Frankfurt/Main (DE): Flösserbrücke (1968)

08. Nov.2011 um 10:35 pm | Veröffentlicht in Brücken in Deutschland, EUROPA, Mainbrücken, Spannbetonbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Flösserbrücke über den Main

Flösserbrücke über den Main mit Stahlbetonschräg“kabel“brücke

ponton_SachsenhausenerUferFloesserbruecke

Blick vom Sachsenhausener Ufer auf den gevouteten Strompfeiler

Die Flösserbrücke ist eine Schräg“kabel“brücke über den Main in Frankfurt/Main. Sie verbindet seit 1986 die Innenstadt mit dem Deutschherrnufer im Stadtteil Sachsenhausen. Der Verkehr fließt nur in Richtung Innenstadt während der Stadtauswärts flutende Verkehr über die benachbarte Ignatz-Bubis-Brücke geleitet wird. Der Architekt der Brücke Egon Jux betont die extravagante Konstruktion durch eine ausdrucksvolle Farbgestaltung der Pylone. Für die konstruktive Lösung zeichnet Herbert Schambeck (Dykerhoff & Widmann) verantwortlich.

Der 221 Meter lange zweizellige Spannbetonüberbau hat vier Felder mit Stützweiten von 17,85 Meter, 41,75 Meter, der Stromöffnung mit 106,5 Meter und 54,9 Meter. [2]

ponton_zweizelliger Hohlkasten der Spannbetonbrücke

zweizelliger gevouteter Hohlkasten der Flösserbrücke

Das von dem asymmetrisch angeordneten verkürzten PylonPylon getragene Schrägkabel ist eigentlich ein Zugband aus Stahlbeton und kein Kabel im eigentlichen Sinne des Wortes. Eigentlich handelt es sich um eine Zügelgurtbrücke mit einer kräftigen Voute am zweiten Strompfeiler. Sie wurde im Freivorbau errichtet. Dazu wurde zunächst der Strompfeiler errichtet, an dem Hilfskabel angebracht wurden, die jeweils die Spannbeton-Brückenelemente im Montagezustand während des Freivorbaus hielten. Wegen des Schiffsverkehrs auf dem Main durften beim Bau keine Hilfstützen in den Main gebaut werden.

ponton_FloesserbrueckeFahrbahnebene

Fahrbahnebene der Flösserbrücke

Erst im Endzustand ist die Spannbetonbrücke durch die vorgespannten Betonzügel unterstützt worden [1]. Eine ähnliche Zügelgurtbrücke mit betonummantelten Spannstählen ist die BlaubeurerTor Brücke (1989). Die meisten Informationen habe ich einem neuerschienenen Buch von Holger Svensson entnommen. Unter dem Titel Schrägkabelbrücken hat er seinen Rückblick auf 40 Jahre Großbrückenbau weltweit dokumentiert.  ER hat selbst noch bei Professor Leonhardt in Stuttgart studiert und war seit 1972 im Ingenieurbüro Leonhardt Andrä und Partner (LAP) tätig. Das Buch mit seiner Fülle an Informationen über Schrägkabelbrücken ist ein „Muss“ für den Bücherschrank des brückeninterssierten Laien sowie des Fachmannes.

ponton_Floesserbrücke

Blick auf den Pylon der Flösserbrücke vom Sachsenhausener Ufer

Fotos: meine

Referenz

[1] Holger Svensson: Schrägkabelbrücken, 2011, ISBN-10: 3-433-02977-6, vorgestellt am 29.09.2011 in der TU Berlin.

[2] de.Wikipedia/Flösserbrücke, zitiert am 07.11.2011.

Bamberg: Neubau der Löwenbrücke (2009)

07. Jul.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Brückenneubau, Stahl- / Stahlbetonverbund | Hinterlasse einen Kommentar
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Bamberg: Schrägkabelbrücke

Bamberg: Neubau Löwenbrücke

Löwenbrücke

Löwenbrücke

Die Welterbestadt Bamberg baut neue Brücken im Rahmen ihres „Brückenprojektes 2010“. Die Löwenbrücke liegt jedoch außerhalb des Welterbebereiches. Nur die Kettenbrücke von 1953 liegt innerhalb. Am 27.03.2009 ist der Neubau der Löwenbrücke eröffnet worden.24 Monate haben Abriss und Neubau gedauert.

Das Brückenprojekt der Stadt Bamberg war beschlossen worden, weil die Löwenbrücke, die Luitpoldbrücke und die Kettenbrücke über den Main-Donaukanal schwere Schäden aufwiesen. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes beteiligt sich an den Kosten zu 50 %. Man hatte jahrelang verhandelt und 2004 einen Vertrag mit dem zuständigen Aschaffenburger Amt unterschreiben können. Der Entwurf wurde als die Vorzugsvariante von sechs Projekten durch Ingenieurbüro CBP Consulting Engineers und Ingenieurbau GmbH und den Architekten Schultz-Brauns & Reinhart, beide München, sowie dem Baureferat der Stadt Bamberg ausgewählt.

Die neue dreifeldrige Zügelgurtbrücke hat eine Länge von etwa 100 m. Die beiden Pylone sind 28 m hoch. Damit ragen sie 20 m über der Fahrbahn in die Höhe. Die Pylone stehen auf den Uferwegen und trennen Fahrbahn und Fußgängerweg der Brücke voneinander. Mit 19,5 m Breite ist der Neubau fünf einhalb Meter breiter. Drei Fahrspuren führen über die dreifeldrige Stahlverbundbrücke (13 m -75 m- 13 m)[1] Im Bauablauf wird die Bevölkerung informiert.

Der Stahlbrückentyp ist neu für Bamberg. Einzig die Kettenbrücke (1829 mit Pylonentürmen gebaut, 1892 durch eine Stabbogenbrücke ersetzt) und die damalige Sophienbrücke, heute Luitpoldbrücke (mit seitlichem Stahlfachwerk) erinnern etwas an ähnliche Systeme. Auch die heutige Marienbrücke („Blaue Brücke“) war bis 1961 eine Hängebrücke. [1]
Hängebrücke.

Zügelgurtbrücke Pylon

Zügelgurtbrücke Pylon

Quellen:

[1] Stadt Bamberg/ Flyer Brückenprojekt u.a., zitiert am 04.07.09

Fotos: Wolzö, vielen Dank!

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