglich.

Dabei hatte er nach holländischer Technologie einst nur Kupferkessel herstellen wollen. Weil  Darby I. die Produktion zu teuer wurde, begann er die Technologie für das Gusseisen voranzubringen, um dann Gusseiserne Kessel für den Haushalt zu produzieren.

Er begründete die Tradition der Eisengießereien durch entscheidende Entwicklungen maßgeblich mit. Im Herdfrischverfahren gelang es ihm, durch Zufuhr von Sauerstoff (Luft–> Frischen) den Stahl in bislang  nie erreicht -reiner Form zu produzieren. Ein weiterer Schritt gelang ihm durch den Ersatz der Kohle durch Koks, um bei höheren Temperaturen flüssiges Roheisen herzustellen.  Damit schuf er eine der wichtigsten Voraussetzungen der Industriellen Revolution. Der neuen Technologie von John Thomas zu verdanken, dass für Brücketrägerform einfach purer Sand verwendet wurde, in die Darby I. dann das flüssige Eisen hineingoß. [1]

Er war der Großvater des späteren Abraham Darby III, der als Erbe der großväterlichen und vom Vater weiter geführter Eisengießerei bei Coalbrookdale, 1779 (Inbetriebnahme 1881) die wohl erste gusseiserne Bogenbrücke, die berühmte Ironbridge über den Severn, baute.

Entwurf für eine Brücke über den berwerksgraben über den Fluss Malapane, gez. von J.G. Gärtner, 1807

Entwurf für eine Brücke über den Oberwerksgraben in Fluss Malapane, gez. von J.G. Gärtner, 1807

Doch schnell verbreitete sich die neue Technologie auch auf dem Kontinent. Als bei Malapane in Schlesien Raseneisenstein gefunden wurde, gab König Friedrich II. von Preußen den Befehl zum Bau von zwei Hochöfen (1753 und 1754). Interessanter Weise gab es auch einen Entwurf (1807) für eine Brücke über den Oberwerksgraben von Malapane mit fast identischer Geometrie wie die damals schon errichtete Brücke im Schlossgarten in Charlottenburg (1802)  damals noch vor den Toren Berlins, s. Zeichnung.

Die erste deutsche gusseiserne Brücke, die Eiserne Brücke  über den Georgskanal im Wörlitzer Park entstand dort als 1:4 Modell der englischen Brücke bereits 1790 und diente ausschließlich Spaziergängern im Wörlitzer Park. 1796 entstand die erste mit schweren Pferdefuhrwerken befahrbare deutsche gusseiserne Brücke in Laasan (heute Lazany in Pl) über das Striegauer Wasser, die 1945 zerstört wurde.

Hohe Brücke im Sclosspark Charlottenburg (1802)

Hohe Brücke im Sclosspark Charlottenburg (1802)

Aufriss der Charlottenburger Schlossbrücke

Aufriss der Charlottenburger Schlossbrücke, gez. von J.G. Gärtner, 1801

1802 erhielt Berlin die heute noch erhaltene Hohe Brücke im Schlosspark Charlottenburg. Auch sie entstand in einer schlesischen Eisenhütte. Es gab noch einen zweiten Entwurf, nicht bekannt ist, ob auch der Entwurf einst realisiert wurde.

Historische Zeichnungen: Polytechnika Wroclawska (Materialy z huty pokój), Vielen Dank!

Quellen:

[1] en.Wikipedia/ Abraham Darby I., 18.05.09

[2] Fotos: ponton

[3] Materialy z huty pokój

Paris: Pont du Carrousel (Pont des Louvre)

16. Mai.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Frankreich, Eisenbrücken, Geschichte, Gusseisenbrücke, Seinebrücken, Stahlbetonbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Pont du Carrousel von Osten gesehen

Pont du Carrousel von Osten gesehen

Pont du Carrousel von Westen

Pont du Carrousel von Westen, im Hintergrund der Louvre

Eine der moderneren Seinebrücken ist der Pont du Carrousel. 1935-1939 wurde die Stahlbetonbrücke als gevoutete flache Bogenbrücke gebaut. Sie wird auch Pont des Louvre genannt, weil sie direkt auf den Louvre zuführt.

Der Name wurde einer Vorgängerbrücke gegeben.1834 nannte der König Louis-Phillipe die Brücke Pont du Carrousel, da sich die Brücke in der Nähe des  Arc de Triomphe du Carrousel vor den Tuilerien befand.

Geschichte

Skulpturen aus dem 19. Jh.

Skulpturen aus dem 19. Jh.

1831 baute der Architekt Antoine-Rémy Polonceau (das war nicht der Erfinder des Polonceau-Trägers, Barthélemy Camille Polonceau, 1813–1859) die Vorgängerbrücke als eine gusseiserne Bogenbrücke. Das Design war in mehrerlei Hinsicht innovativ. Zum einen war die Brücke eine Bogenbrücke aus drei Einzelbögen, die sich auf den Widerlagern an den Ufern und den zwei Strompfeilern abstützten, während in dieser Zeit vorzugsweise Hängebrücken gebaut wurden. Die Türme und die daran aufgehängten Seile hielt man imdamaligen Paris für unakzeptable Zusätze für die Szenerie.

Skulpturen auf der Seite des Louvre

Skulpturen auf der Seite des Louvre

Obwohl Gusseisen seit nunmehr 50 Jahren verbaut wurde, galt es noch als modernes Material, das hier mit Holz kombiniert wurde. Die aussteifenden Ringe im Bogen erhielten schnell den Namen „Serviettenringe“.

An jeder der vier Ecken standen allegorische Skulpturen von Louis Petitot,  die noch heute erhalten sind. Sie representieren die Industrie, Den Reichtum, Die Stadt Paris und Die Seine.

Nachdem die Brücke 70 Jahre im Betrieb war, musste sie 1906 erneuert werden. Die Holzteile wurden durch Schmiedeisen ersetzt. Jedoch wurde die Brücke zu eng für den zunehmenden Verkehr des Zwanzigsten Jahrhunderts. 1930 schätzte man die Durchfahrtshöhe für zu niedrig ein und so wurde der Ersatzbau aus Stahlbeton geplant. Um die Tradition zu wahren, entstand sie nach einiger Diskussion genau an der Stelle ihrer Vorgängerin als dreifeldrige Bogenbrücke mit größerer Durchfahrtshöhe.

Für die nächtliche Beleuchtung war ein raffiniertes Teleskopsystem vorgesehen. Die Leuchten mit einer Höhe von 13 m sollten in der Nacht auf eine Höhe von 20 m erhöht werden. Es erwies sich jedoch als zu zerbrechlich und funktionierte nicht.

Quelle:

[1] en.Wikipedia/ 14.05.09

Älteste Eisenbrücke: Ironbridge gorge über den Severn

10. Mai.2009 um 3:03 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in UK, EUROPA, Geschichte, Gusseisenbrücke, Kultur | 1 Kommentar
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Die 30 m lange Ironbridge über den Severn bei Coalbrookdale, Telford, steht dort seit 1779. Bis heute wird Eisenbrücke für einzelne leichte Transporte und von Fußgängern genutzt und ist die älteste Eisenbrücke der Welt. Sie steht nicht zufällig in der Nähe der ersten Eisenwerke im englischen Coalbrookdale, dem Darby-schen Zentrum der Eisenherstellung.

1773 schlug Thomas Pritchard, Architekt aus Shrewsbury, vor, eine große Brücke aus dem inzwischen mit neuartigen Verfahren, in größeren Mengen und billiger gewonnenen Eisen zu bauen. Er erarbeitete mehrere Entwürfe. Pritchard starb 1777, einen Monat nach Beginn der Bauarbeiten, und sah seine vollendete Brücke leider nicht mehr.[1]

Abraham Darby III erhielt den Auftrag für die Ausführung. Darby  hatte das Eisenwerk von seinem Großvater und Vater gleichen Namens geerbt. Er erweiterte das Unternehmen erfolgreich und verfügte 1784 bereits über 8 Hochöfen und 30 km Schienenweg für innerbetrieblichen Transport. Der Großvater Abraham Darby I hatte den Sandformguss patentiert, den Ersatz der  Holzkohle durch Steinkohle vorangebracht, später Koks verwendet sowie die Bindung des hohen Anteils Schwefels in der Kohle durch Kalk eingeführt. [2]

Pritchards Entwurf wurde leicht verändert. Über den Bau selbst ist wenig bekannt, außer einem Aquarell, das in Stockholm im Museum zu sehen sein soll. Weiterhin ist nicht klar, ob die Eisenherstellung in einem Prozess erfolgte, oder ob das gewonnene Roheisen noch einmal aufgeschmolzen wurde und dann erst in die Sandform gegossen wurde. Fünf schmiedeeiserne Bögen überspannen seit 1779 den Severn, 1781 wurde sie dem Verkehr übergeben und löste die Fähre ab.[nach 1]

Heute heißt die ganze Ortschaft an der Brücke Ironbridge. Es gibt ein Museum und die Coalbrookdalebridge steht mit als Industriedenkmäler im Tal von Ironbridge (K/1986) seit 1986 auf der UNESCO-Liste des Welterbes. [3]

Die gleichnamige 30 Meter lange Eisenbrücke über den Fluss aus dem Jahre 1779 war weltweit die erste Eisenbrücke und gab nicht nur der Ortschaft, sondern auch der Schlucht, die mit der Brücke überspannt wurde, den Namen. Diese hieß zuvor Severn Gorge. Dabei überspannen jeweils 5 eiserne Bögen, die nach Zimmermannsbau verbunden sind, die Abstände zwischen den steinernen Pfeilern und tragen eine schmale Fahrbahn, die in der Bogenmitte abknickt.[1]

Weitere alte Eisenbrücken in England sind die gusseiserne Brücke über den Fluss Wear in Sunderland im County Durham (1796) oder die Buildwas Bridge bei Coalbrookdale nach einem Entwurf von Thomas Telford (1795). [1]

Quellen:

[1] Ironbridge Museums, mit Bildern und Fotos, zit. 09.05.2009

[2]Wikipedia/Abraham Darby I und III, zit. 09.05.2009

[3] Welterbeliste, zit. 09.05.2009

Brücke über das Striegauer Wasser bei Laasan

12. Apr.2009 um 3:11 am | Veröffentlicht in 1, EUROPA, Geschichte, Gusseisenbrücke | 3 Kommentare
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Die Brücke über das Striegauer Wasser bei Laasan (heute: Łażany) gibt es nicht mehr. Sie war die erste deutsche Straßenbrücke aus Eisen. Der Lieferant der Konstruktion war die Eisengießerei Malapane am gleichnamigen Fluss gelegen. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts befanden sich an der Stelle der heutigen Stadt dichte Wälder. Nachdem an der Malapane große Raseneisensteinlager entdeckt wurden, erfolgte 1753 und 1754 auf Befehl König Friedrichs II. von Preußen der Bau von zwei Hochöfen am Fluss.

1796 wurde in Laasan die erste befahrbare Gusseisenbrücke (für Fuhrwerke) in Deutschland errichtet. Sie war nach der Coalbroakdale (1779) Bridge in England die erste Verkehrsbrücke auf dem Europäischen Festland. Die Eiserne Brücke im Wörlitzer Park (verschiedene Angaben: 1784, 1791) ist zwar älter, aber sie ist nur eine Fußgängerbrücke. Ein Bild dieser im schlesischen Eisenhüttenwerk Malapane (Ozimek) gefertigten Brücke ist bei Handelswege in Niederschlesien zu sehen. [1]

Die Kosten für den Bau der Lasaaner Gusseisenbrücke trug der Reichsgraf Niclas Wilhelm v. Burghaus aus Laasan.[2]

Die Eisenhütte in Malapane

Bis 1780 gehörte die Hütte administratorisch zur Kriegskammer und später wurde sie dem Hohen Bergamt in Wrocław (Breslau) zugeordnet. Seit dem Jahr 1782 wurden die Hütten in Krasiejów, Jedlice und Dębska Kuźnia von der Hüttenbehörde in Malapane (Ozimek) geleitet…..Ab 1756 wurde Stabeisen produziert.
Die Eisenhütte in Malapane war für höchste Qualität bekannt. Noch in 19. Jahrhundert war sie als eine der Besten in Europa anerkannt.  Weitere Infos unter [3]

(nach Volker Zimmer (Informationen über Schlesien): Die Brücke über das Striegauer Wasser wurde 1945 von der Deutschen Wehrmacht gesprengt. Sie existiert nicht mehr, nur noch Reste sind später gefunden und geborgen worden. )

Quelle:

[1] Wikipedia/ Łażany (02.04.09).

[2] K. Stiglat: Brücken am Weg, 1996.

[3] Stadt Ozimek (Malapane)/ Geschichte

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