Rembrandtbrücke Leiden (1983)

11. Aug.2013 um 11:11 am | Veröffentlicht in Brücken in den Niederlanden, Brückenneubau, EUROPA, Geschichte, Holzbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Holzklappbrücke in Leiden gleich neben dem Rembrandtplatz

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Die Klappbrücke ist eindeutig eine Radfahrerbrücke, manchmal ist sie frei für Fußgänger.

Die Klappbrücke in Greifswald Wieck hat mich gleich an die Holzklappbrücke über das Galgewater in Leiden am Rembrandtplatz erinnert. Der junge Rembrandt wohnte hier von 1606 bis 1631, als er nach Amsterdam ging. Die Brücke heißt Rembrandtbrug verlängert den Weddesteeg und wurde erst 1983 errichtet. Sie ist demzufolge auch keine Brücke, die unter Denkmalschutz stehen würde [2]. Doch bereits im 17. Jahrhundert wurde diese Gegend nördlich des Rijns entwickelt. Darauf deutet auch der Turm auf der Nordseite des Galgewaters hin. Das Galgewater ist ein Teil des Wasserringes, der die ganze Altstadt von Leiden umschließt.

Am Rembrandtplatz

Am Rembrandtplatz

Die erste Brücke wurde an dieser Stelle im 17. Jahrhundert errichtet. Nach vielen Anpassungen wurde sie im Jahr 1817 definitiv abgebrochen. Von 1817 bis 1916 verkehrte dort  eine Fähre. Bis 1983 gab es dort keine Brücke. Die heutige Brücke ist ein Kopie der urspünglichen Lange Houten Brugg (lange Holzbrücke) , die schon auf der Karte unten verzeichnet ist [2].

Zahlreiche Brücken verbinden die Altstadt mit den umliegenden Stadtgebieten. Der auf die nahegelegene Mühle hindeutende  Molen de Put ist eine von vielen Attraktivitäten, die auf der touristischen Tour durch Leiden empfohlen wird-

Quellen:

[1] Schild am Ufer der Rembrandtbrücke

[2] Brücken in Leiden, zuletzt besucht am 11.08.2013

ponton_Rembrandtbrücke

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Klappbrücke Wiek (1887)

11. Aug.2013 um 12:41 am | Veröffentlicht in Geschichte, Holzbrücken | 6 Kommentare
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Die Klappbrücke in Wieck bei Greifswald ist noch voll funktionsfähig

Die Klappbrücke in Wieck bei Greifswald ist noch voll funktionsfähig

Ein phantastischer Blick auf die Brücke im Licht der untergehenden Sonne.

Ein phantastischer Blick auf die Brücke im Licht der untergehenden Sonne.

In dieser Woche hat mir der HanseHase viele schöne Fotos einer alten Holzklappbrücke mit den zugehörigen Informationen zugeschickt, damit sie auf dem Brückenblog gepostet werden können. Vielen Dank! Ich denke, dass ich aus der großen Auswahl der Bilder die Schönsten ausgesucht habe.

In Wieck bei Greifswald gibt es eine 1887 eröffnete, nach holländischem Vorbild errichtete Klappbrücke. Sie ist etwas über 50m lang, gut 7m breit und die Durchfahrt für die Schiffe ist 10,50m breit. [1] Die Klappbrücke überbrückt das nur etwa 30 km lange Flüsschen Ryck kurz vor der Mündung in den Greifswalder Bodden am Festland südlich von Deutschlands größter Insel Rügen.

Bis 1939 ist an der Brücke noch Maut kassiert worden von jedem, der da zu Fuß, mit einem Fahrzeug, zu Pferd oder mit einem Dutzend Gänse rüberwollte. Danach wurden die Dörfer Wieck und Eldena von der Stadt Greifswald eingemeindet und das Passieren der Brücke war kostenlos.

Die Holzklappbrücke spiegelt sich im Ryck

Die Holzklappbrücke spiegelt sich im Ryck

Erst 1993 erinnerte man sich an die Möglichkeit, mit der Brücke auch wieder Geld zu erwirtschaften für deren Erhaltung. Diese Brücke ist Anfang der Neunziger Jahre komplett saniert worden, durch das relativ schlechte Holz und die ständige Belastung durch hunderte Autos täglich ist sie aber nun ein ständiger Pflegefall und eine unglaubliche Schildbürgergeswchichte ist die schon jahrelange Suche nach einem funktionstüchtigen hydraulischen VersenkPoller zum Sperren der Brücke für nichtberechtigte Autos. [1]

Die Brücke ist für Fußgänger und für berechtigte Fahrzeuge im Anwohnerverkehr geöffnet. Die jeweiligen Öffnungszeiten findet man auf der Website von Greifswald. Bei Bedarf kann die Hafenbehörde Sonderöffnungen erlauben. [2]

Quelle:

[1] Fotos und Informationen: HanseHase, vielen Dank!

[2] Wiecker Brücke auf der Website von Greifswald, zuletzt besucht am 10.08.2013.

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Brücken in den Salinen von Sečoveljske bei Portoroz/ Slowenien

11. Mai.2010 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Slovenien, Brückenschäden, EUROPA, Stahlbetonbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Brücke am Haupteingang in die Salinen von Sečoveljske

ponton-Brücke in Saline

Stahlbetonbrücke in der Saline

Im äußersten Südwesten von Slowenien befinden sich die  Naturpark Sečoveljske Salinen (Saline di Sicciole) an einer Bucht der Adria. Es ist die Grenzregion zwischen Slovenien und Kroatien. Die Sečoveljske Salinen und die Saline von Strunjan in der Nähe sind die nördlichsten Salinen im Mittelmeerraum.

Die Brücken in der Natursaline sind naturgemäß extremer Meersalzbelastung ausgesetzt. Die älteren Stahlbetonbrücken bestehen gerade noch so, doch ihr Zustand zeigt den Einfluß des Salzes. Die Betondeckung wurde durch den Druck des expandierenden Rostvolumens abgesprengt, so dass die stark korrodierte Bewehrung nun frei liegt.

ponton-Naturpark Salinen von Secovlje

Naturpark Salinen von Sečoveljske

Geschichte:

Schon die Römer besiedelten die Adriaküste. Seit dem 12. Jahrhundert wird in den Salinen Meersalz gewonnen. Die nahegelegene Stadt Piran auf der idyllischen slowenischen Halbinsel verdankt dem Meersalz seine Blüte.

Im 19. Jahrhundert erlebte die Meersalzgewinnung ihren Höhepunkt. 500 Familien ernährte die Saline damals.

ponton-Saline Holzbrücke

Neue Brücken in der Saline bestehen aus Holz

Naturpark

Der 6,5 km2 große Naturpark Sečoveljske Salinen ist durch den Kanal Grande geteilt. Im  nördlichen Teil des Parks, Lera, wo noch immer Salz erzeugt wird, wurden die Fotos gemacht, der südliche Teil heißt Fontanigge. Das Salz wird noch immer nach den traditionellen Verfahren gewonnen. Man kann die Salinen besichtigen. Ein Besucherzentrum gibt einen Überblick über die Salzherstellung und bietet Touristen das weiße Gold an.

Quelle:

[1] 55plus.net, zitiert am 10.05.10

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Halbinsel Piran

Berlin: Britzer Garten, Rhizomatische Brücke wieder frei!

23. Mrz.2010 um 10:15 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Holzbrücken, Sanierung | Hinterlasse einen Kommentar
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Rhizomantische Brücke auf dem Berliner BUGA-Gelände

Rhizomatische Brücke auf dem Berliner BUGA-Gelände Herbst 2009

ponton-Rhizomantische Brücke BUGA (4)

Rhizomatische Brücke BUGA mit holzbeplanktem Fußweg

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche von des Frühlings holden belebenden Blick….“ so sah Goethe das Frühlingserwachen um Ostern vor mehr als 150 Jahren. So einen Eindruck gewinnt man auch in diesen Tagen auf dem Gelände der ehemaligen Bundesgartenschau (BUGA), im Britzer Garten.

Der Park wurde im Jahr 1985 für die Berliner BUGA samt ihrer Gewässer, Hügel, Wiesen, Biotope und Brücken gestaltet. [1] Die Berliner nahmen den Park gern an und haben seitdem so manche nette Erinnerung an den Park gesammelt, z.B. an die ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr oder während der dort  im Herbst stattfindenden Drachenfeste bzw. an ein Feuerwerk.

Seit dem 20. März 2010 können die Besucher des Britzer Gartens die bekannteste Brücke, die Rhizomatische Hauptbrücke wieder benutzen, so meldeten es viele Berliner Radiosender an diesem Wochenende. Die Pylonenpfostenfüße wurde vier Monate (wohl unter eisigen Bedingungen, aber ohne Wasser im See) saniert. [3] Die Holzstützen waren noch im Herbst  2009 in Höhe des Wasserspiegels sichtlich mitgenommen.

Rhizomatische Brücke BUGA

Rhizomatische Brücke BUGA

Der eigenwillige Name Rhizomatische Brücke soll die Analogie zum Wurzelgeflecht im Schnittpunkt der Sichten und Wege mit mehreren Auf- und Abgängen darstellen. Hinter dem philosophischen Konzept der Rhizomatik versteckt sich bei Deleuze und Guattari aber auch ein Metapher für eine postmoderne Wurzel ähnelnde sich vielfältig verzweigende Struktur als Gegensatz zur hierachische nOrdnung (Baumstruktur), die in Wissenschaft und Medien auf Resonanz stieß. Zum Beispiel ist Wikipedia ein derartiges sich vielfältig verzweigendes und nicht hierarchisch gegliedertes System. [2]

Die Brücke wurde vier Monate (wohl unter eisigen Bedingungen, aber ohne Wasser im See) saniert [3], denn die Holzstützen in der Wasserwechselzone, d.h. in Höhe des Wasserspiegels waren im Herbst letzten Jahres sichtlich mitgenommen.

Eine weitere Fußgängerbrücke überbrückt die Seenlandschaft an der Sonnenuhr.

ponton-Brücke an der Sonnenuhr

Brücke an der Sonnenuhr

Quellen:

Fotos: Danke, Christian!

[1] Freunde des Britzer Garten, zitiert am 23.03.10

[2] de/Wikipedia/Rhizom (Philosophische Struktur), zitiert am 23.03.10

[3] Neukölln im Netz, zitiert am 23.03.10

Berlin: Teufelsbrücke im Volkspark Klein-Glienicke (1938)

27. Okt.2009 um 3:51 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Brückenschäden, Geschichte, Mauerwerksbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Teufelsbrücke im Glienicker Park

Teufelsbrücke im Glienicker Park

Teufelsbrücke:Persius´s Original

Teufelsbrücke:Persius´s Original (Quelle SenBauWo 1991)

Der Architekt Ludwig Persius, ein Schüler und Mitarbeiter Karl-Friedrich Schinkels, entwarf und baute die Teufelsbrücke im Volkspark Klein Glienicke auf Geheiß des preußischen Prinzten Karl von Preußen im Jahre 1838 als Fußgängerbrücke. Nach der damaligen Mode baute er eine Ruine. Es war modern, einen Ausblick auf eine Ruine zu genießen, wie z.B. auch von den Kolonnaden des Schlosses Sanccouci aus. Wenn man keine hatte, bauten man sich zunächst die künstliche Schlucht an der Steilküste der Havel und dann die Teufelsbrücke.Die 2 1/2 Mauerwerksbögen bestehen aus Kalkstein, ebenso die Brüstung, die ebenfalls die Ruine symbolisierende Lücken aufwies. Die Brücke gehört zur Potsdamer Weltkulturerbe-Landschaft. Die etwas oberhalb gelegene neben der Töpferbrücke steht unter Denkmalsschutz.

Nachbau bis 1992 (Quelle SenBauWo 1991)

Nachbau bis 1992 (Quelle SenBauWo 1991)

So entstand statt der „ursprünglich gedachten“ vier Mauerwerksbögen nur eine Ruine mit drei Überbauten, davon zwei komplette Mauerwerksbögen und eine an den Ansatz des dritten Bogens angesetzte Holzbrücke, die scheinbar provisorisch die verblichenen zwei symmetrischen Bögen ersetzte. Die Brücke hatte ein Gefälle von beidseits 23 %.  Die  gesamte Länge beträgt 14,8 m  und der mittlere Pfeiler war ca. 8 m hoch. Die lichte Weite der Bögen betrug nur je etwa drei Meter. Dieser romantische Zeitgeist fand im Dritten Reich unter dem keine Zustimmung mehr. Im Streben nach überzogenen Perfektionismus, riss man das originale Teilprovisorium ab und baute eine ordentliche Mauerwerksbrücke aus vier Bögen.

Teufelsbrücke von Havelwegbrücke aus gesehen

Teufelsbrücke von Havelwegbrücke aus gesehen

Anfang der 1990ziger Jahre besann man sich der romantischen Tradition und baute 1992 zurück: zwei Mauerwerksbögen und die provisorische Ergänzung aus Holz. So stand die Brücke bis zum Herbst 2009. Heftige Regenfälle verstärkten den Wasserstrom in den künstlichen Kaskaden und müssen wohl heftig an den Fundamenten des mittleren Pfeilers genagt haben: Er brach ein. Das Technische Hilfswerk Potsdam konnte das Bauwerk provisorisch sichern. Mal sehen ob und wie sie rekonstruiert wird.

Holzbrückenteil von 1992

Holzbrückenteil von 1992

Unterspülungen von Brückenfundamenten (engl. Scour) ist eine Gefahr für Brücken über Wasserläufen. Bei stark strömenden Gewässern versucht man daher entweder die Strompfeiler zu vermeiden oder vorhandene Pfeilerfundamente zu verstärken, so wie es z.B. bei vielen alten Mauerwerksbrücken geschehen ist. Die dadurch verengte Durchflussbreite führt zu höheren Fließgeschwindigkeiten, woduch das Entstehen von Verwirbelungen hinter der Brücke verstärkt wird (s. Steinerne Brücke in Regensburg).

Quellen:

[1] aktuelle Medien im Herbst 2009, z.B. MAZ vom 16.10.09, zitiert am 24.10.09.

[2] Zahlen aus: Berliner Brücken, Katalog zur Ausstellung 1991 (SenBauWo Berlin, Okt.1991)

[3] wie man hinkommt unter berlin.de

Ueckermünde: Holzzugbrücke

15. Sep.2009 um 3:04 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Holzbrücken | 1 Kommentar
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Ziehbrücke über den Köhnschen Kanal

Ziehbrücke über den Köhnschen Kanal

Das Mittelfeld wird täglich einmal geöffnet

Das Mittelfeld wird täglich einmal geöffnet

Im Nordosten Deutschlands liegt in direkter Grenzlage zu Polen die Stadt Ueckermünde an der Uecker. Möchte man aus dem Haffstädtchen Ueckermünde auf dem Strandweg entlang zu Fuß oder auf dem Fahrrad zum Strand des Stettiner Haffs gelangen, so kommt man über eine idyllische Holzbrücke. Der Weg führt auch zur Lagunenstadt: Am Stettiner Haffs entstand ein Yachthafen mit 400 Liegeplätzen und über 200 Ferienwohnungen, die Lagunenstadt Ueckermünde.

Die Holzbrücke ist ein Neubau im alten Stil der alten zweihüftigen Zugbrücke aus dem 19. Jahrhundert, die Ückerbrücke, heute steht eine moderne Brücke an ihrer Stelle. Von den drei Feldern lässt sich das mittlere durch einen Kettenzugmechanismus öffnen.

Unterkonstruktion der kleinen Ziehbrücke

Unterkonstruktion der kleinen Zugbrücke

Täglich um 12:00 mittags wird die Brücke geöffnet und so können die Wassersportler vom Bootshafen Köhnscher Kanal oder Anlieger der nahegelegenen Gärten hindurchfahren (außer bei Regen) verkündet ein Schild an der Brücke.

Die Brücke steht auf Stahlpfeilern. Darauf ruht die Fahrbahnkonstruktion aus Holzbalken mit Beplankung.

Der nahegelegene Tierpark ist in diesem Jahr Korrenpondenzprojekt der Schweriner Bundesgartenschau 2009.[2]

Quellen:

[1] Ueckermünde, zitiert am 14.09.09

[2] Tierpark, zitiert am 14.09.09

Historisches Foto: Mit freundlicher Genehmigung der Stadt Ueckermünde

Zweihüftige Zugbrücke im Zuge der Ueckerstraße

Zweihüftige Zugbrücke im Zuge der Ueckerstraße im 19.Jh.

Eisenach: Historische Holzzugbrücke auf der Wartburg

02. Sep.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Holzbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Zugang zur Wartburg über eine Zugbrücke

Zugang zur Wartburg über eine Zugbrücke

Wartburg: Zugbrücke am Abend

Wartburg: Zugbrücke am Abend

Der Sage nach soll die Wartburg 1067 durch Ludwig den Springer gegründet worden sein. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1080. Bereits im 12. Jahrhundert, ungefähr ab 1155 entstand der erste Teil der Wartburg, der Palas, als Wohnsitz der Landgrafen. [1] Man gelangt über die kleine hölzerne Zugrücke auf dem Torweg durch das Torhaus in den Palas. Die Ketten (mit Foto von 1955) sind noch vorhanden und scheinen auch -von der Kettenführung im inneren des Torbogens her- noch komplett, obgleich die Brücke wohl nicht mehr geöffnet wird. Drei einfache schmucklose Vierkanthölzer bilden beidseits des Fahrweges das Geländer.

Der anschließende Torweg besteht aus aus drei Bögen besteht. Die beiden vorderen Bögen sind halbrund überwölbt und deren Basen, Pfeiler und Konsolen sind die ältesten sichtbaren Bauteile der Wartburg. Der hintere Pfeiler ist spitzbogig und ist aus dem Umbau im 15. Jahrhundert hervorgegangen. Im 19. Jahrhundert erfuhr das Torhaus seine erste große Umbauperiode, wobei das Rundbogenfenster und der Erker daraus entstanden sind. Der thüringische Wappenstein (unter den Fenstern) und die Rosette (über den Fenstern) stammten ursprünglich von anderen Bauwerken und wurden erst 1862 auf die Wartburg gebracht.[3]

Martin Luther, versteckt als Junker Jörg (auch Georg), übersetzte hier 1521-22 im Schutz Friedrichs, des Weisen das Neue Testament  in die Sprache des Volkes. Die neue Lutherbibel trug durch ihre zahlreicheVerbreitung, begünstigt durch Gutenbergs Neuerungen im Buchdruckgewerbe,  zur Entwicklung der deutschen Sprache bei. Luther wandte sich bei der Übersetzung sehr stark dem griechischen Urtext des Neuen Testaments zu.[4]

Die Wartburg ist ebenso mit dem Sängerkrieg, der heiligen Elisabeth und dem Fest der Burschenschaften 300 Jahre nach der Reformation verbunden. 1817, vier Jahre nach der Völkerschlacht zu Leipzig, feierten hier Studenten das legendäre Wartburgfest.

Die Wartburg bei Eisenach, Thüringen, wurde 1999 in die Welterbeliste aufgenommen als „ein hervorragendes Denkmal der feudalen Epoche in Mitteleuropa“. Sie ist „mit kulturellen Werten von universeller Bedeutung verknüpft“. [1]

Weitere Informationen für Touristen und Geschichtsinteressierte sind auf der Website der Wartburg zu finden.

Quellen:

[1] Welterbeliste, zitiert am 01.09.09

[2] Ernst Wrba: Bildschönes Weltkulturerbe Deutschland, Bruckmann-Verlag 2009.

[3] Rundgang durch die Wartburg, zitiert am 01.09.09

[4] Luther, zitiert am 01.09.09

Dresden: Zwingerbrücke

31. Jul.2009 um 3:19 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Holzbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Holzbrücke über den Zwingergraben

Holzbrücke über den Zwingergraben

Zwingerbrücke über den Zwingergraben

Zwingerbrücke über den Wall- bzw. Zwingergraben

Der Dresdner Zwinger ist der wichtigste Anziehungspunkt, der auch ohne den aberkannten Welterbetitel auch weiterhin die Touristen nach Dresden bringen wird.  Matthäus Daniel Pöppelmann erhielt 1710 von August dem Starken  (Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen) den Auftrag zum Bau der seitlichen Pavillons und des zentralen barocken Wallpavillions aus schwerem Sandstein als Umbauung seines Festplatzes. Der aus Westfalen stammende Pöppelmann lebte von 168o-1736 in Dresden und war der Baumeister von August dem Starken.

Der barocke Komplex diente bereits ab 1728 als Museum (Kurfürstlich-Königlichen Kunst- und Naturaliensammlungen).  Das ursprüngliche Konzept zur Erweiterung der barocken Anlagen blieb unvollendet.

Ansicht des Sandsteinwiderlagers an der Brücke

Ansicht des Sandsteinwiderlagers an der Wallbrücke

Erst 1852-1857 wurde der Zwingerinnenhof durch den Bau  der Gemäldegalerie geschlossen. Der Architekt der Gemäldegalerie war Gottfried Semper. Der Dresdner Zwinger wurde im zweiten Weltkrieg stark bombardiert und zerstört. 1951 war das Kronentor wiederaufgebaut. Bis 1967 war das gesamte Ensemble wieder komplett.[1]

Da Pöppelmann als Oberlandbaumeister des Königs auch Brücken (Nossen, Waldheim und Grimma) baute, wundert es, dass die Brücke nur als eine einfache Holzbrücke errichtet wurde. Jedoch zeigt ein Gemälde bei der dt. Fotothek (um 1850), dass sich zunächst eine kleine Parkanlage außerhalb des Zwingers ausbreitete.

Wikipedia: Kronentor um 1880

Wikipedia: Kronentor um 1880

Nach [3] wurde 1812 der Graben vor dem Kronentor verfüllt und die Brücke beseitigt. Alle weiteren Gemälde (z.B. auch Anfang XIX. Jh. zeigen Zwingergraben und Holzbrücke.Zwischen 1860 und 1890 gab es wiederum keinen Wallgraben, wie ein historisches Foto aus [3] zeigt.

Erstaunlich, dass diese so gar nicht zur barocken Architektur des Zwinger spassende dreifeldrige Holzbrücke auch wieder als Holzbrücke errichtet wurde und keine Sandsteinbogenbrücke ist, passend zum im Vordergrund erkennbaren Widerlager.

[1] Dresden und Sachsen, zitiert am 30.07.09

[2] Deutsche Fotothek, gesehen am 30.07.09

[3] de.Wikipedia/ Dresdner Zwinger, zitiert am 30.07.09

Fotos: ponton´s blog

Brücken auf Briefmarken: Rhein-Main-Donau-Kanal

04. Jun.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Briefmarken, Holzbrücken, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar
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Holzbrücke über den Rhein-Main-Donau-Kanal

Holzbrücke über den Rhein-Main-Donau-Kanal

Briefmarke zur Einweihing des Rhein-Main-Donau-Kanales

Deutsche Bundespost: Briefmarke zur Einweihung des Rhein-Main-Donau-Kanales 1992

Zur Eröffnung des Rhein-Main-Donau-Kanals gab die damalige Deutsche Bundespost 1992 eine Briefmarke mit der damals am weitesten spannenden hölzernen Brücke Europas bei Essing heraus.

Die harmonisch geschwungene Holzbrücke schwingt sich von Ufer zu Ufer und stützt sich an ihrem höchsten Punkt auf je zwei Holzstützen ab. Die Fußgänger- und Fahrradbrücke ist eine sogenannte Spannbandbrücke.

Auflager am höchsten Punkt der Brücke

Auflager am höchsten Punkt der Brücke

Neben der ungewöhnlichen Verwendung von Brettschichtholz als Spannband war die von 1978–1986 errichtete Brücke mit 190 m lange Zeit die längste Holzbrücke Europas, bis sie 2006 vom Drachenschwanz der BUGA in Ronneburg abgelöst wurde.

Der Entwurf der Brücke stammt von Richard Johann Dietrich, statische Berechnungen wurden von Heinz Brüninghoff und der Technischen Universität München durchgeführt, Modelle wurden angefertigt und unter anderem im Windkanal getestet.[1]

Die Brücke überspannt 31 m, 32 m, 74 m und 35 . Die Gesamtlänge beträgt 205 m. Der Gehweg ist 3,1 m breit. [2]

Quellen:

Fotos: K.OE, vielen Dank!

[1] Wikipedia/Holzbrücke bei Essing 02.06.09

[2] Ingenieurbüro Dietrich 02.06.09

Luzern (CH): Die Spreuerbrücke

23. Mrz.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in der Schweiz, EUROPA, Geschichte, Holzbrücken, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar
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Spreuerbrücke flussaufwärts geschaut

Spreuerbrücke flussaufwärts geschaut

Neben der berühmten Kapellbrücke, der längsten überdachten Holzbrücke Europas, gibt es noch eine zweite sehenswerte überdachte Holzbrücke in Luzern. Zunächst war sie ein Zugang zu den Mühlen auf der Insel mitten in der Reuss. Und nur von dieser untersten Brücke der Stadt durften im Mittelalter Spreu und Laub in die Reuss geschüttet werden. Daher leitet sich sicher der Name ab.

Die Spreuerbrücke ist sogar die ältere der beiden Brücken. Bereits seit dem 13. Jahrhundert überbrückte hier eine Brücke die Reuss zwischen dem Mühlenplatz und den Mühlen in Flussmitte. Die Fortsetzung zum linken Ufer (Pfistergasse = Bäckerviertel) wurde erst 1408 (als Teil der Stadtbefestigung) fertiggestellt. [2] Heute nutzen Luzerner und Touristen diese Brücke auf ihrem Rundgang durch die Stadt oder als kurzen Weg von Ufer zu Ufer.

Die heutige Brücke wurde 1566, nachdem das Original in den Fluten eines Hochwassers untergegangen war, wiedererrichtet, zusammen mit einem Kornhaus als Brückenkopf (der sogenannte «Herrenkeller»).

Eine Serie von historischen Totentanzbildern schmückt die Giebel der Spreuerbrücke. Die 67-teilige Totantanzbilderserie wurde zwischen 1626 und 1635 unter der Leitung des Malers Kaspar Meglinger gemalt. Von der Bilderanzahl her gilt der Zyklus als größer Totentanz Europas.

Die jüngere Hälfte der Spreuerbrücke beeindruckt durch ihre, für die damalige Zeit wohl eher außergewöhnliche, Tragkonstruktion. Während die rechtsseitige aus drei Überbauten mit zwei Strompfeilern bestehende Brücke durch Streben verstärkt ist, dominiert am späteren linksseitigen Bau ein sich auf den Widerlagern abstützender mehrschichtiger Brettschichtbogen die Seitenansicht. Im Scheitel stützt sich die Mitte der Überdachung scheinbar auf den Bogen.

Spreuerbrücke

Blick vom rechtsseitigen Überbau der Spreuerbrücke auf den linksseitigen

Quelle:
[1] Luzern Reiseführer (22.03.09)

[2] Wikipedia/Spreuerbrücke (22.03.09)

Infos zum Totentanz

Fotos: ponton

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