Ponte dei Salti (1960/ 17. Jh.)

30. Jun.2012 um 5:16 pm | Veröffentlicht in Brücken in der Schweiz, Natursteinbrücke | 1 Kommentar
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Ponte dei Salti in Lavertezzo über den Fluss Verzasca

Ponte dei Salti in Lavertezzo über den Fluss Verzasca

Die Brücke ist vor allem im Sommer ein Touristenmagnet

Die Brücke ist vor allem im Sommer ein Touristenmagnet

  Die auch Römerbrücke genannte Natursteinbrücke Ponte dei Salti überbrückt den Fluss Verzasca in Lavertezzo im Schweizer Ticino (Tessin). Die Ponte dei Salti wurde nach [1] erst im Jahr 1960 wiedererbaut, nachdem sie im Jahr 1868 teilweise zerstört worden war. Ursprünglich wurde sie  nach [2] nicht von den Römern sondern erst im 17. Jahrhundert errichtet.

Vor allem im Sommer ist die harmonisch geschwungene zweifeldrige Fussgängerbrücke Anziehungspunkt für zahlreiche Touristen. Der Mittelpfeiler stützt sich auf eine felsige Insel im Fluss, woduch die Spannweite halbiert werden konnte. Der für die Brücke verwendete Naturstein scheint der gleiche zu sein, wie der Fels des Flussbettes, wodurch sich die Brücke fast natürlich in die Landschaft einfügt. Senkrecht stehende Natursteine bilden die Bögen entlang der stabilen Bogenlinie. Den Trog des Fußgängersteiges bilden und begrenzen horiziontal geschichtete Steine.

Die Brücke liegt an malerischen Wanderwegen durch das Verzascatal, in das die Wanderwege aus den Seitentälern Val Resa und Valle di Mergoscia von Mergoscia;  Val di Corippo von Corippo; das Val d’Orgnana und Valle del Cansgell von Lavertezzo; das Val d’Osura von Brione; das Val Redòrta und Val Vegornèss von Sonogno auf der rechten Seite einmünden. Auf der linken Talseite liegen das Val della Porta von Vogorno; das Val Carecchio, Val Pincascia und Val d’Agro von Lavertezzo; das Val Mött von Gerra und das Val d’Efra von Frasco [3]. Der Fluss Verzasca wird dann flussabwärts aufgestaut,  bildet den Lago di Vogorno, bevor er bei Locarno in den Lago Maggiore mündet.

ponton-PonteDeiSalti

Ein letzter Blick zurück auf die Ponte dei Salti

Quellen:

[1] Ticino.ch, besucht am 30.06.2012.

[2] ch.wikipedia/Lavertezzo, besucht am 30.06.2012.

[3] ch.wikipedia/Valle Verzasca, besucht am 30.06.2012.

Fotos: Vielen Dank,  Sternchen!

Berlin(DE): Dovebrücke (1911)

11. Jun.2010 um 8:35 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, EUROPA, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Ponton-KOE-Dovebruecke2

Dovebrücke über den Berliner Landwehrkanal

ponton-KOE-Dovebruecke von Weitem

Dovebruecke vom Südufer gesehen, rechts im Schatten der zweite Bogen

Die Dovebrücke verbindet das Charlottenburger Gewerbeviertel im Spreebogen mit dem anderen Ufer des Landwehrkanals unweit seiner Einmündung in die Spree. Hier fließen der Landwehrkanal, die Spree und der Charlottenburger Verbindungskanal zusammen.  Das Salzufer und Dovestraße am nördlichen Ufer wird mit Einsteinufer und Cauertstraße am südlichen Ufer verbunden. Zwei Bögen überbrücken zum Einen den Landwehrkanal und zum anderen einen kombinierten Fußgänger- und Radwanderweg.

Der Bogen wird aus Natursteinen gebildet, ansonsten prägen rote Mauerwerkssteine mit vereinzelten Natursteinmotiven die Ansicht der Bögen.

Die heutige Dovebrücke wurde 1911 von Friedrich August Bredtschneider und Heinrich Seeling gebaut.Die beiden Architekten erbauten auch die benachbarte Marchbrücke zusammen. Nach dem Architekten Bredtschneider, der seine ersten Erfahrungen in Bromberg und Insterburg sammelte, ist in Charlottenburg eine Straße benannt. In Charlottenburg, das damals noch nicht zu Berlin gehörte, war er seit 1893 Magistratsmitglied und Baustadtrat. Heinrich Seelig war ebenfalls ab 1907 Stadtbaurat in Charlottenburg. Ab 1920 wurde er Dozent an der Technischen Universität Berlin, die ihm auch den Dr.h.c. verlieh. [nach 1].

Der Name der Dovebrücke erinnert an den Physiker Heinrich Dove (1803-1879), der seit 1848 Direktor des Berliner Meteorologischen Instituts war. Bereits die Vorgängerbrücke erhielt 1892 den Namen des Wissenschaftlers.[2]

Die Dovebrücke ist unter Nummer 09096135 in der Landesdenkmalliste Berlins gelistet [3].

[1] Bredtschneiderstraße, zitiert am 11.06.2010

[2] Berlin, zitiert am 07.06.2010.

[3] Landesdenkmalliste Berlin (08_09.pdf), zitiert am 07.06.2010.

Kosten von Gusseisenbrücken: Havelbrücke Potsdam (1825)

21. Mai.2010 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, 2 Brücken nach Material, Brücken in Deutschland, Eisenbrücken, Geschichte, Gusseisenbrücke, Havelbrücke, Kultur, Literatur | Hinterlasse einen Kommentar
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ponton-Havelbrücke Potsdam

Havelbrücke Potsdam von 1825

Im Forum wurde nach den Kosten von gusseisernen Brücken gefragt. Hier ist das Ergebnis der Recherche u.a. für die gusseiserne Brücke über die Havel nach Potsdam. Natürlich kann man nicht Ermessen, wieviel denn die Thaler damals im Vergleich zu heute Wert wären, aber vielleicht hat da jemand eine Vorstellung. Es handelt sich nach meiner Diskussion mit Brückenfans offensichtlich nicht um die Vorgängerbrücke der Schinkel-schen Mauerwerksbogenbrücke und der heutigen Glienicker Brücke, sondern um eine Vorgängerbrücke der heutigen Langen Brücke in der Nähe des Bahnhofes Potsdam am Schloss.

Auszug aus der Erklärung der Kupfertafeln im Fünften Hefte der Gleiwitzer Gusswaren-Abbildungen. Tafel I und II.

Die lange eiserne Brücke über die Havel bei Potsdam wurde auf der hiesigen Eisengießerei vom October 1823 bis Mai 1825 nach dem hierzu von dem königlichen Regierungsrath und Baudirector, Herrn Becker zu Potsdam, angefertigten Plane gegossen und war bis zum 31. Juli 1825 an Ort und Stelle bereits soweit aufgerichtet, dass sie an dem gedachten Tage Abends um halb 7 Uhr von Sr. Majestät unserm allergnädigsten Könige und Herrn Friedrich Wilhelm III. bei Allerhöchstdesselben Rückkehr von Töplitz zum ersten Male befahren werden konnte.

Die Brücke selbst, wovon auf Tafel I (s. oben) Ansicht und Grundriss zu sehen ist, besteht aus 8, auf 7 Fuss starken steinernen Pfeilern ruhenden, gusseisernen Bogen von 60 Fuss Länge,  5´6″ Spannung, legt sich am rechten Ufer der Havel an die Stadt und hat mit Einschluss der auf dem linken Ufer aufgeführten neuen Gebäude für die Wache und die Wohnung des Thoreinnehmers eine Länge von 600 Fuss Rheinländisch.

Jeder Bogen besteht aus 7 Rippen, deren jede aus 2 Endstücken und einem Schlusstheil zusammengesetzt ist, überhaupt aus 21 Haupttheilen.

Das Gewicht sämmtlicher Gusswaren zu dieser Brücke betrug

23,053 Ctr. 106 Pfund, mit einem Geldwerte von…… 68,026 Thlr. 8 Sgr 9 Pf.

202 Ctr. 23 Pfund div. Gusswaren zu den Thorpfeilern und Thorpfeilern etc.ad…… 771 Thlr. 14 Sgr. 5 Pf.

Hierzu kommen noch 6 verzierte Laternständer…… 133 Thlr. 28 Sgr.

Für Schmiedearbeit pro Bogen pptr. Ctr. 851 Thlr. 11 Sgr. 3 Pf. zu allen Bogen überhaupt circa…… 6,811 Thlr.

An Kosten für die Zusammensetzung der sämmtlichen Bogen auf der Hütte……  4,634 Thlr. 11 Sgr

An besonders vergütigten Modellkosten, wegen Senkung des 8 Bogens, die durch die Localumstände in Potsdam bestimmt wurden, nachdem der Guss schon im Werke war…… 235 Thlr. 14 Sgr.

An Zusammensetzungskosten, Schmiede- und Tischlerarbeit zu den Thorpfeilern und Thorgittern…..214 Thlr. 9 Sgr. 10 Pf.

Summa der Kosten auf dem Werke 80,826 Thlr. 26 Sgr.

Quelle:

Kupfertafel der Huta Pokoj, Gliwice, digital erhalten von der Universität Breslau/ Wrolaw, Vielen Dank!

London: Westminster Bridge (1862)

27. Mrz.2010 um 1:42 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in UK, Eisenbrücken, Geschichte, Sanierung, Stahlbrücke, Themsebrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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ponton-Blick auf die Westminster Bridge mit Big Ben

Blick auf die Westminster Bridge mit Big Ben

Die berühmte Westminster Abbey mit Big Ben am südlichen Themseufer

Die berühmte Westminster Abbey mit Big Ben am südlichen Themseufer

Bis 1739 gab es nur eine Themsebrücke in London, bis die erste Westminsterbrücke (1739-1750) gebaut wurde. Die erste Westminster Bridge bestand aus 15 Natursteinbögen, wie man auf einem Gemälde von Canaletto zählen kann.[1]

Die Westminster Brücke verbindet als Straßenbrücke die City of Westminster (Middlesex Ufer) auf der Westseite mit dem Stadtteil Lambeth (Surrey Ufer) auf der Ostseite. Die Westminster Brücke war niemals eine bewohnte Brücke.

Damals gab es zwar schon einen Turm, doch der Westminster Palace mit dem berühmten Uhrturm (der den Big Ben, die größte Glocke in sich birgt) im Neogotischen Stil enstand erst nachdem der alte Palast 1835 abgebrannt war. [1] Die Türme der Westminster Abbey wurden 1745 fertiggestellt.

ponton-Westminster Bridge-Strompfeiler

Strompfeiler der Westminster Bridge mit dreiarmiger Laterne

Ein Gemälde von J.M.W Turner bei [2] zeigt die brennende Uferbebauung (Houses of Lords and Commons) neben der steinernen Bogenbrücke. Durch die Westminster Brücke erlebte die  Region Surrey-Ufer einen deutlichen Aufschwung.

Die Wartungskosten für die alte Natursteinbrücke wurden nach etwa 100 Jahren Mitte des 19 Jahrhunderts zu hoch und so wurde die alte Brücke 1862 ersetzt.Die Ersatzkonstrucktion ist die heutige 252 m lange (826.8 ft) und 26 m breite sieben-bogige schweißeiserne Brücke. Die gothischen Details wurden vom Architekten des Westminster Palastes Charles Barry gestaltet.[2]

Westminster Bridge-vom Westminster Ufer

Westminster Bridge-vom Westminster Ufer aus gesehen

[3] berichtet von einigen Rissen in den eisernen Rippen, die 1924 ersetzt werden mussten. 2005-2007 wurde die Westminster Brücke nach fast 150 Jahren saniert. Wegen der starken Schädigung wurden alte Eisenträger bei Beibehaltung der ursprünglichen Gestaltung durch moderne Brückenstähle und Gussstahl ausgetauscht.  Die Stirnträger wurden aus modernem Gussstahl gefertigt. Die ausführende Firma war Interserve. 14 selbsttragende gusseiserne Stirnträger, die über die Jahre durch thermische Beanspruchungen und Schiffsanprall in Mitleidenschaft gezogen worden waren, wurden ausgestauscht [4]

Die Sanierungsarbeiten wurden ohne Verkehrsunterbrechungen durchgeführt, weder auf noch unter der Brücke der Schiffsverkehr auf der Themse. Das wurde durch eine innovative Strategie der  weitgehenden Vorfertigung außerhalb der Brücke und Trägertransport m.H. eines 110 t-Schwimmkranes erreicht.[4] Die Westminster Brücke erhielt einen kompletten neuen Anstrich im traditionallen Grün.

Quellen:

Fotosd: Charly, vielen Dank!

[1] en.Wikipedia/ Westminster Bridge, zitiert am 27.03.10.

[2] Answers/Westminster Bridge, zitiert am 27.03.10.

[3] UK Tours, zitiert am 27.03.10.

[4] Interserve., zitiert am 27.03.10.

Paris: Passerelle Léopold-Sédar-Senghor (1999)

14. Mrz.2010 um 5:28 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Frankreich, Brückenneubau, Ersatzneubau, EUROPA, Seinebrücken, Stahlbrücke | 1 Kommentar
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Ponton-Passerelle Léopold-Sédar-Senghor

Passerelle Léopold-Sédar-Senghor

Abgang zum Port de Tuileries entlang der Bogenebene

Abgang zum Port de Tuileries entlang der Bogenebene

Der Brückenname Passarelle Léopold-Sédar-Senghor ist neu, bis 2006 hieß die Brücke neben dem Pont Royal noch Pont Solférino.

Die Brücke wurde erst 1999 von Marc Mimram errichtet. Strompfeilerlos überbrückt das 106 m lange filigrane Stahlbogentragwerk die Seine.  Sie verbindet das Museé d´Orsay mit den Gärten der Tuilerien. Die Gesamtlänge beträgt 140 m. Die Breite des mit (Brasilianischem [3]) Holz  beplankten Fußweges variiert zwischen 11 und 15 m. 900 t Stahl wurden verbaut . [1]

Die Bogenbrücke ersetzt Vorgängerbrücken von 1961. Diese hatte zuvor eine dreifeldrige Brücke von 1861. ersetzt. Im Jahr 1861 erinnerte die erste Brücke an den Sieg bei der Schlacht von Solférino (Lombardei)  am 24. Juni 1859 des Königreichs Sardinien unter Victor Emmanuell II mit Unterstützung Napoleon III. gegen die Österreicher unter Kaiser Franz Joseph.[2] Die ursprüngliche Brücke von 1861 wurde vorwiegen durch Schiffsanprall demoliert.

Raffiniert, ja einmalig gestaltet wurde der Zugang von der Ebene des Uferweges an der Anlegestelle Port de Solférino auf die aufgeständerte Fußwegebene zwischen dem links der Seine liegenden Quai Anatole France und dem Quai des Tuileries mit dem Port de Tuileries am anderen Ufer. In der Brückenebene kann man von den Uferwegen über Treppen im Verlauf des Bogens im Scheitel des Bogens auf die obere Ebene gelangen.

Auf der einen Seite der Brücke kann man zum Pont Royal, zur ältesten erhaltenen Seinebridge, schauen. Von der anderen Seite der Fußgängerbrücke blickt man auf den Pont de la Concorde.

Ergänzung vom 18.03.2010:

Hier [4] könnt Ihr die Fotos von den beiden Vorgängerbrücken von 1861 und 1961 finden. Die Passerelle von 1961 ist schon 1992 zerstört worden. Sie hatte zwei Strompfeiler. Die sind empfindlich gegen Anprallschäden. Die heutige Passerelle überbrückt die Seine mit nur einem durchgehenden Bogen.

Eine weitere historische Website (lefildutemps, [5]) zeigt u.a. die erste Passerelle im Januar 1910 bei Flut. Dem hat die alte Brücke mit drei Bögen standgehalten.

Außerdem musste die heutige Passerelle kurz nach der Eröffnung wegen heftiger (Quer-) Vibrationen unter Anregung durch Fußgänger (fußgängerinduzierte Brückenschwingungen) gleich noch einmal geschlossen werden, um durch entsprechende Maßnahmen, z.B. durch anregungsdämpfende Schwingungstilger, eine Reduzierung der Vibration zu erreichen (s. auch Stahlbau 6/2007 oder Bautechnik 4/2004)

Quellen:

[1] Website des Architekten Marc Mimram, zitiert am 13.03.10.

[2] Encyclopedia Britannica, zitiert am 13.03.10.

[3] en.Wikipedia/Passerelle Léopold-Sédar-Senghor, zitiert am 13.03.10.

[4] planète-tp, zitiert am 18.03.10.

[5] lefildutemps, zitiert am 18.03.10.

Paris: Pont au Double (1883)

25. Jan.2010 um 10:56 pm | Veröffentlicht in Brücken in Frankreich, Eisenbrücken, Geschichte, Seinebrücken | 1 Kommentar
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Pont au Double Sud

Pont au Double in Höhe der Kirche Notre Dame

Pont au double-Auflagerdetail

Pont au Double-Auflagerdetail aus dem Bild oben

Der Pont au Double verbindet die Ile de la Cité an ihrem südlichen Ende in Höhe der Cathedrale Notre Dam mit dem Südufer der Seine. Die gußeiserne Bogenbrücke [3] mit aufgeständerter, also oberhalb des Bogens liegender, Fahrbahn, überbrückt als einfeldriger Bogen mit 31 m Spannweite  [1] den kleineren Seinearm. Der heutige Pont au Double entstand 1881-1883 zwischen dem Quai de l’Archevêché und dem Quai Montebello.

20 m Brückenbreite reichen für je eine Fahrspur in jede Richtung und die Fußgängerwege.[1]

Eine Treppe führt von der Brücke zur Seine hinab. Dort wuschen früher die Nonnen Wäsche für die Kranken und Verletzten direkt im Wasser der Seine. Man nannte sie die Kleinen Wäscherinnen. [1]

Geschichte:

Bereits seit 1634 entstand an dieser Stelle eine einfache Brücke, die das ehemalige Hospital Hôtel Dieu, dessen Geschichte bis ins Jahr 651 zurückreicht, auf der Insel le de la Cité mit dem Ufer verband. Der Name double wird von der Gebühr abgeleitet, die damals als Brückenmaut entrichtet werden  musste.[3]

Der Grund für die Notwendigkeit einer Brücke war, dass Gebäude des Hospitals Hôtel  Dieu  nicht nur auf der Seineinsel, sondern auch am Ufer der Seine standen und die Brücke für den Krankentransport der Patienten gebraucht wurde. Die Brücke verband die beiden Hospital-Hotelgebäude. Das Dieu gilt als das älteste Krankenhaus von Paris.  Die Brücke stürzte im Jahr 1709 ein und wurde 1847 neu gebaut. [2] 1865 ließ Baron Haussmann das alte Hotel Dieu abreißen und schuf so Baufreiheit für eine neue modernere Brücke, die gusseiserne Brücke von 1883, die noch bis heute steht. Nicht weit entfernt entstand 1877 das  heutige Hôpital Hôtel-Dieu, ein Krankenhaus [3].

Quelle:

[1] Paris im www, zitiert am 25.01.10

[2] de.Wikipedia/Hotel Dieu, zitiert am 25.01.10

[3] en.Wikipedia/Hotel Dieu, zitiert am 25.01.10

Teltowkanal km 23,96: Colditzbrücke (1958)

21. Nov.2009 um 8:26 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Geschichte, Sanierung, Teltowkanalbrücken, Wartung | Hinterlasse einen Kommentar
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Colditzbrücke über den Teltowkanal

Sanierungsarbeiten an den Fahrbahnübergangsfugen 2009

1958 wurde auch hier eine Brücke an der Stelle der am Kriegsende 1945 zerstörten Vorgängerbrücke erbaut. Der Name wurde gändert und bezieht sich seit dem Neubau 1958 auf das sächsische Colditz. Ausführende Firma ist die Wayss und Freytag AG gewesen Die Bogenbrücke mit aufgeständerter Fahrbahn verbindet Ordensmeisterstraße und Volkmarstraße bzw. Ullsteinstraße in Tempelhof.

2009 wurde die Fahrbahnfuge erneuert.  Jetzt fließt der Verkehr wieder reibungslos. Die Arbeiten waren jedoch nur ein Teil des Gesamtvorhabens. Die Bundesanstalt für Wasserbau, berichtet über komplexe Sanierungsaktivitäten. Die aktuelle Ausbaustrecke zwischen Tek (Teltowkanal) km 21,4 und 28,5 umfasst 17 Brücken 50 Hochbauten und 4 Häfen (Lankwitz, Mariendorf, Tempelhof, Britz).[1]

Teltowkanalsanierung, Blick von der Colditzbrücke nach Westen

An der Colditzbrücke wurden  nach [1] Sicherungsmaßnahmen durch ins Erdreich unterhalb der Fundamente rückverankerte Spundwände im Kanal und Unterfangungsmaßnahmen der Fundamente vorgesehen. Die Spundwände haben einen Abstand von 44 m voneinander und sind bis 10 m unter der Wasserstand-Höchstmarke in den Kanalgrund eingebracht worden.

Uferbereich zwischen Komtur- und Colditzbrücke

Die Colditzbrücke besteht aus vier parallelen Bögen und verfügt über je eine Richtungsfahrbahn sowie breite Fußgängerwege auf beiden Straßenseiten. Die Brücke befindet sich zwischen der Komturbrücke im Osten und einer Fabrikbrücke im Westen, deren Stahlrahmen sich unterhalb der Colditzbrücke auf den Fotos im Wasser des Teltowkanals spiegelt.

Eine überraschende Tatsache berichtet die Märkische Allgemeine 2005, dass sich am nördlichen Ufer zwischen der Colditzbrücke und der Fabrikbrücke ein kleiner Weinberg, der Antennenberg (Tek km 23,80), mit 400 Pflanzen befindet. Wenn sich das Klima weiter so entwickelt findet Berlin erstaunliche neue Perspektiven.[2]

Obwohl die Colditzbrücke gerade mal 50 Jahre alt ist, wurde sie schon in die Landesdenkmalliste von Berlin aufgenommen.

Colditzbrücke von der Komturbrücke gesehen mit Ullsteinhaus im Hintergrund

Quellen:

[1] BAW(Bundesanstalt für Wasserbau)-Vortrag zum Ausbau des Teltowkanals, zitiert am 18.11.09

[2] Märkische Allgemeine 2005, zitiert am 21.11.09

Florenz: Ponte Vecchio (1345)

07. Okt.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in Brücken in Italien, Geschichte, Kultur, Living Bridges, Mauerwerksbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Ponte-Vecchio-Ansicht

Ponte-Vecchio-Ansicht

Ponte Vecchio: Denkmal

Ponte Vecchio: Denkmal von Cellini

Eine der bekanntesten und ältesten bewohnten Brücken (Living bridges) ist der Ponte Vecchio (Die „Alte“ Brücke) im italienischen Florenz über den Arno. Sie erhielt den Namen ab 1218, um sie vom Ponte de la Carraia flussabwärts und dem Ponte Rubaconte flussaufwärts.

Die erste steinerne Brücke wurde an dieser Stelle nach dem Hochwasser 1177  gebaut, damals noch mit fünf massiven Mauerwerksbögen. Das Hochwasser des Arno hatte die vorhandene, ebenfalls mit Krämerläden bebaute, Holzbrücke mitgerissen. Sie wurde 1333 wiederum von einem Hochwasser zerstört.

Der 1345 als dreibögige Brücke unter Taddeo Gaddi errichtete  neue „Ponte Vecchio“ gehörte der Kommune. Die darauf entstandenen 47 Läden in gemauerten neuen Häusern entstanden innerhalb einer Bauphase. Über dem mittleren Boge öffnen drei Bögen die Sicht auf den Arno.[1]

Brunnen auf dem mittleren Bogen

Brunnen auf dem mittleren Bogen

Die drei Bögen über dem mittleren Brückenbogen stammen offensichtlich aus späteren Umbauten, denn auf dem Holzschnitt von 1470 (Staatliche Museen zu Berlin) gibt es sie noch nicht. 1565 wurde unter Leitung des  Giorgio Vasari im Auftrag des Cosimo I de Medici, der Corridoio Vasariano, ein Übergang oberhalb der vorhandenen Krämerläden gebaut. Er sollte das politisch administrative Zentrum im Palazzo Vecchio mit den privaten  Palast der de  Medici, dem Palazzo Pitti zu verbinden.[1]

Liebesschlösser am Cellinibrunnen

Liebesschlösser am Cellinibrunnen

1593 erging die Order, dass die Schlächter, Schmiede und Lebensmittelhändler Gold- und Silberschmieden sowie Geldwechslern weichen sollte. Brücke und luxeriöse Händler gibt es bis heute in Florenz.[1]

Erst um 1900 gestaltete  hier es  Bildhauers Raffaello Romanelli die Büste von Benvenuto Cellini. Die Büste wurde 1901 eingeweiht und ist umgeben von schmiedeeisernen Gittern. [2] Diese sind begehrt von Liebespaaren, die sich beim Verschließen der Schlösser die ewige Liebe schwören und dann den Schlüssel in den Arno werfen.

Vorsicht, Schlösser anzubringen kann 50 € kosten.

Vorsicht, Schlösser anzubringen kann 50 € kosten.

Diese sind begehrt von Liebespaaren, die sich beim Verschließen der Schlösser die ewige Liebe schwören und dann den Schlüssel in den Arno werfen. Gleich Traditionen haben wir schon an der Hohenzollernbrücke in Köln und der Tumskibrücke in Wroclaw/ Breslau gefunden.

Quellen:

[1] Living Bridges, Murray et al., Prestel Verlag, ursprünglich veröffentlicht anlässlich der Ausstellung „Living bridges, inhabited bridge, past, present and future“, London 1996.

[2] it.Wikipedia/Ponte Vecchio, zitiert am 06.10.09

Durchblick auf den Arno

Durchblick auf den Arno

Fotos: Vielen Dank, Eva!

Polens Autobahnbrücken: Neue Brücken zwischen Wroclaw und Katowice (A4)

30. Sep.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Polen, Brückenneubau, Stahl- / Stahlbetonverbund | Hinterlasse einen Kommentar
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Fußgängerbrücke auf der Autobahn nach Opole (Oppeln)

Straßenbrücke auf der Autobahn A4 nach Opole (Oppeln)

Schrägseilbrücke mit geknicktem asymmetrischen Pylon

Brücke Krzywy Kij mit geknicktem asymmetrischen Pylon

Auf der ausgebauten Autobahn A4 (E40) zwischen Wroclaw (Breslau) und Opole (Oppeln) sind einige moderne Brückenkonstruktion mit hohen Bögen oder asymmetrischem Pylon spwie daran aufgehängter Fahrbahn bzw. Fußgängerebene zu sehen.

Die Vielfalt der Brückenformen vom diagonal über die Brückenachse verlaufenden Bogen über parallele Bögen bis zu unterschiedlichen Pylonformen zeigt die Offenheit der Infrastrukturverantwortlichen für die moderne Funktionalität gepaart mit Eleganz.

Ansicht von der dem Pylon gegenüberliegenden Seite

Ansicht von der dem Pylon gegenüberliegenden Seite

Die Fußgängerbrücke Krzywy Kij mit asymmetrischem Pylon wurde im jahr 2000 fertig gestellt. Sie überspannt die 62,4 m der A4. Der abgeknickte Pylon misst 21,67 m. Im gleichen Jahr wurde der Luk Erosa im gleichen Autobahnabschnitt errichtet, ein relativ steil nach oben zulaufender Bogen mit 67 m Spannweite bei 17,70 m Bogenhöhe.[1]

Quellen
[1] Biliszczyk, J., Barcik, W.: Fußgängerbrücken in Polen, Brückentage in Wroclaw 2007.

Über Ahrweiler: Keine Bogenbrücken auf vorhandenen Pfeilern

07. Sep.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Geschichte, Stahlbetonbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Ahrweiler: unvollendete Brücke bei Ahrweiler

Oberhalb von Ahrweiler: Die unvollendete Brücke

Prinzip des Mauerwerksbogenbrückenbaus

Prinzip des Bogenbrückenbaus (Bs. einer anderen Brücke aus der Bautechnik)

Dem am Bahnhof Ahrweiler Markt im Ahrtal anreisenden Touristen bietet sich ein überraschender Anblick: es ist eine begonnene und nie fertig gestellte  Bogenbrücke. Nur  Betonmittelpfeiler und kurze Pfeiler an den  Hängen sind oberhalb von Ahrweiler zu sehen.  Ursprünglich sollte hier eine Brücke mit drei Bögen  das 150 m breite Adenbachtal überbrücken.

Einige Hintergrundinformationen erhielten wir von Einheimischen in Ahrweiler ergänzt durch die Informationen von der  Website der Kreisstadt Ahrweiler.

Nach dem ersten Weltkrieg sollte hier ursprünglich eine zweigleisige Eisenbahnlinie gebaut werden, um neue Verkehrslösungen für den schnellen und kürzeren Transport von Kohle bzw. Koks und Eisenerz zwischen Ruhrgebiet und dem Niederrhein einerseits und Elsaß-Lothringen mit Luxemburg andererseits [1] zu schaffen. Der obere Pfeilerkopf wurde nach vielen Diskussionen über die Finanzierung jedoch nur noch für ein Gleis fertig gestellt, wie man gerade noch am linken Pfeiler im oberen Bild erkennt. Die Tunnel waren Anfang der zwanziger Jahre schon fertig gestellt, doch die Bogenbrücken wurden nie vollendet. Sogar die Schienen waren teilweise schon verlegt, doch die wurden abgebaut, als Frankreich 1923/24 das Ruhrgebiet besetzte.[nach 1]

35 m hoher Betonpfeiler

35 m hoher Betonpfeiler

1921- 1923 baute man an der Unvollendeten bis eine Baustopp verhängt wurde. Zwei 35 m hohe Betonpfeiler und 10 Mauerwerksstümpfe an den Widerlagern stehen nun am Eingang ins Adenbachtal. 1921 waren auch die Tunnel im Zuge der Strecke bereits fertig gestellt. Die große weltpolitische Lage und der verlorenen erste Weltkrieg standen der Entwicklung der Verkehrsinfrastuktur entgegen. [nach 1] An der Betonoberfläche der Pfeiler findet man Griffe- sie wird heute als künstlicher Kletterübungsfelsen genutzt.

Die Tunnel erfuhren dann eine völlig neue, zum Zeitpunkt ihrer Erstellung noch ungeahnte Funktion. Der ursprünglich geheimste Bau, der Bundesrepublik Deutschland, der Regierungsbunker, wurde in den ungenutzten Tunnelanlagen der Bahn am heutigen Rotweinwanderweg eingerichtet. Ein Flyer der für Besucher offenen heutigen Dokumentationsstätte Regierungsbunker berichtet von ersten Planungen ab 1950 unter Bundeskanzler Adenauer. Hier fanden sich Räume für Bundeskanzler, Bundespräsidialamt, und für den gemeinsamen Ausschuss von Bundestag und Bundesrat.

Bei allen Quellen gibt es weitere interessante Informationen über Hintergründe und Umstände, … jedoch nicht über die unvollendeten Brücken.

Quellen:

[1] Kreis-Ahrweiler.de, zitiert am 06.09.09

[2] Rotweinwanderweg, zitiert am 06.09.09.

[3] Dokumentationsstätte Regierungsbunker, zitiert am 06.09.09

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