Liesenbrücken in Berlin (1890-1896): Tag des offenen Denkmals am 08. September 2013

06. Sep.2013 um 5:50 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Brückenevents, Brückenschäden, Eisenbrücken, Geschichte, Kultur, Vision | Hinterlasse einen Kommentar
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Tag Des Offenen Denkmals back

Anlässlich des Tags des offenen lädt das Berliner Netzwerk für Grünzüge zur Besichtigung der Liesenbrücken ein. Um 14:00 Uhr ist unter den Brücken am Humboldthain Treffpunkt.  Die Deutsche Bahn braucht die Brücken nicht mehr. Sie ist Eigentümerin der Brücken, den die königliche Eisenbahnbehörde hat sie einst gebaut. Die Brücken gehören dennoch zum kulturellen Erbe von Berlin. Sie lagen direkt an der ehemaligen Berliner Mauer. Jetzt fahren die Studenten zur TU Berlin unter ihnen hindurch. Darüber fährt schon seit Jahrzehnten nichts mehr. Nur die S-Bahn zum Humboldthain nutzt noch einen erneuerten Überbau, 1952 wurden sie im Zuge der Stilllegung des Stettiner Bahnhofes nicht mehr genutzt. Untersuchungen müssten zeigen, ob sie Fußgängern und Radfahrern noch eine ausreichende Sicherheit bieten. Dann könnten die Brücken Grünanlagen auf beiden Seiten, den Humboldthain und den Park am Nordbahnhof miteinander verbinden.

Es gibt eine Pedition, die im Juni eröffnet wurde und noch bis 28.09.2013 unterzeichnet werden kann. Da kann man entscheiden, ob die Brücken- wenn sie ihre Tragfähigkeit ohne größeren Aufwand noch nachweisen können- als kulturelles Erbe der Berliner erhalten bleiben sollen.

Die Überbauten wurden zwischen 1890 und 1896 von der Königlichen Eisenbahndirektion errichtet. Man findet die Liesenbrücken in der Denkmaldatenbank von Berlin.

Quellen:

[1] Berliner Netzwerk für Grünzüge , besucht am 06.09.2013.

[2] Pedition, besucht am 06.09.2013.

[3] Denkmaldatenbank von Berlin, besucht am 06.09.2013.

Spreeparkbrücken in Berlin: im Dornröschenschlaf

05. Aug.2013 um 10:33 pm | Veröffentlicht in Brücken in Deutschland, EUROPA, Geschichte, Kultur | 7 Kommentare
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Die Schienen enden scheinbar im Nirgendwo

Sonntag im Spreepark: Die Schienen enden scheinbar im Nirgendwo

Früher, d.h. seit mindestens 12 Jahren wurde die Füßgängerbrücke noch benutzt...

Früher, d.h. vor mindestens 12 Jahren wurde die Fußgängerbrücke noch benutzt…

Die Natur holt sich den Spreepark zurück

Die Natur holt sich den Spreepark zurück

… doch seit eben diesen12  Jahren ist der Spreepark verwaist. Diesen „Lost Place“ hat sich die Berliner Bloggergemeinde für ihr diesjähriges Treffen ausgesucht. Die Idee kam eigendlich von Tonari, die vorher schon mal Probebesichtigen war. Wer sonst noch dabei war kann man bei Bigi lesen, die trotz des zugezogenen Himmels wunderschöne Kollagen vom Riesenrad zusammengestellt hat.

Kaum etwar ist vom ehemaligen 1969 eröffneten eröffneten VEB Kulturpark geblieben. Die wenigen idyllischen ursprünglichen Rohrdachimbisshäuschen sind nun auch ausgeräubert und hinüber.

Die Brücke wird scheinbar nur noch vom Drachen (boot) getragen...

Die Brücke wird scheinbar nur noch vom Drachen (boot) getragen…

Die Natur holt sich inzwischen den Vergnügungspark zurück, der noch Anfang der 1990ziger Jahre nach westlichen Maßstäben und gewaltigem Aufwand völlig umgebaut worden ist.Die Besucherzahlen aus den Jahren vor der Mauer von jährlich 1,5 Millionen Menschen wurden jedoch nie wieder erreicht.

Hin und wieder wird der Spreepark und damit die Brücke oben noch vermietet. Sänger kommen singend unter ihr hervor oder verschwinden traurige Abschiedslieder singend in den wuchernden Büschen hinter der Brücke. So ungefähr haben wir uns das im Spreepark im Berliner Plänterwald am letzten Wochenende berichten lassen.

ponton_SpreeparkOhneBootstourDas Interesse an Besichtigungen steigt zunehmend. Man muss sich ranhalten, wenn man noch eine Besichtigung mitmachen möchte, denn in diesem Jahr noch soll der Zuschlag an einen neuen Nutzer erteilt werden. Es sollen auch schon viele Interessenten da gewesen sein. Und alle mussten wieder gehen oder gaben auf. Doch auch Berlin erwägt einen Einstieg. Daher, so berichtet Christopher Flade, der die vielen Menschen durch den Park führte und die Geschichte des Parks richtig lebendig wiedergab, wurde das letzte Bieterverfahren im Juli 2013 abgebrochen, so dass der externe Bieter nicht einsteigen konnte. Das Gelände muss jedoch als Erbpachtvertrag weiterhin als Freizeitpark genutzt werden. Wenigstens das ist entschieden worden.

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Quelle: Führung durch den Spreepark am 04.08.2013

Weiterlesen auf der Webseite des Spreeparks

Berlin: Gusseiserne Brücke im Schlosspark Charlottenburg

28. Aug.2011 um 12:12 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Eisenbrücken, EUROPA, Geschichte | 4 Kommentare
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Gusseiserne Brücke im Schlosspark Charlottenburg
Gusseiserne Brücke im Schlosspark Charlottenburg
Detail der parallelen gusseisernen Bögen

Detail der parallelen gusseisernen Bögen

Eine zweite gusseiserne Brücke steht im Berliner Schlosspark Charlottenburg im Schatten der älteren Hohen Brücke in der Schlossachse.

Die fünf parallelen Träger machen einen deutlich massiveren Eindruck als die nahegelegene Hohe Brücke.

Gusseisenbrücke_Ponton

Auflagerbank der fünf gusseisernen Bögen im Charlottenburger Schlossgarten

Nach [2] ist das ein Anzeichen dafür, dass diese Brücke als wesentlich moderner gilt als die hohe Brücke. Anders als dort lagern die Bögen jeweils einzeln auf der Widerlagerwand. Von der Technischen Universität in Wroclaw (Breslau) stammt eine Zeichnung aus dem Oberbergamt in Breslau (Wroclaw) aus dem Jahr 1906 von der Brücke im Charlottenburger Schlosspark. Eine ähnliche, fast baugleiche, Brücke wurde einige Jahre später (1819) in der Gleiwitzer Hütte für den Klodnitzer Kanal gegossen [2]. Die erhaltenen Brückenbögen der gusseisernen Brücke über den Klodnitzer Kanal stehen heute in der Abteilung für Kunstguss des Gleiwitzer Museums (Gleiwitz heißt heute Gliwice). [2]

Zeichnung von 1806 aus der Risssammlung des Oberbergamtes Breslau

Zeichnung von 1806 aus der Risssammlung des Oberbergamtes Breslau

Quellen:

[1] Fotos: ponton

[2] Józef Tomasz Juros: Die Brücken aus der Preußisch-Königlichen Hütte Malapane (2009)

Berlin(DE): Dovebrücke (1911)

11. Jun.2010 um 8:35 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, EUROPA, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Ponton-KOE-Dovebruecke2

Dovebrücke über den Berliner Landwehrkanal

ponton-KOE-Dovebruecke von Weitem

Dovebruecke vom Südufer gesehen, rechts im Schatten der zweite Bogen

Die Dovebrücke verbindet das Charlottenburger Gewerbeviertel im Spreebogen mit dem anderen Ufer des Landwehrkanals unweit seiner Einmündung in die Spree. Hier fließen der Landwehrkanal, die Spree und der Charlottenburger Verbindungskanal zusammen.  Das Salzufer und Dovestraße am nördlichen Ufer wird mit Einsteinufer und Cauertstraße am südlichen Ufer verbunden. Zwei Bögen überbrücken zum Einen den Landwehrkanal und zum anderen einen kombinierten Fußgänger- und Radwanderweg.

Der Bogen wird aus Natursteinen gebildet, ansonsten prägen rote Mauerwerkssteine mit vereinzelten Natursteinmotiven die Ansicht der Bögen.

Die heutige Dovebrücke wurde 1911 von Friedrich August Bredtschneider und Heinrich Seeling gebaut.Die beiden Architekten erbauten auch die benachbarte Marchbrücke zusammen. Nach dem Architekten Bredtschneider, der seine ersten Erfahrungen in Bromberg und Insterburg sammelte, ist in Charlottenburg eine Straße benannt. In Charlottenburg, das damals noch nicht zu Berlin gehörte, war er seit 1893 Magistratsmitglied und Baustadtrat. Heinrich Seelig war ebenfalls ab 1907 Stadtbaurat in Charlottenburg. Ab 1920 wurde er Dozent an der Technischen Universität Berlin, die ihm auch den Dr.h.c. verlieh. [nach 1].

Der Name der Dovebrücke erinnert an den Physiker Heinrich Dove (1803-1879), der seit 1848 Direktor des Berliner Meteorologischen Instituts war. Bereits die Vorgängerbrücke erhielt 1892 den Namen des Wissenschaftlers.[2]

Die Dovebrücke ist unter Nummer 09096135 in der Landesdenkmalliste Berlins gelistet [3].

[1] Bredtschneiderstraße, zitiert am 11.06.2010

[2] Berlin, zitiert am 07.06.2010.

[3] Landesdenkmalliste Berlin (08_09.pdf), zitiert am 07.06.2010.

Teltowkanal TEK 25,3 : A100 Abfahrt Gradestr. (1980)

15. Mai.2010 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Spannbetonbrücke, Stahlbrücke, Teltowkanalbrücken | 3 Kommentare
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ponton-Autobahn Abzweig Gradestr.

Überführung des Abzweiges der A100 Richtung Gradestraße über den Teltowkanal

ponton-A102 über den Teltowkanal

Autobahnauffahrt auf die A100 aus Neukölln

Mehrere Autobahnbrücken überbrücken zwischen TEK 25,23 und TEK 25,18 den 1906 eröffneten Teltowkanal in Berlin. Sie gehören zum Teil zum Abzweig Neukölln, zur Auf- und Ausfahrt zur Gradestraße. Bevor der Tunnel Neukölln fertig gestellt war, endete hier die Autobahn, die inzwischen Berlin direkt mit dem Schönefelder Kreuz verbindet.

Eine Brücke jedoch ist ungenutzt. Die Autobahnbrücken wurden 1980 gebaut und waren Teil eines Konzepts, das nach 1990 nicht mehr weitergeführt wurde. So endet die östlichste  der drei Autobahnbrücken im Nichts.

Unter den drei Stahlbetonhbrücken, von denen die mittlere von einem Stahlfachwerkträger und die äußeren von Stahlbetonhohlkästen (i.d.R. Spannbeton) getragen werden, überführt eine alte Stahlfachwerkbrücke den Teltowkanal.

ponton TEK 25,23

Ende der Autobahn an der A102

Die östliche Brücke endet nach einer weitgespannten Kurve.  Der gedachte Radius reicht wohl nicht aus, um eine sicher Zufahrt in den Tunnel Neuköln zu gewährleisten. Der Zugang auf die plötzlich endende Brücke ist durch den hohlen Endpfeiler im Prinzip möglich, jedoch versperrt. Alle Brückenlager stützen die durchlaufenden Fahrbahnträger punktförmig. Plexiglas schützt die Lager vor dem Zugriff Unbefugter sowie vor Wind und Wetter.

Messung von Lagerverschiebung hinter Schutzscheibe

Messung von Lagerverschiebung hinter Schutzscheibe

Unterhalb der Autobahn steht eine Stahlfachwerkbrücke, die so genannte NME-Brücke der Neukölln Mittenwalder Eisenbahn. Die NME ist fast vollständig in Familienbesitz. Seit 1903 gelangten Sand und Kies auf diesem Weg in die Stadt und der Müll aus der Stadt nach Brandenburg. Nach [1] wurde die Brücke von der deutschen Wehrmacht am Ende des zweiten Weltkrieges am 22. April 1945 gesprengt.

ponton-TEK 25,21

unter der Autobahnbrücke fährt die Eisenbahn (re. unten)

Die sowjetische Militär Kommandantur ließ die Brücke schnell wieder aufbauen, denn sie wurde für die Ver- und Emtsorgung der Stadt gebraucht:  und am 17.Mai 1945 fuhren gemäß [1] die Züge zwischen Neukölln und Mittenwalde. Das war auch gut so, denn dank eines 5 km langen Anschlussgleises von 1936 zum Flughafen Tempelhof war die Brücke – so die Ironie der Geschichte – unverzichtbar während der Berliner Blockade vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949, also bevor die DDR gegründet wurde (7. Oktober 1949).

Während des Baus der Autobahn Tempelhof- Britz und weiterer großer Bauvorhaben in Berlin war die NME ausgelastet.

Die NME verfügt heute über 21 Kilometer Gleise, beschäftigt 27 Mitarbeiter und leistet mit sechs Lokomotiven Transporte von einer Million Tonnen. [1]

Quellen:

[1] Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin, zitiert am 14.05.2010

Berliner Spreebrücken: Treskowbrücke (1935)

12. Apr.2010 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, EUROPA, Geschichte, Sanierung, Spreebrücke, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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ponton-Treskowbrücke von der Niederschöneweider Seite

Treskowbrücke von der Niederschöneweider Seite

Blick über die Treskowbrücke in Richtung Oberschöneweide

Blick über die Treskowbrücke in Richtung Oberschöneweide

Die Treskowbrücke verbindet die Berliner Stadtteile Niederschöneweide links der Spree und das frühere Industrieregion Oberschöneweide rechts der Spree im Stadtbezirk Berlin-Köpenick/Treptow.

In den Neunziger Jahren stellte die EU Fördermittel für die regionale Entwicklung zur Sanierung zur Verfügung. Eine Tafel an der Brücke erinnert an die finanzielle Unterstützung.

ponton-Untersicht der Treskowbrücke

Untersicht der Treskowbrücke

Die dreifeldrige Brücke mit zwei Strompfeilern und massiven durchlaufenden genieteten Vollwandträgern überspannt insgesamt 163 m Länge.  Gewaltige Laternen mit dem Design der letzten Sanierung 1999-2003 strahlen einerseits auf die Fahrbahn und etwas kleinere Laternen beleuchten die Fußwege. Die Laternenstile tragen gleichzeitig die Abspannung der Oberleitung für die in beide Richtungen verkehrende Straßenbahn.

Eine Besonderheit ist es, dass nur zweispuriger Autoverkehr in Richtung Norden nach Oberschöneweide erlaubt ist. Der Autoverkehr in Richtung Süden wurde dauerhaft  ebenfalls zweispurig über die Stubenrauchbrücke (und dort derzeitig über die sich zur Dauerlösung entwickelnde Behelfsbrücke) geleitet.

Public domain: Alte Treskowbrücke

Alte Treskowbrücke von 1905/ Wikimedia aus /1/

ponton-Lager auf w-Strompfeiler

Festlager auf dem südlichen Strompfeiler

Geschichtliches:

Die erste Treskowbrücke wurde 1905 nach Plänen von Karl Bernhard über die Spree gebaut. Damals, also vor der Gründung Groß-Berlins, war die Gegend noch Teil des Kreises Teltow-Barnim und so benannte man die Brücke nach dem dortigen Stadtrat von Treskow.

Diese Brücke wurde für den Verkehr zum rasant expandierenden Industriestandort  (Siemens [TRO], KWO, später WF) Oberschöneweide schnell zu schmal und so baute man 1935 einen Ersatzbau. Als sich der II. Weltkrieg dem offensichtlichen Ende näherte, sprengte die Deutsche Wehrmacht auch diese Brücke, wie so viele andere in Berlin.

ponton-ö-Rollenlager auf südlichem Pfeiler

Östliches Rollenlager auf dem südlichen Pfeiler

Zunächst mussten die Arbeiter dann auf einer hölzernen Behelfsbrücke von der S-Bahn zu ihren Arbeitsplätzen gelangen. Nach zügiger Bergung des  am Ende des zweiten Weltkrieges von der deutschen Wehrmacht  gesprengten Mittelteiles, der die Schifffahrt behinderte, begann man 1951 alle Teile zu richten und wieder zusammenzusetzen. Im Mai 1955 konnte die Brücke wieder in Betrieb genommen werden. Zunächst wurde die Route der Friedensfahrer über die Brücke gelegt, freigegeben auch für Fußgänger und Straßenbahnen. Als letztes erfolgte die Freigabe für den Autoverkehr.

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Tafel mit den Förderdetails der letzten Sanierung

Die mit den Teilen und nach dem Vorbild der Brücke von 1935 wiedereröffnete heutige Brücke ist nach [2] eine über drei Felder durchlaufende Trogbrücke mit außen (mittels Kragarmen) angehängten Gehwegen, deren massive Hauptträger die Gehwegen von der Fahrbahn abgrenzen. Die Brücke ist nach [2] für 60 Tonner freigegeben. Sie ist die längste stählerne Brücke über die Spree in Berlin. Zum Vergleich: Die Jannowitzbrücke ist nur 80 m lang und die Weidendammer Brücke sogar nur 73 m [2].

ponton Treskow GesamtQuellen:

[1] Karl Bernhard: Die Treskow-Brücke zu Oberschöneweide bei Berlin.Julius Springer Berlin, 1905.

[2] Berliner Brücken, Begleitbuch zur Ausstellung der Berliner Senats, 1991.

Berlin: Britzer Garten, Rhizomatische Brücke wieder frei!

23. Mrz.2010 um 10:15 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Holzbrücken, Sanierung | Hinterlasse einen Kommentar
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Rhizomantische Brücke auf dem Berliner BUGA-Gelände

Rhizomatische Brücke auf dem Berliner BUGA-Gelände Herbst 2009

ponton-Rhizomantische Brücke BUGA (4)

Rhizomatische Brücke BUGA mit holzbeplanktem Fußweg

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche von des Frühlings holden belebenden Blick….“ so sah Goethe das Frühlingserwachen um Ostern vor mehr als 150 Jahren. So einen Eindruck gewinnt man auch in diesen Tagen auf dem Gelände der ehemaligen Bundesgartenschau (BUGA), im Britzer Garten.

Der Park wurde im Jahr 1985 für die Berliner BUGA samt ihrer Gewässer, Hügel, Wiesen, Biotope und Brücken gestaltet. [1] Die Berliner nahmen den Park gern an und haben seitdem so manche nette Erinnerung an den Park gesammelt, z.B. an die ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr oder während der dort  im Herbst stattfindenden Drachenfeste bzw. an ein Feuerwerk.

Seit dem 20. März 2010 können die Besucher des Britzer Gartens die bekannteste Brücke, die Rhizomatische Hauptbrücke wieder benutzen, so meldeten es viele Berliner Radiosender an diesem Wochenende. Die Pylonenpfostenfüße wurde vier Monate (wohl unter eisigen Bedingungen, aber ohne Wasser im See) saniert. [3] Die Holzstützen waren noch im Herbst  2009 in Höhe des Wasserspiegels sichtlich mitgenommen.

Rhizomatische Brücke BUGA

Rhizomatische Brücke BUGA

Der eigenwillige Name Rhizomatische Brücke soll die Analogie zum Wurzelgeflecht im Schnittpunkt der Sichten und Wege mit mehreren Auf- und Abgängen darstellen. Hinter dem philosophischen Konzept der Rhizomatik versteckt sich bei Deleuze und Guattari aber auch ein Metapher für eine postmoderne Wurzel ähnelnde sich vielfältig verzweigende Struktur als Gegensatz zur hierachische nOrdnung (Baumstruktur), die in Wissenschaft und Medien auf Resonanz stieß. Zum Beispiel ist Wikipedia ein derartiges sich vielfältig verzweigendes und nicht hierarchisch gegliedertes System. [2]

Die Brücke wurde vier Monate (wohl unter eisigen Bedingungen, aber ohne Wasser im See) saniert [3], denn die Holzstützen in der Wasserwechselzone, d.h. in Höhe des Wasserspiegels waren im Herbst letzten Jahres sichtlich mitgenommen.

Eine weitere Fußgängerbrücke überbrückt die Seenlandschaft an der Sonnenuhr.

ponton-Brücke an der Sonnenuhr

Brücke an der Sonnenuhr

Quellen:

Fotos: Danke, Christian!

[1] Freunde des Britzer Garten, zitiert am 23.03.10

[2] de/Wikipedia/Rhizom (Philosophische Struktur), zitiert am 23.03.10

[3] Neukölln im Netz, zitiert am 23.03.10

Berlin: Schwedter Steg (1999)

06. Mrz.2010 um 2:13 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Brückenneubau, Ersatzneubau, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Schwedter Steg: Fußgänger und Radfahrerbrücke von der Behmstrapenbrücke gesehen

Schwedter Steg: Fußgänger und Radfahrerbrücke von der Behmstraßenbrücke gesehen

ponton-Schwedter Steg

Bogenbrücke mit Zugband und geneigten Bögen

Umfangreiche Umgestaltungen fanden in den letzten beiden Jahrzehnten im Bereich des nördlichen S-Bahnringes statt. Seit 1999 ersetzt eine moderne leichte Stahlkonstruktion eine alte Verbindung zwischen der Schwedter Straße und der Behmstraßenbrücke.

1999 konnte der aus elf Brückenfeldern bestehende Schwedter Steg der Nutzung übergeben werden und verkürzt den Weg für die Fußgänger und Radfahrer wieder erheblich. Im wesentlichen tragen zwei Stahlbögen den Fußgänger- und Radfahrerweg im Zuge der Schwedter Straße zur Behmstraßenbrücke.

Blick unter dem Schwedter Steg hindurch zur Swinemünder Brücke

Blick unter dem Schwedter Steg hindurch zur Swinemünder Brücke (S-Bf. Gesundbrunnen)

Ein filigraner Stahlbogen mit obenliegender, aufgeständerter, Fahrbahn überbrückt ein abbiegendes Gleis von Schönhauser Allee zur Bornholmer Straße nahe der Behmstraße. Die S-Bahngleise vom Gesundbrunnen in Richtung Schönhauser Allee werden von einer Bogenbrücke mit einem Zugband überbrückt, das in der Ebene des Fußgängerweges liegt. Der Bogen wird von massiven verklinkerten Pfeilern getragen. Die Ringbahngleise zwischen dem Bahnhof Gesundbrunnen  (km 4,2) an der Swinemünder Brücke, die im Volksmund auch wegen

Ponton-Gleis-Bornholmer-Schönhauser

In einen Tunnel führendes Gleis: Bornholmer Straße-Schönhauser Allee

der Baukosten im Jahre 1905 auch Millionenbrückebrücke genannt wurde, und dem Bahnhof Schönhauser Allee (km 5,8) auf dem nördlichen Berliner S-Bahnring, waren während der Teilung Berlins stillgelegt und wurden erst nach 1990 wieder aktiviert.

Nach [1] sind die Stützen der übrigen neun Brückenfelder sind als Stahlpendelrahmen mit Elastomerlagern ausgebildet. Das südliche Brückenlager ist auf neun Bohrpfählen gegründet.

Quelle:

[1] Berliner Stadtentwicklung, zitiert am 06.03.2010.

Teltowkanal TEK km 21,44: Lankwitz-Mariendorfer Brücke

12. Feb.2010 um 10:08 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Stahlbrücke, Teltowkanalbrücken | 1 Kommentar
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Mariendorfer Brücke-Fußgängerbrücke über den Teltowkanal

Mariendorfer Brücke-Fußgängerbrücke über den Teltowkanal

ponton-Mariendorfer Brücke

Holzbelag auf der Mariendorfer Fußgängerbrücke

Die Lankwitz-Mariendorfer Brücke überbrückt den Teltowkanal in Berlin-Tempelhof zwischen einer Eisenbahn- und S-Bahnbrücke in der Nähe des S-Bahnhofes Attilastraße und der Teubertbrücke im Zuge der Ringstraße bei Kilometer TEK 21,44 [1] als Fuß-und Radfahrbrücke.

Sie führt einen Weg der den S-Bahnhof Attilastraße parallel zum Bahndamm durch eine Kleingartenanlage mit der Lankwitzer Straße verbindet. Der  Bogen bildet ein filigranes Fachwerk. Horizontale Hänger tragen den mit Holz beplankten Fußweg.Die Profile zeigen die Aufschrift des Stahlherstellers Königshütte. Mit Königshütte  O/S ist wohl eher nicht die Ortschaft Königshütte im Harz gemeint, sondern das oberschlesische Königshütte im schlesischen Kohle- und Eisendistrikt bei Oppeln (heute Opole). In beiden Orten gibt es übrigens eine Jahrhunderte zurückreichende Hüttengeschichte

ponton-Bogenträger mit Aufschrift des Herstellers Königshütte

Bogenträger mit Aufschrift des Herstellers Königshütte o/s

Die Aufschrift enthält weiterhin die Information NP16, d.h. es handelt sich um ein Normalprofil mit 160 mm Profilhöhe.

Nach [1] liegt der Bezugspegel des Teltowkanals liegt im Mittel bei 32,37 m über NN [1]. D.h. in Berlin sind wir vorerst sicher, der Meeresspiegel liegt noch über 30 m niedriger…

Quellen:

[1] Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin, zitiert am 09.02.10.

ponton-Fachwerkbogen der Fußgängerbrücke mit Inschrift Königshütte o/s

Fachwerkbogen der Fußgängerbrücke mit Inschrift Königshütte o/s

Teltowkanal Tek km 23,21: Stubenrauchbrücke (1961)

09. Feb.2010 um 9:29 pm | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Geschichte, Spannbetonbrücke, Teltowkanalbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Neue Uferbefestigung an der Stubenrauchbrücke, im Hintergrund das Ullsteinhaus

Die Stubenrauchbrücke im Zuge des Tempelhofer Damms in Berlin-Tempelhof ist gleichzeitig eine U-Bahnbrücke im Hohlkasten und eine Straßenbrücke. Die Stubenrauchbrücke liegt neben dem ursprünglichen Hafen Tempelhof am Teltowkanal. Auf der Brücke endet der Tempelhofer Damm und geht nach Süden hin in den Mariendorfer Damm über. 1961 wurde sie errichtet.

Seit 1966 fährt die Berliner U-Bahn-Linie U6 nach Mariendorf im Hohlkasten der Brücke. Der U-Bahnhof Ullsteinstraße liegt sogar teilweise im Hohlkasten der Brücke. Auf beiden Seiten der Brücke gibt es Zugänge zum Bahnsteig. Neben je drei Fahrspuren gibt es , wie auf dem Bild zu sehen, auch je eine Parkspur auf der Brücke.

Damals, zu Zeiten vor der Gründung Groß-Berlins, also vor 192o, gehörte Tempelhof noch zum Landkreis Teltow. Tempelhof wurde in das entstehende Groß-Berlin integriert. Teltow selbst trat dann Groß-Berlin nicht bei.

Dadurch ergaben sich einige Kuriositäten. Z.B. wurden Investitionen wie der Tempelhofer Hafen damit Eigentum von Teltow, das überging in das Eigentum von drei Kreisen in der DDR. Inzwischen ist Berlin Eigentümer der Immobilie, Hafenbetrieb gibt es jedoch nicht mehr.  Ein Einkaufszentrum am Ufer des Teltowkanals trägt heute den Namen Tempelhofer Hafen.

Wer sich wundert, ob er den Namen Stubenrauchbrücke eventuell schon einmal im Zusammenhang mit einer Spreebrücke und Köpenick/ Treptow gehört hat, hat recht. Der ehemalige Landrat von Teltow, Ernst von Stubenrauch initiierte vor 1906 den Bau des Teltowkanals. Bereits 1908 wurde eine Stahlbrücke über die Spree nach ihm benannt.

Quellen:

[1] Tempelhofer Hafen, zitiert am 1.12.2011.

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