Florenz: Ponte Vecchio (1345)

07. Okt.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in Brücken in Italien, Geschichte, Kultur, Living Bridges, Mauerwerksbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Ponte-Vecchio-Ansicht

Ponte-Vecchio-Ansicht

Ponte Vecchio: Denkmal

Ponte Vecchio: Denkmal von Cellini

Eine der bekanntesten und ältesten bewohnten Brücken (Living bridges) ist der Ponte Vecchio (Die „Alte“ Brücke) im italienischen Florenz über den Arno. Sie erhielt den Namen ab 1218, um sie vom Ponte de la Carraia flussabwärts und dem Ponte Rubaconte flussaufwärts.

Die erste steinerne Brücke wurde an dieser Stelle nach dem Hochwasser 1177  gebaut, damals noch mit fünf massiven Mauerwerksbögen. Das Hochwasser des Arno hatte die vorhandene, ebenfalls mit Krämerläden bebaute, Holzbrücke mitgerissen. Sie wurde 1333 wiederum von einem Hochwasser zerstört.

Der 1345 als dreibögige Brücke unter Taddeo Gaddi errichtete  neue „Ponte Vecchio“ gehörte der Kommune. Die darauf entstandenen 47 Läden in gemauerten neuen Häusern entstanden innerhalb einer Bauphase. Über dem mittleren Boge öffnen drei Bögen die Sicht auf den Arno.[1]

Brunnen auf dem mittleren Bogen

Brunnen auf dem mittleren Bogen

Die drei Bögen über dem mittleren Brückenbogen stammen offensichtlich aus späteren Umbauten, denn auf dem Holzschnitt von 1470 (Staatliche Museen zu Berlin) gibt es sie noch nicht. 1565 wurde unter Leitung des  Giorgio Vasari im Auftrag des Cosimo I de Medici, der Corridoio Vasariano, ein Übergang oberhalb der vorhandenen Krämerläden gebaut. Er sollte das politisch administrative Zentrum im Palazzo Vecchio mit den privaten  Palast der de  Medici, dem Palazzo Pitti zu verbinden.[1]

Liebesschlösser am Cellinibrunnen

Liebesschlösser am Cellinibrunnen

1593 erging die Order, dass die Schlächter, Schmiede und Lebensmittelhändler Gold- und Silberschmieden sowie Geldwechslern weichen sollte. Brücke und luxeriöse Händler gibt es bis heute in Florenz.[1]

Erst um 1900 gestaltete  hier es  Bildhauers Raffaello Romanelli die Büste von Benvenuto Cellini. Die Büste wurde 1901 eingeweiht und ist umgeben von schmiedeeisernen Gittern. [2] Diese sind begehrt von Liebespaaren, die sich beim Verschließen der Schlösser die ewige Liebe schwören und dann den Schlüssel in den Arno werfen.

Vorsicht, Schlösser anzubringen kann 50 € kosten.

Vorsicht, Schlösser anzubringen kann 50 € kosten.

Diese sind begehrt von Liebespaaren, die sich beim Verschließen der Schlösser die ewige Liebe schwören und dann den Schlüssel in den Arno werfen. Gleich Traditionen haben wir schon an der Hohenzollernbrücke in Köln und der Tumskibrücke in Wroclaw/ Breslau gefunden.

Quellen:

[1] Living Bridges, Murray et al., Prestel Verlag, ursprünglich veröffentlicht anlässlich der Ausstellung „Living bridges, inhabited bridge, past, present and future“, London 1996.

[2] it.Wikipedia/Ponte Vecchio, zitiert am 06.10.09

Durchblick auf den Arno

Durchblick auf den Arno

Fotos: Vielen Dank, Eva!

Vision: Living Bridge für Köln

19. Mrz.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, EUROPA, Living Bridges, Rheinbrücken, Vision | Hinterlasse einen Kommentar
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Kölner Stadtanzeiger (17.03.09) Stadtplanung Köln:

Unter dem Titel Neue Brücken über den Rhein veröffentlichte der Kölner Stadtanzeiger gestern eine Vision des emeritierten Professors Polónyi (geb. 1930). Die Vision einer Living Bridge soll das Leben über den Rhein holen, den Rest der Stadt mit dem Stadtzentrum verbinden. Polónyi schlägt vor, das Leben im wahrsten Sinne des Wortes über den Rhein zu holen, auf eine mehrgeschossige Living Bridge, eine bewohnte bzw. Krämerbrücke.

Polónyi plädiert in [1] für eine „Living Bridge“ – mit Wohnungen, Geschäften, Lokalen, Promenaden, einem Hotel und jeder Art des städtischen Verkehrs. „Eine Fußgängerbrücke ist nur Luxus für Spaziergänger. Das ist zu wenig.“

Der emeritierte Universitätsprofessor hat zusammen mit dem Stararchitekten Hadid Teherani den ersten Entwurf für eine „Living Bridge“ über die Elbe in Hamburg erarbeitet: 700 Meter modernste Architektur und Tragwerkstechnik, die in die ganze Welt ausstrahlen würde. Teherani hat den ersten Entwurf mittlerweile stark verändert, baut nun ähnlich wie beim historischen Vorbild, der Ponte Vecchio in Florenz, Häuser auf die Brücke. Polónyi plädiert für integrierte Lösungen: Bei ihm soll ein Gebäude als Ganzes den Fluss überspannen, ein mehrstöckiges Tragwerk gleich mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen. Aktuell hat er an einem „Living Bridge“-Konzept für Budapest mitgearbeitet: Wie eine riesige Schlange schlängelt sich die Brücke mit Wohnungen und Hotels über die Donau.[1]

Weiterlesen: Artikel von Helmut Frangenberg im KSta.de

Quellen:

[1] Kölner Stadtanzeiger (gefunden am 18.03.09)

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