Teltowkanal TEK 25,3 : A100 Abfahrt Gradestr. (1980)

15. Mai.2010 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Spannbetonbrücke, Stahlbrücke, Teltowkanalbrücken | 3 Kommentare
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ponton-Autobahn Abzweig Gradestr.

Überführung des Abzweiges der A100 Richtung Gradestraße über den Teltowkanal

ponton-A102 über den Teltowkanal

Autobahnauffahrt auf die A100 aus Neukölln

Mehrere Autobahnbrücken überbrücken zwischen TEK 25,23 und TEK 25,18 den 1906 eröffneten Teltowkanal in Berlin. Sie gehören zum Teil zum Abzweig Neukölln, zur Auf- und Ausfahrt zur Gradestraße. Bevor der Tunnel Neukölln fertig gestellt war, endete hier die Autobahn, die inzwischen Berlin direkt mit dem Schönefelder Kreuz verbindet.

Eine Brücke jedoch ist ungenutzt. Die Autobahnbrücken wurden 1980 gebaut und waren Teil eines Konzepts, das nach 1990 nicht mehr weitergeführt wurde. So endet die östlichste  der drei Autobahnbrücken im Nichts.

Unter den drei Stahlbetonhbrücken, von denen die mittlere von einem Stahlfachwerkträger und die äußeren von Stahlbetonhohlkästen (i.d.R. Spannbeton) getragen werden, überführt eine alte Stahlfachwerkbrücke den Teltowkanal.

ponton TEK 25,23

Ende der Autobahn an der A102

Die östliche Brücke endet nach einer weitgespannten Kurve.  Der gedachte Radius reicht wohl nicht aus, um eine sicher Zufahrt in den Tunnel Neuköln zu gewährleisten. Der Zugang auf die plötzlich endende Brücke ist durch den hohlen Endpfeiler im Prinzip möglich, jedoch versperrt. Alle Brückenlager stützen die durchlaufenden Fahrbahnträger punktförmig. Plexiglas schützt die Lager vor dem Zugriff Unbefugter sowie vor Wind und Wetter.

Messung von Lagerverschiebung hinter Schutzscheibe

Messung von Lagerverschiebung hinter Schutzscheibe

Unterhalb der Autobahn steht eine Stahlfachwerkbrücke, die so genannte NME-Brücke der Neukölln Mittenwalder Eisenbahn. Die NME ist fast vollständig in Familienbesitz. Seit 1903 gelangten Sand und Kies auf diesem Weg in die Stadt und der Müll aus der Stadt nach Brandenburg. Nach [1] wurde die Brücke von der deutschen Wehrmacht am Ende des zweiten Weltkrieges am 22. April 1945 gesprengt.

ponton-TEK 25,21

unter der Autobahnbrücke fährt die Eisenbahn (re. unten)

Die sowjetische Militär Kommandantur ließ die Brücke schnell wieder aufbauen, denn sie wurde für die Ver- und Emtsorgung der Stadt gebraucht:  und am 17.Mai 1945 fuhren gemäß [1] die Züge zwischen Neukölln und Mittenwalde. Das war auch gut so, denn dank eines 5 km langen Anschlussgleises von 1936 zum Flughafen Tempelhof war die Brücke – so die Ironie der Geschichte – unverzichtbar während der Berliner Blockade vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949, also bevor die DDR gegründet wurde (7. Oktober 1949).

Während des Baus der Autobahn Tempelhof- Britz und weiterer großer Bauvorhaben in Berlin war die NME ausgelastet.

Die NME verfügt heute über 21 Kilometer Gleise, beschäftigt 27 Mitarbeiter und leistet mit sechs Lokomotiven Transporte von einer Million Tonnen. [1]

Quellen:

[1] Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin, zitiert am 14.05.2010

3 Kommentare »

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  1. Hallo,

    vielen Dank für den sehr interessanten Artikel. Ich suche schon lange vergeblich nach Fotos, die die Unterführung der damaligen A102 in westlicher Richtung unter die A100 zeigen. Hast du vielleicht Fotos davon, müssten ja dann vor 1995 gemacht worden sein.

  2. Hallo, vielen Dank. Die Bilder habe ich 2009 fotografiert. Aus den 199ziger Jahren habe ich leider keine weiteren Bilder.

  3. Die oben erwähnte östliche Brücke ist nun abgerissen. Aber weiß jemand, warum der Rückbau erst 20 Jahre nach dem Aus für die alten Autobahnpläne kam bzw. warum überhaupt abgerissen wurde?


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