Berlin/ Müggelspree: Triglawbrücke (1912)

17. Nov.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Geschichte, Spreebrücke, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Blick stromabwärts von der Triglawbrücke auf die Müggelspree

Triglawbrücke mit Laterne, Blick die Müggelspree stromabwärts

ponton-Triglaw-Herbst (2)

Triglawbrücke vom südöstlichen Ufer aus

1912 entstand die Triglawbrücke über die Müggelspree. Eine parallelgurtige Fachwerkbrücke überbrückt die Müggelspree in Hessenwinkel, einem Teil von Rahnsdorf im Berliner Stadtteil Köpenick-Treptow. Östlich der Brücke verlässt die Müggelspree neben der Spree den Dämeritzsee, im Westen schließen sich ein alter Arm der Spree und viele kleine Nebenarme der Spree an. Man nennt die Gegend auch Klein-Venedig.

Blick auf die Fahrbahnebene der Triglawbrücke

Triglawbrücke-Fahrbahnebene

Triglaw, der Dreihäuptige, ist eine slawische Gottheit (nach der z.B. auch der höchste Berg Sloweniens in den Julischen Alpen, Triglav, benannt wurde) und der Namenspate der Brücke.

Die Fahrbahn ist nur einspurig ausgebildet, beidseits begrenzt von Fußgängerwegen. Schlanke Diagonalen bilden die Windverbände in der Obergurtebene. Am Portal in Brückenmitte sind zwei ursprüngliche Laternen befestigt.

Ein letzter Herbstausflug mit dem Schiff nach Woltersdorf...

Ein letzter Herbstausflug mit dem Schiff nach Woltersdorf...

Noch in den Fünfziger, sechziger Jahren stand an der Triglawbrücke regelmäßig ein Fotograf, der die Touristen auf den vom Müggelsee kommenden Schiffen fotografierte und bei der Rückfahrt ein Päckchen mit den entwickelten Schwarz-Weiß-Fotos auf das Deck des Schiffes warf. Irgendwie schien es sich über Jahrzehnte gelohnt zu haben. Heute ist der Fotograf weg.

Technisches:

Die Triglawbrücke ist 52,2 m lang, die Stützweite beträgt 46,5 m. Sie ist so filigran ausgebildet, weil sie ursprünglich nur über eine Holzbohlenfahrbahn, die letzte Berlins, verfügte. Die Brücke ist 6,50 m breit und hat eine Nutzbreite von 5,60 m

Fachwerkknoten in der Untergurtebene

Triglawbrücke: Fachwerkknoten in der Untergurtebene

1986 wurde sie saniert, 2002 folgte die Grund-instandsetzung. Heute gibt es eine Asphaltfahrbahn. auf orthotroper leichter Stahlfahrbahn. Fährt ein Auto über die Brücke so spürt man die Vibration der Überfahrt. Die Sanierung ist jeweils eine logistische Herausforderung, denn die Brücke ist für die Bewohner der Insel und alle Versorgungsleitungen am südlichen Ufer der einzige Zugang zum Festland.[1]

Quellen:

[1] Berliner Brücken, Begleitbuch zur Ausstellung von 1991, SenBauWo.

[2] Plass Ingenieure, zitiert am 16.11.09

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