UK: 200 Jahre: Tickford Bridge (1810)

30. Mai.2010 um 2:29 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in UK, Eisenbrücken, EUROPA, Geschichte, Gusseisenbrücke, Verstärkung | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , ,
tickford bridge 2

Tickford Bridge von 1810, by Alan Simkins, geograph.org.uk, Creative Commons Lizence

Tickford Bridge während der Verstärkungsarbeiten

Tickford Bridge während der Verstärkungsarbeiten

Die Tickford bridge in Newport Pagnell, Buckinghamshire in England feiert in diesem Jahr ihren 200. Geburtstag. Sie ist eine der ältesten, wenn nicht gar DIE älteste, gusseisernen Brücken, über die auch heute noch der Verkehr rollt. Sechs gusseiserne Bögen überspannen die gut 18 m  den kleinen Fluss Ouzel (or Lovat).

Es gibt einen Disput darüber, ob nicht die nahegelegene Cound Arbour Bridge, in Shropshire (1797) die von Tomas Telford [4] gebaut worden ist, die älteste Brücke mit regelmäßigem Straßenverkehr sei. Diese hier hat aber wohl das deutlich höhere Verkehrsaufkommen. Ältere gusseiserne Brücken, wie die Hohe Brücke im Berlin-Charlottenburger Schlossgarten (1802) oder die Iron Bridge  über den Severn  (1779) oder ihre 1:4 Verkleinerung der Eisernen Brücke im Wörlitzer Park (1791), sind nur (noch) für den Fußgängerverkehr geöffnet.

tickford bridge 1

Sechs parallele gusseiserne Bögen

Geschichte

Die Tickford Bridge in Newport Pagnell wurde 1810 errichtet. Das Design der Tickford Bridge stammt von Thomas Wilson, sie wurde von Walkers of Rotherham gebaut. Vielleicht kann man an dieser Stelle erwähnen, dass kein geringerer als Thomas Paine, der Autor des Buches The rights of man (dt. Die Menschenrechte, 1791-92), mit einem Patent für das Design einer gusseisernen Brücke von 250 Fuß Spannweite und dem Bau eines Modellbogens bereits 1788, 20 Jahre vor dem Bau der Tickfordbrücke, auf sich aufmerksam machte.

Verstärkung

Um den gestiegenen Anforderungen zu genügen ist der Untergurt der Bögen mit Kohlefaserlamellen verstärkt worden. Maunsell Ltd., ein Ingenieurbüro für konstruktiven Ingenieurbau in Großbritannien, hatte 1999 empfohlen, dass die volle Straßenverkehrslast übernommen werden kann, wenn man die Brücke mit einem feucht (in Epoxy Adhäsiv) verlegten Kohlefaser-(Gelege)Sheet-System verstärkt würde.[2] Letztendlich kamen in enger Kooperation zwischen dem Auftraggeber, dem Milton Keynes Council, deren Consultants Maunsell and Sumitomo Corporation aus Japan und Topbond eine Methode zur Einhüllung der  gusseisernen Oberfläche, z.B. auch in den aussteifenden mit  (prepreg) Replark dem Gelege von Sumitomo, wobei ständig Proben zur Überprüfung des Materialverhaltens entnommen wurden. Insgesamt 14 Schichten wurden verlegt, die eine Gesamtdicke von nur einem Zentimeter erreichen.

Als die Kohlefaserverstärkung appliziert worden war, erhielt die Brücke einen neuen Anstrich und war bereit, wieder für den Verkehr geöffnet zu werden. Abschließende Tests bestätigten, dass die Brücke erfolgreich verstärkt worden war und den Verkehr bis zu einer Beanspruchung von 40 t pro Fahrzeug übernehmen kann.[2]

Es wäre interessant sich die Verstärkungen nunmehr einige Jahre nach der Verstärkungsmaßnahme im Hinblick auf die Dauerhaftigkeit anzusehen. Informationen wurden darüber nicht gefunden, was wohl ein gutes Zeichen ist.

Fotos:

Das erste Foto taucht an mehreren Stellen unter dem Bezug auf den Fotografen Alan Simkins auf, u.a. bei Wikipedia und geograph.org.uk.

Verstärkung: Brian, thank you.

Quellen:

[1] de.Wikipedia/Thomas Paine, zitiert am 30.05.10

[2] Plastic Highway Bridges, zitiert am 20.05.2010. Die Website zitierte wiederum aus: „Composite gives new life to bridge,“ Reinforced Plastics, 1999, 43, 10, Oct., 8.

[3] Rizkalla, Dawood, Shahawy: FRP for Transportation and Civil Engineering Infrastructure: Reality and Vision, Übersichtsartikel, gefunden am 28.05.10.

[4] Telfordsites.co.uk, zitiert am 30.05.10

[5] Externes Schwarz-Weiß Foto des Buckinghamshire County Council (2000), gefunden am 30.05,10

Themse Brücken London (UK): Chelsea Bridge (1858, 1937)

12. Mai.2010 um 3:06 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in UK, EUROPA, Geschichte, Stahlbrücke, Themsebrücken | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , , ,

ponton-Chelsea Bridge

Chelsea Brücke in London

ponton-ChelseaLaterne

Laternenschmuck auf der Chelsea Brücke

Weißgestrichene aus Stahlplatten zusammengenietete und auf den Strompfeilern gelenkig gelagerte Pylone tragen die Seilbündel der Chelsea Brücke im Zuge der Chealsea Bridge Road. Die Chelsea Brücke überbrückt die Themse zwischen dem Londoner Stadtteil Chelsea und dem Battersea Park. Im Hintergrund steht eine  achtgleisige Eisenbahnbrücke mit drei Strompfeilern, die eiserne Bögen tragen.

ponton-Chelsea BridgeImHintergrundModernLondon

Chelsea Brücke und im Hintergrund flussabwärts die moderne Skyline

Die Chelseabrücke ist eine genietete Hängebrücke, deren Bau 1851 nach einem Entwurf des Ingenieurs Thomas Page begann. Die Kunstvoll verzierte Brücke erhielt zunächst auf jeder Uferseite Zollhäuschen. Im Jahr 1879 wurde sie mautfrei.[1]

Obwohl sie den Namen niemals formal erhalten hatte, wurde sie in den ersten Jahren nach ihrer Eröffnung 1858 als Victoriabrücke bekannt.

ponton-ChelseaBridgeHängerbefestigungAnHängekabel

Chelsea Brücke: Hängerbefestigung am Hängekabel

Die Namensänderung wurde aus der Angst heraus, die Brücke wäre nicht sicher genug, vorgenommen. 1880 wurde eine zusätzliche Kette hinzugefügt. Vierzig Jahre später empfahl man die ursprüngliche Brücke komplett zu ersetzen.

Die Abrissarbeiten begannen 1935. Die neue Hängebrücke erhielt stärkere Fundamente, die sich auf den Granit unter dem Flussbett abstützen. Die sechsspurige Straßenbrücke wird von 37 galvanisierten Stahlkabeln getragen. Die Laternen sind mit goldene Galeonen dekoriert.

Da während des Baus Douglastannen aus Kanada verwendet wurden, eröffnete der damalige Premierminister von Kanada, W.L. Mackenzie King 1937 die Brücke.

Quellen:

Fotos: Charly, thank you!

[1] Chelsea Bridge London Tourist Information, zitiert am 11.05.10

Thames Bridges London: Albert Bridge (1872/1884)

02. Mai.2010 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in UK, Eisenbrücken, EUROPA, Geschichte, Themsebrücken | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , , ,

Portal der Albertbrücke vom gegenüberliegenden Ufer aus gesehen

Portal der Albertbrücke vom gegenüberliegenden Ufer aus gesehen

Die Albertbrücke überspannt die Themse vom Londoner Stadtteil Chelsea nach Battersea zwischen der  Chelsea Bridge im Zuge der Queenstown road, früher Victoria Bridge, im Osten und der benachbarten Batterseabrücke stromaufwärts. Im Original von 1872 [nach 2] war sie eine starre Hängebrücke. Im Jahr 1884 wurde die Brücke modernisiert und zur Schrägseil- (-kabel-)brücke umgebaut. Ein durchgehendes Kabel lässt vermuten, dass die Brücke eine seltene Kombination aus Hängebrücke, Schrägseil- und Balkenbrücke ist.

Portal vom Wasser aus

Portal vom Wasser aus

Sie ist 710 Fuß (216 m) lang, die mittlere Spannweite zwischen den Pylonen beträgt 400 Fuß (122 m), die Außenfelder sind je 155 Fuß lang. Nach dem 2. Weltkrieg hatte die Brücke mit dem gewachsenen Verkehrsaufkommen zu kämpfen und wurde dadurch fast zerstört. Die Öffentlichkeit protestierte und die Brücke konnte gerettet werden. Im Jahr 1973 wurden die Fundamente mit Betoverstärkungen versehen und die Brückenplatte durch eine leichtere Konstruktion ersetzt .

ponton-AlbertBridgeMitLaterne

ponton-AlbertBridgeOhneGleichschritt

Ohne Gleichschritt über die Brücke!

Danach konnte der Verkehr wieder über die Brücke rollen, wenn auch die Verkehrslast heute auf 2 t beschränkt ist. Die Albertbrücke ist eine der attraktivsten Brücken Londons mit antiken Laternen und Pagoden. [nach 1] Die Albertbrücke steht auf der nationalen Denkmalschutzliste Grade II*, also der Liste mit Bauwerken, die mehr als nur lokales Interesse betreffen. Die Brücke ist mit leuchtenden Farben angestrichen und nachts beleuchtet, wohl auch um der Schifffahrt den rechten Weg zu weisen [nach 2].

Ein Schild an der Brücke ruft alle Truppen auf,  die Brücke nicht im Gleichschritt zu überqueren. So sollen heftige Schwingungen, die u.U. mit der Frequenz der Brückeneigenschwingungen übereinstimmen könnten und sich dann „hochschaukeln“ könnten, vermieden werden.

Fotos: Charly, vielen Dank!

[1] London Tourist Information, zitiert am 1. Mai 2010
[2] en.Wikipedia/Albertbrücke, zitiert am 1. Mai 2010
ponton-AlbertBridgeNamenszug

London (UK): Blackfriars Railway Bridge (1886)

10. Apr.2010 um 9:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in UK, Eisenbrücken, EUROPA, Geschichte, Themsebrücken | 1 Kommentar
Schlagwörter: , , , , , , ,
ponton-Blackfriars Railway Bridge- nur die Pfeiler stehen noch

Blackfriars Railway Bridge- nur die Pfeiler stehen noch vor der der heutigen Eisenbahnbrücke über die Themse

ponton-Blackfriars Sanierungsarbeiten

Sanierungsarbeiten 2010 an der Blackfriars Railway Bridge

Die dekorativen Stützen der ersten Blackfriars Eisenbahnbrücke stehen noch. Die alte – nicht mehr vorhandene Eisenbahnbrücke war 1884 vom Architekten der parallel gerade entstehenden Straßenbrücke errichtet worden, reichte aber für die Belastungen aus dem Eisenbahnverkehr schon bald nicht mehr aus. Sie wurde 1985 gänzlich abgerissen.

Sie bekam daher die 1884-86 erbaute heutige Blackfriars Eisenbahnbrücke als Verstärkung daneben, die noch heute ihren Dienst so zuverlässig erfüllt, dass sich eine Sanierung lohnt (s. Foto vom Februar 2010) . An den Arbeiten war der Sohn des berühmten Eisenbrückenbauers Henry Mark Brunel beteiligt.

Unterkonstruktion Blackfriars

Untergurte der Blackfriars Railway Bridge hinter Holzbrettern versteckt

Leider kann die Unterkonstruktion nicht erkennen, da auf den Untergurten der Bögen derzeit  (vermutlich temporär während der Sanierungsarbeiten) Holzbretterverkleidungen verlegt wurden.

Die erste Brücke wurde seinerzeit erbaut, als die London, Chapham-Dover Railway die Genehmigung zur Verlängerung der Eisenbahn in die City of London erhielt. Die verbleibenden Stützen und eine am südlichen Ufer restaurierte Inschrift der London, Chapham, Dover Railways stehen unter Denkmalsschutz (Grade II: teilweise bedeutende Bauwerke mit mehr als nur lokaler Bedeutung).

Nun gibt es Pläne die Bahnsteige des 1964 stillgelegten Blackfriars Bahnhofes zu verlängern und teilweise als Plattformen auf die verbliebenen Stützen aufzulagern. [nach 1]

Referenzen:

Fotos: Charly, vielen Dank!

[1] en.Wikipedia/ Blackfriars Railway station.

[1]

London (Themsebrücke): Blackfriars Bridge (1869)

06. Apr.2010 um 10:59 pm | Veröffentlicht in Brücken in UK, Eisenbrücken, EUROPA, Themsebrücken | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , , , , ,
ponton-Ansicht der Blackfriasbrücke

Ansicht der Blackfriarsbrücke

ponton-Blackfrias-Aufschrift

Blackfriars Bridge: Aufschrift an der Brücke

Die Blachfriars-Bridge ist eine Straßen- und Fußgängerbrücke über die Themse in London.

Nach der London Bridge und der Westminster Bridge entstand an dieser Stelle 1769 die dritte Brücke über die Themse, damals noch als Natursteinbogenbrücke aus Portland-Gestein. Im italienischen Style überbrückte diese erste mautpflichtige Brücke aus neun semi-eliptischen Bögen die 303 m (995 Fuß) der Themse. Der Name wurde kurze  Zeit nach der  Einweihung, zunächst nach dem damaligen Premierminister  William Pitt Bridge benannt, dann in Blackfriars Bridge  nach der Blackfriars Monastery am Ufer der Brücke, einem Kloster, umbenannt.

ponton.Blackfriars Untersicht-detail

Unterkonstruktion des Bogens an der Blackfriars bridge

Nach 1833 wurden Reparaturmaßnahmen notwendig und auch bis 1840 vorgenommen, doch trotz alledem wurde ein Ersatzbau geplant. Genau 100 Jahre nach der Einweihung der ersten Brücke wurde im Jahr 1869 die heutige Brücke durch die damalige englische Königin Queen Victoria eröffnet.

Fünf schweißeiserne Bögen bildeten seit dieser Zeit die etwas kürzere (923 Fuß lange) Überbrückung der Themse. Sie wurden von Thomas Cubitt entworfen. Thomas Cubitt entwarf auch die Blackfriars railway bridge (erste Eisenbahnbrücke), die Hauptzufahrt zur Bahnstation Bahnhof Blackfriars, die ursprünglich St Paul’s Railway Bridge hieß und bereits 1864 eröffnet wurde.[nach 1]

ponton-Blackfriars

Blackfriars Straßenbrücke

Eine Geschichte machte 1982 die Runde: Der italienische, dem Vatikan nahestehende,  Banker namens Calvi  (Banco Ambrosiano) wurde tot unter der Blackfriarsbrücke aufgefunden. Nur zwei Tage nach seinem Eintreffen in London mit falschem Pass.[2] Bereits 1984 wurde die erste Blackfriars Eisenabhnbrücke abgerissen, nur die Pfeiler stehen seitdem noch in der Themse. Parallel zu den Pfeilern steht eine weitere Eisenbahnbrücke, die den Eisenbahnverkehr schon zu Zeiten der alten Blackfriarsbrücke trug, denn diese war zu schwach bemessen.

ponton: Blackfriars Bridge- Im Hintergrund die Waterloo Bridge

Blackfriars Bridge- Im Hintergrund die Waterloo Bridge

Quellen:

Fotos: Charly, vielen Dank!

[1] en.wikipedia, zitiert am 06.04.10

[2] bbc vom 19. April 2002, zitiert 06.04.10.

London: Westminster Bridge (1862)

27. Mrz.2010 um 1:42 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in UK, Eisenbrücken, Geschichte, Sanierung, Stahlbrücke, Themsebrücken | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , , ,
ponton-Blick auf die Westminster Bridge mit Big Ben

Blick auf die Westminster Bridge mit Big Ben

Die berühmte Westminster Abbey mit Big Ben am südlichen Themseufer

Die berühmte Westminster Abbey mit Big Ben am südlichen Themseufer

Bis 1739 gab es nur eine Themsebrücke in London, bis die erste Westminsterbrücke (1739-1750) gebaut wurde. Die erste Westminster Bridge bestand aus 15 Natursteinbögen, wie man auf einem Gemälde von Canaletto zählen kann.[1]

Die Westminster Brücke verbindet als Straßenbrücke die City of Westminster (Middlesex Ufer) auf der Westseite mit dem Stadtteil Lambeth (Surrey Ufer) auf der Ostseite. Die Westminster Brücke war niemals eine bewohnte Brücke.

Damals gab es zwar schon einen Turm, doch der Westminster Palace mit dem berühmten Uhrturm (der den Big Ben, die größte Glocke in sich birgt) im Neogotischen Stil enstand erst nachdem der alte Palast 1835 abgebrannt war. [1] Die Türme der Westminster Abbey wurden 1745 fertiggestellt.

ponton-Westminster Bridge-Strompfeiler

Strompfeiler der Westminster Bridge mit dreiarmiger Laterne

Ein Gemälde von J.M.W Turner bei [2] zeigt die brennende Uferbebauung (Houses of Lords and Commons) neben der steinernen Bogenbrücke. Durch die Westminster Brücke erlebte die  Region Surrey-Ufer einen deutlichen Aufschwung.

Die Wartungskosten für die alte Natursteinbrücke wurden nach etwa 100 Jahren Mitte des 19 Jahrhunderts zu hoch und so wurde die alte Brücke 1862 ersetzt.Die Ersatzkonstrucktion ist die heutige 252 m lange (826.8 ft) und 26 m breite sieben-bogige schweißeiserne Brücke. Die gothischen Details wurden vom Architekten des Westminster Palastes Charles Barry gestaltet.[2]

Westminster Bridge-vom Westminster Ufer

Westminster Bridge-vom Westminster Ufer aus gesehen

[3] berichtet von einigen Rissen in den eisernen Rippen, die 1924 ersetzt werden mussten. 2005-2007 wurde die Westminster Brücke nach fast 150 Jahren saniert. Wegen der starken Schädigung wurden alte Eisenträger bei Beibehaltung der ursprünglichen Gestaltung durch moderne Brückenstähle und Gussstahl ausgetauscht.  Die Stirnträger wurden aus modernem Gussstahl gefertigt. Die ausführende Firma war Interserve. 14 selbsttragende gusseiserne Stirnträger, die über die Jahre durch thermische Beanspruchungen und Schiffsanprall in Mitleidenschaft gezogen worden waren, wurden ausgestauscht [4]

Die Sanierungsarbeiten wurden ohne Verkehrsunterbrechungen durchgeführt, weder auf noch unter der Brücke der Schiffsverkehr auf der Themse. Das wurde durch eine innovative Strategie der  weitgehenden Vorfertigung außerhalb der Brücke und Trägertransport m.H. eines 110 t-Schwimmkranes erreicht.[4] Die Westminster Brücke erhielt einen kompletten neuen Anstrich im traditionallen Grün.

Quellen:

Fotosd: Charly, vielen Dank!

[1] en.Wikipedia/ Westminster Bridge, zitiert am 27.03.10.

[2] Answers/Westminster Bridge, zitiert am 27.03.10.

[3] UK Tours, zitiert am 27.03.10.

[4] Interserve., zitiert am 27.03.10.

London (UK): London Bridge (1973)

24. Mrz.2010 um 11:29 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in UK, Geschichte, Mauerwerksbrücke, Spannbetonbrücke, Stahlbetonbrücken, Themsebrücken | 1 Kommentar
Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

ponton-London_bridge

Die heutige Modern London Bridge über die Themse

ponton-Londonbridge-Am Abend

(Modern) London Bridge am Abend

Die älteste Brücke in London war die Old London Bridge, eine alte Steinbogenbrücke aus 19 Steinbögen und einer Zugbrücke. Sie war nicht nur die älteste Brücke Londons über die Themse sondern sie hatte bislang auch die längste Lebensdauer. Über 600 Jahre, so berichtet man im Museum of London und im British Museum, betrug die Geschichte der Old London Bridge bis sie 1831 entgültig abgerissen wurde.

Sie wurde irgendwann zwischen 1176 und 1206 von Peter, dem Kaplan der St. Mary Cole Kirche gebaut und verband seitdem die City of London mit Southwark. Bis 1739 zum Bau der Westminsterbrücke blieb sie die einzige Londoner Brücke.

ponton-Strompfeiler Londonbridge

Strompfeiler der (Modern) London Bridge mit den Spuren der Gezeiten

Bereits zu Beginn gab es eine Kirche mitten auf der Brücke: die Kapelle des Hl. Thomas von Canterbury. Jeder Bogen hatte seinen Namen, vom Surrey oder Shore-Lock, Kapellen-Lock, Long-Lock, usw. bis zum London-Shore.

Die Evolution der Old London Bridge vollzog sich in sieben Phasen. Während der ersten sechs Phasen von 1209 bis 1758 war die Brücke multifunktional, vollgebaut mit Geschäften Wohnhäusern und ab 1710 sogar mit Wasser getriebenen Getreidemmühlen versehen, die jedoch vom Parlament 1722 bereits wieder verboten wurden. Die Brücke der siebenten Phase (1762-1831) war keine bewohnte Brücke (living bridge) mehr, der mittlere Bogen überspannte von nun an zwei Felder, die Breite der Brücke wurde mehr als verdoppelt. [nach 1 und 3]

Von 1823-31 baute Sir John Rennie eine Ersatzbrücke mit fünf großen Natursteinbögen etwas stromaufwärts gebaut. Die Natursteinbrücke von 1831 wurde 1967 abgetragen, verkauft und in Lake Havasu City, USA, als eine Touristen-Attraction wieder aufgebaut. Dafür wurde eine Stahlbetonbrücke mit dem Naturstein der Neuen London Bridge aus dem Dartmoor verkleidet. Den Lake Havasu durchfließt der Colorado.

London_Bridge,_Lake_Havasu,_Arizona,_2003

(New) London Bridge von 1831 jetzt in Lake Havasu City/ USA/Arizona- photo credit is given to Aran Johnson

ponton-Londonbridge Schild

London Bridge

Die heutige dreifeldrige Moderne Londonbrücke wurde 1973 dem Verkehr übergeben.[2] Sie besteht aus drei Feldern mit je vier parallelen entsprechend dem Verlauf der Spannungen gevouteten Spannbetonbrücken. Die Bauhöhe ist somit über den Strompfeilern am größsten. Strompfeiler bergen auch immer Gefahren in sich: Unterspülungen der Fundamente und , so wie es 1984 geschehen ist, Schiffsanprall. Mit zunehmender Größe und Geschwindigkeit der Schiffe steigt auch die potentielle Anpralllast. Die Brücke musste saniert werden.

London Bridge

London Bridge

Am Remembrance Day 2004, wurden verschiedene Brücken in London für einen Nachtflug alter Kriegsflugzeuge mit roter Beleuchtung geschmückt. Die London Bridge ist die einzige Brücke deren Beleuchtung nicht hinterher abgenommen wurde sondern deren Lichter allabendlich wieder  angeschaltet werden.[3]

ponton-London_bridge-Mittelfeld2Leseempfehlung: Living Bridges [1]

Quellen:

Fotos der heutigen London Bridge: Charly, Vielen Dank!

Fotos der Natursteinbogenbrücke von 1831: photo credit is given to Aran Johnson

[1] Living Bridges (1996): Inhabited Bridges, Past, Present and Future, ed. by Peter Murray and Mary-Ann Stevens, Prestel-Verlag,  ISBN: 3-7913-1734-2

[2] London´s Bridges, zitiert am 24.03-2010.

[3] Answers/London Bridge, zitiert am 24.03-2010.

London (Themse): Millenium Bridge (2000/2002)

21. Mrz.2010 um 9:04 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in UK, EUROPA, Sanierung, Stahlbrücke, Themsebrücken | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , , , ,

Blick zur Milleniumbrücke über die Themse

Blick zur Milleniumbrücke über die Themse

Brückenpfeiler der Milleniumbrücke

Brückenpfeiler der Milleniumbrücke

Schlank überbrückt die Millenium Bridge die 325 m breite Themse in London, um den Fußgängern einen kurzen Weg von der City of London nahe St. Paul’s Cathedral zur Modern Tate Galery auf der Bank Seite zu bieten.[1] Sie wurde im Jahr 2000 als reine Fußgängerbrücke eröffnet. Ebenso wie die im Jahr zuvor eröffnete Seinebrücke ist die Milleniumbrücke eine reine Fußgängerbrücke aus Stahl. Ein Consortium aus Arup, Engineers, dem Architekten Foster and Partners und Sir Anthony Caro, Sculptor gewann den Architektenwettbewerb für die leichte Fußgängerbrücke.[nach 1]

Je vier hoch vorgespannte Kabel auf jeder Seite der Brücke  spannen can 2,3 m oberhalb des 144 m langen mitteleren Feldes zwischen den beiden Strompfeilern. Die Überhöhung beträgt 63:1. Das ist etwa 6 Mal flacher als bei konventionellen Hängebrücken.[nach 1]

Seitliche Spannkabel mit nur geringer Überhöhung

Seitliche Spannkabel mit nur geringer Überhöhung

Die vorgespannten Kabel sind in den Widerlagern verankert und durch seitliche Streben auf den Strompfeiler rechts und links der Fußgängerplatte abgespreizt. Alle acht Meter befindet sich eine weitere Halterung für die Seile, die sich am leichten Fußweg abstützt.

Auch die Millenium bridge musste wie die Passerelle Léopold-Sédar-Senghor (1999) über die Seine kurz nach ihrer Eröffnung wieder geschlossen werden. Die Fußgänger verursachten auf beiden superleichten Brücken gleichartige Beschwerden. Schritte bewirkten Schwingungen in Querrichtung der Brücke, die sich gefährlich aufschaukeln konnten.

Millenium bridge: Blick zur Tate Modern

Millenium bridge: Blick zur Tate Modern

Bei Arup wird das Phänomen der horizontalen Anregung unter „Challange“ sehr anschaulich beschrieben. Bei einer geringen Anzahl von Fußgängern bleibt die laterale horizontale Anregung unterhalb der Dämpfungseigenschaft. Bei einem starken Anstieg auf n-Fußgänger kann die horizontale Anregung von n  x 25 N die für die Brücke typischen Dämpfungsparameter übersteigen. Die Eigenfrequenz in Querrichtung von langspannenden Brücken sinkt nach [2] bis unter 1 Hz. 1 Hz entsprich einer Schwingung pro Sekunde und bewegt sich so im Bereich der Schrittfrequenz. Die Milleniumbrücke musste wieder geschlossen werden und erlebte 2002 nach dem Einbau zusätzlicher Dämpfer eine neue Eröffnung.

Weiterführende Literatur, z.B.: The Structural Engineer 2001

Quellen:

Fotos: Charly, great photographs, thank you!

[1] Arup, zitiert am 21.03.2010

[2] The Structural Engineer Volume 79/No 22, 20 November 2001.

UK: Ravenglass Viadukt (1875)

13. Dez.2009 um 8:32 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in UK, Eisenbrücken, Geschichte, Sanierung | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , , , , , , ,
ponton-NR-Ravenglass1

Großbritannien: Ravenglass viaduct- Sanierung der Eisenbahnbrücke i.A. von Network Rail

Ravenglassviadukt: Klemmverbindung

Ravenglassviadukt: Klemmverbindung

2007 ließ die britische Bahn  den Ravenglass Viadukt sanieren. Der Ravenglass Viadukt befindet sich im Mündungsgebiet mehrerer kleiner Flüsschen, überbrückt den Mite Fluss im South-West Lakeland. Außerdem gibt es den Esk River, den ebenfalls ein alter Viadukt überbrückt. Neben der Grundsanierung der alten Stahlkonstruktion wurde der Belag des Fußweges erneuert und mit Klemmverbindung an der Unterkonstruktion angebunden.[1]

Der Ravenglassviadukt befindet sich in der touristisch interessanten Gegend an der Cumbrischen Küste im Nordwesten Englands. Die aggressiven salzigen Nebel von der vorgelagerten Meeresküste und die Gezeiten ziehen bis an den Viadukt und greifen das Material an. Trotzdem hat das alte Eisen der Hauptträger die Umwelteinflüsse so gut überstanden, dass für den Bahnnetzbetreiber Network Rail eine Sanierung lohnenswert war. Sie konnten erhalten werden. Epoxidharzgebundene Glassfasergitter bilden nun den Fussweg parallel zur Bahnbrücke.[1]

Neue Fusswegbeplankung

Ravenglass-Viadukt: Neue Fusswegbeplankung

Der King John gab Ravenglass bereits im Jahr 1208 das Marktrecht. Davor waren bereits die Römer in dieser Gegend. In der Nähe von Ravenglass gibt es viele Sehenswürdigkeiten von der Nordgrenze des Römischen Reiches, z.B. die höchsten römischen Mauern in England. Außerdem ist die Küste von Burgh-by-Sands bis Ravenglass  Teil der Hadrian’s Wall Welterbelandschaft der UNESCO seit 1987 [2]. Der Hadrians Wall wurde von 122 – 128 vom römischen Kaiser Hadrian in Auftrag gegeben. Der Hadrianswall ist 73 Meilen (117km) lang und 15ft (5m) hoch. Die römische Herrschaft endete im Jahr 410.[1]

Heute ist der Ort Heimstatt der Eisenbahnen von Ravenglass und Eskdale, ‚La’al Ratty‘, mit dem Bahnhof, Werkstätten, dem Pub und Museum. Im Museum lernt der Besucher die Geschichte und die Bedeutung der Eisenbahn für die Region kennen. Zahlreiche historische Loks sind sicher sehenwert, besonders für den Eisenbahnliebhaber.

Ravenglas-Viadukt

Die Eisenbahngleise mit einer Spurweite von drei Fuß wurden 1875 von der Whitehavener Eisenerzminen gebaut, um das Erz von Nab Gill, sieben Meilen entfernt zur Dampfeisenbahn von Ravenglass zu bringen. Die Tickets für Personenbeförderung trug en dazu bei, die Eisenbahn auch weiterzubetreiben, als die Minen 1882 geschlossen werden mussten. Bedauerlicher Weise, wurde der Eisenbahnbetrieb 1913 zunächst eingestellt, jedoch schnell wieder eröffnet als Gleis mit 15 -Zoll Spurweite (nach [3] die älteste 15″ Spur der Welt), um beide Aufgaben zu übernehmen: Passagierverkehr und Granittransport von Beckfoot quarry. 1960 übernahm der Denkmalsschutz den Betrieb der Eisenbahn und führt jetzt  Fahrten durch die sehenswerte Landschaft für Besucher und Einheimische durch, sogar noch mit Dampfeisenbahnen oder auch Dieselloks.

Quellen:

[1] Die Cumbrische Küste, Website, 09.12.09

[2] UNESCO Welterbe, zitiert am 12.012.09

[3] Eliot Andersen zur Geschichte der North-Western Railways,

Fotos: Brian, thank you!!

Eynsham: Historische Brücke von 1769 verkauft

06. Dez.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in UK, Geschichte, Mauerwerksbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , ,

Im Mai dieses Jahres wurde die historische Mauerwerksbrücke von Eynsham, die Swinford Tollbridge zum Verkauf angeboten. Ursprünglich wollte man 1,6 Millionen Pfund erzielen, doch verkauft wurde sie nun für nur 1,08 Millionen Pfund [2], so wurde am 3.Oktober 2009 gemeldet.

Die Bewohner von Eynsham sind enttäuscht. Viel zu wenig hat der Verkauf gebracht und für diesen Preis hätte die Gemeinde selbst mitbieten sollen. Der jährliche Erlös aus der hoch frequentierten Mautbrücke beträgt 190 Tausend Pfund. So um 400 000 Fahrzeuge überqueren die Brücke monatlich[1] und jeder muss ein 5 pence zahlen, LKW´s 50 p. Das macht die Brücke zum Mauthimmel.[2] Der erfolgreiche Käufer war bei der Versteigerung nicht dabei, man kennt ihn nicht.

Die Swinford Mautbrücke liegt etwa eine halbe Meile vor Eynsham, etwa auf halbem Weg zwischen London und Glocester. Sie wurde im Goldenen Zeitalter im Georgianischen archtektonischen Stil  als eine der feinsten Brücken über die Themse gebaut. Sie entstand in der Zeit, als der Turnpike (Gebührenpflichtige Straße) Trust Schnellstraßen für Kutschen baute. Man nahm Brückenzoll, damit sich die Brücke refinanzierte und man selbst einigen Gewinn machen konnte.

König Georg III selbst hatte damals verfügt, eine Brücke über die Themse zu bauen und dass jedes Fahrzeug, das über die Brücke fährt – so wie er es auch für die Nutzung der früheren Fähre getan hätte- Brückenzoll zahlen müsse: “his Heirs and Assigns for ever”.

Der Earl von Abingdon, der Ländereien an beiden Ufern der Themse besaß übernahm bei diesen randbedingungen die Kosten für die Brücke in der Hoffnung die Kosten würden sich amortisieren. Die Steigerung von 24 Kutschen pro Tag bis auf den heutigen Verkehr waren damals nicht abzusehen. Der Akt des Königs beinhaltet auch, dass die Einnahmen einkommenssteuerfrei sein sollten und nur die Bodensteuer zu zahlen sei. Das gilt nach [1] bis heute.

Quellen:

[1] Website von Eynsham mit Bildern der Mautbrücke, zitiert am 4.12.09

[2] Oxfordmail vom 3.12.09

Nächste Seite »

Bloggen auf WordPress.com.
Entries und Kommentare feeds.