Elbebrücken Wittenberg (Bahn 2000, Straße 2000)

28. Aug.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Elbbrücken, Ermüdung, Sanierung, Spannbetonbrücke, Stahlbrücke | 1 Kommentar
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Straßen- und Eisenbahnbrücken über die Elbe bei Wittenberg

Straßen- und Eisenbahnbrücken über die Elbe bei Wittenberg

Insgesamt vier Elbebrücken queren die Elbe bei Wittenberg. Zwei parallele Bogenbrücken südlich der Stadt für Eisenbahn und Straße werden von je einem Stahlbogen in der Achse des Bauwerkes getragen. Die Straßenbrücke ist als Mittelstabbogen-Brücke im Jahr 2000 ausgeführt worden . Im Mittelbereich im Bereich des Bogens, ist die Brücke eine reine Stahlbrücke. Die Randfelder bestehen aus Stahlverbundbrücken mit Hohlkästen. Bei der Montage wurde das Bogenfeld auf Pontons  eingeschwommen und abgesenkt. Die Stahlverbundplatte mit einem Schalwagen im Taktschiebeverfahren hergestellt. Die Projekt wurde von dem Münchener Ingenieurbüro SSF  Ingenieure GmbH, mit Außenstellen u.a. in Halle, Berlin und Köln, erarbeitet. [1]

Die parallele Eisenbahnbrücke wurde ebenfalls im Jahr 2000 im Rahmen des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit fertiggestellt. Die Eisenbahnbrücke hatte eine wechselvolle Geschichte: 1859 nahm die Berlin-Anhaltinische Gesellschaft die erste Eisenbahnbrücke, eine Stahlbrücke mit Stützweiten von ca. 20 m  an dieser Strecke in Betrieb. Auch damals gab es parallel eine Straßenbrücke mit ähnlichem System. 1888 ersetzten vier Fachwerküberbauten die Stromfelder über die Elbe. Die paralllegurtigen Fachwerkträger von 1926, neu errichtet für gestigenen Achslasten, wurden 1945 zerstört. Nach Provisorien und Behelfsbauten entstanden 1965 neue Fachwerkbrücken im Stromabschnitt, die Vorlandbrücken, die ebenfalls 1926 errichtet worden waren, blieben bis zum Ersatz mit der Brücke von 2000 in Nutzung.

Die heutige Brücke ist eine dreifeldrige zweigleisige Bogenbrücke mit zwei parallelgurtigen Versteifungsträgern ausgeführt als pfostenloses Strebenfachwerk im Strombereich. Sie ist 333 m lang und 14,5 m breit. Die größte Spannweite beträgt 156,8 m. Der einzelne Bogen mit je zwei schrägen Hängern ist zwischen den beiden Gleisen angeordnet. Das Gleisbett wird im Strombereich von einer orthotropen Platte (Stahlplatte mit  Querträgern und durchlaufenden trapezförmigen Längsrippen) getragen, die wiederum an den schrägen vom Mittelbogen ausgehenden Hängern aufgehängt ist. Die Vorlandbrücken sind Stahlbetonhohlkastenbrücken. Die maximal zulässige Geschwindigkeit beträgt 160 km/h. Diese Informationen und weitere Detail gibt es unter [2].

Der Stahlbau veröffentlichte im Heft 12/2008 eine Untersuchung zu den windinduzierten Beanspruchungen (Galloping) der Hänger, die zu frühen Ermüdungsproblemen führten. Mit bruchmechanischen Nachweisen und weiteren Untersuchungen nach vergleichenden maschinenbauspezifischen Berechnungsmethoden wurden die Ursachen analysiert. Ein Sanierungskonzept mit sichererem Nachweis der geforderten Restnutzungsdauer wird vorgestellt.[3]

Quellen:

[1] SSF-Ingenieure, zitiert am 27.08.09

[2] de,Wikipedia, zitiert am 27.08.09

[3] Der Stahlbau, WILEY INTERSCIENCE, Jg. 77, Heft 12, 2. Dez. 2008

Foto: K.OE, vielen Dank

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