Berlin: Jannowitzbrücke über die Spree (1954)

31. Aug.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Geschichte, Spreebrücke, Stahlbrücke | 1 Kommentar
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Jannowitzbrücke von Nordwesten

Jannowitzbrücke von Nordwesten

Jannowitzbrücke: Ansicht vom Fußweg am Südufer der Spree.

Jannowitzbrücke: Ansicht vom Fußweg am Südufer der Spree.

Die zweifeldrige heutige Jannowitzbrücke über die Spree in Berlin ersetzt eine repräsentative einfeldrige genietete Bogenbrücke mit queraussteifenden Portalen von 1928. Die alte Brücke hatte durch die Sprengung am Ende des zweiten Werltkrieges so massive Schäden erlitten, dass sie sich nicht wieder saniert werden konnte. [1] Die Ersatzbrücke von 1954 besteht aus zusammengesetzten genieteten Stahlprofilen, deren Untergurtlamellen teilweise Schweißnähte aufweisen.

Jannowitzbrücke-Fahrbahn mit Regionalexpres auf den Ost West-Viaduktens

Jannowitzbrücke-Fahrbahn mit Regionalexpress auf den Ost West-Viaduktens

In vier Ebenen läuft der Verkehr: Unter der Spree liegt die U-Bahn-Linie U8, darüber der Schiffsverkehr sowie der Fußgängerweg am Südufer, auf der Jannowitzbrücke brummt der Autoverkehr von Berlin-Mitte in Richtung Kreuzberg.

Am Nordufer der Spree entlang führt der 1882 geschaffene Stadtbahn- und Fernverkehrsviadukt.

Der Name Jannowitzbrücke geht auf den Baumwollfabrikanten Jannowitz zurück, der 1822 die erste Brücke an dieser Stelle initiierte. Die nächste Brücke entstand im Boomjahren der Stadtbahnviadukte 1882/1883 als typische dreifeldrige Eisenbogenbrücke mit obenligender Fahrbahn. [2]

Fahrbahnebene der Jannowitzbrücke mit Blick zur S-Bahn

Fahrbahnebene der Jannowitzbrücke mit Blick zur S-Bahn

Der Neubau von 1928 wurde wegen des Neubaus der U-Bahnlinie (U8) notwendig. Der U-Bahnhof war vom Mauerbau bis zur Wende von oben unsichtbar, doch schon zwei Tage nach der Maueröffnung diente er als Grenzübergang. Mit der Wiedereröffnung ging auch Schritt für Schritt eine Bahnhofs- und Brückensanierung einher. Die Brücke wurde 2005-2007 [3] durch Krebs und Kiefer, ein Berliner Ingenieurbüro, saniert.[2]

Die Gesamtlänge der genieteten Stahlbrücke entspricht mit ~ 73,5 m etwa der Vorgängerbrücke, deren Widerlager weitgehend  wiederverwendet wurden. Die beiden Überbauten der heutigen Brücke betragen je 36 m. Die Breite beträgt  35,08 m. Auffällig sind die acht Kandelaber mit je zwei Leuchten

Jannowitzbrücke nach der Sprengung 1945

Jannowitzbrücke nach der Sprengung 1945

Oberhalb der Wasserebene sieht der auf Bohrpfählen gegründete Strompfeiler masssiv aus, unter der Wasserlinie verbirgt sich ein Stahlträger, der die Brückenlasten am U-Bahnschacht vorbei leitet, der hier asymmetrisch zur Brückenachse in Brückenlängsrichtung verläuft.

Die Brücke dient auch hin- und wieder Demos. Direkt neben dem Südufer befindet sich die Botschaft der Volksrepublik China, die das Gebäude von der Treuhand erworben hat. Das Gebäude war ursprünglich vom FDGB (Freie Deutsche Gewerkschaft)  als Kongresszentrum errichtet worden und diente bis zum Verkauf als gutgehendes Hotel (BCC: Berliner Congress Center).

Jannowitzbrücke vom Südwestufer aus gesehen

Jannowitzbrücke vom Südwestufer aus gesehen

Quellen:

[1] Ausstellung Berliner Brücken 1991 (mit Foto nach Sprengung, 1945), Katalog, SenBauWo Berlin.

[2] de.Wikipedia/ Jannowitzbrücke, zitiert am 30.08.09.

[3] Krebs und Kiefer,  zitiert am 30.08.09.

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  1. […] freigegeben. Sie ist die längste stählerne Brücke über die Spree in Berlin. Zum Vergleich: Die Jannowitzbrücke ist nur 80 m lang und die Weidendammer Brücke sogar nur 73 m […]


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