Brücken ohne Fugen? – Forschung an der EPFL

22. Jan.2012 um 9:03 pm | Veröffentlicht in 3 Brückenbauer, Brücken in der Schweiz, Christian Menn, EUROPA | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , , ,
Ganterbrücke entworfen von Professor Christian Menn

Ganterbrücke entworfen von Professor Christian Menn

Die Basler Zeitung meldete gestern unter dem Titel: „Autofahrer dürfen mit weniger Baustellen rechnen“, von interessanten neuesten Forschungen der ETH Lausanne (EPFL) zu fugenlosen Betonbrückenkonstruktionen. Die Idee ist es, Konstruktionen zu entwerfen, die Längenveränderungen infolge von Temperaturdifferenzen auf neue Weise kompensieren. Die bisherigen Experimente an Brückenkopfelementen sind viel versprechend.

Die Forschungen würden nach erfolgreichem Abschluss dazu führen, dass Dehnungsfugen/ Brückenübergangskonstruktionen durch neue Maßnahmen ersetzt werden könnten. Anwendbar wäre die neue Methodik z.B. bei Brücken  mit kurvigem Straßenverlauf, wie die Ganterbrücke, eine Schrägkabelbrücke  (1980) im Zuge der Simplonstraße (Nationalstraße N9). Die Brücke könnte- so die Theorie- die Temperaturdifferenzen durch Ausdehnen nach außen kompensieren, so wie das bislang bei Staudämmen realisiert wird. Bei positivem Abschluss des Forschungsvorhabens könnten auch Brücken mit Spannweiten über 40 m fugenlos konstruiert werden. Da die Lösung eine Reduzierung der Kosten für Inspektionen und Instandhaltung erwarten lässt, interessiert sich insbesondere das Schweizer Bundesamt für Strassen (Astra) für die Forschungsergebnisse.

Quelle und nachzulesen unter: Basler Zeitung online (21.01.2012): Autofahrer dürfen mit weniger Baustellen rechnen

Hong Kong: Stonecutters Bridge (2009)

03. Apr.2010 um 12:23 pm | Veröffentlicht in 1, ASIEN, Brücken in China, Brücken in Hong Kong, Brückenneubau, Monitoring, Stahlbetonbrücken, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , , ,
ponton-Stonecuttersbridge im Bau

Stonecutters Bridge in Hong-Kong 2009 im Bau

ponton-Pylon-Stonecutters

Pylon der Stonecutters Bridge im Bau

Die Stonecutters Bridge in Hong-Kong wurde am 20. Dezember 2009 eröffnet. Die Konstruktion am lebendigen Containerhafen Wai Chung und überbrückt den Rambler Kanal zwischen dem Containerhafen Terminal 8 (CT8) auf  der Stonecutter Insel am östlichen Ufer und dem Container Terminal 9 auf der Tsing Li Insel auf westlicher Seite im Zuge der Straße 8 zwischen Tsing Yi und Cheung Sha Wan.

Eine eigene Website des Highway Departements  der Regierung von Hong-Kong berichtet über die wichtigsten Informationen und blickt auf den Bau der Brücke zurück.  Eine Schrägkabelbrücke mit fächerförmig angeordneten Kabeln überbrückt insgesamt 1 596 m. Die lichte Weite zwischen den lt. [2] 280 m hohen Pylonen beträgt etwas mehr als einen Kilometer- 1 018 m. Mit dieser Spannweite gehört die Stonecutters Bridge seit ihrer Fertigstellung  zu den längsten Schrägkabelbrücken der Welt [1] Die Stonecutters Bridge ist derzeit nach [2] die zweitlängste und eine von nur zwei über 1000 m spannenden Brücken). Ausführende Firma war Ove Arup and Partners Hong Kong.[2]

ponton-Stonecutters

Pylon der Stonecutters Bridge im Bau-2009

Bauweise

Auf der Website ist die Bautechnologie anschaulich mit Hilfe von Trickfilmen dargestellt. Jeder der beiden Pylone ist auf je sechs Bohrpfählen mit Endverankerungen tief im Baugrund verankert. Am unteren Ende der Bohrpfähle mit 2 bis 2,5 m Durchmesser sind nach Erreichen des felsigen Untergrundes kegelstumpfartige Endverankerungen hergestellt worden, deren Bohrtechnologie an die Funktion von Spreizdübeln erinnert. Auf den je sechs Pfählen baut das Pfahlhaupt aus bewehrtem Beton auf, auf dem die Pylone stehen.

Die untere Hälfte der Pylone besteht aus bewehrterm Stahlbeton. In der oberen Häfte der Pylone sind Stahlelemente in den Beton der edelstahlummantelten oberen Pylonhälften eingesetzt worden, die die fächerförmigen Brückenkabel tragen. An den Pylonen beginnt der Bau der beiden seitlich des ovalen Pylons liegenden drei-spurigen Fahrbahnen.  An je einem Kabel wird Schritt für Schritt ein stählernes Brückenelement von Pontonschiffen antransportiert, hochgezogen und angehängt bis nach 24 Schritten die Brücke 2009 in der Mitte geschlossen werden konnte. Die außerhalb des mittleren Überbaus liegenden Fahrbahnkonstruktionen bestehen aus Stahlbeton. (s. ausfühliche Informationen und Animationen unter [1])

ponton-Stonecutters im Bau

Stonecutters Bridge 2009

Dämpfer (Tuned mass dampers) dienen der Reduzierung wind- und/ oder verkehrsinduzierter Schwingungen. Seit Mai 2009 gibt es ein Online-Monitoring an verschiedenen Punkten an Land, bei dem Umweltdaten erfasst werden. Die monatlichen Berichte während der Bauzeit sind auf der Website verfügbar. Als größte Lärmquellen  wurden Containertransporter identifiziert. (in Anlehnung an [1])

Quellen:

[1] Stonecutters Bridge, zitiert am 03.04.10.

[2] Ove Arup and Partners Hong Kong Ltd (Arup).

Photo: Ostergeschenk an Ponton´s Blog.

Bangkok: Rama VIII Brücke

12. Jun.2009 um 3:22 am | Veröffentlicht in ASIEN, Brücken in Thailand | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , ,
Bangkok: Schrägseilbrücke

Bangkok: Schrägseilbrücke Foto: James

Das namhafte Entwurfsbüro Buckland & Taylor entwarf die Rama VIII Brücke über den Chao Phraya River in Bagkok/ Thailand als Tribut des derzeitigen Königs an seinen Bruder den König HM Rama VIII. Bei einer Gesamtlänge von 475 m beträgt ihre größte Spannweite 300 m. Der asymmetrisch auf der Thonburi Seite angeordnete Pylon hat eine Höhe von 160 m.[nach 1 und 2]

Entwurf und Bau wurden von einem Konsortium unter Leitung von China State Construction and Engineering Co. mit Ingenieurleistungen von Scott Wilson Kirkpatrick Ltd (Geotechnik) und dem Brückendesign von Buckland & Taylor ausgeführt.[1] Nach [2] waren auch PPD Construction Co. Ltd. of Thailand und BBR Systems Ltd. of Switzerland Beteiligte des Joint Ventures.

Taylor & Buckland erzielte eine Kostenersparnis von 15% durch Ersatz eines orthotropen Brückendecks mit Stahlhohlkasten durch eine vorgefertigte Stahl-/ Betonverbundkonstruktion mit Stahlvollwandträgern.

Die Brücke wurde 2002 vollendet. Buckland & Taylor Ltd. bekam Auszeichnungen für den Entwurf, so  u.a. den CEBC Award for Engineering Excellence und den Canadian Consulting Engineering award of Excellence. 2004 gab das Königreich Thailand eine Briefmarke mit der Brücke heraus. [1]

Quelle:

[1] Buckland & Taylor/ zitiert am 11.06.09

[2] Website 2Bangkok/ zitiert am 11,06.09

Kanada: Port Mann Bridge über den Fraser

14. Mrz.2009 um 3:09 am | Veröffentlicht in 1, AMERIKA, Brücken in Kanada | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , , , ,

Flatiron meldete am 27.02.2009:

Die Provinz von British Columbia/ Kanada schließt einen  1.93 Mrd  Dollar-Vertrag (C$2.46 billion/ 1,5 Mrd €) mit einer Gesellschaft unter Beteiligung der Kiewit-Flatiron  über Entwurf und Bau der neuen Port Mann Brücke über den Fraser Fluss in Vancouver ab. Flatiron ist  mit einem Anteil von 27.5 % an dem Vertrag beteiligt.

Das Joint Venture Team wird die neue Port Mann Bridge entwerfen und bauen. Die neue Schrägkabelbrücke wird die Gesamtkapazität der Fraserquerung von vier auf 10 Spuren erhöhen. Der Vertrag beinhaltet auch den Ausbau von 23 Meilen des Highways 1 auf beiden Seiten des Fraser Flusses. Die neue Brücke wird die derzeit täglich nahezu 14 Stunden andauernden Verkehrsstau auf der vorhandenen Brücke und damit die Fahrtzeit um bis zu 30 % reduzieren. Es wird erwartet, dass das Projekt bis 2013 abgeschlossen sein wird.

„Im vorigen Jahr haben wir einen neuen Abschnitt des Trans-Kanada Highways 1 durch den Kicking Horse Canyon bis in diese Provinz vorfristig übergeben. Wir erwarten ein weiteres erfolgreiches Projekt mit unseren Partnern, der Provinz und den Bewohnern des unteren Mainlands,“ sagte Bob French, Flatiron’s Chief Operating Officer.

Das Port Mann/Highway 1 Projekt ist Teil des umfangreichen  Gateway Programms der Provinz.

Mit einem Verkaufserlös von 752 Mio $ im Jahr 2007, ist Flatiron einer der führenden Anbieter für Transportinfrastruktur und Ingenieurbau in Nordamerika. Seine kernkompetenzen umfassen Große Brücken-, Autobahn- und Eisenbahnprojekte. In Kanada ist Flatiron auch Vertragspartner für PPP-Projekte (public-private partnership). Gegründet im Jahr 1947 ist Flatiron eine Tochterfirma von HOCHTIEF, eines der weltweit führenden internationalen Bauleistungsanbieter. Weitere  Informationen unter www.flatironcorp.com.

Die vorhandene vierspurige Port Mann Brücke von 1964 kann die gewachsenen Verkehrsströme nicht mehr bewältigen. Ihre Länge beträgt 2,09 km, die Mittelspannweite erreicht 366 m.

Quellen:

[1] Flatiron (13.03.09) Übersetzung nur zur Information, keine Haftung

Bloggen auf WordPress.com.
Entries und Kommentare feeds.