Teltowkanalbrücken: Knesebeckbrücke (1990)

01. Sep.2009 um 2:40 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Ersatzneubau, Geschichte, Teltowkanalbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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Knesebeckbrücke vom bewachsenen Berliner Ufer aus

Knesebeckbrücke vom bewachsenen Berliner Ufer aus

Knesebeckbrücke (1990) über den Teltowkanal

Knesebeckbrücke (1990) über den Teltowkanal

Die Knesebeckbrücke überbrückt im Zuge des Teltower Damms als einfeldrige schmucklose Brücke seit 1990 den Teltowkanal bei km 12,72. Der Teltowkanal bildet hier die Berliner Stadtgrenze zu Teltow im Bundesland Brandenburg.

Die Wasser- und Schiffahrtsverwaltung des Bundes, vertreten durch seine Berliner Dependence, ließ gerade  von Mai bis August 2009 die Geländer und Gehwege instandsetzen.[1] Eigentlich hätten die Gehwege und Geländer genau wie die Brücke nicht so lange halten brauchen, denn ursprünglich sollte diese Knesebeckbrücke von 1990 nur ein Provisorium sein, bis hier eine richtige Brücke hinkäme. Aber Provisorien halten oft länger als man von ihnen zunächst erwartet.  Klar war jedoch, dass in den Jahren zwischen 1961 und 1990 die Brücke als Grenzbrücke keinerlei Verkehrsbeansdpruchungen ausgesetzt worden war. 1990 nutzte man für das Provisorium die alten Widerlager wieder.[2}

Knesebeckbrücke: Teltower Widerlager während der Sanierungsarbeiten 2009

Knesebeckbrücke: Teltower Widerlager während der Sanierungsarbeiten 2009

Die ursprüngliche Teltowkanalbrücke, eine Fachwerkbrücke mit parallelen Gurten und unten liegender Fahrbahn von 1906, dem Jahr der Eröffnung des Teltowkanals wurde nach der Grenzöffnung eiligst abgerissen, da man befürchtete, das alte Bauwerk sei den gewachsenen Verkehrsanforderungen nicht mehr gewachsen. Keiner konnte mit Gewissheit sagen, wieviele Panzer im zweiten Weltkrieg über die Brücke gerollt waren und auch die Information, ob die Brücke zu den gesprengten gehörte fehlte. Es war jedoch außerordentlich wahrscheinlich, denn die meisten Teltowkanalbrücken waren von den Deutschen in den letzten Kriegstagen in die Luft gesprengt worden.

Hier führt der Berliner Mauerwanderweg ein Stück am Teltowkanal entlang .  Der Mauerwanderweg ist etwa 160 km lang.

Benannt wurde die Brücke nach Leo von dem Knesebeck, der 1808 in Neuruppin geboren wurde und 1883 als Rittergutsbesitzer und Landrat auf seinem privaten Gut starb. Knesebeck hatte in seiner Amtszeit als Landrat von Teltow die Herausgabe des „Teltower Kreisblattes“ angeregt, ebenso geht der Bau mehrerer Chausseen im Landkreis Teltow auf ihn zurück und die Gründung der Teltower Kreissparkasse. unter [3] wird weiterhin berichtet, dass der Landrat zudem offene Sympathie für die Ideale der Revolution von 1848 gezeigt hatte. Angeregt durch seine Familie wurde 2007 Knesebeck zu Ehren eine Bronzetafel an der Brücke enthüllt.[3]

 

Ergänzung am 18.07.2013: In diesem Sommer ist die Knesebeckbrücke wegen Bauarbeiten gesperrt. Man muss einen risigen Umweg fahren, um nach Teltow zu kommen, entweder über die Wismarer Straße oder die Zehlendorfer Machnower Straße.

Quellen:

[1] Plakat an der Brücke

[2] Pressemitteilung des Wasser- und Schifffahrtsamtes vom 18.05.09

[3] PNN zur Enthüllung der Bronzetafel für Knesebeck, zitiert am 31.08.09

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