Strážnice/ Straßnitz (1824-?)

22. Sep.2013 um 8:58 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Tschechien, Eisenbrücken, Friedrich Schnirch, Geschichte, Gusseisenbrücke, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , , , ,

In den Jahren 1823 bis 1824 plante und errichtete Friedrich Schnirch (02.12.1791- 25.11.1868), ein junger Ingenieur, der gerade erst vom polytechnischen Institut Wien nach Straßnitz in Mähren in den privaten Dienst beim Grafen Magnis auf dessen Herrschaftssitz verpflichtet worden war [1], die erste Hängebrücke auf europäischem Festland. Die gusseiserne Kettenbrücke war nur etwa 4,2 m zwischen den Geländern breit und 27,7 m lang (96 Fuß lang, 14 Fuß breit) und überbrückte einen Nebenfluss der Morava, das Flüsschen Velicka. Die Hängebrücke diente bis 1857 dem Verkehr. Es sollen sich Reste der Brücke im Schloss in Strážnice (Zámek 672, Strážnice) befinden.[2]

Ich verdanke die detaillierten Informationen über die Brücke einem Bericht des ehemaligen Professors für Holz- und Stahlbau an der Slowakischen Technischen Hochschule in Bratislava, Professor Ferjencik. Er hat über das oben beschriebene und 1965 in Banská Bystrica wiederentdeckte gusseiserne Kettendach (Hängedach) Schnirchs berichte.[1] Weitere Informationen habe ich dem Biographischen Lexikons des Kaiserthums Oesterreich über Friedrich Schnirch entnommen [2].

Nach der gleichen Methode hängte Friedrich Schnirch Stahldächer auf und erhielt vom österreichischen Staat 1826 ein Patent dafür. Es sollen noch Dächer dieser Art vorhanden sein. Ein Dach von 1826 ist auf der Seite der Slowakischen Dachdeckerinnung (Cech Slovenskych Strecharov) dokumentiert. Auf der Website werden die Konstruktion und der schlechte Zustand des Daches in Banská Bystrica beschrieben. Parallele Ketten aus jeweils 5 Kettenelementen verlaufen im Abstand von 42-47 cm voneinender parallel vom Dachfirst bis zu ihrer Verankerung in der Fassade. Ursprünglich war auch der Dachbelag aus Gusseisen. Er wurde jedoch von auf Holzlatten liegenden Asbestzementplatten ersetzt. Ein paar ursprüngliche Platten sind wiedergefunden worden. Wegen unklarer Eigentumsverhältnisse konnte eine Sanierung des unitalen Baudenkmals durch die Slowakische Dachdeckerinnung noch nicht initiiert werden, egal ob aus privaten oder Europäischen Fonds.

1832 veröffentlichte Friedrich Schnirch zusammen mit Joseph Schnirch die Theorie zu seinen Hängedächern (Beytrag für den Kettenbrückenbau, enthaltend die Theorie der Schwankungen, bey allen bekannten Kettenbrücken-Constructionsarten, mit 2 oder mehreren zusammenhängenden Bahnen … / bearbeitet und herausgegeben von Friedrich Schnirch und seinem verwandten Mitarbeiter Joseph Schnirch).

Quellen:
[1] Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich über Friedrich Schnirch, zuletzt besucht am 22.09.2013.

[2] Übersetzung (Universität Stuttgart): Pavel Ferjencik (1975). Über ein im Jahr 1826 gebautes Hängedach, Bd. 1, S. 130-138.

[3] Slowakischen Dachdeckerinnung, zuletzt besucht am 22.09.2013.

Liesenbrücken in Berlin (1890-1896): Tag des offenen Denkmals am 08. September 2013

06. Sep.2013 um 5:50 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Brückenevents, Brückenschäden, Eisenbrücken, Geschichte, Kultur, Vision | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , , ,

Tag Des Offenen Denkmals back

Anlässlich des Tags des offenen lädt das Berliner Netzwerk für Grünzüge zur Besichtigung der Liesenbrücken ein. Um 14:00 Uhr ist unter den Brücken am Humboldthain Treffpunkt.  Die Deutsche Bahn braucht die Brücken nicht mehr. Sie ist Eigentümerin der Brücken, den die königliche Eisenbahnbehörde hat sie einst gebaut. Die Brücken gehören dennoch zum kulturellen Erbe von Berlin. Sie lagen direkt an der ehemaligen Berliner Mauer. Jetzt fahren die Studenten zur TU Berlin unter ihnen hindurch. Darüber fährt schon seit Jahrzehnten nichts mehr. Nur die S-Bahn zum Humboldthain nutzt noch einen erneuerten Überbau, 1952 wurden sie im Zuge der Stilllegung des Stettiner Bahnhofes nicht mehr genutzt. Untersuchungen müssten zeigen, ob sie Fußgängern und Radfahrern noch eine ausreichende Sicherheit bieten. Dann könnten die Brücken Grünanlagen auf beiden Seiten, den Humboldthain und den Park am Nordbahnhof miteinander verbinden.

Es gibt eine Pedition, die im Juni eröffnet wurde und noch bis 28.09.2013 unterzeichnet werden kann. Da kann man entscheiden, ob die Brücken- wenn sie ihre Tragfähigkeit ohne größeren Aufwand noch nachweisen können- als kulturelles Erbe der Berliner erhalten bleiben sollen.

Die Überbauten wurden zwischen 1890 und 1896 von der Königlichen Eisenbahndirektion errichtet. Man findet die Liesenbrücken in der Denkmaldatenbank von Berlin.

Quellen:

[1] Berliner Netzwerk für Grünzüge , besucht am 06.09.2013.

[2] Pedition, besucht am 06.09.2013.

[3] Denkmaldatenbank von Berlin, besucht am 06.09.2013.

Eröffnung der Waldschlösschenbrücke, Dresden (2013)

11. Aug.2013 um 11:18 pm | Veröffentlicht in Brücken in Deutschland, Brückenneubau, Elbbrücken, Kultur, Stahl- / Stahlbetonverbund | 3 Kommentare
Schlagwörter: , , , , ,
Waldschlösschenbrücke2012

Waldschlösschenbrücke 2012

Untersicht der Waldschlösschenbrücke vom Schiff aus gesehen

Untersicht der Waldschlösschenbrücke vom Schiff aus gesehen

Nur noch wenige Tage verbleiben, bis die Waldschlösschenbrücke endlich eröffnet wird. Der erste Spatenstich erfolgte schon im November 2000 [1]. Am 24.-25. August 2013 wird die Waldschlösschenbrücke ein Wochenende lang den Fußgängern alleine gehören. Am 26. August 2013 werden dann die ersten Autos über die Brücke fahren können [1].

Am Eröffnungswochenende soll es eine feierliche Eröffnung geben. Auch wenn die Brücke heftig und kontrovers diskutiert wurde, werden sich viele Dresdner über die Entlastung der innerstädtischen Brücken freuen.

Mittlere Spannweite während des Baus 2012

Mittlere Spannweite (148 m) während des Baus 2012

Im jahr 2005 wurde nämlich der Welterbestatus des Dresdner Elbtals auf der Grundlage eines Gutachtens in Frage gestellt und drei Jahre später entgültig aberkannt. [1] Das ist nur schwer zu verstehen. Aus meiner Sicht hat die Brücke eine Form die sich, ähnlich wie bei der Verbreiterung der Potsdamer Langen Brücke, gut in die Landschaft einfügt. Bei beiden Brücken war das Büro Klähne beteiligt. Die Bögen und Bogensockel der Waldschlösschenbrücke wurden während der Ausführungsplanung verschlankt und so noch filigraner. Die 10-feldrige Stahlverbundbrücke hat eine  Gesamtlänge von 636 m, der Mittelbau überspannt die Elbe mit 148 m.[2]

Ausführliche Informationen gibt es auch bei Wikipedia.

Quellen:

[1] Sächsische Zeitung Online vom 20.06.2013, zuletzt besucht am 11.08.2013,

[2] Beratende Ingenieure Klähne, zuletzt besucht am 11.08.2013.

Spreeparkbrücken in Berlin: im Dornröschenschlaf

05. Aug.2013 um 10:33 pm | Veröffentlicht in Brücken in Deutschland, EUROPA, Geschichte, Kultur | 7 Kommentare
Schlagwörter: , , , , ,
Die Schienen enden scheinbar im Nirgendwo

Sonntag im Spreepark: Die Schienen enden scheinbar im Nirgendwo

Früher, d.h. seit mindestens 12 Jahren wurde die Füßgängerbrücke noch benutzt...

Früher, d.h. vor mindestens 12 Jahren wurde die Fußgängerbrücke noch benutzt…

Die Natur holt sich den Spreepark zurück

Die Natur holt sich den Spreepark zurück

… doch seit eben diesen12  Jahren ist der Spreepark verwaist. Diesen „Lost Place“ hat sich die Berliner Bloggergemeinde für ihr diesjähriges Treffen ausgesucht. Die Idee kam eigendlich von Tonari, die vorher schon mal Probebesichtigen war. Wer sonst noch dabei war kann man bei Bigi lesen, die trotz des zugezogenen Himmels wunderschöne Kollagen vom Riesenrad zusammengestellt hat.

Kaum etwar ist vom ehemaligen 1969 eröffneten eröffneten VEB Kulturpark geblieben. Die wenigen idyllischen ursprünglichen Rohrdachimbisshäuschen sind nun auch ausgeräubert und hinüber.

Die Brücke wird scheinbar nur noch vom Drachen (boot) getragen...

Die Brücke wird scheinbar nur noch vom Drachen (boot) getragen…

Die Natur holt sich inzwischen den Vergnügungspark zurück, der noch Anfang der 1990ziger Jahre nach westlichen Maßstäben und gewaltigem Aufwand völlig umgebaut worden ist.Die Besucherzahlen aus den Jahren vor der Mauer von jährlich 1,5 Millionen Menschen wurden jedoch nie wieder erreicht.

Hin und wieder wird der Spreepark und damit die Brücke oben noch vermietet. Sänger kommen singend unter ihr hervor oder verschwinden traurige Abschiedslieder singend in den wuchernden Büschen hinter der Brücke. So ungefähr haben wir uns das im Spreepark im Berliner Plänterwald am letzten Wochenende berichten lassen.

ponton_SpreeparkOhneBootstourDas Interesse an Besichtigungen steigt zunehmend. Man muss sich ranhalten, wenn man noch eine Besichtigung mitmachen möchte, denn in diesem Jahr noch soll der Zuschlag an einen neuen Nutzer erteilt werden. Es sollen auch schon viele Interessenten da gewesen sein. Und alle mussten wieder gehen oder gaben auf. Doch auch Berlin erwägt einen Einstieg. Daher, so berichtet Christopher Flade, der die vielen Menschen durch den Park führte und die Geschichte des Parks richtig lebendig wiedergab, wurde das letzte Bieterverfahren im Juli 2013 abgebrochen, so dass der externe Bieter nicht einsteigen konnte. Das Gelände muss jedoch als Erbpachtvertrag weiterhin als Freizeitpark genutzt werden. Wenigstens das ist entschieden worden.

2013-08-04-3427

Quelle: Führung durch den Spreepark am 04.08.2013

Weiterlesen auf der Webseite des Spreeparks

Kerkbrug, Leiden, NL (1867)

21. Jul.2013 um 12:54 pm | Veröffentlicht in Brücken in den Niederlanden, Eisenbrücken, Geschichte, Kultur | 4 Kommentare
Schlagwörter: , , , ,

Alte Eisenzugbrücke in Leiden

Alte Eisenzugbrücke in Leiden Ansicht von Südwesten aus

Kerkbrug in Lieden, Ansicht von Nordost

Kerkbrug in Lieden, Ansicht von Nordost

Eine alte gusseiserne Zugbrücke in Leiden überbrückt den Oude Rijn an der Hooglandse Kerkgracht im alten Stadtkern von Leiden in den Niederlanden. Die Kerkbrug (Kirchbrücke) wurde im Jahr 1876 von der Firma D.A. Schretlen & Co. in Leiden erbaut, wie die Aufdrucke an den beiden Portalen verkünden. Die Kerkbrug ist wegen der Firmenaufschrift auch als Schretlen Brug bekannt.  Leiden verdankt diese historische Brücke dem Leidener Eisengießer Dominicus Antonius Schretlen [1]. Wie auch die Grachten und single-Kanäle ist die Kerkbrücke im Sommer liebevoll mit Blumen geschmückt.

Die beiden Fahrbahnhälften mit Holzbelag sind in der Mitte mit einer gusseisernen Lasche verbunden

Die beiden Fahrbahnhälften mit Holzbelag sind in der Mitte mit einer gusseisernen Lasche verbunden

Vor dieser gusseisernen , heute denkmalgeschützten Brücke standen ab 1350 hölzerne Vorgängerbrücken. Die Kerkbrug steht an Nummer 4 im Brückenregister der Stadt Leiden und ist die Nummer 29 auf der Brückenkarte unter [1].

Die Brücke dient heute dem Fußgänger- und Fahrradverkehr. Für Autos ist sie gesperrt. Eine gusseiserne Lasche verbindet die beiden Zugbrückenklappen im geschlossenen Zustand miteinander.

Name der Gießerei im Brückenportal

Name der Gießerei im Brückenportal

Die Brückenart wird im allgemeinen als doppelte gusseiserne Zugbrücke (NL: dubbele gietijzeren Ophaalbrug) bezeichenet. Im Deutschen unterscheiden wir noch zwischen Zugbrücke und Klappbrücke. Die Klappbrücke zeichnet sich wie die Kerkbrücke dadurch aus, dass Gegengewichte an den festen gusseisernen Teilen, so genannte Hinterruten, das Ziehen beim Öffnen erleichtern. Es muss dann nach [4] nur noch der Reibungswiderstand des Triebwerkes (Kette oder Seil) überwunden werden.

Ansicht der Kerkbrug vom Südufer aus.

Ansicht der Kerkbrug vom Südufer aus.

Die Gusseisenfirma Schretlen & Co. baute nicht nur Brücken, sondern goss auch gusseiserne Leuchtürme[2] und belieferte die niederländische Eisenbahn mit Schienen und Weichen [2]. Die Gießerei gleichen Namens scheint es in Leiden nicht mehr zu geben. Seit 1911 ist der Name Schretlen & Co nicht mehr mit einer Gießerei verbunden, sondern mit einer Bank in Amsterdam.

Referenzen

[1] Brücken in Leiden, zuletzt besucht am 20.07.2013.

[2] z.B. Leuchtturm in IJmuiden aus Gusseisen/ Wikipedia, zuletzt besucht am 20.07.2013.

[3] Railways in the Netherlands, A brief history 1834-1994, google books, zuletzt besucht am 20.07.2013.

[4] Klappbrücke/ Wikipedia, zuletzt besucht am 20.07.2013.

Photos: meine

ponton_KerkbrugVonWeitem

Prag: Mánesův most (1914)

25. Okt.2010 um 9:19 am | Veröffentlicht in Brücken in Tschechien, EUROPA, Geschichte, Kultur, Stahlbetonbrücken, Stampfbetonbogenbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , , , ,
ponton_ManesuvMost
Mánesův most in Prag
ponton-ManesuvMost

Pfeiler der Manesuv Most

Die Brücke über die Moldau, die man in Prag von der berühmten Karlsbrücke aus sieht, ist die Manes-Brücke. Sie verbindet die Altstadt (Staré Mesto) mit der Kleinseite (Malá Strana). Die neunte Brücke über die Moldau in Prag ist 186 m lang und 16 m breit.[1]

Die von den Ingenieuren František Mencl, Alois Nový und dem Architekten Mečislav Petrů entworfene Brücke wurde 1914 eröffnet. Wegen des ersten Weltkrieges dauerte es bis 1916, bis die Brücke vollständig fertig gestellt war. In den Sechziger Jahren ersetzte man den ursprünglichen Pflaster-Belag durch Asphalt. Da dieser verschiedene Probleme verursachte, wurde er bei der Sanierung in den Neunziger Jahren wieder gegen den ursprünglichen Belag ausgetauscht.[1]

pontonMoldaubrücken

Blick auf die Moldaubrücken Manesuvbrücke und Karlsbrücke (im Hintergrund)

Die Manesuvbrücke ist eine vierfeldrige leichte Betonbogenbrücke, teilweise schon aus Stahlbeton, mit aufgeständerter Fahrbahn im Stil des tschechischen Kubismus. [1] Über den Pfeilern befinden sich jeweils Stelen.

Zunächst trug die Brücke den Namen Franz Ferdinand Brücke. 1920 wurde sie im Andenken an Josef Mánes  (1820-1871), einen tschechischen Maler und Illustrator, umbenannt.

Heute trägt die Brücke neben dem Fahrzeugverkehr auch zwei hochfrequentierte Straßenbahngleise.

Quellen:

Fotos: ponton

[1] cz.Wikipedia/Manesuv Most, zitiert am 25.10.2010

USA: Chesapeak Bay-Bridge

18. Okt.2010 um 8:00 pm | Veröffentlicht in Brücken in den USA, Geschichte, Kultur, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , , , ,

ponton-CheasapeakbaybridgeFromEastShore

Chesapeak Bay-Bridge vom Südostufer aus gesehen.


chesapeakbaybridgenordbruckebogenvonsudost-2.jpg

Chesapeak Bay Bridge: Blick auf den Fachwerkbogen der Nordbrücke

Die Cheaspeak Bay-Bridge im Zuge der US 50 and US 301 des Blue Star Memorial Highway, heißt offiziell Wm Preston Lane Jr Memorial Bridge. Die Chesapeak Bay Bridge überbrückt die über 300 km lange Chesapeak Bay im ursprünglichen Tal des Susquehannas rivers an ihrer engsten Stelle von nur 6,5 km Breite bei Anapolis in Maryland. Die Fahrt über die 4,3 Meilen (~ 7 km) lange Brücke bietet nicht nur wunderschöne Ausblicke auf die Chesapeak Bay, sondern auch auf den jeweils zweiten Brückenzug.

Pylon der Südbrücke

Südhängebrücke der Chesapeakbaybridge

Die Chesapeak Bay Bridge besteht aus einer Südbrücke für den Verkehr in Richtung Ostufer und einen nördlichen Brückenzug, den sich zwei Spuren in Richtung Westen (nach Washington) und eine weitere Spur in Richtung Ost teilen (übrigens ohne jegliche Barrieren zwischen den Richtungsfahrbahnen). Der erste Überbau entstand bereits 1954. Um das Eigengewicht der Hängebrücke niedrig zu halten, wurde der Straßenbelag in diesem Bereich aus Leichtbeton gefertigt. Die Fahrbahn der Hängebrücke wird durch eine Fachwerkkonstruktion stabilisiert, in deren Untergurtebene die Fahrbahn liegt.

CheasapeakbaybridgeNordbrücke

Hängebrücke der Nordbrücke, von der Südbrücke aus gesehen

1973 wurde dann eine zweite Brücke gebaut, weil das Verkehrsaufkommen stark angestiegen war.

Zwischenzeitlich, am 15. April  1964 wurde  zwischen der Delmarva-Halbinsel und Hampton Roads der Chesapeakbay-Bridge-Tunnel nahe der Mündung in Virginia, also weit südlicher, eröffnet. Wer mehr über diese  faszinierende Gegend erfahren möchte, dem sei der historische Roman Chesapeakbay von James A. Michener empfohlen.

Fots: Ponton

Quellen:

[1] en.wikipedia/ Chesapeakbaybridge

[2] Homepage des Chesapeakbay-Bridge-Tunnel

 

Kosten von Gusseisenbrücken: Havelbrücke Potsdam (1825)

21. Mai.2010 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, 2 Brücken nach Material, Brücken in Deutschland, Eisenbrücken, Geschichte, Gusseisenbrücke, Havelbrücke, Kultur, Literatur | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , , , , ,
ponton-Havelbrücke Potsdam

Havelbrücke Potsdam von 1825

Im Forum wurde nach den Kosten von gusseisernen Brücken gefragt. Hier ist das Ergebnis der Recherche u.a. für die gusseiserne Brücke über die Havel nach Potsdam. Natürlich kann man nicht Ermessen, wieviel denn die Thaler damals im Vergleich zu heute Wert wären, aber vielleicht hat da jemand eine Vorstellung. Es handelt sich nach meiner Diskussion mit Brückenfans offensichtlich nicht um die Vorgängerbrücke der Schinkel-schen Mauerwerksbogenbrücke und der heutigen Glienicker Brücke, sondern um eine Vorgängerbrücke der heutigen Langen Brücke in der Nähe des Bahnhofes Potsdam am Schloss.

Auszug aus der Erklärung der Kupfertafeln im Fünften Hefte der Gleiwitzer Gusswaren-Abbildungen. Tafel I und II.

Die lange eiserne Brücke über die Havel bei Potsdam wurde auf der hiesigen Eisengießerei vom October 1823 bis Mai 1825 nach dem hierzu von dem königlichen Regierungsrath und Baudirector, Herrn Becker zu Potsdam, angefertigten Plane gegossen und war bis zum 31. Juli 1825 an Ort und Stelle bereits soweit aufgerichtet, dass sie an dem gedachten Tage Abends um halb 7 Uhr von Sr. Majestät unserm allergnädigsten Könige und Herrn Friedrich Wilhelm III. bei Allerhöchstdesselben Rückkehr von Töplitz zum ersten Male befahren werden konnte.

Die Brücke selbst, wovon auf Tafel I (s. oben) Ansicht und Grundriss zu sehen ist, besteht aus 8, auf 7 Fuss starken steinernen Pfeilern ruhenden, gusseisernen Bogen von 60 Fuss Länge,  5´6″ Spannung, legt sich am rechten Ufer der Havel an die Stadt und hat mit Einschluss der auf dem linken Ufer aufgeführten neuen Gebäude für die Wache und die Wohnung des Thoreinnehmers eine Länge von 600 Fuss Rheinländisch.

Jeder Bogen besteht aus 7 Rippen, deren jede aus 2 Endstücken und einem Schlusstheil zusammengesetzt ist, überhaupt aus 21 Haupttheilen.

Das Gewicht sämmtlicher Gusswaren zu dieser Brücke betrug

23,053 Ctr. 106 Pfund, mit einem Geldwerte von…… 68,026 Thlr. 8 Sgr 9 Pf.

202 Ctr. 23 Pfund div. Gusswaren zu den Thorpfeilern und Thorpfeilern etc.ad…… 771 Thlr. 14 Sgr. 5 Pf.

Hierzu kommen noch 6 verzierte Laternständer…… 133 Thlr. 28 Sgr.

Für Schmiedearbeit pro Bogen pptr. Ctr. 851 Thlr. 11 Sgr. 3 Pf. zu allen Bogen überhaupt circa…… 6,811 Thlr.

An Kosten für die Zusammensetzung der sämmtlichen Bogen auf der Hütte……  4,634 Thlr. 11 Sgr

An besonders vergütigten Modellkosten, wegen Senkung des 8 Bogens, die durch die Localumstände in Potsdam bestimmt wurden, nachdem der Guss schon im Werke war…… 235 Thlr. 14 Sgr.

An Zusammensetzungskosten, Schmiede- und Tischlerarbeit zu den Thorpfeilern und Thorgittern…..214 Thlr. 9 Sgr. 10 Pf.

Summa der Kosten auf dem Werke 80,826 Thlr. 26 Sgr.

Quelle:

Kupfertafel der Huta Pokoj, Gliwice, digital erhalten von der Universität Breslau/ Wrolaw, Vielen Dank!

Blogs in Deutschland: Ranking der German Science Blogs.

09. Mai.2010 um 11:45 pm | Veröffentlicht in 1, Blogs, EUROPA, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , , ,

Unternehmen wir heute einen kleinen Exkurs. Wie sieht eigentlich die aktuelle deutsche Bloggerlandschaft aus? Unter ScienceBlogs.de findet man heute schon das ranking der erfolgreichsten Deutschen Blogs, acht unter den besten zehn sind Blogs mit wissenschaftlichen Themen Mai 2010.

An erster Stelle findet sich ein Blog, der bei uns schon seit langem als Interessante Website verlinkt ist: der Blog des Astronoms Florian Freistetter, Astrodicticum Simplex.In den letzten posts wird zum Beispiel über Stonehenge, Nascalinien und  und die Navigation der Wikinger sowie über Potentiell gefährliche Asteroiden“: Wie gefährlich sind sie wirklich? berichtet.

Ein weitere interessanter Blog unter den zehn meistgelesenen ScienceBlogs im Monat Mai ist der PrimaklimaBlog. Gerade werden dort aktuelle Informationen über den Eyjafjellajokull veröffentlicht. Schon wieder bringt der den Flugverkehr an mehreren Europäischen Flugplätzen zum Erliegen. Ein Ende ist nicht vorhersehbar. Primaklima analysiert, was die Satelliten bestimmen können und stellt die unbequeme Wahrheit fest: Der Eyjafjellajokull ist ein geologischer Witz. Ein Ausbruch in der Dimension des Laki würde mit ziemlicher Sicherheit jeden europäischen Flugverkehr für ein Jahr und länger lahm legen.

Beim Mathlog erfährt man zum Beispiel, was eigentlich Mathematik ist: Mathematik zwischen Strenge und Verständlichkeit, eine Buchbesprechung zu David Ruelle’s Buch „Wie Mathematiker ticken“

Die Ingenieurwissenschaften leben irgendwie in einer Parallelwelt zu den Naturwissenschaften, dabei sind wir die Praxis der Wissenschaft: Wenn das Klima und die Erden verrückt spielen oder ein Asteroid auf unsere Erde stürzen sollte und die Flugzeuge nicht fliegen, müssen unsere Brücken größere Lasten aus Straßen- und Zugverkehr ertragen, die Mathematiker bieten uns die Werkzeuge, damit wir überprüfen können ob die Erhöhung auch ertragen werden kann… Noch ist der Laki nicht ausgebrochen, sollte es passieren, dann müssen wir uns diesem Thema noch einmal zuwenden…

Weitere aktuelle Informationen der EU zum Thema Volcanoes


The LM project

14. Nov.2009 um 4:43 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Dänemark, Brückenneubau, Vision | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , ,

nach Steven Holl Architects [1] Steven Hall Architects ist eine weltweit agierendes Architekturbüro mit zwei Dependancen in New York City and Beijing/ Peking. Steven Holl leitet das Büro zusammen mit den Partnern Chris McVoy (New York, USA) und Li Hu (Beijing, China)

Hinter dem Kürzel The LM-project versteckt sich eine faszinierende neue Hafenbrücke über den Kopenhagener Hafen [2]. Eine Fußgängerbrücke wird die auch von großen Kreuzfahrtschiffen und riesigen Fähren frequentierte Einfahrt in das Hafengelände überbrücken. Das Architekturbüro STEVEN HOLL ARCHITECTS gewann 2008 einen Wettbewerb mit einem außergewöhnlichen Design für eine Brücke. Zwei an den Ufern stehende (65 m hohe) Hochhaustürme verbinden sich quasi mit einem Handschlag in luftiger Höhe.

Den architektonische Wettbewerb hatten die Kopenhagener Stadt und Hafen Entwicklungsgesellschaft, CPH City and Port Development sowie die ATP Ejendomme, ausgeschrieben. Der frühere Kopenhagener Bürgermeister und heutige  administrative Director der Entwicklungsgesellschaft City / Harbor and Copenhagen, Jens Kramer Mikkelsen sagte am 31. Oktober 2008 bei der Auszeichnung der Gewinner des Wettbewerbs: „Das Projekt verbindet die ästhetische, funktionelle und die Buisiness Gedanken. Der Siegesentwurf ist Architektur einer hohen, hohen Klasse“. Der heutige Bürgermeister fügte hinzu: Wir bekommen zwei großartige Hochhäuser , die die Stadt besser zusammen führt und gleichzeitig ein Wahrzeichen des Hafens wird“.

Das Design der von Steven Holl Architects‘ gestalteten neuen Einfahrt in den neuen Hafen der  Großstadt Kopenhagen basiert auf dem Konzept, dass zwei Hochhäuser zwei, in ihrer Orientierung jeweils den Stadtteil zurück verankernden Aspekt, auskragende Brücken tragen. Auf der Langenlinie Seite, wo seit Jahrzehnten die Ozeanriesen ankern , drückt dies auch die Form des Hochhauses so aus. Ein bugartig gestaltetes Deck lässt glauben, dass der Meereshorizont schon zu  erblicken ist. Dieses Deck ist die Ebene von der aus die öffentlichen Aufzüge bestiegen werden und öffentliche Cafés und Gallerien zum Verweilen einladen. Man erreicht diese Ebene sowohl über großzügige Treppen als auch über Rolltreppen. Der Marmormolen Tower ist mit der City über die Hauptterrasse  mit dem Eindruck eines unterhalb befindlichen öffentlichen Auditiriums verbunden. Auch diese Ebene kann man über öffentliche Treppen sowie Rolltreppen erreichen.

Jedes der beiden Hochhäuser trägt seine eigene auskragende Schrägseilbrücke, die sich in der Mitte hoch über dem Wasser treffen und eine öffentliche Fußgängerpassage zwischen zwei Brückenpfeilern bilden. Wegen der Geometrie vor Ort, treffen sich die Brücken unter einem Winkel und bilden sozusagen einen Handschlag über der Hafeneinfahrt. Die Unterseite der Brücken und der Kragarme nehmen die strahlenden Farben des Hafens auf; das Orange der Container an der Unterfront von Langenlinie, kräftiges Gelb auf der Unterseite am  Marmormolen.-Ufer. In der Nacht widerspiegeln sich die von Strahlern beleuchteten  colorierten Aluminiumflächen  wie Gemälde im Wasser.

Alles Ingenieurleistungen für das LM-Projekt mit Umfang zwischen 50 000 000 und 70 000 000 DKK wurden inzwischen nichtoffen ausgeschrieben. Bewerbungsschluss war der 17.08.09.

Weitere Brücken-Hochhaus-Kombinationen des Büros entstehen z.B. in diesem Jahr in Bejing/ Peking.

Quellen:
[1] Steven Holl Architects, zitiert am 14.11.09.

[2] Orestad.dk,  zitiert am 14.11.09.

Nächste Seite »

Bloggen auf WordPress.com.
Entries und Kommentare feeds.