Rembrandtbrücke Leiden (1983)

11. Aug.2013 um 11:11 am | Veröffentlicht in Brücken in den Niederlanden, Brückenneubau, EUROPA, Geschichte, Holzbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Holzklappbrücke in Leiden gleich neben dem Rembrandtplatz

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Die Klappbrücke ist eindeutig eine Radfahrerbrücke, manchmal ist sie frei für Fußgänger.

Die Klappbrücke in Greifswald Wieck hat mich gleich an die Holzklappbrücke über das Galgewater in Leiden am Rembrandtplatz erinnert. Der junge Rembrandt wohnte hier von 1606 bis 1631, als er nach Amsterdam ging. Die Brücke heißt Rembrandtbrug verlängert den Weddesteeg und wurde erst 1983 errichtet. Sie ist demzufolge auch keine Brücke, die unter Denkmalschutz stehen würde [2]. Doch bereits im 17. Jahrhundert wurde diese Gegend nördlich des Rijns entwickelt. Darauf deutet auch der Turm auf der Nordseite des Galgewaters hin. Das Galgewater ist ein Teil des Wasserringes, der die ganze Altstadt von Leiden umschließt.

Am Rembrandtplatz

Am Rembrandtplatz

Die erste Brücke wurde an dieser Stelle im 17. Jahrhundert errichtet. Nach vielen Anpassungen wurde sie im Jahr 1817 definitiv abgebrochen. Von 1817 bis 1916 verkehrte dort  eine Fähre. Bis 1983 gab es dort keine Brücke. Die heutige Brücke ist ein Kopie der urspünglichen Lange Houten Brugg (lange Holzbrücke) , die schon auf der Karte unten verzeichnet ist [2].

Zahlreiche Brücken verbinden die Altstadt mit den umliegenden Stadtgebieten. Der auf die nahegelegene Mühle hindeutende  Molen de Put ist eine von vielen Attraktivitäten, die auf der touristischen Tour durch Leiden empfohlen wird-

Quellen:

[1] Schild am Ufer der Rembrandtbrücke

[2] Brücken in Leiden, zuletzt besucht am 11.08.2013

ponton_Rembrandtbrücke

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Klappbrücke Wiek (1887)

11. Aug.2013 um 12:41 am | Veröffentlicht in Geschichte, Holzbrücken | 6 Kommentare
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Die Klappbrücke in Wieck bei Greifswald ist noch voll funktionsfähig

Die Klappbrücke in Wieck bei Greifswald ist noch voll funktionsfähig

Ein phantastischer Blick auf die Brücke im Licht der untergehenden Sonne.

Ein phantastischer Blick auf die Brücke im Licht der untergehenden Sonne.

In dieser Woche hat mir der HanseHase viele schöne Fotos einer alten Holzklappbrücke mit den zugehörigen Informationen zugeschickt, damit sie auf dem Brückenblog gepostet werden können. Vielen Dank! Ich denke, dass ich aus der großen Auswahl der Bilder die Schönsten ausgesucht habe.

In Wieck bei Greifswald gibt es eine 1887 eröffnete, nach holländischem Vorbild errichtete Klappbrücke. Sie ist etwas über 50m lang, gut 7m breit und die Durchfahrt für die Schiffe ist 10,50m breit. [1] Die Klappbrücke überbrückt das nur etwa 30 km lange Flüsschen Ryck kurz vor der Mündung in den Greifswalder Bodden am Festland südlich von Deutschlands größter Insel Rügen.

Bis 1939 ist an der Brücke noch Maut kassiert worden von jedem, der da zu Fuß, mit einem Fahrzeug, zu Pferd oder mit einem Dutzend Gänse rüberwollte. Danach wurden die Dörfer Wieck und Eldena von der Stadt Greifswald eingemeindet und das Passieren der Brücke war kostenlos.

Die Holzklappbrücke spiegelt sich im Ryck

Die Holzklappbrücke spiegelt sich im Ryck

Erst 1993 erinnerte man sich an die Möglichkeit, mit der Brücke auch wieder Geld zu erwirtschaften für deren Erhaltung. Diese Brücke ist Anfang der Neunziger Jahre komplett saniert worden, durch das relativ schlechte Holz und die ständige Belastung durch hunderte Autos täglich ist sie aber nun ein ständiger Pflegefall und eine unglaubliche Schildbürgergeswchichte ist die schon jahrelange Suche nach einem funktionstüchtigen hydraulischen VersenkPoller zum Sperren der Brücke für nichtberechtigte Autos. [1]

Die Brücke ist für Fußgänger und für berechtigte Fahrzeuge im Anwohnerverkehr geöffnet. Die jeweiligen Öffnungszeiten findet man auf der Website von Greifswald. Bei Bedarf kann die Hafenbehörde Sonderöffnungen erlauben. [2]

Quelle:

[1] Fotos und Informationen: HanseHase, vielen Dank!

[2] Wiecker Brücke auf der Website von Greifswald, zuletzt besucht am 10.08.2013.

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Zhongshan Brücke in Lanzhou (中山桥, China, 1909)

23. Aug.2012 um 8:04 am | Veröffentlicht in 1, ASIEN, Brücken in China, Geschichte, Sanierung, Verstärkung, Wartung | 2 Kommentare
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Ansicht der "deutschen" Brücke in Lanzhou

Ansicht der „deutschen“ Brücke in Lanzhou

Portal der Zhongshan Brücke

Portal der Zhongshan Brücke

Vor einiger Zeit bekam der Blog eine mail mit der Bitte, zu helfen, die Herkunft der Zhongshan Brücke in Lanzhou (中山桥, China, 1909) zu erforschen. Die Brücke wurde durch eine deutsche Handelsgesellschaft (Telge und Schröter) in den Jahren 1907 bis 1909 nach China gebracht und als erste feste Brücke über den gelben Fluss errichtet. Der Vertrag zwischen der Region mit der Handelsfirma ist im regionalen historischen Archiv im Museum Gansu ausgestellt.  Sie war tatsächlich die erste feste Eisenbrücke über den Huang Ho (Gelber Fluss), obwohl es bereits seit 1372, 1376 und 1385 Schwimmbrücken in der Umgebung der heutigen Zhongshan-Brücke gab.

Ab dem Grenzübertritt nach China haben die Chinesen jeden Schritt im Detail dokumentiert. Was sie nicht wissen, ist, wo wurde die Brücke eigentlich produziert. Man vermutet, dass sie aus Deutschland nach China gebracht wurde. Daher wird die eiserne Brücke in Lanzhou immer die erste Brücke über den gelben Fluss oder die „deutsche Brücke genannt.

Ansicht eines Überbaus mit nachträglicher Verstärkung durch einen zusätzlichen Bogen über dem parallelgurtigen Fachwerk

Ansicht eines Überbaus mit nachträglicher Verstärkung durch einen zusätzlichen Bogen über dem Parallelgurtigen Fachwerk

Die Zhongshan-Brücke in Lanzhou ist 233,50 Meter lang und 8,30 Meter breit. Die Gewährleistung wurde durch die Deutschen mit 80 Jahren zugesagt, wenn man jährlich einen neuen Anstrich anbringen würde und einige mit weißer Farbe gekennzeichnete Schrauben nachziehen würde.  Inzwischen  trotzt die Brücke schon 103 Jahren dem alljährlichem Eisgang und heftiger Strömung.

In den 1930iger Jahren wurde das ursprünglich parallelgurtige Fachwerk der Brücke durch Bögen verstärkt und damit das statische System verändert. Verstärkung und regelmäßige Pflege haben dazu geführt, dass die Brücke allen Lasten aus Verkehr und Umwelt erfolgreich widerstanden hat. Vor ihrem 100. Geburtstag wurde die Brücke noch einmal komplett saniert. Der 100. Geburtstag wurde im Jahre 2009 groß gefeiert. Die Zhangshan Brücke ist inzwischen eine Fußgängerbrücke.

Die ursprüngliche Herkunft ist unbekannt. Es war nicht zu recherchieren, wo die Fachwerkträger produziert wurden. Die frühere Handelsfirma Telge und Schröter mit Hauptsitz in Hamburg gibt es seit langem nicht mehr, es gibt auch keine Unterlagen mehr aus dieser Zeit um 1909, auch nicht von ihrer chinesischen Vertretung.

Das Detail des Anschlusses der Diagonalen an die parallelen Fachwerkgurte über Bolzen ist in Deutschland eher nicht bekannt. Das Pratt-Truss-System wurde 1844 in den USA patentiert und ähnelt dem der Zhongshan Brücke sehr.

Fußgängerbrücke über den Gelben Fluss in Lanzhou

Fußgängerbrücke über den Gelben Fluss in Lanzhou

Bleibt die Frage: Wo hat die deutsche Handelsgesellschaft die Brücke eingekauft?

Quellen:

[1] Zusammenfassung der Geschichte der Brücke in Lanzhou, zusammengefasst von Friedrich Herzog & Xinggang Huang

Bilder: Xinggang Huang

Berlin: Britzer Garten, Rhizomatische Brücke wieder frei!

23. Mrz.2010 um 10:15 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Holzbrücken, Sanierung | Hinterlasse einen Kommentar
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Rhizomantische Brücke auf dem Berliner BUGA-Gelände

Rhizomatische Brücke auf dem Berliner BUGA-Gelände Herbst 2009

ponton-Rhizomantische Brücke BUGA (4)

Rhizomatische Brücke BUGA mit holzbeplanktem Fußweg

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche von des Frühlings holden belebenden Blick….“ so sah Goethe das Frühlingserwachen um Ostern vor mehr als 150 Jahren. So einen Eindruck gewinnt man auch in diesen Tagen auf dem Gelände der ehemaligen Bundesgartenschau (BUGA), im Britzer Garten.

Der Park wurde im Jahr 1985 für die Berliner BUGA samt ihrer Gewässer, Hügel, Wiesen, Biotope und Brücken gestaltet. [1] Die Berliner nahmen den Park gern an und haben seitdem so manche nette Erinnerung an den Park gesammelt, z.B. an die ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr oder während der dort  im Herbst stattfindenden Drachenfeste bzw. an ein Feuerwerk.

Seit dem 20. März 2010 können die Besucher des Britzer Gartens die bekannteste Brücke, die Rhizomatische Hauptbrücke wieder benutzen, so meldeten es viele Berliner Radiosender an diesem Wochenende. Die Pylonenpfostenfüße wurde vier Monate (wohl unter eisigen Bedingungen, aber ohne Wasser im See) saniert. [3] Die Holzstützen waren noch im Herbst  2009 in Höhe des Wasserspiegels sichtlich mitgenommen.

Rhizomatische Brücke BUGA

Rhizomatische Brücke BUGA

Der eigenwillige Name Rhizomatische Brücke soll die Analogie zum Wurzelgeflecht im Schnittpunkt der Sichten und Wege mit mehreren Auf- und Abgängen darstellen. Hinter dem philosophischen Konzept der Rhizomatik versteckt sich bei Deleuze und Guattari aber auch ein Metapher für eine postmoderne Wurzel ähnelnde sich vielfältig verzweigende Struktur als Gegensatz zur hierachische nOrdnung (Baumstruktur), die in Wissenschaft und Medien auf Resonanz stieß. Zum Beispiel ist Wikipedia ein derartiges sich vielfältig verzweigendes und nicht hierarchisch gegliedertes System. [2]

Die Brücke wurde vier Monate (wohl unter eisigen Bedingungen, aber ohne Wasser im See) saniert [3], denn die Holzstützen in der Wasserwechselzone, d.h. in Höhe des Wasserspiegels waren im Herbst letzten Jahres sichtlich mitgenommen.

Eine weitere Fußgängerbrücke überbrückt die Seenlandschaft an der Sonnenuhr.

ponton-Brücke an der Sonnenuhr

Brücke an der Sonnenuhr

Quellen:

Fotos: Danke, Christian!

[1] Freunde des Britzer Garten, zitiert am 23.03.10

[2] de/Wikipedia/Rhizom (Philosophische Struktur), zitiert am 23.03.10

[3] Neukölln im Netz, zitiert am 23.03.10

Paris: Passerelle Léopold-Sédar-Senghor (1999)

14. Mrz.2010 um 5:28 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Frankreich, Brückenneubau, Ersatzneubau, EUROPA, Seinebrücken, Stahlbrücke | 1 Kommentar
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Ponton-Passerelle Léopold-Sédar-Senghor

Passerelle Léopold-Sédar-Senghor

Abgang zum Port de Tuileries entlang der Bogenebene

Abgang zum Port de Tuileries entlang der Bogenebene

Der Brückenname Passarelle Léopold-Sédar-Senghor ist neu, bis 2006 hieß die Brücke neben dem Pont Royal noch Pont Solférino.

Die Brücke wurde erst 1999 von Marc Mimram errichtet. Strompfeilerlos überbrückt das 106 m lange filigrane Stahlbogentragwerk die Seine.  Sie verbindet das Museé d´Orsay mit den Gärten der Tuilerien. Die Gesamtlänge beträgt 140 m. Die Breite des mit (Brasilianischem [3]) Holz  beplankten Fußweges variiert zwischen 11 und 15 m. 900 t Stahl wurden verbaut . [1]

Die Bogenbrücke ersetzt Vorgängerbrücken von 1961. Diese hatte zuvor eine dreifeldrige Brücke von 1861. ersetzt. Im Jahr 1861 erinnerte die erste Brücke an den Sieg bei der Schlacht von Solférino (Lombardei)  am 24. Juni 1859 des Königreichs Sardinien unter Victor Emmanuell II mit Unterstützung Napoleon III. gegen die Österreicher unter Kaiser Franz Joseph.[2] Die ursprüngliche Brücke von 1861 wurde vorwiegen durch Schiffsanprall demoliert.

Raffiniert, ja einmalig gestaltet wurde der Zugang von der Ebene des Uferweges an der Anlegestelle Port de Solférino auf die aufgeständerte Fußwegebene zwischen dem links der Seine liegenden Quai Anatole France und dem Quai des Tuileries mit dem Port de Tuileries am anderen Ufer. In der Brückenebene kann man von den Uferwegen über Treppen im Verlauf des Bogens im Scheitel des Bogens auf die obere Ebene gelangen.

Auf der einen Seite der Brücke kann man zum Pont Royal, zur ältesten erhaltenen Seinebridge, schauen. Von der anderen Seite der Fußgängerbrücke blickt man auf den Pont de la Concorde.

Ergänzung vom 18.03.2010:

Hier [4] könnt Ihr die Fotos von den beiden Vorgängerbrücken von 1861 und 1961 finden. Die Passerelle von 1961 ist schon 1992 zerstört worden. Sie hatte zwei Strompfeiler. Die sind empfindlich gegen Anprallschäden. Die heutige Passerelle überbrückt die Seine mit nur einem durchgehenden Bogen.

Eine weitere historische Website (lefildutemps, [5]) zeigt u.a. die erste Passerelle im Januar 1910 bei Flut. Dem hat die alte Brücke mit drei Bögen standgehalten.

Außerdem musste die heutige Passerelle kurz nach der Eröffnung wegen heftiger (Quer-) Vibrationen unter Anregung durch Fußgänger (fußgängerinduzierte Brückenschwingungen) gleich noch einmal geschlossen werden, um durch entsprechende Maßnahmen, z.B. durch anregungsdämpfende Schwingungstilger, eine Reduzierung der Vibration zu erreichen (s. auch Stahlbau 6/2007 oder Bautechnik 4/2004)

Quellen:

[1] Website des Architekten Marc Mimram, zitiert am 13.03.10.

[2] Encyclopedia Britannica, zitiert am 13.03.10.

[3] en.Wikipedia/Passerelle Léopold-Sédar-Senghor, zitiert am 13.03.10.

[4] planète-tp, zitiert am 18.03.10.

[5] lefildutemps, zitiert am 18.03.10.

Berlin: Schwedter Steg (1999)

06. Mrz.2010 um 2:13 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Brückenneubau, Ersatzneubau, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Schwedter Steg: Fußgänger und Radfahrerbrücke von der Behmstrapenbrücke gesehen

Schwedter Steg: Fußgänger und Radfahrerbrücke von der Behmstraßenbrücke gesehen

ponton-Schwedter Steg

Bogenbrücke mit Zugband und geneigten Bögen

Umfangreiche Umgestaltungen fanden in den letzten beiden Jahrzehnten im Bereich des nördlichen S-Bahnringes statt. Seit 1999 ersetzt eine moderne leichte Stahlkonstruktion eine alte Verbindung zwischen der Schwedter Straße und der Behmstraßenbrücke.

1999 konnte der aus elf Brückenfeldern bestehende Schwedter Steg der Nutzung übergeben werden und verkürzt den Weg für die Fußgänger und Radfahrer wieder erheblich. Im wesentlichen tragen zwei Stahlbögen den Fußgänger- und Radfahrerweg im Zuge der Schwedter Straße zur Behmstraßenbrücke.

Blick unter dem Schwedter Steg hindurch zur Swinemünder Brücke

Blick unter dem Schwedter Steg hindurch zur Swinemünder Brücke (S-Bf. Gesundbrunnen)

Ein filigraner Stahlbogen mit obenliegender, aufgeständerter, Fahrbahn überbrückt ein abbiegendes Gleis von Schönhauser Allee zur Bornholmer Straße nahe der Behmstraße. Die S-Bahngleise vom Gesundbrunnen in Richtung Schönhauser Allee werden von einer Bogenbrücke mit einem Zugband überbrückt, das in der Ebene des Fußgängerweges liegt. Der Bogen wird von massiven verklinkerten Pfeilern getragen. Die Ringbahngleise zwischen dem Bahnhof Gesundbrunnen  (km 4,2) an der Swinemünder Brücke, die im Volksmund auch wegen

Ponton-Gleis-Bornholmer-Schönhauser

In einen Tunnel führendes Gleis: Bornholmer Straße-Schönhauser Allee

der Baukosten im Jahre 1905 auch Millionenbrückebrücke genannt wurde, und dem Bahnhof Schönhauser Allee (km 5,8) auf dem nördlichen Berliner S-Bahnring, waren während der Teilung Berlins stillgelegt und wurden erst nach 1990 wieder aktiviert.

Nach [1] sind die Stützen der übrigen neun Brückenfelder sind als Stahlpendelrahmen mit Elastomerlagern ausgebildet. Das südliche Brückenlager ist auf neun Bohrpfählen gegründet.

Quelle:

[1] Berliner Stadtentwicklung, zitiert am 06.03.2010.

Teltowkanal TEK km 21,44: Lankwitz-Mariendorfer Brücke

12. Feb.2010 um 10:08 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Stahlbrücke, Teltowkanalbrücken | 1 Kommentar
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Mariendorfer Brücke-Fußgängerbrücke über den Teltowkanal

Mariendorfer Brücke-Fußgängerbrücke über den Teltowkanal

ponton-Mariendorfer Brücke

Holzbelag auf der Mariendorfer Fußgängerbrücke

Die Lankwitz-Mariendorfer Brücke überbrückt den Teltowkanal in Berlin-Tempelhof zwischen einer Eisenbahn- und S-Bahnbrücke in der Nähe des S-Bahnhofes Attilastraße und der Teubertbrücke im Zuge der Ringstraße bei Kilometer TEK 21,44 [1] als Fuß-und Radfahrbrücke.

Sie führt einen Weg der den S-Bahnhof Attilastraße parallel zum Bahndamm durch eine Kleingartenanlage mit der Lankwitzer Straße verbindet. Der  Bogen bildet ein filigranes Fachwerk. Horizontale Hänger tragen den mit Holz beplankten Fußweg.Die Profile zeigen die Aufschrift des Stahlherstellers Königshütte. Mit Königshütte  O/S ist wohl eher nicht die Ortschaft Königshütte im Harz gemeint, sondern das oberschlesische Königshütte im schlesischen Kohle- und Eisendistrikt bei Oppeln (heute Opole). In beiden Orten gibt es übrigens eine Jahrhunderte zurückreichende Hüttengeschichte

ponton-Bogenträger mit Aufschrift des Herstellers Königshütte

Bogenträger mit Aufschrift des Herstellers Königshütte o/s

Die Aufschrift enthält weiterhin die Information NP16, d.h. es handelt sich um ein Normalprofil mit 160 mm Profilhöhe.

Nach [1] liegt der Bezugspegel des Teltowkanals liegt im Mittel bei 32,37 m über NN [1]. D.h. in Berlin sind wir vorerst sicher, der Meeresspiegel liegt noch über 30 m niedriger…

Quellen:

[1] Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin, zitiert am 09.02.10.

ponton-Fachwerkbogen der Fußgängerbrücke mit Inschrift Königshütte o/s

Fachwerkbogen der Fußgängerbrücke mit Inschrift Königshütte o/s

UK: Ravenglass Viadukt (1875)

13. Dez.2009 um 8:32 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in UK, Eisenbrücken, Geschichte, Sanierung | Hinterlasse einen Kommentar
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ponton-NR-Ravenglass1

Großbritannien: Ravenglass viaduct- Sanierung der Eisenbahnbrücke i.A. von Network Rail

Ravenglassviadukt: Klemmverbindung

Ravenglassviadukt: Klemmverbindung

2007 ließ die britische Bahn  den Ravenglass Viadukt sanieren. Der Ravenglass Viadukt befindet sich im Mündungsgebiet mehrerer kleiner Flüsschen, überbrückt den Mite Fluss im South-West Lakeland. Außerdem gibt es den Esk River, den ebenfalls ein alter Viadukt überbrückt. Neben der Grundsanierung der alten Stahlkonstruktion wurde der Belag des Fußweges erneuert und mit Klemmverbindung an der Unterkonstruktion angebunden.[1]

Der Ravenglassviadukt befindet sich in der touristisch interessanten Gegend an der Cumbrischen Küste im Nordwesten Englands. Die aggressiven salzigen Nebel von der vorgelagerten Meeresküste und die Gezeiten ziehen bis an den Viadukt und greifen das Material an. Trotzdem hat das alte Eisen der Hauptträger die Umwelteinflüsse so gut überstanden, dass für den Bahnnetzbetreiber Network Rail eine Sanierung lohnenswert war. Sie konnten erhalten werden. Epoxidharzgebundene Glassfasergitter bilden nun den Fussweg parallel zur Bahnbrücke.[1]

Neue Fusswegbeplankung

Ravenglass-Viadukt: Neue Fusswegbeplankung

Der King John gab Ravenglass bereits im Jahr 1208 das Marktrecht. Davor waren bereits die Römer in dieser Gegend. In der Nähe von Ravenglass gibt es viele Sehenswürdigkeiten von der Nordgrenze des Römischen Reiches, z.B. die höchsten römischen Mauern in England. Außerdem ist die Küste von Burgh-by-Sands bis Ravenglass  Teil der Hadrian’s Wall Welterbelandschaft der UNESCO seit 1987 [2]. Der Hadrians Wall wurde von 122 – 128 vom römischen Kaiser Hadrian in Auftrag gegeben. Der Hadrianswall ist 73 Meilen (117km) lang und 15ft (5m) hoch. Die römische Herrschaft endete im Jahr 410.[1]

Heute ist der Ort Heimstatt der Eisenbahnen von Ravenglass und Eskdale, ‚La’al Ratty‘, mit dem Bahnhof, Werkstätten, dem Pub und Museum. Im Museum lernt der Besucher die Geschichte und die Bedeutung der Eisenbahn für die Region kennen. Zahlreiche historische Loks sind sicher sehenwert, besonders für den Eisenbahnliebhaber.

Ravenglas-Viadukt

Die Eisenbahngleise mit einer Spurweite von drei Fuß wurden 1875 von der Whitehavener Eisenerzminen gebaut, um das Erz von Nab Gill, sieben Meilen entfernt zur Dampfeisenbahn von Ravenglass zu bringen. Die Tickets für Personenbeförderung trug en dazu bei, die Eisenbahn auch weiterzubetreiben, als die Minen 1882 geschlossen werden mussten. Bedauerlicher Weise, wurde der Eisenbahnbetrieb 1913 zunächst eingestellt, jedoch schnell wieder eröffnet als Gleis mit 15 -Zoll Spurweite (nach [3] die älteste 15″ Spur der Welt), um beide Aufgaben zu übernehmen: Passagierverkehr und Granittransport von Beckfoot quarry. 1960 übernahm der Denkmalsschutz den Betrieb der Eisenbahn und führt jetzt  Fahrten durch die sehenswerte Landschaft für Besucher und Einheimische durch, sogar noch mit Dampfeisenbahnen oder auch Dieselloks.

Quellen:

[1] Die Cumbrische Küste, Website, 09.12.09

[2] UNESCO Welterbe, zitiert am 12.012.09

[3] Eliot Andersen zur Geschichte der North-Western Railways,

Fotos: Brian, thank you!!

The LM project

14. Nov.2009 um 4:43 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Dänemark, Brückenneubau, Vision | Hinterlasse einen Kommentar
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nach Steven Holl Architects [1] Steven Hall Architects ist eine weltweit agierendes Architekturbüro mit zwei Dependancen in New York City and Beijing/ Peking. Steven Holl leitet das Büro zusammen mit den Partnern Chris McVoy (New York, USA) und Li Hu (Beijing, China)

Hinter dem Kürzel The LM-project versteckt sich eine faszinierende neue Hafenbrücke über den Kopenhagener Hafen [2]. Eine Fußgängerbrücke wird die auch von großen Kreuzfahrtschiffen und riesigen Fähren frequentierte Einfahrt in das Hafengelände überbrücken. Das Architekturbüro STEVEN HOLL ARCHITECTS gewann 2008 einen Wettbewerb mit einem außergewöhnlichen Design für eine Brücke. Zwei an den Ufern stehende (65 m hohe) Hochhaustürme verbinden sich quasi mit einem Handschlag in luftiger Höhe.

Den architektonische Wettbewerb hatten die Kopenhagener Stadt und Hafen Entwicklungsgesellschaft, CPH City and Port Development sowie die ATP Ejendomme, ausgeschrieben. Der frühere Kopenhagener Bürgermeister und heutige  administrative Director der Entwicklungsgesellschaft City / Harbor and Copenhagen, Jens Kramer Mikkelsen sagte am 31. Oktober 2008 bei der Auszeichnung der Gewinner des Wettbewerbs: „Das Projekt verbindet die ästhetische, funktionelle und die Buisiness Gedanken. Der Siegesentwurf ist Architektur einer hohen, hohen Klasse“. Der heutige Bürgermeister fügte hinzu: Wir bekommen zwei großartige Hochhäuser , die die Stadt besser zusammen führt und gleichzeitig ein Wahrzeichen des Hafens wird“.

Das Design der von Steven Holl Architects‘ gestalteten neuen Einfahrt in den neuen Hafen der  Großstadt Kopenhagen basiert auf dem Konzept, dass zwei Hochhäuser zwei, in ihrer Orientierung jeweils den Stadtteil zurück verankernden Aspekt, auskragende Brücken tragen. Auf der Langenlinie Seite, wo seit Jahrzehnten die Ozeanriesen ankern , drückt dies auch die Form des Hochhauses so aus. Ein bugartig gestaltetes Deck lässt glauben, dass der Meereshorizont schon zu  erblicken ist. Dieses Deck ist die Ebene von der aus die öffentlichen Aufzüge bestiegen werden und öffentliche Cafés und Gallerien zum Verweilen einladen. Man erreicht diese Ebene sowohl über großzügige Treppen als auch über Rolltreppen. Der Marmormolen Tower ist mit der City über die Hauptterrasse  mit dem Eindruck eines unterhalb befindlichen öffentlichen Auditiriums verbunden. Auch diese Ebene kann man über öffentliche Treppen sowie Rolltreppen erreichen.

Jedes der beiden Hochhäuser trägt seine eigene auskragende Schrägseilbrücke, die sich in der Mitte hoch über dem Wasser treffen und eine öffentliche Fußgängerpassage zwischen zwei Brückenpfeilern bilden. Wegen der Geometrie vor Ort, treffen sich die Brücken unter einem Winkel und bilden sozusagen einen Handschlag über der Hafeneinfahrt. Die Unterseite der Brücken und der Kragarme nehmen die strahlenden Farben des Hafens auf; das Orange der Container an der Unterfront von Langenlinie, kräftiges Gelb auf der Unterseite am  Marmormolen.-Ufer. In der Nacht widerspiegeln sich die von Strahlern beleuchteten  colorierten Aluminiumflächen  wie Gemälde im Wasser.

Alles Ingenieurleistungen für das LM-Projekt mit Umfang zwischen 50 000 000 und 70 000 000 DKK wurden inzwischen nichtoffen ausgeschrieben. Bewerbungsschluss war der 17.08.09.

Weitere Brücken-Hochhaus-Kombinationen des Büros entstehen z.B. in diesem Jahr in Bejing/ Peking.

Quellen:
[1] Steven Holl Architects, zitiert am 14.11.09.

[2] Orestad.dk,  zitiert am 14.11.09.

Polens Autobahnbrücken: Neue Brücken zwischen Wroclaw und Katowice (A4)

30. Sep.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Polen, Brückenneubau, Stahl- / Stahlbetonverbund | Hinterlasse einen Kommentar
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Fußgängerbrücke auf der Autobahn nach Opole (Oppeln)

Straßenbrücke auf der Autobahn A4 nach Opole (Oppeln)

Schrägseilbrücke mit geknicktem asymmetrischen Pylon

Brücke Krzywy Kij mit geknicktem asymmetrischen Pylon

Auf der ausgebauten Autobahn A4 (E40) zwischen Wroclaw (Breslau) und Opole (Oppeln) sind einige moderne Brückenkonstruktion mit hohen Bögen oder asymmetrischem Pylon spwie daran aufgehängter Fahrbahn bzw. Fußgängerebene zu sehen.

Die Vielfalt der Brückenformen vom diagonal über die Brückenachse verlaufenden Bogen über parallele Bögen bis zu unterschiedlichen Pylonformen zeigt die Offenheit der Infrastrukturverantwortlichen für die moderne Funktionalität gepaart mit Eleganz.

Ansicht von der dem Pylon gegenüberliegenden Seite

Ansicht von der dem Pylon gegenüberliegenden Seite

Die Fußgängerbrücke Krzywy Kij mit asymmetrischem Pylon wurde im jahr 2000 fertig gestellt. Sie überspannt die 62,4 m der A4. Der abgeknickte Pylon misst 21,67 m. Im gleichen Jahr wurde der Luk Erosa im gleichen Autobahnabschnitt errichtet, ein relativ steil nach oben zulaufender Bogen mit 67 m Spannweite bei 17,70 m Bogenhöhe.[1]

Quellen
[1] Biliszczyk, J., Barcik, W.: Fußgängerbrücken in Polen, Brückentage in Wroclaw 2007.

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