Dresden: Die Augustusbrücke

31. Jan.2009 um 3:52 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Elbbrücken, EUROPA, Geschichte, Pöppelmann | 2 Kommentare
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Dresden Elbbrücke Quelle: K.OE

Das, was die Karlsbrücke für Prag ist, ist die bereits von Bellotto vor mehr als zwei Jahrhunderten, 1765, gemalte, ursprüngliche Pöppelmann´sche Mauerwerksbogenbrücke über die Elbe für die Silhouette von Dresden.

Dresden´s Augustusbrücke 1724

Bellotto: Dresden´s Augustusbrücke 1765, aus: Canaletto

In der Vergangenheit teilte die Brücke das Schicksal der Moldaubrücke. Zahlreiche Fluten brachten die Brücke zum Einsturz. Die erste bekannte Brücke wurde an dieser Stelle im Jahr 1070 erwähnt. Die Brücke fiel 1118 dem Hochwasser zum Opfer. Dann wurde einige Jahre diskutiert, ob man Steinpfeiler mit Holzfahrbahn oder eine Steinbrücke bauen sollte. Die Entscheidung fiel zu Gunsten der Steinbrücke aus. 1222 war sie fertig gestellt.

Hochwasser 1342 und 1343 schädigten die Brücke so stark, dass sie neu gebaut werden musste. 1344 folgte eine Steinbogenbrücke mit 24 Pfeilern und 23 Bögen. 1727-31 baute der Barockbaumeister Pöppelmann die Brücke um. Sie hatte dann 17 Bögen und war repräsentative 11 m breit. Napoleon ließ dann während der Befreiungskriege den 5. Pfeiler sprengen, die benachbarten Bögen stürzten ein. 1845 riss eine Flut einen Bogen mit sich. 1907 genügte die Brücke den Anforderungen nicht mehr, man baute die heutige Konstruktion. 1910 konnte sie in Betrieb genommen werden.

Ausblick von der Augustusbrücke

Ausblick von der Augustusbrücke

Einen Tag vor dem Ende des zweiten Weltkrieges sprengten die zurückweichenden deutschen Truppen der 6. Pfeiler, die benachbarten Bögen brachen mit ein. Die Stadt baute die heutige Brücke 1949 nach altem Vorbild wieder auf. Sie besteht im Inneren aus Stampfbeton, die Bögen wurden als Dreigelenkbögen ausgeführt. 5 Pfeiler der 390 m langen Brücke stehen im Strom. Die insgesamt 9 Bögen, maximale Spannweite 39,3 m, überbrücken auch noch den Uferweg an der Brühlsche Terrasse und die Elbwiesen. Die Brücke überstand die große Flut 2002 unbeschadet. Sie trägt den vollen Straßenverkehr und die Straßenbahn in beide Richtungen.

Die neu geplante Waldschlösschenbrücke wird die Augustusbrücke entlasten, auch wenn es die Stadt den Titel UNESCO Kulturhauptstadt kosten sollte, Dresden braucht eine Alternative.

Blick auf die Augustusbrücke von oben

Blick auf die Augustusbrücke von oben

Weitere Info´s zur Ausführung der heutigen Brücke

Quelle:

[1] nach: de.wikipedia, Augustusbrücke (30.01.09).

[2[ D. Terpitz: Canaletto, S.108, Ausschnitt.

2 Kommentare »

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  1. Der Bau von mit Sandstein verkleidete Steinbogenbrücken war in Dresden Anfang des 20. Jahrhunderts eine Bautradition. Weitere solcher Brücken sind die Marienbrücke und die Albertbrücke.

  2. Vielen Dank für diese Informationen. Die Tradition der Steinbögen ist schon um vieles älter…die erste steinerne Vorgängerbrück der Friedrich-Augustbrücke enstand schon 1222 (die heutige stammt von 1910).
    Ja, das Elbtal mit seinen historischen Bogenbrücken sowie den vielen Sandsteinbauten ist auch ohne Welterbetitel sehenswert. Man sollte mal wieder vorbeischauen.


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