Strážnice/ Straßnitz (1824-?)

22. Sep.2013 um 8:58 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Tschechien, Eisenbrücken, Friedrich Schnirch, Geschichte, Gusseisenbrücke, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar
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In den Jahren 1823 bis 1824 plante und errichtete Friedrich Schnirch (02.12.1791- 25.11.1868), ein junger Ingenieur, der gerade erst vom polytechnischen Institut Wien nach Straßnitz in Mähren in den privaten Dienst beim Grafen Magnis auf dessen Herrschaftssitz verpflichtet worden war [1], die erste Hängebrücke auf europäischem Festland. Die gusseiserne Kettenbrücke war nur etwa 4,2 m zwischen den Geländern breit und 27,7 m lang (96 Fuß lang, 14 Fuß breit) und überbrückte einen Nebenfluss der Morava, das Flüsschen Velicka. Die Hängebrücke diente bis 1857 dem Verkehr. Es sollen sich Reste der Brücke im Schloss in Strážnice (Zámek 672, Strážnice) befinden.[2]

Ich verdanke die detaillierten Informationen über die Brücke einem Bericht des ehemaligen Professors für Holz- und Stahlbau an der Slowakischen Technischen Hochschule in Bratislava, Professor Ferjencik. Er hat über das oben beschriebene und 1965 in Banská Bystrica wiederentdeckte gusseiserne Kettendach (Hängedach) Schnirchs berichte.[1] Weitere Informationen habe ich dem Biographischen Lexikons des Kaiserthums Oesterreich über Friedrich Schnirch entnommen [2].

Nach der gleichen Methode hängte Friedrich Schnirch Stahldächer auf und erhielt vom österreichischen Staat 1826 ein Patent dafür. Es sollen noch Dächer dieser Art vorhanden sein. Ein Dach von 1826 ist auf der Seite der Slowakischen Dachdeckerinnung (Cech Slovenskych Strecharov) dokumentiert. Auf der Website werden die Konstruktion und der schlechte Zustand des Daches in Banská Bystrica beschrieben. Parallele Ketten aus jeweils 5 Kettenelementen verlaufen im Abstand von 42-47 cm voneinender parallel vom Dachfirst bis zu ihrer Verankerung in der Fassade. Ursprünglich war auch der Dachbelag aus Gusseisen. Er wurde jedoch von auf Holzlatten liegenden Asbestzementplatten ersetzt. Ein paar ursprüngliche Platten sind wiedergefunden worden. Wegen unklarer Eigentumsverhältnisse konnte eine Sanierung des unitalen Baudenkmals durch die Slowakische Dachdeckerinnung noch nicht initiiert werden, egal ob aus privaten oder Europäischen Fonds.

1832 veröffentlichte Friedrich Schnirch zusammen mit Joseph Schnirch die Theorie zu seinen Hängedächern (Beytrag für den Kettenbrückenbau, enthaltend die Theorie der Schwankungen, bey allen bekannten Kettenbrücken-Constructionsarten, mit 2 oder mehreren zusammenhängenden Bahnen … / bearbeitet und herausgegeben von Friedrich Schnirch und seinem verwandten Mitarbeiter Joseph Schnirch).

Quellen:
[1] Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich über Friedrich Schnirch, zuletzt besucht am 22.09.2013.

[2] Übersetzung (Universität Stuttgart): Pavel Ferjencik (1975). Über ein im Jahr 1826 gebautes Hängedach, Bd. 1, S. 130-138.

[3] Slowakischen Dachdeckerinnung, zuletzt besucht am 22.09.2013.

Paris: Pont au Double (1883)

25. Jan.2010 um 10:56 pm | Veröffentlicht in Brücken in Frankreich, Eisenbrücken, Geschichte, Seinebrücken | 1 Kommentar
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Pont au Double Sud

Pont au Double in Höhe der Kirche Notre Dame

Pont au double-Auflagerdetail

Pont au Double-Auflagerdetail aus dem Bild oben

Der Pont au Double verbindet die Ile de la Cité an ihrem südlichen Ende in Höhe der Cathedrale Notre Dam mit dem Südufer der Seine. Die gußeiserne Bogenbrücke [3] mit aufgeständerter, also oberhalb des Bogens liegender, Fahrbahn, überbrückt als einfeldriger Bogen mit 31 m Spannweite  [1] den kleineren Seinearm. Der heutige Pont au Double entstand 1881-1883 zwischen dem Quai de l’Archevêché und dem Quai Montebello.

20 m Brückenbreite reichen für je eine Fahrspur in jede Richtung und die Fußgängerwege.[1]

Eine Treppe führt von der Brücke zur Seine hinab. Dort wuschen früher die Nonnen Wäsche für die Kranken und Verletzten direkt im Wasser der Seine. Man nannte sie die Kleinen Wäscherinnen. [1]

Geschichte:

Bereits seit 1634 entstand an dieser Stelle eine einfache Brücke, die das ehemalige Hospital Hôtel Dieu, dessen Geschichte bis ins Jahr 651 zurückreicht, auf der Insel le de la Cité mit dem Ufer verband. Der Name double wird von der Gebühr abgeleitet, die damals als Brückenmaut entrichtet werden  musste.[3]

Der Grund für die Notwendigkeit einer Brücke war, dass Gebäude des Hospitals Hôtel  Dieu  nicht nur auf der Seineinsel, sondern auch am Ufer der Seine standen und die Brücke für den Krankentransport der Patienten gebraucht wurde. Die Brücke verband die beiden Hospital-Hotelgebäude. Das Dieu gilt als das älteste Krankenhaus von Paris.  Die Brücke stürzte im Jahr 1709 ein und wurde 1847 neu gebaut. [2] 1865 ließ Baron Haussmann das alte Hotel Dieu abreißen und schuf so Baufreiheit für eine neue modernere Brücke, die gusseiserne Brücke von 1883, die noch bis heute steht. Nicht weit entfernt entstand 1877 das  heutige Hôpital Hôtel-Dieu, ein Krankenhaus [3].

Quelle:

[1] Paris im www, zitiert am 25.01.10

[2] de.Wikipedia/Hotel Dieu, zitiert am 25.01.10

[3] en.Wikipedia/Hotel Dieu, zitiert am 25.01.10

Berliner Eisengießerei im 18. Jahrhundert

29. Aug.2009 um 3:30 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Eisenbrücken, Geschichte, Gusseisenbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Königliche Eisengießerret neben dem Oranienburger Thore  bei Berlin

Königliche Eisengießerei am Oranienburger Thore bei Berlin, um 1820 - Lithographie von Friedrich August Calau

um 1820Lithographie von Friedrich August Calau

Eisengießerei in Berlin

Eisengießerei in Berlin

Die Berliner Eisengießerei war die zweite preußische Eisengießerei nach Gleiwitz(Gliwice), gegründet als preußischer Staatsbetrieb.[1] Sie lag im Feuerland, im historischen Industriezentrum in  der Oranienburger Vorstadt vor den Toren Berlins (heute: Invalidenstraße Ecke Chauseestraße). 1804 ging der erste Schmelzofen in Betrieb. [2]

Zu den frühen Aufträgen gehören das Kreuzbergdenkmal, Architektur und Kunstgewerbe: Grab- und Denkmäler, der Antike nachempfundene klassizistische Motive, Geländer, Treppen, Gitter, Ketten, Kriegsgerätschaften, Säulen und Träger.

Die Hütte Malapane (1754) gibt es noch heute

Die Hütte Malapane (1754) gibt es noch heute

Die meisen Relikte aus dieser Zeit sind heute verloren. Die erste Berliner gusseiserne Brücke über den Kupfergraben (1797-1825) wurde noch im schlesischen Malapane gegossen. Um 1800 entstanden in Malapane weitere kleine Gusseisenbrücken zwischen ca. 4 und 14 m Spannweite. Dazu gehören z.B. die Brücke westlich des Mausoleums (1800) im Charlottenburger Schlosspark, die Hohe Brücke im Schlosspark Charlottenburg (1802) und die Helenenbrücke über den Potsdamer Stadtkanal (1802).[1]

Ab 1804 hegann die Berliner Eisengießerei ebenfalls Brücken herzustellen. [2] 1805 entstand eine nur 2,80 m lange Füßgängerbrücke im Garten von Paretz bei Potsdam. Schinkel errichtete 1821-24 die Schlossbrücke aus Gusseisen mit in der Berliner kgl. Eisengießerei hergestellten Überbauten.[1]

Weitere künstlerische Gusseisenstücke, wie z.B. Gusseiserne Ketten, sind unter Stiftung Stadtmuseum zu finden. 1874 wurde die Berliner Königliche Eisengießerei entgültig geschlossen.[4]

Quellen:

[1] Fotos und Informationen aus Das eiserne Berlin, Märkisches Museum

[2] de.Wikipedia/Königlich preußische Eisengießerei, zitiert am 28.08.09.

[3] Stiftung Stadtmuseum

Nienburg: Schrägseilbrücke (1824-1825)

28. Jul.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Eisenbrücken, Geschichte, Gusseisenbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Schrägseilbrücke Nienburg

Schrägseilbrücke Nienburg

Die erste deutsche Kettenbrücke (bzw. die Urform der Schrägseilbrücke) wurde 1824 über die Saale bei Nienburg von G. Bandhauer gebaut.  Am 27. August 1825 prüfte man die Brücke im Belastungsversuch, indem man einen mit 110 Zentnern beladenen, und mit 10 Pferden bespannten Wagen über die Brücke gehen ließ. Da die Brücke diese Probe aushielt, eröffnete man sie am 6. September 1825. Im gleichen Jahr, am 6.Dezember 1825 stürzte die Brücke wieder ein.[1]

Jede Hälfte der  Brücke war 120 Fuß lang und 23,5 Fuß breit, die darin (in der Mitte befindliche Klappe (zum Durchflassen der Schiffsmasten) war 4 Fuß 70 lang. So betrug die Gesamtlänge 249 Fuß, 2 Zoll Preußisch Maß (247,4 N. Oe. Maß) [1]  Setzt man 1 preußischen Fuß ≤ 313,8535 mm, so erhält man: l ~ 78,15 m Spannweite und b ~ 7,38 m Breite.[2]

Die Tragpfeiler der Brücke bestanden aus Eichenportalen, auf denen eine Eisenplatte befestigt war. Die Portale standen aus 7 Fuß (~2,20 m)hohen Sandsteinportalen. Je sechs auf dem Portal befestigte Spannketten spannten nach zwei Seiten ab: zur Landseite und zur Brückenpaltte. Sie trugen die Brückenplatte. Die Ketten hatten einen durchgehenden Durchmesser von 1,5 Zoll in einfachen Gelenken und 1 Zoll in den doppelten Gliedern. Man war sich damals bewusst dass drei veränderliche Komponenten die Mechanik der Brücke beeinflussten: die Elastizität des Eisens, der Temperaturgradient und die Lage der Verkehrslasten.

Der Brückenbaumeister G. Bandhauer, veröffentlichte 1829 ein Buch über die „Verhandlungen über die artistische Untersuchung des Baus der Hängebrücke über die Saale bei München-Nienburg“ über die Darstellung und Untersuchung der Ursachen des am 6.Dezember 1824e erfolgten Einsturzes der Kettenbrücke. Darin wird erläutert, dass die Bemessung auf dem Ansatz beruhte, die Brücke könne 1100 Menschen von 1,5 Zentner Gewicht ertragen, jedoch kein größeres Menschengedränge. Alternativ könnten 10 spännige Fuhrwerke mit je 10 Zentnern Gewicht ertragen werden, das ergibt 1650 Zentner gleichmäßig verteilter Lasten. Für größere Menschenmengen sei wegen des verhandelten Preises die Brücke auch nicht bemessen gewesen. Ohnehin hätten sich die Kosten bei der Ausführung schon auf das Doppelte erhöht. Man könne also dem Baumeister keinen begründeten Vorwurf machen.[1]

Nach [1] Empfehlung zum Weiterlesen bei bernd-nebel.de und Nienburg-Saale.de Weitere Quellen: [1] Franz Anton Ritter von Gerstner : Handbuch der Mechanik, Bd. I. 2. Auflage, Prag 1833, [2] de.Wikipedia Alte Maße und Gewichte (Preußen)

Malapane (heute Ozimek, Pl): 1827

01. Jul.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Polen, EUROPA, Geschichte, Gusseisenbrücke, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar
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Projekt für eine Kettenbrücke, 20 Fuß weit, Kopie von 1822

Projekt für eine Kettenbrücke, 20 Fuß weit, Kopie von 1822

Älteste Kettenbrücke von 1827

Älteste Kettenbrücke von 1827

Portal der alten Hängebrücke vor dem Eingang zur Gießerei von Malapane

Portal der alten Hängebrücke vor dem Eingang zur Gießerei von Malapane

Oberschlesisches Kulturerbe von Jarek  Cieplak: Die Hängebrücke in Malapane (heute Ozimek) in Oberschlesien, im Oppelner Land, über dem gleichnamigen Fluss Malapane, ist die älteste Eisenhängebrücke Europas. Hergestellt wurde sie in der örtlichen Hütte „Malapane“, heute „Ozimek“.

Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts waren auf dem heutigen Stadtgebiet dichte Wälder. Die Gegend war reich am Raseneisenstein und nur dadurch wurde sie auch für den König von Preußen, Friedrich II., attraktiv. Auf seinen Erlass wurden schon im Jahre 1753 zwei Hochöfen erbaut, die Gießerei wurde dann 1754 eröffnet. Es war die erste staatliche preußische Eisenhütte in Oberschlesien – das Eisenhüttenwerk Malapane. Die Hüttenwerke wurden an der Stelle einer Wassermühle am Fluss Malapane  (Mala Panew) errichtet. Die Hängebrücke überbrückt den Fluss Mala Panew.

Portal, im Hintergrund die Gießerei

Portal, im Hintergrund die Gießerei von 1754

Daher entstammt der Name der Werke und des Ortes. Der heutige polnische Name Ozimek war der Name des Eigentümers der alten Mühle. Anfangs waren die Werke nur für die militärische Produktion eingerichtet und erst Ende des 18. Jahrhunderts, als die Nachfrage für militärische Produkte nicht mehr so groß war, wurde mit der Produktion für verschiedene Zweige der Industrie, auch für die Landwirtschaft, begonnen. 1786 wurde mit der Stahlproduktion angefangen und im Jahre 1789 verwendete man das erste Mal auf dem europäischen Kontinent Koks zum Schmelzen von Roheisen. Die Hütte wurde dadurch in ganz Europa zu den führenden Werken mit diesem Verfahren. Ab 1791 fing man mit der Produktion von Dampfmaschinen an, die früher nur in England hergestellt wurden.[1]

Weiterlesen mit Foto [1]

Eine projektierte Entwurfsversion einer Hängebrücke (s.oben) wurde 1822 vom Zeichner der Hütte Gleiwitz kopiert. Die erste Hängebrücke am Eingang zur Gießerei wurde 1827 eröffnet und steht noch heute.

Ergänzung vom 04.04.2011:

Herr Josef Thomas Juros vom Verein der Kettenbrücke in Malapane (heute Ozimek) hat ein Buch über die Geschichte der Gießerei und der ältesten bis heute erhaltenen ersten Kettenbrücke geschrieben. Das Buch ist über die Website des Vereinszu beziehen: http://www.sdmp.pl . Kosten: 19,00 € plus Versand. Nähere Informationen sind auch in der Rezension des Buches im Stahlbau 12/2010 zu finden

Quellen:

[1]Oberschlesisches Erbe/Kettenbrücke in Malapane (zitiert 20.05.09)

Historische Zeichnung: Polytechnika Wroclawska (Materialy z huty pokój), Vielen Dank!

Gusseisen und Eisengießereien im 18./ frühen 19. Jahrhundert

17. Mai.2009 um 10:00 pm | Veröffentlicht in 1, EUROPA, Geschichte, Gusseisenbrücke, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar
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Eisengiesserei bei Gleiwitz (1841)

Eisengiesserei bei Gleiwitz (1841)

Hütte Gleiwitz, gezeichnet: Gärtner 1806

Hütte Gleiwitz, gez. von J.G. Gärtner, 1806

Durch Abraham Darby I.´s  (1678 – 1717) technologische Entwicklungen ab Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Bau der ersten gusseisernen Brücken am Ende des 18. Jahrhunderts möglich.

Dabei hatte er nach holländischer Technologie einst nur Kupferkessel herstellen wollen. Weil  Darby I. die Produktion zu teuer wurde, begann er die Technologie für das Gusseisen voranzubringen, um dann Gusseiserne Kessel für den Haushalt zu produzieren.

Er begründete die Tradition der Eisengießereien durch entscheidende Entwicklungen maßgeblich mit. Im Herdfrischverfahren gelang es ihm, durch Zufuhr von Sauerstoff (Luft–> Frischen) den Stahl in bislang  nie erreicht -reiner Form zu produzieren. Ein weiterer Schritt gelang ihm durch den Ersatz der Kohle durch Koks, um bei höheren Temperaturen flüssiges Roheisen herzustellen.  Damit schuf er eine der wichtigsten Voraussetzungen der Industriellen Revolution. Der neuen Technologie von John Thomas zu verdanken, dass für Brücketrägerform einfach purer Sand verwendet wurde, in die Darby I. dann das flüssige Eisen hineingoß. [1]

Er war der Großvater des späteren Abraham Darby III, der als Erbe der großväterlichen und vom Vater weiter geführter Eisengießerei bei Coalbrookdale, 1779 (Inbetriebnahme 1881) die wohl erste gusseiserne Bogenbrücke, die berühmte Ironbridge über den Severn, baute.

Entwurf für eine Brücke über den berwerksgraben über den Fluss Malapane, gez. von J.G. Gärtner, 1807

Entwurf für eine Brücke über den Oberwerksgraben in Fluss Malapane, gez. von J.G. Gärtner, 1807

Doch schnell verbreitete sich die neue Technologie auch auf dem Kontinent. Als bei Malapane in Schlesien Raseneisenstein gefunden wurde, gab König Friedrich II. von Preußen den Befehl zum Bau von zwei Hochöfen (1753 und 1754). Interessanter Weise gab es auch einen Entwurf (1807) für eine Brücke über den Oberwerksgraben von Malapane mit fast identischer Geometrie wie die damals schon errichtete Brücke im Schlossgarten in Charlottenburg (1802)  damals noch vor den Toren Berlins, s. Zeichnung.

Die erste deutsche gusseiserne Brücke, die Eiserne Brücke  über den Georgskanal im Wörlitzer Park entstand dort als 1:4 Modell der englischen Brücke bereits 1790 und diente ausschließlich Spaziergängern im Wörlitzer Park. 1796 entstand die erste mit schweren Pferdefuhrwerken befahrbare deutsche gusseiserne Brücke in Laasan (heute Lazany in Pl) über das Striegauer Wasser, die 1945 zerstört wurde.

Hohe Brücke im Sclosspark Charlottenburg (1802)

Hohe Brücke im Sclosspark Charlottenburg (1802)

Aufriss der Charlottenburger Schlossbrücke

Aufriss der Charlottenburger Schlossbrücke, gez. von J.G. Gärtner, 1801

1802 erhielt Berlin die heute noch erhaltene Hohe Brücke im Schlosspark Charlottenburg. Auch sie entstand in einer schlesischen Eisenhütte. Es gab noch einen zweiten Entwurf, nicht bekannt ist, ob auch der Entwurf einst realisiert wurde.

Historische Zeichnungen: Polytechnika Wroclawska (Materialy z huty pokój), Vielen Dank!

Quellen:

[1] en.Wikipedia/ Abraham Darby I., 18.05.09

[2] Fotos: ponton

[3] Materialy z huty pokój

Brücke über das Striegauer Wasser bei Laasan

12. Apr.2009 um 3:11 am | Veröffentlicht in 1, EUROPA, Geschichte, Gusseisenbrücke | 3 Kommentare
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Die Brücke über das Striegauer Wasser bei Laasan (heute: Łażany) gibt es nicht mehr. Sie war die erste deutsche Straßenbrücke aus Eisen. Der Lieferant der Konstruktion war die Eisengießerei Malapane am gleichnamigen Fluss gelegen. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts befanden sich an der Stelle der heutigen Stadt dichte Wälder. Nachdem an der Malapane große Raseneisensteinlager entdeckt wurden, erfolgte 1753 und 1754 auf Befehl König Friedrichs II. von Preußen der Bau von zwei Hochöfen am Fluss.

1796 wurde in Laasan die erste befahrbare Gusseisenbrücke (für Fuhrwerke) in Deutschland errichtet. Sie war nach der Coalbroakdale (1779) Bridge in England die erste Verkehrsbrücke auf dem Europäischen Festland. Die Eiserne Brücke im Wörlitzer Park (verschiedene Angaben: 1784, 1791) ist zwar älter, aber sie ist nur eine Fußgängerbrücke. Ein Bild dieser im schlesischen Eisenhüttenwerk Malapane (Ozimek) gefertigten Brücke ist bei Handelswege in Niederschlesien zu sehen. [1]

Die Kosten für den Bau der Lasaaner Gusseisenbrücke trug der Reichsgraf Niclas Wilhelm v. Burghaus aus Laasan.[2]

Die Eisenhütte in Malapane

Bis 1780 gehörte die Hütte administratorisch zur Kriegskammer und später wurde sie dem Hohen Bergamt in Wrocław (Breslau) zugeordnet. Seit dem Jahr 1782 wurden die Hütten in Krasiejów, Jedlice und Dębska Kuźnia von der Hüttenbehörde in Malapane (Ozimek) geleitet…..Ab 1756 wurde Stabeisen produziert.
Die Eisenhütte in Malapane war für höchste Qualität bekannt. Noch in 19. Jahrhundert war sie als eine der Besten in Europa anerkannt.  Weitere Infos unter [3]

(nach Volker Zimmer (Informationen über Schlesien): Die Brücke über das Striegauer Wasser wurde 1945 von der Deutschen Wehrmacht gesprengt. Sie existiert nicht mehr, nur noch Reste sind später gefunden und geborgen worden. )

Quelle:

[1] Wikipedia/ Łażany (02.04.09).

[2] K. Stiglat: Brücken am Weg, 1996.

[3] Stadt Ozimek (Malapane)/ Geschichte

Berlin: Das Schloss auf der Pfaueninsel

29. Mrz.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, 1 Brücken: Geografisch, Brücken in Deutschland, Eisenbrücken, EUROPA | Hinterlasse einen Kommentar
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Friedrich Wilhelm II von Preussens Spielwiese: Das Schloss auf der Berliner Pfaueninsel

Friedrich Wilhelm II von Preußens Spielwiese: Das Schloss auf der Berliner Pfaueninsel Foto: K.OE

Die Brücke auf dem als Ruine im italienischen Stil ausgeführten Schloss auf der Berliner Pfaueninsel wurde wurde wie die gesamte übrige Bebauung 1990 in die Liste des UNESCO-Kulturerbes aufgenommen. 1990 erklärte die UNESCO die Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin offiziell zum Welterbe. Die Pfaueninsel selbst steht außerdem seit 1924 unter Naturschutz. Den Garten hat der berühmte Gartenarchitekt Lenné gestaltet.

Eiserne Brücke zwischen den Türmen des Schlosses

Eiserne Brücke zwischen den Türmen des Schlosses, gezeichnet: Gärtner

Das Schloss wurde zwar bereits 1793/94 nach Plänen des kgl. Zimmermeisters Brendel erbaut, aber die Holzbrücke, die die Turmzimmer verband, war Wind und Wetter ausgesetzt und musste bereits 1807 ersetzt werden. Eine der ältesten noch erhaltenen Berliner Gusseisenbrücken ziert seit 1807 das Schloss.

Die eiserne Brücke zwischen den beiden Türmen wurde vermutlich in einer der ersten Königlichen Eisengießereien in Schlesien gegossen.

Auf die Pfaueninsel gelangt man nur mit der Fähre. Vom S-Bahnhof Wannsee fahren die Busse 116 und 216 zur Fähre.

Quellen:
[1] Pfaueninsel (07.03.09)

[2] Deutsche UNESCO-Kommission (07.03.09)

[3] Quelle Zeichnung:  gez. Oberbergamtsrisssammlung

Seinebrücken in Paris: Pont des Arts

27. Dez.2008 um 3:25 am | Veröffentlicht in 4 Brücken, Brücken in Frankreich, Brückenneubau, EUROPA, Seinebrücken, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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ponton

Pont des Arts Quelle: ponton

Die Leichtigkeit des nur als Fußgängerbrücke erbauten und die ~ 155 m breite Seine überspannenden Pont des Arts (Brücke der Künste) war so beeindruckend, dass er zum Header dieses Blogs wurde. Sechs Strompfeiler tragen die vergleichsweise leichte Stahlkonstruktion mit ihrer Holzbeplankung. Die Brücke verbindet den Louvre, also die Kunst, mit Saint Germain.

Der Pont des Arts war ursprünglich zwischen 1802 und 1804 auf Wunsch von Napoleon als erste Gusseisenbrücke über die Seine, als Bogenbrücke mit neun Bögen, gebaut worden. Renoir hat sie, die Bücke der Künste, im Jahr 1867 gemalt. Im 19. Jahrhundert wurde der Pont des Arts zweimal umgebaut, das erste Mal, um den Quai Conti zu verbreitern. Dafür wurden zwei gusseiserne Bögen durch nur einen schweißeisernen ersetzt. Um die Brücke selbst zu verbreitern folgte von 1871 bis 1876 ein zweiter Umbau. Man hat eine sehr schönen Ausblick auf den Pont Neuf und das südliche Ende der Île de la Cité, die Insel in der Seine, auf der die berühmte Kirche Notre Dame steht.

Der Zustand war jedoch nach Wikipedia, vor allem wegen der Spätschäden infolge der Bombardierungen im I. (1918) und II. Weltkrieg, in den 1970-iger Jahren so schlecht geworden, dass sie nach paris.de zunächst 1970 gesperrt werden musste und ab 1977 überholt werden sollte. Im Jahr 1979 wurde sie zudem wiederholt gerammt, so dass 60 m der Brücke in die Seine stürzten. Also entschloss man sich zum Ersatzneubau als geschweißte Stahlbrücke. Die alten Steinpfeiler wurden durch Betonpfeiler ersetzt. Die heutige Brücke entstand 1981 bis 1984, „identisch“ nach den Entwürfen von Louis Arretche, der beschloss die Anzahl der Bögen von neun auf sieben (7 x 22 m) zu reduzieren, wobei die alte Konstruktion von ihm weitestgehend detailgetreu übertragen wurde, um gleichzeitig einen Bezug zur benachbarten Brücke Pont Neuf zu schaffen.

Widerlager auf der Seite von Saint Germain

Pont des Arts: Widerlager auf der Seite von Saint Germain Quelle: ponton

Pont des Arts von Westen aus gesehen

Pont des Arts von Westen aus gesehen

Donaubrücken: Széchenyi Lánchíd Budapest

19. Dez.2008 um 3:25 am | Veröffentlicht in EUROPA, Geschichte, Kultur | 1 Kommentar
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Kettenbrücke über die Donau Quelle: Wikipedia (released into the public domain by Beyond silence)

(Info u.a.: Wikipedia) Bereits 1776 verband eine Pontonbrücke aus 46 Schwimmkörpern die beiden Städte Buda und Pest, ähnlich wie die Pontonbrücke bei Esztergom.

Die Szechenyi Lánchíd wurde 1849 gebaut, von István Széchenyi‚ im gleichen Jahr entworfen. Nach ihm als Hauptunterstützer des Brückenbaus wurde die Széchenyi Lánchíd im Jahr 1892 benannt. Die Konstruktion wurde vom schottischen Ingenieur Adam Clark (keine Verwandtschaft) überwacht. Ketten und Dekorationen wurden aus Gusseisen gefertigt.

Die Brücke ist eine Vergrößerung von William Tierney Clark’s früherer Version der Marlow Bridge, über die Thames in Marlow, England. Die beiden Löwenpaare des Bildhauers János Marschalkó an den Widerlagern wurden erst 1852 ergänzt. Die Ungarn betohnen immer wieder mal, dass die Löwen keine Zungen haben (Dabei sieht man sie nur nicht..).

Die massiven Strompfeiler bestehen aus Mauerwerk mit einer Durchgangsbreite von 6,5 m. Die Sannweite des Mittelfeldes beträgt 202 m. 1914 wurde die Brücke komplett erneuert. Nach structurae besteht der Überbau aus Schweißeisen. Das mag wohl daran liegen, dass das Material nach Möglichkeit wieder verwendet wurd, obwohl zu der Zeit Schweißeisen nicht mehr produziert wurde, sondern zum Brückenbau unberuhigter Flussstahl verwendet wurde. Im zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört. Nach dem Wiederaufbau nach alten Plänen, konnte sie 1949 wieder in Betrieb genommen werden. Vom Gelért Berg auf der Pester Seite der Stadt hat man einen wundervollenAusblick auf die Donau und die Chain bridge.

Wikipedia per 15.12.08 (Gnu Lizenz)

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