Teltowkanal TEK 25,3 : A100 Abfahrt Gradestr. (1980)

15. Mai.2010 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Spannbetonbrücke, Stahlbrücke, Teltowkanalbrücken | 3 Kommentare
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ponton-Autobahn Abzweig Gradestr.

Überführung des Abzweiges der A100 Richtung Gradestraße über den Teltowkanal

ponton-A102 über den Teltowkanal

Autobahnauffahrt auf die A100 aus Neukölln

Mehrere Autobahnbrücken überbrücken zwischen TEK 25,23 und TEK 25,18 den 1906 eröffneten Teltowkanal in Berlin. Sie gehören zum Teil zum Abzweig Neukölln, zur Auf- und Ausfahrt zur Gradestraße. Bevor der Tunnel Neukölln fertig gestellt war, endete hier die Autobahn, die inzwischen Berlin direkt mit dem Schönefelder Kreuz verbindet.

Eine Brücke jedoch ist ungenutzt. Die Autobahnbrücken wurden 1980 gebaut und waren Teil eines Konzepts, das nach 1990 nicht mehr weitergeführt wurde. So endet die östlichste  der drei Autobahnbrücken im Nichts.

Unter den drei Stahlbetonhbrücken, von denen die mittlere von einem Stahlfachwerkträger und die äußeren von Stahlbetonhohlkästen (i.d.R. Spannbeton) getragen werden, überführt eine alte Stahlfachwerkbrücke den Teltowkanal.

ponton TEK 25,23

Ende der Autobahn an der A102

Die östliche Brücke endet nach einer weitgespannten Kurve.  Der gedachte Radius reicht wohl nicht aus, um eine sicher Zufahrt in den Tunnel Neuköln zu gewährleisten. Der Zugang auf die plötzlich endende Brücke ist durch den hohlen Endpfeiler im Prinzip möglich, jedoch versperrt. Alle Brückenlager stützen die durchlaufenden Fahrbahnträger punktförmig. Plexiglas schützt die Lager vor dem Zugriff Unbefugter sowie vor Wind und Wetter.

Messung von Lagerverschiebung hinter Schutzscheibe

Messung von Lagerverschiebung hinter Schutzscheibe

Unterhalb der Autobahn steht eine Stahlfachwerkbrücke, die so genannte NME-Brücke der Neukölln Mittenwalder Eisenbahn. Die NME ist fast vollständig in Familienbesitz. Seit 1903 gelangten Sand und Kies auf diesem Weg in die Stadt und der Müll aus der Stadt nach Brandenburg. Nach [1] wurde die Brücke von der deutschen Wehrmacht am Ende des zweiten Weltkrieges am 22. April 1945 gesprengt.

ponton-TEK 25,21

unter der Autobahnbrücke fährt die Eisenbahn (re. unten)

Die sowjetische Militär Kommandantur ließ die Brücke schnell wieder aufbauen, denn sie wurde für die Ver- und Emtsorgung der Stadt gebraucht:  und am 17.Mai 1945 fuhren gemäß [1] die Züge zwischen Neukölln und Mittenwalde. Das war auch gut so, denn dank eines 5 km langen Anschlussgleises von 1936 zum Flughafen Tempelhof war die Brücke – so die Ironie der Geschichte – unverzichtbar während der Berliner Blockade vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949, also bevor die DDR gegründet wurde (7. Oktober 1949).

Während des Baus der Autobahn Tempelhof- Britz und weiterer großer Bauvorhaben in Berlin war die NME ausgelastet.

Die NME verfügt heute über 21 Kilometer Gleise, beschäftigt 27 Mitarbeiter und leistet mit sechs Lokomotiven Transporte von einer Million Tonnen. [1]

Quellen:

[1] Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin, zitiert am 14.05.2010

Teltowkanal TEK km 21,4: S-Bahnbrücke

26. Mrz.2010 um 11:21 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Stahlbrücke, Teltowkanalbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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S-Bahnbrücke zwischen Attilastraße und Mariendorf
S-Bahnbrücke zwischen Attilastraße und Mariendorf

ponton S-Bahnbrücke nach Mariendorf-Geländer
Geländer der S-Bahnbrücke nach Mariendorf über den teltowkanal

Eine moderne stählerne Fachwerkbrücke mit offensichtlich großer Bauhöhe überbrückt den Teltowkanal bei km 21,4 [1] zwischen der Lankwitz-Mariendorfer Fußgängerbrücke und der Sieversbrücke unweit des S-Bahnhofes Attilastraße. Es handelt sich um eine Brücke mit obenliegender Fahrbahn. In der Untergurtebene befindet sich ein Wartungsgang für Inspekteure.

Zwei parallele Überbauten überspannen den Teltowkanal. Der parallel verlaufende Fußgängerweg wird von zwei Hohlkastenträgern aus Stahl überbrückt.

ponton: Fusswegüberbrückung aus riesigen Hohlkästen
Fusswegüberbrückung aus riesigen Stahlhohlkästen

Jeder Überbau trägt nur ein S-Bahngleis. Parallel dazu befindet sich auf den alten massiven Widerlagern das ehemalige Auflager eines weiteren Überbaus nördlich der beiden vorhandenen S-Bahn-Überbauten.

Quellen:

Fotos: ponton´s Blog

[1] Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin, zitiert am 09.02.10.

Teltowkanal TEK km 21,44: Lankwitz-Mariendorfer Brücke

12. Feb.2010 um 10:08 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Stahlbrücke, Teltowkanalbrücken | 1 Kommentar
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Mariendorfer Brücke-Fußgängerbrücke über den Teltowkanal

Mariendorfer Brücke-Fußgängerbrücke über den Teltowkanal

ponton-Mariendorfer Brücke

Holzbelag auf der Mariendorfer Fußgängerbrücke

Die Lankwitz-Mariendorfer Brücke überbrückt den Teltowkanal in Berlin-Tempelhof zwischen einer Eisenbahn- und S-Bahnbrücke in der Nähe des S-Bahnhofes Attilastraße und der Teubertbrücke im Zuge der Ringstraße bei Kilometer TEK 21,44 [1] als Fuß-und Radfahrbrücke.

Sie führt einen Weg der den S-Bahnhof Attilastraße parallel zum Bahndamm durch eine Kleingartenanlage mit der Lankwitzer Straße verbindet. Der  Bogen bildet ein filigranes Fachwerk. Horizontale Hänger tragen den mit Holz beplankten Fußweg.Die Profile zeigen die Aufschrift des Stahlherstellers Königshütte. Mit Königshütte  O/S ist wohl eher nicht die Ortschaft Königshütte im Harz gemeint, sondern das oberschlesische Königshütte im schlesischen Kohle- und Eisendistrikt bei Oppeln (heute Opole). In beiden Orten gibt es übrigens eine Jahrhunderte zurückreichende Hüttengeschichte

ponton-Bogenträger mit Aufschrift des Herstellers Königshütte

Bogenträger mit Aufschrift des Herstellers Königshütte o/s

Die Aufschrift enthält weiterhin die Information NP16, d.h. es handelt sich um ein Normalprofil mit 160 mm Profilhöhe.

Nach [1] liegt der Bezugspegel des Teltowkanals liegt im Mittel bei 32,37 m über NN [1]. D.h. in Berlin sind wir vorerst sicher, der Meeresspiegel liegt noch über 30 m niedriger…

Quellen:

[1] Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin, zitiert am 09.02.10.

ponton-Fachwerkbogen der Fußgängerbrücke mit Inschrift Königshütte o/s

Fachwerkbogen der Fußgängerbrücke mit Inschrift Königshütte o/s

Teltowkanal Tek km 23,21: Stubenrauchbrücke (1961)

09. Feb.2010 um 9:29 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Geschichte, Spannbetonbrücke, Teltowkanalbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Neue Uferbefestigung an der Stubenrauchbrücke, im Hintergrund das Ullsteinhaus

Die Stubenrauchbrücke im Zuge des Tempelhofer Damms in Berlin-Tempelhof ist gleichzeitig eine U-Bahnbrücke im Hohlkasten und eine Straßenbrücke. Die Stubenrauchbrücke liegt neben dem ursprünglichen Hafen Tempelhof am Teltowkanal. Auf der Brücke endet der Tempelhofer Damm und geht nach Süden hin in den Mariendorfer Damm über. 1961 wurde sie errichtet.

Seit 1966 fährt die Berliner U-Bahn-Linie U6 nach Mariendorf im Hohlkasten der Brücke. Der U-Bahnhof Ullsteinstraße liegt sogar teilweise im Hohlkasten der Brücke. Auf beiden Seiten der Brücke gibt es Zugänge zum Bahnsteig. Neben je drei Fahrspuren gibt es , wie auf dem Bild zu sehen, auch je eine Parkspur auf der Brücke.

Damals, zu Zeiten vor der Gründung Groß-Berlins, also vor 192o, gehörte Tempelhof noch zum Landkreis Teltow. Tempelhof wurde in das entstehende Groß-Berlin integriert. Teltow selbst trat dann Groß-Berlin nicht bei.

Dadurch ergaben sich einige Kuriositäten. Z.B. wurden Investitionen wie der Tempelhofer Hafen damit Eigentum von Teltow, das überging in das Eigentum von drei Kreisen in der DDR. Inzwischen ist Berlin Eigentümer der Immobilie, Hafenbetrieb gibt es jedoch nicht mehr.  Ein Einkaufszentrum am Ufer des Teltowkanals trägt heute den Namen Tempelhofer Hafen.

Wer sich wundert, ob er den Namen Stubenrauchbrücke eventuell schon einmal im Zusammenhang mit einer Spreebrücke und Köpenick/ Treptow gehört hat, hat recht. Der ehemalige Landrat von Teltow, Ernst von Stubenrauch initiierte vor 1906 den Bau des Teltowkanals. Bereits 1908 wurde eine Stahlbrücke über die Spree nach ihm benannt.

Quellen:

[1] Tempelhofer Hafen, zitiert am 1.12.2011.

Teltowkanal km: Teubertbrücke (1958)

09. Dez.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Geschichte, Stahlbrücke, Teltowkanalbrücken | 3 Kommentare
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Geländerdetail der Teubertbrücke über den Teltowkanal

Teubertbrücke von der stromabwärts gelegenen Fußgängerbrücke aus gesehen

Die Teubertbrücke überführt die Ringstraße bei (Tek) km 21,7 über den Teltowkanal. Die meisten Teltowkanlbrücken sind beim Rückzug der deutschen Wehrmacht zerstört worden, um die vorrückenden sowietischen Truppen zu stoppen.

Man kann also davon ausgehen, dass viele der Teltowkanalbrücken gehoben wurden und die zerstörten Träger, so wie bei der Vorgängerbrücke der heutigen provisorischen Knesebeckbrücke repariert wurden. Man kann bei näherem Hinschauen und tiefer gehenden Materialuntersuchungen Unterschiede bei den Materialien (unberuhigter / Beruhigter Flusssstahl) erkennen.

Teubertbrücke Auflager am östlichen Ufer des Teltowkanals

Die genietete  parallelgurtige Stahlfachwerkbrücke besteht aus vier Hauptträgern mit Streben ( Diagonalen) und Pfosten. Die Fahrbahnkonstruktion liegt auf den Obergurten der Fachwerkträger auf – es handelt sich also um eine obenliegende Fahrbahn.

Nach Auskunft der Landesdenkmalliste wurde die  Teubertbrücke 1904-05 von Christian Havestadt und Max Contag, 1958, gebaut. [1] Havestadt und Contag waren ein nicht nur in Deutschland aktives Ingenieurbüro, die u.a. Aufträge der Reichsbank und am Teltowkanal erhielten. Die schönen Geländer sind, wie es für den Jugendstil typisch war, mit floralen natürlichen Mustern gestaltet.

Blick von der Teubertbrücke Kanalabwärts (ehemaliger GASAG-Hafen?)

Damals, also vor 192o gehörte Tempelhof noch zum Landkreis Teltow. Teltow selbst trat Berlin nicht bei. Dadurch ergaben sich einige Kuriositäten. Z.B. wurden Investitionen wie der Tempelhofer Hafen (nahe der Stubenrauchbrücke) damit Eigentum von Teltow, das überging in das Eigentum von drei Kreisen in der DDR. Inzwischen sind die Verhältnisse geregelt und Berlin ist zuständig für Erhalt und Wartung.

Quellen:

[1] Stadtentwicklung Berlin:, Landesdenkmalliste, 21.11.09

Teltowkanal km 23,96: Colditzbrücke (1958)

21. Nov.2009 um 8:26 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Geschichte, Sanierung, Teltowkanalbrücken, Wartung | Hinterlasse einen Kommentar
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Colditzbrücke über den Teltowkanal

Sanierungsarbeiten an den Fahrbahnübergangsfugen 2009

1958 wurde auch hier eine Brücke an der Stelle der am Kriegsende 1945 zerstörten Vorgängerbrücke erbaut. Der Name wurde gändert und bezieht sich seit dem Neubau 1958 auf das sächsische Colditz. Ausführende Firma ist die Wayss und Freytag AG gewesen Die Bogenbrücke mit aufgeständerter Fahrbahn verbindet Ordensmeisterstraße und Volkmarstraße bzw. Ullsteinstraße in Tempelhof.

2009 wurde die Fahrbahnfuge erneuert.  Jetzt fließt der Verkehr wieder reibungslos. Die Arbeiten waren jedoch nur ein Teil des Gesamtvorhabens. Die Bundesanstalt für Wasserbau, berichtet über komplexe Sanierungsaktivitäten. Die aktuelle Ausbaustrecke zwischen Tek (Teltowkanal) km 21,4 und 28,5 umfasst 17 Brücken 50 Hochbauten und 4 Häfen (Lankwitz, Mariendorf, Tempelhof, Britz).[1]

Teltowkanalsanierung, Blick von der Colditzbrücke nach Westen

An der Colditzbrücke wurden  nach [1] Sicherungsmaßnahmen durch ins Erdreich unterhalb der Fundamente rückverankerte Spundwände im Kanal und Unterfangungsmaßnahmen der Fundamente vorgesehen. Die Spundwände haben einen Abstand von 44 m voneinander und sind bis 10 m unter der Wasserstand-Höchstmarke in den Kanalgrund eingebracht worden.

Uferbereich zwischen Komtur- und Colditzbrücke

Die Colditzbrücke besteht aus vier parallelen Bögen und verfügt über je eine Richtungsfahrbahn sowie breite Fußgängerwege auf beiden Straßenseiten. Die Brücke befindet sich zwischen der Komturbrücke im Osten und einer Fabrikbrücke im Westen, deren Stahlrahmen sich unterhalb der Colditzbrücke auf den Fotos im Wasser des Teltowkanals spiegelt.

Eine überraschende Tatsache berichtet die Märkische Allgemeine 2005, dass sich am nördlichen Ufer zwischen der Colditzbrücke und der Fabrikbrücke ein kleiner Weinberg, der Antennenberg (Tek km 23,80), mit 400 Pflanzen befindet. Wenn sich das Klima weiter so entwickelt findet Berlin erstaunliche neue Perspektiven.[2]

Obwohl die Colditzbrücke gerade mal 50 Jahre alt ist, wurde sie schon in die Landesdenkmalliste von Berlin aufgenommen.

Colditzbrücke von der Komturbrücke gesehen mit Ullsteinhaus im Hintergrund

Quellen:

[1] BAW(Bundesanstalt für Wasserbau)-Vortrag zum Ausbau des Teltowkanals, zitiert am 18.11.09

[2] Märkische Allgemeine 2005, zitiert am 21.11.09

Teltowkanal km 6,39: Friedhofsbrücke (1913)

16. Nov.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Mauerwerksbrücke, Stahlbrücke, Teltowkanalbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Totenbrücke über den Teltowkanal an der Grenze Berlins

Friedhofsbrücke über den Teltowkanal an der Grenze Berlins

Parallelgurtige Fachwerkbrücke im Spiegelbild.

Parallelgurtige Fachwerkbrücke spiegelt sich im Teltowkanal

Die alte parallegurtige Stahlfachwerkbrücke über den Teltowkanal bei km 6,39 wird heute nicht mehr genutzt.  Zwei Fachwerkhauptträger mit einer offenen Fahrbahn auf einem Stahlträgerrost aus Quer- und Fahrbahnlängsträgern unter den Schienen bilden die ehemalige eingleisige S-Bahnbrücke  (1913).  Sie ist noch vom ursprünglichen typischen Teltowkanal-Brückentyp, wie die ehemalige Knesebeckbrücke (bis 1990), die Britzer Brücke oder die alte Späthbrücke.

Diese Brücke ist dem älteren Berliner noch als Totenbrücke oder Friedhofsbrücke bekannt. Sonntags verkehrte die Bahn als Totenbahn und brachte die Toten aus Berlin-Wilmersdorf bzw. Schöneberg zum Friedhof nach Stahnsdorf. Die S-Bahn brachte damals an den anderen Tagen auch die Berliner Besucher nach Stahnsdorf. Nach dem Krieg wurde die Fahrt wegen der Grenzkontrollen belastet. Nach 1961, mit dem Bau der Berliner Mauer, fuhr die S-Bahn nicht mehr zwischen dem Stahnsdorfer Rudolf Breitscheidt Platz und dem Bahnhof Berlin Wannsee und der Verkehr wurde eingestellt.

ponton-Friedhofsbahn

Friedhofsbahn zwischen Parfarceheide und Brandenburg

1906 gab es die ersten Planungen in Berlin, die Begräbnisstätten außerhalb der Stadt anzulegen. Die evangelischen Kirchen Berlins hatten noch vor der Erweiterung Berlins zu Groß-Berlin ein Bestattungsproblem.

Eins von drei Großprojekten neben dem weiterhin realisierten Friedhofsprojekt Ost in Ahrensfelde (dorthin führte die Wriezener Bahn)[2], war der Südwestkirchhof in Stahnsdorf. Das dritte Projekt in Mühlenbeck wurde nicht realisiert. Er wurde mit den Jahren der zweitgrößte Friedhof Deutschlands. Die Berliner Stadtbezirke hatten dort neben den lokalen Gemeinden ihre eigenen Bereiche.

Dere frühere Enbahnhof der Friedhofsbahn wurde 1976 beseitigt. So geriet der S-Bahnanschluss nach Wannsee in Vergessenheit.

ponton-Spazierweg Friedhofsbahn

Bogen über dem Spazierweg am nördlichen Teltowkanalufer

Der Friedhof  wurde waldähnlich und naturnah geplant und ausgeführt. So ist er noch heute. Der Stahnsdorfer Friedhof , der Südwestkirchhof, wurde zum  Denkmal und einige Bereiche sind inzwischen geschlossen, dort es werden keine weiteren Beerdigungen vorgenommen, andere, zum Beispiel die der Gemeinden Berlin-Schöneberg oder Stahnsdorf sind weiterhin aktiv.[1]

An der Nordseite der der Teltowkanalbrücke überbrückt ein zweites kurzes Brückenfeld einen Spazierweg. Dem Betonbogen sieht amn sein Alter genauso an, wie dem Widerlager auf der südlichen Uferseite.

Quellen:

[1] Südwestkirchhof, zitiert am 14.11.09

[2] de.Wikipedia/Der Ostkirchhof, , zitiert am 14.11.09

Teltowkanal (km 16): Eugen-Kleine-Brücke (1955)

15. Nov.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Sanierung, Stahlbrücke, Teltowkanalbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Eugen-Kleine-Brücke über den Teltowkanal

Die Eugen Kleine -Brücke über den Teltowkanal

Eugen-Kleine-Brücke über den Teltowkanal Untersicht

Eugen-Kleine-Brücke über den Teltowkanal: Untersicht

Die Eugen-Kleine-Brücke, benannt nach einem früheren Lichterfelder Bürger, überbrückt den Teltowkanal in Berlin im Zuge der Wismarer Straße bei km 16,00. Sie wurde 1955 erbaut. Die Einfeldträgerbrücke besteht aus sechs stählernen Vollwandträgern, die auf ihrem Oberflansch eine Stahlbetonfahrbahnplatte tragen. In der Ebene der Untergurte der sechs Hauptträger wurde eine genietete fachwerkartige horizontale Aussteifung an den Unterflanschen befestigt.

Eine überraschende Information findet sich unter [2]. Die ursprüngliche Eugen-Kleine Brücke soll die Britzer Brücke am Britzer Damm sein, eine parallelgurtige Stahlfachwerkbrücke, ähnlich wie die noch erhaltene alte Späthbrücke [2]. Das war der typische Brückenbau aus der Zeit des Teltowkanalbaus 1906.

Kammer-Widerlagerwand Eugen-Kleine

Kammer in der Widerlagerwand der Eugen-Kleine-Brücke

In den Widerlagerwänden befinden sich kleine Kammern, möglicher Weise früher als Sprengkammern vorgesehen. Heute dienen sie wohl kleinen Bewohnern mit Flügeln, die es sich hier in sicherer Höhe über dem Boden gemütlich eingerichtet haben,

Obwohl die Hauptträger stabil und ungeschädigt ihren Dienst tun, sind wie an vielen Brücken, die in die Jahre gekommen sind, Instandsetzungs- und Erhaltungsmaßnahmen erforderlich. Die Antwort von SenStadt i.A. des Abgeordnetenhauses auf eine kleine Anfrage der FPD kündigt auch an der Eugen-Kleinebrücke Instandsetzungsarbeiten an.

ponton-Widerlagerwand Eugen-Kleine-Brücke

Westliche Widerlagerwand der Eugen-Kleine-Brücke

Auf die Frage: Welche Brücken müssen aus welchen Gründen in den nächsten 5 Jahren saniert werden? kann man erfahren, dass in den Folgejahren (von 2007) sind zur Erhaltung der Dauerhaftigkeit Instandsetzungsmaßnahmen u.a. an folgenden Brücken vorgesehen: – Heinersdorfer Brücke (Bund), Rudolf-Wissell-Brücke (Bund), Blumberger Damm-Brücke, Sundgauer Brücke,  Pankgrafenbrücke, Friedrichsbrücke, Wendenschlossbrücke und  Eugen-Kleine-Brücke.
Weiterhin, so informiert SenStadt, gibt es ein Gesamtkonzept für ein effektives Erhaltungsmanagement. Darüber hinaus wird unter Leitung der Bundesanstalt für Straßenwesen derzeit in einer Projektgruppe mit Vertretern der Länder ein Bauwerks-Management-System (BMS) entwickelt. Grundlage des BMS sind Daten über den Bestand und den Zustand der Bauwerke.

Eugen-Kleine-Brücke-Denkmal

Denkmal unweit der Eugen-Kleine-Brücke

Diese Daten werden routinemäßig im Rahmen der Bauwerksprüfungen mit dem Programmsystem SIB (Straßeninformationsbank) – Bauwerke erfasst. Das BMS soll die Entscheidungsfindung für Erhaltungsmaßnahmen und Erhaltungsstrategien systematisieren, um ein Optimum an Effizienz in Bezug auf den Mitteleinsatz und den Zustand der Bauwerke zu erreichen. Mit dem BMS werden Bauwerksdaten und komplexe Schadensbilder analysiert. Neben Angaben zum Finanz-bedarf sollen auch Szenarien für unterschiedliche Erhaltungsstrategien (Instandsetzung, Verstärkung oder Ersatzneubau) dargestellt werden. Mit der Einführung des Systems ist voraussichtlich im I. Quartal 2009 zu rechnen.[1]

Heute (2009)  kann man schon Löcher von Bohrkernentnahmestellen an den Widerlagerwänden sehen. Die Maßnahmen werden sich auch auf den Betonsims der Widerlagerwände erstrecken, denn die fortschreitende Korrosion führt z.B. stellenweise zu Absprengungen.

Unweit der Brücke steht ein Denkmal. Es ist den Gefangenenen des Außenlagers Berlin-Lichterfelde des Konzentrationslagers Sachsehausen (heute Gedenkstätte, bei Oranienburg) zwischen Juni 1942 und dem 21.April 1945 gewidmet.

Quellen:

[1] Antwort von SenStadt (30.08.07) auf eine Anfrage der FDP zu Berliner Brücken 2007, zitiert am 14.11.09.

[2] Neukölln im Netz, zitiert am 14.11.09

Inschrift des Denkmals am norwestlichen Ufer des Teltowkanals

Teltowkanalbrücken(km 3,78): Nathanbrücke (1972)

19. Okt.2009 um 7:09 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Teltowkanalbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Nathanbrücke bei km 3,78 über den Teltowkanal

Nathanbrücke bei km 3,78 über den Teltowkanal

Teltowkanal nahe der Nathanbrücke im Bäketal

Teltowkanal nahe der Nathanbrücke im Bäketal

Nach dem Vier-Mächte-Abkommen über Westberlin (1971) und einem Abkommen über den Gebietsaustausch zwischen Berlin (West) und der DDR (1972) war der Weg geebnet, eine weitere Brücke über den Teltowkanal in Berlin zu bauen, um die Exclaven Steinstücken und Albrechts Teerofen über einen Korridor wieder mit Westberlin zu verbinden. Noch im August 1972 wurde die Brücke fertig gestellt.

Konstruktion

Nathanbrücke: Ansicht von unten

Nathanbrücke: Ansicht von unten

Die Konstruktion der Nathanbrücke ist nicht spektakulär: Gewalzte Stahlprofile tragen eine Stahlbetonfahrbahnplatte. Bis an die Brücke bilden Granitsteine den Fahrbahnbelag, auf der Brücke selbst liegt ein Asphaltbelag. Den breiten Rad- und Fußgängerweg begrenzen einfache Stahlgeländer (s.u.).

Die seit 1817 bestehende Kolonie Steinstücken gehörte schon bei der Eingemeindung in die gewachsene Großstadt Groß-Berlin zur Landgemeinde Wannsee wurde 1972 nicht getauscht. Dafür wurde im August 1972 die Bernhard-Beyer-Straße über Königsweg und Nathanbrücke am Teltowkanal Kilometer Tek km 03,78 als Verbindung nach Kohlhasenbrück ausgebaut .[1]

Der Berliner Mauerweg führt über die Brücke

Der Berliner Mauerweg führt über die Brücke

Die Nathanbrücke verbindet auch heute noch einen Parkplatz am Düppeler Forst mit der Siedlung Kohlhasenbrück. Der Bus 118 fährt immer noch an der Brücke vorbei  (s. Haltestelle auf dem Bild unten) und verbindet in der heutigen Zeit  Zehlendorf mit dem Potsdamer Sterncenter.

Der Teltowkanal wurde hier 1906 im Tal der Bäke gebaut um Berlins wachsende Industrie  und das Bauwesen auf dem Wasserweg mit Braunkohle aus der Lausitz, Kalksandsteinen aus Niederlehme oder Sand zu versorgen. Am Teltowkanal entlang kann man von der Dahme an der Regattastraße bis zum Griebnitzsee wandern, ca. 34 km lang. An der Nathanbrücke kreuzt der Berliner Mauerwerk den Teltowkanal. Der Berliner Mauerweg, ein gut markierter 160 km langer Weg auf der Trasse der ehemaligen Mauer, führt von Griebnitzsee (Potsdam) über die Brücke zum Königsweg und durch den Düppeler Forst. [2]

ponton-Fahrbahn Nathanbrücke

Quellen:

[1] Märkische Allgemeine, vom 04.02.2006, zitiert am 07.10.09

[2] Stadtplan Berlin, Nathanbrücke, zitiert am 17.10.09

Teltowkanal km 5,45: Vom Grenzübergang zum Fahrradweg

03. Okt.2009 um 3:41 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Geschichte, Stahlbrücke, Teltowkanalbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Die verlassenen Autobahnbrücke über den Teltowkanal von unten

Die verlassenen Autobahnbrücke über den Teltowkanal von unten

Ansicht des Überbaus über den Teltowkanal

Ansicht des Überbaus über den Teltowkanal

Verlassen steht der ehemalige Zubringer zum Berliner Ring, eine Autobahnbrücke über den Teltowkanal mitten in der Natur. Auf der Fahrbahn ist die Natur schon eingezogen, Birken wachsen aus der Fuge am Fahrbahnübergang, die Wurzeln wuchern parallel zu den Stahlblechen die sie nicht durchdringen können.

Die ehemalige Autobahnbrücke ist heute zum Fahrrad- und Wanderweg geworden. Auf der südlichen Brückenseite schließt sich ein Sperrgraben an, so konnte es wirklich niemand versuchen, mit dem Auto auf oder über die Brücke zu gelangen.

Blick auf die Fahrbahn der Brücke mit drei Bäumchen an der Fahrbahnfuge

Blick auf die Fahrbahn der Brücke mit drei Bäumchen an der Fahrbahnfuge

Je vier gewaltige genietete Vollwandträger pro Richtungsfahrbahn spannen über zwei Felder, natürlich strompfeilerlos über den Kanal, wie wohl alle Teltowkanalbrücken.  Ein weiterer Überbau schloss sich auf der Südseite des Kanals an. Unter dem südlichen Überbau sind jetzt  die 1. Berliner Bogenschützen zu Hause. Eine schmale Brücke über den Sperrgraben weist ein Schild als Kleinmachnower Mauerweg, Nebenweg des Berliner Mauerweges aus.

Fahrradweg statt südlichem Überbau.

Fahrradweg (Sperrgraben) statt südlichem Überbau.

Geschichte:

Die Autobahnbrücke wurde 1939 im Rahmen der Anbindung der AVUS an den Berliner Ring gebaut. Gerade noch rechtzeitig Anfang Juli 2006 stellte das Brandenburger Denkmalsschutzamt die Brücke unter Denkmalschutz, und so konnte die Brücke vor dem Abriss durch den Senat verhindert werden.

Sicherheitsbedenken gab es zu keiner Zeit. Die seitlichen Geländer sind intakt, durch zusätzlichen Machendraht gesichert und die Zugänge sicher. Diskutiert wurde dann lediglich noch, ob der Sperrgraben zuzuschütten sei [2] .

1949 wurde hier der Kontrollpassierpunkt (KPP) Nowawes (heute Babelsberg) auf der Autobahnbrücke Richtung Helmstedt eingerichtet. Der Name, etwa Neue Siedlung, zeugt von slawischen Vorfahren in der Gegend. Seit 1952 war die Grenzübergangsstelle von Süd, Nord und Ost von Grenzanlagen umgeben. Seit 1969 führt die A115 weiter östlich über den Teltowkanal und der Grenzübergang wurde nach Dreilinden verlegt. [1]

Nebenweg des Berliner Mauerweges

Nebenweg des Berliner Mauerweges

Mit den Jahren brökelt das Material der Widerlagerwände auf der Südseite und die durch die Fahrbahn durchsickernde Feuchtigkeit bildet Stalaktiten, wohl aus dem Beton ausgewaschenen Kalzium wird mitrWasser zum Kalziumhydroxid, das an der Oberfläche mit dem Kohlendioxid zu Kalziumkarbonat reagiert.

Quellen:

[1] Aufschrift an einer Stele am Fuß der Brücke

[2] Potsdamer Neueste Nachrichten vom 14.07.06, zitiert am 29.09.09

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