Rembrandtbrücke Leiden (1983)

11. Aug.2013 um 11:11 am | Veröffentlicht in Brücken in den Niederlanden, Brückenneubau, EUROPA, Geschichte, Holzbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Holzklappbrücke in Leiden gleich neben dem Rembrandtplatz

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Die Klappbrücke ist eindeutig eine Radfahrerbrücke, manchmal ist sie frei für Fußgänger.

Die Klappbrücke in Greifswald Wieck hat mich gleich an die Holzklappbrücke über das Galgewater in Leiden am Rembrandtplatz erinnert. Der junge Rembrandt wohnte hier von 1606 bis 1631, als er nach Amsterdam ging. Die Brücke heißt Rembrandtbrug verlängert den Weddesteeg und wurde erst 1983 errichtet. Sie ist demzufolge auch keine Brücke, die unter Denkmalschutz stehen würde [2]. Doch bereits im 17. Jahrhundert wurde diese Gegend nördlich des Rijns entwickelt. Darauf deutet auch der Turm auf der Nordseite des Galgewaters hin. Das Galgewater ist ein Teil des Wasserringes, der die ganze Altstadt von Leiden umschließt.

Am Rembrandtplatz

Am Rembrandtplatz

Die erste Brücke wurde an dieser Stelle im 17. Jahrhundert errichtet. Nach vielen Anpassungen wurde sie im Jahr 1817 definitiv abgebrochen. Von 1817 bis 1916 verkehrte dort  eine Fähre. Bis 1983 gab es dort keine Brücke. Die heutige Brücke ist ein Kopie der urspünglichen Lange Houten Brugg (lange Holzbrücke) , die schon auf der Karte unten verzeichnet ist [2].

Zahlreiche Brücken verbinden die Altstadt mit den umliegenden Stadtgebieten. Der auf die nahegelegene Mühle hindeutende  Molen de Put ist eine von vielen Attraktivitäten, die auf der touristischen Tour durch Leiden empfohlen wird-

Quellen:

[1] Schild am Ufer der Rembrandtbrücke

[2] Brücken in Leiden, zuletzt besucht am 11.08.2013

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Klappbrücke Wiek (1887)

11. Aug.2013 um 12:41 am | Veröffentlicht in Geschichte, Holzbrücken | 6 Kommentare
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Die Klappbrücke in Wieck bei Greifswald ist noch voll funktionsfähig

Die Klappbrücke in Wieck bei Greifswald ist noch voll funktionsfähig

Ein phantastischer Blick auf die Brücke im Licht der untergehenden Sonne.

Ein phantastischer Blick auf die Brücke im Licht der untergehenden Sonne.

In dieser Woche hat mir der HanseHase viele schöne Fotos einer alten Holzklappbrücke mit den zugehörigen Informationen zugeschickt, damit sie auf dem Brückenblog gepostet werden können. Vielen Dank! Ich denke, dass ich aus der großen Auswahl der Bilder die Schönsten ausgesucht habe.

In Wieck bei Greifswald gibt es eine 1887 eröffnete, nach holländischem Vorbild errichtete Klappbrücke. Sie ist etwas über 50m lang, gut 7m breit und die Durchfahrt für die Schiffe ist 10,50m breit. [1] Die Klappbrücke überbrückt das nur etwa 30 km lange Flüsschen Ryck kurz vor der Mündung in den Greifswalder Bodden am Festland südlich von Deutschlands größter Insel Rügen.

Bis 1939 ist an der Brücke noch Maut kassiert worden von jedem, der da zu Fuß, mit einem Fahrzeug, zu Pferd oder mit einem Dutzend Gänse rüberwollte. Danach wurden die Dörfer Wieck und Eldena von der Stadt Greifswald eingemeindet und das Passieren der Brücke war kostenlos.

Die Holzklappbrücke spiegelt sich im Ryck

Die Holzklappbrücke spiegelt sich im Ryck

Erst 1993 erinnerte man sich an die Möglichkeit, mit der Brücke auch wieder Geld zu erwirtschaften für deren Erhaltung. Diese Brücke ist Anfang der Neunziger Jahre komplett saniert worden, durch das relativ schlechte Holz und die ständige Belastung durch hunderte Autos täglich ist sie aber nun ein ständiger Pflegefall und eine unglaubliche Schildbürgergeswchichte ist die schon jahrelange Suche nach einem funktionstüchtigen hydraulischen VersenkPoller zum Sperren der Brücke für nichtberechtigte Autos. [1]

Die Brücke ist für Fußgänger und für berechtigte Fahrzeuge im Anwohnerverkehr geöffnet. Die jeweiligen Öffnungszeiten findet man auf der Website von Greifswald. Bei Bedarf kann die Hafenbehörde Sonderöffnungen erlauben. [2]

Quelle:

[1] Fotos und Informationen: HanseHase, vielen Dank!

[2] Wiecker Brücke auf der Website von Greifswald, zuletzt besucht am 10.08.2013.

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Schleswig-Holstein: Lindaunisbrücke (1927)

05. Nov.2009 um 10:17 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Geschichte, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Lindaunisbrücke

Lindaunisbrücke: der hier linke Überbau ist eine Klappbrücke

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Lindaunisbrücke vom südöstlichen Ufer aus gesehen

Seit 1927 verbindet eine Stahlbrücke die Schleigemeinden Stubbe und Lindaunis bzw. Lindau in Schleswig Holstein. Die Schlei ist über weite Abschnitte sehr breit und so wurde eine der schmalsten Stellen für den Bau der Brücke ausgewählt. Die Gesantlänge der dreifeldrigen Brücke ist 120 m [nach 1].

Der nördlichste  von drei Überbauten ist eine Fachwerkklappbrücke mit massivem Gegengewicht. Die beiden südlichen Überbauten sind parallelgurtige Fachwerkbrücken mit auf- und absteigenden Diagonalen und vertikalen Pfosten. Die Fahrbahn befindet sich oberhalb der Untergurtebene.

KOE-Lindaunisbrücke

Fahrbahn der Lindaunisbrücke mit Gleisen, Gegengewicht oberhalb der Brückenebene

Die Brücke verfügt nur über eine einzige Spur, die zudem auch noch mit Gleisen ausgestattet ist. Stündlich verkehrt hier der Regionalzug zwischen Kiel und Flensburg über Eckernförde.

Der Klappmechanismus war zunächst nur mit einem Kettenzug zu bedienen.  Erst 1975 wurde der Kettenzug durch einen hydraulisch gesteuerten Mechanismus mit Hydraulikzylindern in der Fachwerkebene ersetzt. Als Gegengewicht dient ein massiver Betonblock, der sich in der geschlossenen Lage oberhalb der Fahrbahnebene befindet.

Noch heute wird die Brücke  einmal stündlich geöffnet (jeweils 15 min vor jeder vollen Stunde [1]), um größere Schiffe hindurchfahren zu lassen. Wenn die Klappbrücke hoch geklappt wird, ist die Brücke für Straßen- und Eisenbahnverkehr gesperrt. Für die Sicherheit sorgen eine Schranke und einen Ampelmechanismus.

Wartezeit während der Öffnung der Brücke

Nichts geht mehr, wenn die Klappbrücke geöffnet ist

Eine  weitere Besonderheit ist es auch, dass die beiden parallelgurtigen Fachwerküberbauten vor ihrem Einbau in der Schleibrücke den Nord-Ostsee-Kanal überspannten. Sie sind also noch älter als 80 Jahre.

Seit 1997 ist die Lindaunisbrücke denkmalsgeschützt. Doch die Jahre der traditionsreichen Brücke sind gezählt. Im  Jahr 2012 soll sie einem Neubau weichen. Nach der Klappbrücke (2002) in Kappeln wird es die zweite Neubaubrücke über die Schlei sein.

Quellen:

[1] Website Eckhard Schmidt, Kappeln, zitiert am 5.11.09

Fotos: Christian, vielen Dank!

Brücken über den Mirna-Fluss in Kroatien

21. Okt.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Kroatien, Stahlbetonbrücken, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Stahlklappbrücke über den Mirna in Kroatien

Sechsfeldrige Stahlklappbrücke über den Mirna in Kroatien

Einseitige Klappbrücke

Einseitige Klappbrücke-Mittelfeld

Ein wunderschönes mediterranes Klima zieht alljährlich zahlreiche Urlauber nach Istrien am n ördlichen Ende der Adria. Den größten Anteil an Istrien hat die nordwestlichste Region Kroatiens. Daneben sind kleinere Teile Istriens italienisch bzw. slowenisch.

Der Fluss Mirna ist der längste und wasserreichste Fluss Istriens. Seine Länge beträgt 53 km, die Quelle liegt bei Buzet und er mündet in der Nähe von Novigrad in die Adria.

Zufahrt zur Antenal-Klappbrücke

Zufahrt zur Antenal-Klappbrücke

In der Nähe der Mündung gibt es drei sehr unterschiedliche Brücken über den Mirna. Eine Klappbrücke, eine alte Stahlbetonbrücke sowie eine Autobahnbrücke im Zuge des so genannten Istarski ipsilon, den man beim Blick auf die Karte als A8 und A9 identifizieren kann.

Die letzte Brücke vor der Mündung bei Antenalist eine sechsfeldrige 80 m lange Klappbrücke. Die blaugestrichene Klappbrücke aus Stahl verfügt über ein aufklappbares Brückenfeld.

Talbrücke Mirna im Zuge der A9

Talbrücke Mirna im Zuge der A9

Ein Stück weiter flussaufwärts im Innland gibt es eine 1355 m lange Autobahn-Talbrücke, Most Mirna, im Zuge der A9 (E751). Die im leichten Bogen geführte Brücke mit Stahlfahrbahnträgern  auf Stahlbetonpfeilern trägt in jede Fahrtrichtung eine Fahrspur. Ein einzelnes Feld der mindestens 18 feldrigen Talbrücke überbrückt den Mirna-Fluss.

Alte Mirnabrücke

Alte Mirnabrücke

Wer von der Antenalbrücke flussaufwärts entlang des Mirna radeln möchte muss auch die dritte Brücke in der Nähe der Mirnamündung überqueren, eine alte und schon recht gealterte Stahlbetonbrücke. Zwei Felder überbrücken das Wasser, ein drittes führt zum westlichen Ufer.

Quellen

[1] Autobahnenliste Europas, zitiert am 19.10.09

Ueckermünde: Ueckerbrücke (1996)

20. Aug.2009 um 3:07 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Geschichte, Stahlbrücke | 1 Kommentar
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Ückermünde erste Ueckerbrücke

Ueckermünde erste Ueckerbrücke (und letzte Brücke vor dem Haff)

Ückerbrücke von stromauf- nach stromabwärts

Ückerbrücke von stromauf- nach stromabwärts

Wie der Name des Ortes verrät mündet in Ueckermünde die Uecker ins Stettiner Haff. Die heutige Ueckerbrücke (Innenstadt, Ueckerstraße) wurde erst vor 15 Jahren erbaut, freigegeben am 15.05.1996. Eine zweite Brücke (Pfarrwiesenallee, L28) über die Uecker folgte zwei Jahre später, weiter stromaufwärts am 26.06.1998.[1]

Geschichte

1781-1795 war Ueckermünde eine Schiffbauhochburg. Insgesamt 102 Seeschiffe liefen hier vom Stapel. So entschloss man sich 1800-1801 zum Bau des Ueckerkanals.

Klappbrücke von der Haffseite aus

Klappbrücke von der Haffseite aus

1768 gab es erste Aufzeichnungen über eine Brücke. Es gibt einen Hinweis darüber, dass die im Siebenjährigen Krieg (1756-1863) zerstörte Brücke wieder aufgebaut  wurde. Es wird berichtet, dass sie zwei Portale von 14 Fuß (ca. 4,40 m) und zwei Klappen von je 15 Fuß Länge und 12 Fuß Breite  hatte.[2]

1861/62 wurde eine Portalbrücke mit zwei Klappen gebaut. Die lichte Durchfahrtsbreite für Schiffe betrug 11,40 Meter.  1895 Letzter Neubau einer hölzernen Portalbrücke mit einer Tragfähigkeit von 200 Zentnern (10 Tonnen) 20.10.1927 Baubeginn zu einer massiven Brücke. Die eiserne Klappe war 16 Meter lang und 7,50 Meter breit und wurde von der Firma Beuchelt & Co für 60.693 RM gebaut. Montage am 21.08.1928. 05.10.1928 Landespolizeiliche Abnahme der Brücke. Die Belastungsprobe mit einer Dampfwalze und einem Möbelwagen (gesamt 25 t) wurde durchgeführt. Die Klappe wurde mit Gegengewichten ausbalanciert und erforderte somit nur geringe Kraft zum Heben (siehe Getriebeteile, die von 1928 – 1994 ununterbrochen genutzt wurden.[2]

–> Weitere Details unter Ueckermünde, auch das folgende Foto, gefunden unter Geschichte:

Übrigens: Mit der Entdeckung von großen Vorkommen an Raseneisenerz wurden mehrere Eisengießereien errichtet.[2] Die Zeit der Industriebetriebe scheint vorbei, der Tourismus nimmt zu. Heute kann man vor allem in den Urlaub nach Ueckermünde fahren. In unmittelbarer Nähe des Stettiner Haffs entstand ein Yachthafen mit 400 Liegeplätzen und über 200 Ferienwohnungen, die Lagunenstadt Ueckermünde. 2001 wurde der Stadt Ueckermünde der Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“ zuerkannt. … und natürlich kann man die drei Brücken betrachten.

Quellen:

[1] Flyer der Stadt Ueckermünde, Haffbad, 2009

[2] Website von Ueckermünde, zitiert am 13.08.09.

Historisches Foto mit freundlicher Genehmigung der Pressestelle der Stadt Ueckermünde.

Ueckerbrücke von 1930

Ueckerbrücke von 1930

Klappbrücke an der Woltersdorfer Schleuse (1998)

04. Aug.2009 um 8:21 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Brückenneubau, Geschichte, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Woltersdorfer Schleuse von der Fußgängerbrücke aus gesehen

Woltersdorfer Schleuse von der Fußgängerbrücke aus gesehen (Richtung Flakensee)

Klappmechanismus bei geöffneter Schleusenbrücke

Klappmechanismus bei geöffneter Schleusenbrücke

In Woltersdorf östlich von Berlin wird seit Jahrhunderten das Wasser zwischen Kalksee und Flakensee aufgestaut. Als 1550 die erste  Schleuse als Stauschleuse zwischen Kalksee und Flakensee entstand, war die Region schon mindestens 310 Jahre besiedelt. Weitere zweiflügelige Klappbrücken entstanden im Laufe der Jahrhunderte. Eine zweiflügelige Holzbrücke entstand 1882. 1963 wurde anstelle der zweiflügeligen Klappbrücke eine einflügelige Brücke gebaut.[2]

Die Woltersdorfer Schleuse befindet sich am km 3,78 der Rüdersdorfer Gewässer aus denen man durch die Schleuse zur Spree gelangt. Die Fallhöhe des Wassers ist 2,10 m, die Schleusenkammer ist 65,36 m lang und 8,60 m breit.[1]

Konstruktion der aufgeklappten Klappbrücke

Konstruktion der aufgeklappten Klappbrücke

Die heutige Schleuse wurde 1996-1998 errichtet. Die alte Schleusenbrücke wurde zu einer Klappbrücke ausgebaut. Weitere Bilder der Klappbrücke findet man bei dem Ingenieurbüro, das für Vorplanung, Entwurf und Ausführungsplanung verantwortlich war.

Neben der Klappbrücke gibt es nach wie vor eine Fußgängerbrücke (seit 1929), die den Schleusenausgang hoch überbrückt. Auch sie wurde im Rahmen der Modernisierungsmaßnahme nach altem Vorbild erneuert. Von dort überblicken die Ausflügler gern den Schleusenvorgang. Woltersdorf ist seit langem begehrtes Ziel der Berliner am Wochenende, die traditionell mit der Straßenbahn anreisen können. Sie beobachten von der Fußgängerbrücke Lastkähne, die den Zement und Kalk vom Rüdersdorfer Zementwerk transportieren, in die Hauptstadt bringen und viele private Kleinboote, die von Berlin aus bis nach Woltersdorf schippern können.

Über gestalterische Aspekte des Gesamtprojektes in den 1990ziger Jahren berichtet ein ausführlicher Artikel des BAW.

Quellen:

[1] Wasserschiffahrtsamt Berlin, zitiert am 04.08.09

[2] Artikel des BAW von U.Beucke, zitiert am 04.08.09

Fotos: Cori, vielen Dank!

Berlin: Inselbrücke (1914)

03. Aug.2009 um 2:47 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Geschichte, Mauerwerksbrücke, Spreebrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Ansicht der Inselbrücke zur Berliner Fischerinsel

Ansicht der Inselbrücke zur Berliner Fischerinsel mit dem Ermelerhaus (umgesetzt von der Breiten Straße ans Märkische Ufer 1967)

Inselbrücke mit Stadthaus

Inselbrücke mit Stadthaus

An der Wiege Berlins, einst als Verbindung zwischen Berlin und Cölln erbaut, verbindet die Inselbrücke die Fischerinsel mit dem südlichen Ufer des kleineren kanalisierten Arms der Spree, des Kupergrabens (Friedrichsgracht).  Friedrichsgracht ist in Berlin im Gegensatz zu den Amsterdamer Grachten kein Graben, sondern die Bezeichnung für den südlichen Uferweg entlang der Spreeinsel. Die heutige Brücke wurde 1914 als dreifeldrige massive Bogenbrücke (11 m – 18 m – 11 m [1]), s.o. , errichtet. Die im Hintergrund des obigen Fotos erkennbaren historischen Häuser  am Märkischen Ufer standen nicht alle immer an dieser Stelle. Das historische Ermelerhaus (weiß) wurde in den 1960ziger Jahren aus der Breiten Straße hierher  ans Märkische Ufer 10/12 umgesetzt.[2]

Bevor 1914 die steinerne Bogenbrücke errichtet wurde, stand an dieser Stelle eine hölzerne Brücke mit Klappmechanismus in Brückenmitte. Das Bild unten zeigt eine Foto der Inselbrücke , damals eine mehrfeldrige Jochbrücke von ca. 1890, nach de.Wikipedia fotografiert von F. Albert Schwartz (1836—1906). Damit ist das Bild – mind. 70 Jahre nach dem Tod des Urheberes nach den Regeln der EU gemeinfrei.

Inselbrücke ca. 1890, scan: Schwartz(Wikimedia), gemeinfrei, p. m. a.

Inselbrücke ca. 1890, Foto: Schwartz

Die Gründung des Neubaus von 1914 berücksichtigte außer dem Baugrund bereits den in diesem Bereich ausgeführten U-Bahnbau. Die U-Bahn unterquert den Spreekanal und die Spree zwischen den heutigen U-Bahnhöfen Märkisches Museum und Klosterstraße.

Interessant war die Vorgehensweise beim Bau: Zunächst wurden die Bögen auf einem Lehrgerüst gemauert. Dabei waren Gelenke an den Kämpfern und im Scheite vorgesehen, die jedoch nach Abschluss der Eigenlast bedingten Setzungen geschlossen wurden. Das äußere Erscheinungsbild aus Muschelkalk (Kirchheimer Muschelkalk nach [1]) ist lediglich eine Verkleidung. Muschelkalk ist auch das Material, aus dem die Ballustradenelemente hergestellt wurden.

Ballustraden aus Kirchhainer Muschelkalk

Ballustraden aus Kirchheimer Muschelkalk

Am Ende des zweiten Weltkrieges wurde auch diese Brücke Opfer der deutschen Sprengtruppen. Nach provisorischer Reparatur wurde die Inselbrücke erst in den 1960ziger Jahren wurde im Rahmen der Neugestaltung der Fischerinsel wiederhergestellt. Nach der erneuten Sanierung mit besonderer Aufmerksamkeit für die Gründungsbereiche 1999/2000 wurde die Brücke für den Straßenverkehr gesperrt. Sie dient nur noch Fußgängern und Fahrradfahrern.  Davon, dass der Baugrund des Berliner Urstromtales wohl noch immer etwas  in Bewegung ist, zeugen Risse in den Ballustradenelementen. An der Brücke befindet sich heute der historische Hafen Berlins.

Quellen:

[1] de. Wikipedia/Inselbrücke, zitiert am 2.08.09

[2] Ingrid Nowel: Berlin, ISBN 3-7701-5577-7 (Dumont)

Historischer Hafen an der Inselbrücke

Historischer Hafen an der Inselbrücke

Schwaan: Hubbrücke über die Warnow (1928)

20. Jul.2009 um 3:16 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Brückenneubau, Brückenschäden, Sanierung, Stahlbetonbrücken, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Hubbrücke Schwaan

Hubbrücke Schwaan

Ansicht der Fahrbahnebene der Hubbrücke

Ansicht der Fahrbahnebene der Hubbrücke

Bevor 1928 in Schwaan eine genietete Stahlbrücke  als Hubbrücke über die Warnow gebaut wurde, gab es an dieser Stelle eine Holzklappbrücke, die nach [1] über die Jahrhunderte mehrfach erneuert wurde. Ein Bild der Holzklappbrücke findet man auf der Website des Kunstmuseums von Schwaan.

Provisorische Abfangkonstruktion am Pfeiler der HUbbrücke

Provisorische Abfangkonstruktion am Pfeiler der Hubbrücke

Am 1. Mai 1945 wurde die Brücke wie viele andere Brücken gesprengt. Erst 1951 wurde der Hubbrückenteil, also der Mittelteil der dreifeldrigen Brücke, wieder erneuert.[2] Die beiden außenliegenden Überbauten sind Stahlbetonüberbauten. Die Hubbrücke steht auf zwei Betonstrompfeilern.

Die Hubbrücke überspannt die Warnow in einer Breite von etwa 33 Metern. Der Hubteil kann um etwa 2,40 Meter angehoben werden, so dass sich eine Durchfahrtshöhe für den Schiffs- bzw. Bootsverkehr von 5 Metern ergibt. Die Hubbrücke ist ein technisches Denkmal und noch funktionsfähig. [2, 2008] Die Hubbrücke von Schwaan wurde im Laufe der Jahre zum kulturellen Treffpunkt und Anziehungspunkt für Touristen, z.B. zum Brückenfest.

Portal mit Anfahrschaden (?) an einem  Winkel des Fachwerkuntergurtwinkels

Portal mit Anfahrschaden (?) an einem Winkel des Fachwerkuntergurtwinkels

Ab 2008 ging es in der Diskussion um Abriss oder Sanierung, die Bevölkerung war durch einen Artikel in der Schweriner Volkszeitung vom 10.Mai 2008 alarmiert. Von Seiten des Straßenbauamtes werden nach [2] Baufälligkeit, nicht beseitigte Verformungen bzw. Spannungen in der Stahlkonstruktion infolge eines Autounfalls im Jahre 2005 an der Brücke und u. a. eine schlechte Gründung genannt. Damals rechnete man weder mit einer schnellen noch mit einer einvernehmlichen Lösung, da die Brücke ein Wahrzeichen der Stadt Schwaan ist.[2] Der SPD-Kreisverband setzte sich für einen Erhalt des technischen Denkmals ein und organisierte eine Aktion an der Brücke (06.2008). Auch die Grünen im Kreisverband Bad Doberan plädieren für den Erhalt des Denkmals (Januar 2009).

Seitlicher (östlicher) Betonüberbau

Seitlicher (östlicher) Betonüberbau

Inzwischen, ein Jahr später, sind die Gegengewichte mit Hilfe einer provisorischen verzinkten Stützkonstruktion abgefangen und eine Behelfsbrücke steht bereit um den Verkehr zu übernehmen. Diese sei nach einem Anschreiben vom November 2008 des Straßenbauamtes an den Bürgermeister in jedem Fall erforderlich, unabhängig davon ob für eine Instandsetzung oder einen Neubau. Im März bekannte sich der Verkehrsminister Schlotmann noch zur Hubbrücke. Wie es wohl weitergeht?

Update 10.August: Die Schweriner Volkszeitung vermeldete schon am 15. Juli 2009, dass es einen Neubau geben wird, traurig für alle, die eine Sanierung oder einen Nachbau des technischen Denkmals favorisiert hatten.

Das nächste Brückenfest ist schon geplant, es soll vom 14.-16. August 2009 stattfinden. Man wird nebenan nun den Abriss der aleten Hubbrücke beobachten müssen. Die Sentimentalität muss nun den wirtschaftlichen Zwängen weichen, der billigste von sechs Entwürfen hat nach [3] den Zuschlag bekommen. An der alten Hubbrücke hätten so viele Teile ersetzt werden müssen, dass dadurch der Status eines technischen Denkmals verloren gegangen wäre. Demzufolge hat der Denkmalschutz auch die  Erhaltung nicht durch Zuschüsse unterstützt.

Die sechs Brückenvarianten in der Schweriner Volkszeitung vom 26.06.09 [4].

Quelle:

[1] Website Buetzow-Schwaan , zitiert am 19.07.09

[2] snmv.blogspot, Bericht vom 10.06.2008 (Konrad Wille), zitiert am 19.07.09

[3] Schweriner Volkszeitung, Artikel vom 15.07.09, zitiert am 10.08.09

[4]  Schweriner Volkszeitung, Artikel vom 26.06.09, zitiert am 10.08.09

Berlin: Klappbrücke an der Spree

15. Mrz.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, EUROPA, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Klappbrücke an der Spree

Klappbrücke an der Spree

Auch in Berlin an der Spree gibt es eine (holländische) Klappbrücke. Sie überbrückt die Mündung des  Amtsgrabens in die Spree zwischen der Allendbrücke flussabwärts und dem Spreetunnel  (seit 1927) am Ausgang des Berliner Müggelsees gegen die flußaufwärts, die hier Müggelspree genannt wird. Der Amtsgraben ist kein durchgehendes Fließgewässer. Vielleicht war er es einmal in der Vergangenheit, der Stichkanal auf der anderen Seite des Allendeviertels endet ebenso unerwartet…

Hafenseitige Konstruktion

Grabenseitige Konstruktion

Die kleine Stahlklappbrücke ist erst in den 199-ziger Jahren entstanden, 1996-1997 wurde sie fertig gestellt. Spaziergänger kennen die 3 m breite Fußgängerbrücke, der Vorgänger war eher nicht so spektakulär. Die Brücke überspannt etwa 7 1/2 Meter.

Die Zugstangen auf der zu hebenden Uferseite sind oben und unten gelenkig gelagert. Ein Gegengewicht und die Hydraulik sorgen für einen gemäßigt steuerbaren Klappvorgang.

Die Brücke gehört dem Land Berlin.

Quellen:

Fotos: ponton

Historische Glienicker Brücke von Schinkel

05. Mrz.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Geschichte, Havelbrücke, Kultur, Mauerwerksbrücke, Schinkel | 1 Kommentar
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Glienicker Brücke von Schinkel

Glienicker Brücke von Schinkel, 1831

Vor der heutigen Glienicker Brücke von 1907 stand an gleicher Stelle eine Havelbrücke nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel. Schinkel entwarf die Brücke, die durch ihre schlichte Schönheit, Zweckmäßigkeit und saubere Ausführung bekannt wurde, nach seiner Englandreise, bei der er Thomas Telford und dessen Brückenprojekte kennen gelernt hatte. [nach 2]

1831 begann man parallel zur  damals vorhandenen Holzbrücke an dieser Havelenge die erste  Steinbrücke zu bauen. Sie wurde 1834 eröffnet.  In Brückenmitte befanden sich zwei Zugklappen, die für größere Schiffe geöffnet werden konnten. Rechts und links der Mittelöffnung überbrückten je fünf Ziegelmauerwerksbögen die Havel.

Nach [1] sind die Ziegel für die Brücke in der Königlichen Ziegelei in Joachimstal gefertigt worden. Fast 300 verschiedenen Ziegelformen, davon 170 verschiedene Ziegel für die Bögen, sind für die Brücke hergestellt worden. Die königliche Ziegelei, die die Formsteine auch für andere Schinkelbauten herstellte, wurde 1900 abgerissen.[3]

Die Ziegel wurden von Joachimstal damals mit s.g. Kaffenkähnen,  benannt nach ihrer ausladenden Form, der die Kähne ihre hohe Ladungskapazität verdankten, transportiert. Über den ersten bedeutenden und ältesten Kanal nördlich der Alpen, den Finowkanal von 1603, gelangten die Baustoffe von der kgl. Ziegelei in Joachimstal am Werbellinsee in die Großstädte. Davon, dass das nicht immer gut ging, zeugen mindestens zehn u.a. mit Ziegeln vollbeladene Kaffenkähne am Grund des Werbellinsees.[ 4]

Quellen:

[1] Glienicker Brücke (28.02.09)

[2] P. Betthausen: Karl Friedrich Schinkel, Henschelverlag Kunst und Gesellschaft (Gemälde)

[3] Barnim/ Joachimsthal (28.02.09)

[4] Kaffenkahn (28.02.09)

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