Strážnice/ Straßnitz (1824-?)

22. Sep.2013 um 8:58 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Tschechien, Eisenbrücken, Friedrich Schnirch, Geschichte, Gusseisenbrücke, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar
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In den Jahren 1823 bis 1824 plante und errichtete Friedrich Schnirch (02.12.1791- 25.11.1868), ein junger Ingenieur, der gerade erst vom polytechnischen Institut Wien nach Straßnitz in Mähren in den privaten Dienst beim Grafen Magnis auf dessen Herrschaftssitz verpflichtet worden war [1], die erste Hängebrücke auf europäischem Festland. Die gusseiserne Kettenbrücke war nur etwa 4,2 m zwischen den Geländern breit und 27,7 m lang (96 Fuß lang, 14 Fuß breit) und überbrückte einen Nebenfluss der Morava, das Flüsschen Velicka. Die Hängebrücke diente bis 1857 dem Verkehr. Es sollen sich Reste der Brücke im Schloss in Strážnice (Zámek 672, Strážnice) befinden.[2]

Ich verdanke die detaillierten Informationen über die Brücke einem Bericht des ehemaligen Professors für Holz- und Stahlbau an der Slowakischen Technischen Hochschule in Bratislava, Professor Ferjencik. Er hat über das oben beschriebene und 1965 in Banská Bystrica wiederentdeckte gusseiserne Kettendach (Hängedach) Schnirchs berichte.[1] Weitere Informationen habe ich dem Biographischen Lexikons des Kaiserthums Oesterreich über Friedrich Schnirch entnommen [2].

Nach der gleichen Methode hängte Friedrich Schnirch Stahldächer auf und erhielt vom österreichischen Staat 1826 ein Patent dafür. Es sollen noch Dächer dieser Art vorhanden sein. Ein Dach von 1826 ist auf der Seite der Slowakischen Dachdeckerinnung (Cech Slovenskych Strecharov) dokumentiert. Auf der Website werden die Konstruktion und der schlechte Zustand des Daches in Banská Bystrica beschrieben. Parallele Ketten aus jeweils 5 Kettenelementen verlaufen im Abstand von 42-47 cm voneinender parallel vom Dachfirst bis zu ihrer Verankerung in der Fassade. Ursprünglich war auch der Dachbelag aus Gusseisen. Er wurde jedoch von auf Holzlatten liegenden Asbestzementplatten ersetzt. Ein paar ursprüngliche Platten sind wiedergefunden worden. Wegen unklarer Eigentumsverhältnisse konnte eine Sanierung des unitalen Baudenkmals durch die Slowakische Dachdeckerinnung noch nicht initiiert werden, egal ob aus privaten oder Europäischen Fonds.

1832 veröffentlichte Friedrich Schnirch zusammen mit Joseph Schnirch die Theorie zu seinen Hängedächern (Beytrag für den Kettenbrückenbau, enthaltend die Theorie der Schwankungen, bey allen bekannten Kettenbrücken-Constructionsarten, mit 2 oder mehreren zusammenhängenden Bahnen … / bearbeitet und herausgegeben von Friedrich Schnirch und seinem verwandten Mitarbeiter Joseph Schnirch).

Quellen:
[1] Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich über Friedrich Schnirch, zuletzt besucht am 22.09.2013.

[2] Übersetzung (Universität Stuttgart): Pavel Ferjencik (1975). Über ein im Jahr 1826 gebautes Hängedach, Bd. 1, S. 130-138.

[3] Slowakischen Dachdeckerinnung, zuletzt besucht am 22.09.2013.

Tsing Ma Brücke, Hong Kong (1997)

02. Feb.2011 um 10:44 pm | Veröffentlicht in 1, ASIEN, Brücken in Hong Kong, Monitoring | Hinterlasse einen Kommentar
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TsingMaBridge

Tsing Ma Brücke in Hong Kong

TsingMa von unten

Untersicht der Tsing Ma Brücke

Die Tsing Ma Brücke in Hong Kong ist mit einer Spannweite von 1,377 m (4,518 ft) und einer Höhe von 206 m (676 ft) die 7. längste Hängebrücke der Welt. Auf zwei Decks fahren Autos und Zugverkehr. Bei  Brücken mit zwei Decks ist die Tsing Ma Brücke sogar die Brücke mit der längsten Spannweite. 1997 wurde sie nach fünf Jahren Bauzeit eröffnet.[1] Insgesamt ist die Brücke 2,2 km lang. 500,000 m3Beton und 49,000 Stahl wurden verbaut.  Die Höhe für durchfahrende Schiffe ist 62 m. [2]

Tsing Yi Seite der Brücke

Tsing Yi Seite der Brücke

Die Brücke liegt in einer Gegend, in der es extreme Stürme gibt. Im Ernsfall werden die sechs Straßenfahrspuren gesperrt, doch die Züge auf dem Unterdeck können weiterhin in beide Richtungen fahren. So kann der Flughafen auch bei starkem Hurrikan erreicht werden.

Die 1,1 m dicken Hängeseile der Brücke sind am Tung Wan Ufer, auf der Ma Wan-Insel-Seite in einem massiven Ankerblock verankert. Der  beste Anprallschutz für die Brückenpfeiler sind aufgeschüttete Inseln um die Fußpunkte.

Ankerblock auf der Ma Wan Seite

Ankerblock auf der Ma Wan (Insel) Seite

Matt Mc Donald hat die Brücke für Hong Kong entworfen.

So wie die Ting Kao Brücke und die Kap Shui Mun Brücke wird die Tsing Ma Brücke mit Hilfe eines Windlasten und Konstruktionsüberwachenden so genannten Health Monitoring System(WASHMS) überwacht, d.h. die „Gesundheit“ der Brücke wird ständig beobachtet. Zusätzliche Kameras überwachen die Verkehrsverhältnisse. Die Online-Darstellung auf der Website der Regierung aktualisiert die Bilder alle 2 Minuten.[1]

Tsing Ma

Tsing Ma, im Hintergrund die Ting Kau Brücke

Für die gesamte Strecke Lantau Link, deren Teilstück die Tsing Ma Brücke  ist, muss Maut gezahlt werden, z.B.  30 HK$ für einen PKW. Die maximale zulässige Geschwindigkeit beträgt 80 km/h.

Quellen:

[1] en.Wikipedia/TsingMaBridge, zitiert am 02.02.2011.

[2] Website Tsing Ma.com, zitiert am 02.02.2011.

Themse Brücken London (UK): Chelsea Bridge (1858, 1937)

12. Mai.2010 um 3:06 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in UK, EUROPA, Geschichte, Stahlbrücke, Themsebrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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ponton-Chelsea Bridge

Chelsea Brücke in London

ponton-ChelseaLaterne

Laternenschmuck auf der Chelsea Brücke

Weißgestrichene aus Stahlplatten zusammengenietete und auf den Strompfeilern gelenkig gelagerte Pylone tragen die Seilbündel der Chelsea Brücke im Zuge der Chealsea Bridge Road. Die Chelsea Brücke überbrückt die Themse zwischen dem Londoner Stadtteil Chelsea und dem Battersea Park. Im Hintergrund steht eine  achtgleisige Eisenbahnbrücke mit drei Strompfeilern, die eiserne Bögen tragen.

ponton-Chelsea BridgeImHintergrundModernLondon

Chelsea Brücke und im Hintergrund flussabwärts die moderne Skyline

Die Chelseabrücke ist eine genietete Hängebrücke, deren Bau 1851 nach einem Entwurf des Ingenieurs Thomas Page begann. Die Kunstvoll verzierte Brücke erhielt zunächst auf jeder Uferseite Zollhäuschen. Im Jahr 1879 wurde sie mautfrei.[1]

Obwohl sie den Namen niemals formal erhalten hatte, wurde sie in den ersten Jahren nach ihrer Eröffnung 1858 als Victoriabrücke bekannt.

ponton-ChelseaBridgeHängerbefestigungAnHängekabel

Chelsea Brücke: Hängerbefestigung am Hängekabel

Die Namensänderung wurde aus der Angst heraus, die Brücke wäre nicht sicher genug, vorgenommen. 1880 wurde eine zusätzliche Kette hinzugefügt. Vierzig Jahre später empfahl man die ursprüngliche Brücke komplett zu ersetzen.

Die Abrissarbeiten begannen 1935. Die neue Hängebrücke erhielt stärkere Fundamente, die sich auf den Granit unter dem Flussbett abstützen. Die sechsspurige Straßenbrücke wird von 37 galvanisierten Stahlkabeln getragen. Die Laternen sind mit goldene Galeonen dekoriert.

Da während des Baus Douglastannen aus Kanada verwendet wurden, eröffnete der damalige Premierminister von Kanada, W.L. Mackenzie King 1937 die Brücke.

Quellen:

Fotos: Charly, thank you!

[1] Chelsea Bridge London Tourist Information, zitiert am 11.05.10

Ponte 25 de Abril: In zwei Etagen über den Tejo (1966)

18. Apr.2010 um 3:00 am | Veröffentlicht in Brücken in Portugal, EUROPA, Geschichte, Spannbetonbrücke, Stahlbrücke | 6 Kommentare
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ponton-Hängebrücke von Lisboa

Die Fachwerkhängebrücke von Lissabon

ponton-Vorlandbrücken

Spannbetonvorlandbrücken der "Ponte"

Sie war nach jahrzehnte langer Planung die erste Brücke für Lissabon über den Tejo: die zweigeschossige Fachwerkbrücke  Ponte 25 de Abril über  die Mündung des Tejo in Lissabon.  Die Lissaboner nennen sie einfach Ponte oder Ponte Sobre o Tejo (Brücke über den Tejo). Sie  ist die längste zweietagige Eisenbahn- (unten) und Straßenhängebrücke Europas und nach der Tsing Ma Brücke in Hong Kong die zweitlängste  zweietagige  Hängebrücke der Welt.

ponton-Zugüberfahrt in der unteren Etage des Stahlfachwerks

Zugüberfahrt in der unteren Etage des Stahlfachwerks

Insgesamt hat die Brücke des 25. April eine Länge von 3,2 Kilometern. Sie überspannt den Fluss Tejo mit einer Länge von 2.278 Metern zwischen dem Lissaboner Stadtteil Alcantara und der am anderen Tejoufer gelegenen Stadt Almada. Die beiden Hauptpfeiler der Stahlfachwerkhängebrücke sind ~190 Meter hoch und etwa 82 Meter unter dem Meeresspiegel im Boden verankert.

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Ponte 25 de Abril und das Denkmal Cristo Rei im Hintergrund oberhalb von Almada

Die Brücke wurde nach vierjähriger Bauzeit   am 6. August 1966 eröffnet und nach dem damaligen Regierungschef Salazar benannt. Nach der Entmachtung des diktatorischen Regierungschefs Salazar in der Nelken-Revolution vom 25. April 1974 wurde die Brücke zu Ehren der Nelkenrevolution umbenannt. Von der auf denersten Blick ähnlichen Golden Gate Bridge unterscheidet sich die Brücke durch die kreuzweise Verbindung der Pylonenvertikalen, es ist der Brückentyp. der von der alten San Franzisko Oakland Bay Bridge bekannt ist. Nach [1] war es die gleiche US-Firma, die beide Brücken gebaut hat. Die Pylonen tragen die Hängeseile and denen die Stahlfachwerkfahrbahn angehängt ist.

Nach 1990 wurde die Brücke von je zwei Richtungsfahrbahnen auf je drei Fahrbahnen erweitert.Die an die eigentliche Hängebrücke anschließenden Felder der Straßenbrücke der Vorlandbrücken bestehen wie die massiven Ankerblöcke zur Verankerung der Brückenseile aus Stahlbeton.[nach 1].

ponton-Untersicht

Fachwerkkonstruktion der Fahrbahn von unten gesehen

Die an die eigentliche Hängebrücke anschließenden Felder der Straßenbrücke der Vorlandbrücken bestehen wie die massiven Ankerblöcke zur Verankerung der Brückenseile aus Stahlbeton.
Da die Kapazität der Brücke für das Verkehrsaufkommen während der EXPO nicht ausreichen würde, baute man eine zweite Brücke, die  Ponte Vasco da Gama. Die Brücke ist mautpflichtig (PKW: € 1.35 im Jahr 2009) und sie darf nicht von Fußgängern überquert werden. [nach 1].

Fotos: Jan, Thank you for these beautiful photographs!

Quellen:

[1] pt.Wikipedia/Ponte 25 de Abril, zitiert am 17.04.10

London (Themse): Millenium Bridge (2000/2002)

21. Mrz.2010 um 9:04 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in UK, EUROPA, Sanierung, Stahlbrücke, Themsebrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Blick zur Milleniumbrücke über die Themse

Blick zur Milleniumbrücke über die Themse

Brückenpfeiler der Milleniumbrücke

Brückenpfeiler der Milleniumbrücke

Schlank überbrückt die Millenium Bridge die 325 m breite Themse in London, um den Fußgängern einen kurzen Weg von der City of London nahe St. Paul’s Cathedral zur Modern Tate Galery auf der Bank Seite zu bieten.[1] Sie wurde im Jahr 2000 als reine Fußgängerbrücke eröffnet. Ebenso wie die im Jahr zuvor eröffnete Seinebrücke ist die Milleniumbrücke eine reine Fußgängerbrücke aus Stahl. Ein Consortium aus Arup, Engineers, dem Architekten Foster and Partners und Sir Anthony Caro, Sculptor gewann den Architektenwettbewerb für die leichte Fußgängerbrücke.[nach 1]

Je vier hoch vorgespannte Kabel auf jeder Seite der Brücke  spannen can 2,3 m oberhalb des 144 m langen mitteleren Feldes zwischen den beiden Strompfeilern. Die Überhöhung beträgt 63:1. Das ist etwa 6 Mal flacher als bei konventionellen Hängebrücken.[nach 1]

Seitliche Spannkabel mit nur geringer Überhöhung

Seitliche Spannkabel mit nur geringer Überhöhung

Die vorgespannten Kabel sind in den Widerlagern verankert und durch seitliche Streben auf den Strompfeiler rechts und links der Fußgängerplatte abgespreizt. Alle acht Meter befindet sich eine weitere Halterung für die Seile, die sich am leichten Fußweg abstützt.

Auch die Millenium bridge musste wie die Passerelle Léopold-Sédar-Senghor (1999) über die Seine kurz nach ihrer Eröffnung wieder geschlossen werden. Die Fußgänger verursachten auf beiden superleichten Brücken gleichartige Beschwerden. Schritte bewirkten Schwingungen in Querrichtung der Brücke, die sich gefährlich aufschaukeln konnten.

Millenium bridge: Blick zur Tate Modern

Millenium bridge: Blick zur Tate Modern

Bei Arup wird das Phänomen der horizontalen Anregung unter „Challange“ sehr anschaulich beschrieben. Bei einer geringen Anzahl von Fußgängern bleibt die laterale horizontale Anregung unterhalb der Dämpfungseigenschaft. Bei einem starken Anstieg auf n-Fußgänger kann die horizontale Anregung von n  x 25 N die für die Brücke typischen Dämpfungsparameter übersteigen. Die Eigenfrequenz in Querrichtung von langspannenden Brücken sinkt nach [2] bis unter 1 Hz. 1 Hz entsprich einer Schwingung pro Sekunde und bewegt sich so im Bereich der Schrittfrequenz. Die Milleniumbrücke musste wieder geschlossen werden und erlebte 2002 nach dem Einbau zusätzlicher Dämpfer eine neue Eröffnung.

Weiterführende Literatur, z.B.: The Structural Engineer 2001

Quellen:

Fotos: Charly, great photographs, thank you!

[1] Arup, zitiert am 21.03.2010

[2] The Structural Engineer Volume 79/No 22, 20 November 2001.

Malapane (heute Ozimek, Pl): 1827

01. Jul.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Polen, EUROPA, Geschichte, Gusseisenbrücke, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar
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Projekt für eine Kettenbrücke, 20 Fuß weit, Kopie von 1822

Projekt für eine Kettenbrücke, 20 Fuß weit, Kopie von 1822

Älteste Kettenbrücke von 1827

Älteste Kettenbrücke von 1827

Portal der alten Hängebrücke vor dem Eingang zur Gießerei von Malapane

Portal der alten Hängebrücke vor dem Eingang zur Gießerei von Malapane

Oberschlesisches Kulturerbe von Jarek  Cieplak: Die Hängebrücke in Malapane (heute Ozimek) in Oberschlesien, im Oppelner Land, über dem gleichnamigen Fluss Malapane, ist die älteste Eisenhängebrücke Europas. Hergestellt wurde sie in der örtlichen Hütte „Malapane“, heute „Ozimek“.

Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts waren auf dem heutigen Stadtgebiet dichte Wälder. Die Gegend war reich am Raseneisenstein und nur dadurch wurde sie auch für den König von Preußen, Friedrich II., attraktiv. Auf seinen Erlass wurden schon im Jahre 1753 zwei Hochöfen erbaut, die Gießerei wurde dann 1754 eröffnet. Es war die erste staatliche preußische Eisenhütte in Oberschlesien – das Eisenhüttenwerk Malapane. Die Hüttenwerke wurden an der Stelle einer Wassermühle am Fluss Malapane  (Mala Panew) errichtet. Die Hängebrücke überbrückt den Fluss Mala Panew.

Portal, im Hintergrund die Gießerei

Portal, im Hintergrund die Gießerei von 1754

Daher entstammt der Name der Werke und des Ortes. Der heutige polnische Name Ozimek war der Name des Eigentümers der alten Mühle. Anfangs waren die Werke nur für die militärische Produktion eingerichtet und erst Ende des 18. Jahrhunderts, als die Nachfrage für militärische Produkte nicht mehr so groß war, wurde mit der Produktion für verschiedene Zweige der Industrie, auch für die Landwirtschaft, begonnen. 1786 wurde mit der Stahlproduktion angefangen und im Jahre 1789 verwendete man das erste Mal auf dem europäischen Kontinent Koks zum Schmelzen von Roheisen. Die Hütte wurde dadurch in ganz Europa zu den führenden Werken mit diesem Verfahren. Ab 1791 fing man mit der Produktion von Dampfmaschinen an, die früher nur in England hergestellt wurden.[1]

Weiterlesen mit Foto [1]

Eine projektierte Entwurfsversion einer Hängebrücke (s.oben) wurde 1822 vom Zeichner der Hütte Gleiwitz kopiert. Die erste Hängebrücke am Eingang zur Gießerei wurde 1827 eröffnet und steht noch heute.

Ergänzung vom 04.04.2011:

Herr Josef Thomas Juros vom Verein der Kettenbrücke in Malapane (heute Ozimek) hat ein Buch über die Geschichte der Gießerei und der ältesten bis heute erhaltenen ersten Kettenbrücke geschrieben. Das Buch ist über die Website des Vereinszu beziehen: http://www.sdmp.pl . Kosten: 19,00 € plus Versand. Nähere Informationen sind auch in der Rezension des Buches im Stahlbau 12/2010 zu finden

Quellen:

[1]Oberschlesisches Erbe/Kettenbrücke in Malapane (zitiert 20.05.09)

Historische Zeichnung: Polytechnika Wroclawska (Materialy z huty pokój), Vielen Dank!

Berlin: Millionenbrücke (1905)

29. Apr.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, EUROPA, Geschichte | 4 Kommentare
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Swinemünder Brücke Ansicht vom Gesundbrunnencenter

Swinemünder Brücke Ansicht vom Gesundbrunnencenter

Swinemünder Brücke: Fahrbahnebene

Swinemünder Brücke: Fahrbahnebene

Als ich eine echte Berlinerin einmal fragte, welche Berliner Brücke sie denn gern einmal auf dieser Seite näher kennenlernen möchte, entgegenete sie prompt:

Ich erinnere mich an meine Kindheit. Damals saß ich beinebaumelnd auf der Milljohnenbrücke und habe Fussballern beim Training zugesehen. Das war zunächst verwunderlich, denn Fussballfelder sieht man von der Brücke aus nicht. Jedoch ist es recht offensichtlich, dass die Häuser gegenüber des Gesundbrunnencenters relativ neue Bauten sind, Ja, vielleicht war es früher genau dort ein Fussballplatz. Jetzt spielen sie eine Straße weiter…

Hängebrücke

Genietete Hängebrücke und Portale

Die Swinemünder Brücke in Berlin-Gesundbrunnen liegt abseits der üblichen Touristenpfade und ist im Berliner Jargon als  „Milljohnen“brücke bekannt. Millionenbrücke nannte man die von 1903 bis 1905 nach Plänen des Berliner Stadtbaurats für Tiefbau, Friedrich Krause und von Bruno Möhring gebaute Brücke, weil sie 1 Million Goldmark gekostet hat. Andere sagen, die Bezeichnung Millionenbrücke käme von der Anzahl der verwendeten Nieten.

Swinemünder Brücke Ansicht von Westen aus

Swinemünder Brücke Ansicht von Westen aus

Die Brücke ist eine Fachwerkbrücke mit einer als Tragwerk integrierten dreijochigen Hängebrücke. Die Portale sind 17 m hoch. Ihre Länge beträgt 228 m. Die Swinemünder Brücke überbrückt den Bahnhof Gesundbrunnen, der inzwischen zum Fernbahnhof avanciert ist, die S-, U-Bahn und Fernbahngleise. 1954 wurde sie erneuert und 2005 wurde sie wieder saniert.

Am Ende des zweiten Weltkrieges wurde der Mittelteil der Swinemünder Brücke gesprengt und erst 1954 wieder aufgebaut. Die Swinemünder Brücke steht unter Denkmalschutz. (Update 02.06.09)

Swinemünder Brücke von der Behmbrücke aus

Swinemünder Brücke von der Behmbrücke aus

Quellen:

[1] Berliner Denkmalsliste (04.04.09)

[2] Senat/Stadtentwicklung (23.03.09)

Längste Tragseilbrücke Sachsens?

11. Mrz.2009 um 3:25 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, EUROPA, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Portal der Hängebücke

Portal der Hängebücke

Es ist nicht so klar, ob die stählerne Tragseilbrücke über die Mulde in Grimma auch die längste Stahlhängebrücke Sachsens ist oder nicht.

Das Blaue Wunder über die Elbe soll  keine Hängebrücke sein, auch wenn sie auf den ersten Blick durch die Form des Obergurtes so erscheint. Zwar nannte der Erbauer Claus Köpcke (erbaut mit  H.M. Krüger) seine Brücke eine versteifte 3-gelenkige Hängebrücke, doch eigentlich ist sie eine Auslegerfachwerkbrücke.[1]

Das Ingenieurbüro GMG bezeichnet das von ihm nachgerechnete Blaue Wunder vom  Konstruktionsprinzip her als eine Hängebrücke mit fachwerkartigen Hängern. [2] Die Experten sind sich also nicht so richtig einig. Immerhin kennt keiner das Blaue Wunder so gut wie GMG. Seit 1996 führen sie im Autrag des Straßen- und Tiefbauamtes Dresden Untersuchungen zur Restnutzungsdauer, Kurz- und Langzeitmessungen, Brückenhauptprüfung, Untersuchungen zu Unterbauten und jährliche Brückenprüfungen durch. [2]

Filigrane genietete Fachwerkbrücke

Filigrane genietete Fachwerkbrücke

Untersicht des holzbeplankten Fußweges

Untersicht des holzbeplankten Fußweges

Eine Fußgängerbrücke ist der Konkurrent um die Bezeichnung längste Hängebrücke Sachsens: Die 1924 in Grimma gebaute Hängebrücke über die Mulde. neben der berühmten Nachbarbrücke, der seit der Flut von 2002 zerstörten Pöppelmannbrücke kennt außerhalb Sachsens die Fußgängerbrücke kaum jemand. Beide Brücken waren am Ende des zweiten Weltkrieges zerstört und bis 1949 wieder hergestellt worden. Die filigrane Fachwerkbrücke wurde Ende der Achtziger Jahre saniert und 1997 noch einmal restauriert.[3]

Hängerbefestigung von unten

Hängerbefestigung von unten

Die Grimmaer Brücke ist eine echte Hängebrücke. Die Seile werden auf den Portalen umgelenkt und sind rechts der Mulde in den massiven Natursteinwänden unterhalb des kleinen Schlösschen verankert. Links der Mulde mussten Ankerblöcke aus Beton gegossen werden, in denen die Seile einbetoniert sind.  Die Hängeseile tragen die mittels einer Klemmverbindung befestigten Hänger mit Gewinde, die ihrerseits an den horizontalen Knotenblechen am Untergurt der Fußwegträger angeschraubt sind.

Befestigung der Gewindestangen an den Querträgern

Befestigung der Gewindestangen an den Querträgern

Der Flut von 2002 hat die filigrane Brücke jedenfalls erfolgreich widerstanden, nicht wie ihre massive Nachbarbrücke, die daran zerbrochen ist.

Quellen:

[1] Wikipedia/Blaues Wunder (10.03.09)

[2] GMG (10.03.09)

[3] Karl-Gotsch.de (10.03.09)

Fotos: ponton

Japan: Seto-Ōhashi-Brücke

29. Jan.2009 um 3:43 am | Veröffentlicht in 1, ASIEN, Geschichte, Japanese bridges, Stahlbrücke, Vision | Hinterlasse einen Kommentar
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Seto-Ohashi-Brücke

Japan: Seto-Ōhashi-Brücke, vorn Hängebücke, im Hintergrund: zwei Schrägseilbrücken.

Die zweistöckige Große Seto Brücke verbindet die japanischen Inseln Shikoku und Honshu miteinander. Bereits seit Hundert Jahren gab es diese Vision, aber erst nach einem schweren Fährunglück wurde die Realisierung konkret geplant. Sie war die erste Brückekette von inzwischen drei Verbindungen zwischen zwei der beiden Hauptinseln Japans. Die Brückenverbindung bei Okayama besteht aus mehreren Einzelbauwerken: drei Hängebrücken an den Ufern von Shikoku und Honshu und in der Mitte zwei, auf einer der vielen kleinen Inseln aneinander anschließenden, Schrägseilbrücken (die Hitsuishijima and Iwakurojima Brücken). Dazwischen sind weiter Viadukte bzw. Hochstraßenabschnitte. Die Hängekabel der Hängebrücken sind bis auf eine Ausnahme in massiven Ankerblöcken am Ufer bzw. auf den Inseln verankert. Die beiden nördlichen,  im Meer aneinander anbindenden Hängebrücken (Kita Bisan Seto Ō-hashi) verankern ihre Tragkabel in einem massiven Betonpfeiler im Meer. Massive Betonpylone tragen die über einen Meter dicken  Hängekabel der Hängebrücken.

Fährt man im Untergeschoss mit der Bahn, so rauschen die Stahlfachwerkträger der Stahlbrücken an den Fenstern vorbei. Die südlichste der Brücken, die Minami Bisan Seto Ohashi Brücke, hat bei 1,723 km Länge  eine Mittenspannweite zwischen den Pylonen von 1100 m. Sie ist damit die längste kombinierte Straßen- und Bahnbrücke der Welt und zur 11tlängsten Hängebrücke in der sich ständig verändernden Brückenliste der längsten Brücken der Welt. Sie wurde von 1978 bis 1988 gebaut. Obwohl nach der Eröffnung nur normale Züge fuhren, ist die Brücke bereits für den Verkehr der superschnellen Shinkansen Züge bemessen, der dann neben den schon vorhandenen Gleisen fahren wird.  Da Japan erdbebengefährdet ist, musste die Brücke auch so bemessen werden, dass sie Erdbeben bis zu 8,5 auf der Richterscala und Winden bis zu 65 m/s widerstehen kann.

Quellen:

[1] Lionel Browne: Brücken, Meisterwerke der Architektur

[2] Brückennamen aus  Japan-Atlas: Seto Ōhashi

[3] Wikipedia/ Seto-Ohashi 29.01.09

Forth Road Bridge

18. Jan.2009 um 3:39 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in UK, Ermüdung, EUROPA, Monitoring, Sanierung, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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ponton

Forth Road Bridge Quelle: ponton

Die Gezeiten machen sich bemerkbar am Forth River in Schottland. Das machte die Überfahrt von Queensferry nach Edinburgh bei stetig wachsendem Verkehrsaufkommen in vergangenen Jahrhunderten langsam und manchmal gefährlich. Am 4. März 1890 wurde die berühmte Nachbarin, die Firth of Forth Eisenbahnbrücke, mit dem Einschlagen des letzten Goldenen Niets durch Seine kgl. Hoheit Edward Prince of Wales formal vollendet. Es brauchte noch weitere 74 Jahre, bis es auch eine Straßenbrücke geben sollte. Der Flyer FORTH BRIDGES informiert über die Fakten:

Als die Forth Straßenbrücke 1964 durch Her Majesty Königin Elisabeth II eröffnet wurde, war sie mit ihrer Gesamtlänge von über 2,5 km die längste Hängebrücke Europas. Die Mittelöffnung der Brücke hat die spektakuläre Spannweite zwischen den Pylonen von mehr als einem km (3300 ft.). Die beiden Seitenöffnungen überspannen 480 m (1340 m). Sie sind von den Rampenzufahrten flankiert.

Ansicht der Straßenbrücke von North Queensferry aus

Ansicht der Straßenbrücke bei Ebbe von North Queensferry aus

Die tragenden Kabel sind im Felsen mit Hilfe massiver Keile rückverankert. Der Durchmesser der Kabel beträgt 610 mm (2 ft.). Die Pylone sind 156 m (512 ft.) hoch, die Kabelhöhendifferenz zwischen den Pylonen ~91 m (300 ft.). Die Durchfahrtshöhe für die Schiffe ist dicht neben den Pylonen 46 m und in Brückenmitte 50 m. Die beschriebenen Parameter geben der Brücke Schlankheit und Eleganz. Die zwei Spuren in jeder Richtung (7,3 m) sind von 2,74 m breiten Fußgänger-/Radwegen flankiert. Beim Bau der Hängebrücke mit Stahlfachwerkfahrbahnträgern wurden 39000 t Stahl und 115 000 Kubikmeter Beton verbaut

Seit die Brücke eröffnet wurde, stiegen die zulässigen Verkehrslasten auf Großbritanniens Straßen von 24 auf 44 t. Um diese Lasten und die größere Verkehrsdichte ertragen zu können und die Lebensdauer der Brücke zu verlängern, wurden in den letzten Jahren mehrere Teile der Brücke verstärkt [1].

Zur Überwachung der Brücke und zum Lokalisieren eventueller Drahtbrüche in den Tragkabeln wurde im August 2006 ein akustisches Monitoring System installiert. Eine weitere Maßnahme des Erhaltungsprogramms,begonnen 2006, besteht in der Feuchtereduzierung in den Haupttragkabeln auf unter 40%, um die Korrosionsrate niedrig zu halten. Im Rahmen dieser Maßnahme sollen auch korrodierte Kabeldrähte saniert werden[2].

Die Brücke wird in beide Richtungen nachts vollständig gesperrt sein: jeweils von 00:30 and 03:30 Uhr am 20- 23. Januar 2009 und 27-30. Januar 2009. Grund dafür ist die Demontage einer Schutzkonstruktion am Südpylon, die während des gerade erfolgten Anstriches die Fahrbahn vor herabfallenden Gegenständen geschützt hat [Forth Estuary Transportation Authority].

Quellen:

[1] Flyer des Forth Bridges Visitors centers

[2] Wikipedia: Forth Road Bridge, scited 18.01.09

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