Berlin: Mühlendammbrücke

10. Aug.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Geschichte, Spannbetonbrücke, Spreebrücke | 1 Kommentar
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Mühlendsammbrücke

Mühlendammbrücke

Mühlendamm 1893

Mühlendamm 1893 (von stromaufwärts gesehen)

Die heutige Mühlendammbrücke zwischen Ephraimpalast und Münze über die Spree ist ein dreifeldriger Spannbetondurchlaufträger (Spannblockverfahren) über insgesamt 116 m. Die Bauhöhe beträgt nur 2,05 mSie wurde 1965-1968 errichtet. Wie bei vielen Brücken konnte die Gründung der Vorgängerbrücke von 1938-40 wiederverwendet werden. Die Brückenbreite von 45,20 m (Nutzbreite 44, 50 m). reicht nicht nur für je drei Richtungsfahrbahnen, sondern auch noch für in der Brückenmitte quer zur Fahrbahn parkende Autos.  Zum Zeitpunkt ihres Baus war die Mühlendammbrücke die größte Spannbetonbrücke der DDR. [1]

Mühlendammbrücke (Jahr nicht bekannt)

Mühlendammbrücke (Blick stromaufwärts, im Hintergrund der Dom, Foto: Märkisches Museum)

Geschichte

Die Mühlendammbrücke war wohl einer der Kristallisierungspunkte zwischen Barnim und Teltow für die Gründung der kleinen Ansiedlungen Berlin und Cölln am Ufer der Spree. Der damals so genannte Molendamm war die erste dokumentierte Spreeüberbrücke in der Umgebung. Er diente als Wehr und Mühlenstau zugleich. Mehrere auf der Brücke angeordnete Mühlen wurden gleichzeitig betrieben. Damals fuhren die Schiffe bis an das Wehr heran, dann wurden die Waren aus oder umgeladen und oberhalb des Wehres weitertransportiert. [2] Die Mühlendammbrücke konnte man damals wegen der Mühlen auf der Brücke als Bewohnte Brücke, eine Living bridge, einordnen.

Zugang zum Uferweg auf der Nordseite der Spree

Zugang zum Uferweg auf der Nordseite der Spree

Das Spreebett wurde im 19. Jahrhundert für die zunehmenden Schiffstransporte vertieft und die Brücke umgestaltet. Die Mühlen stellten nun ein Hindernis dar, weswegen der Mühlenbetrieb eingestellt und die Gebäude bis 1892 abgerissen wurden. Die seit 1850 vorhandene burgenartig aus rot-gelben Ziegelsteinen errichtete Getreidemühle („Mühlendammgebäude, 1893 von Stadtbaurat Hermann Blankenstein“) wurde jedoch zum Sitz der Städtischen Sparkasse und der Armenverwaltung umfunktioniert. [4]

Das Ephraimpalais wurde zwischen 1936-1940 abgerissen. Auch die Brücke selbst wurde am Ende des 2. Weltkrieges von der Wehrmacht gesprengt.  Nach dem Krieg baute man aus den aus dem Wasser geborgenen Teilen die Brücke  der Stahlbrücke mit parallelem fachwerk wieder zusammen. Anlässlich der 750 Jahrfeier baute die DDR das Ephraimpalais wieder auf und integrierte es  1985 in das Nikolaiviertel.

Auch heute wenden einige Ausflugsdampfer unter der Mühlendammbrücke, also oberhalb der Schleuse, s. Foto.

Zwei parallele Überbauten (Spannbetonhohlkästen)

Zwei parallele Überbauten (Spannbetonhohlkästen)

Quellen:

[1]Berliner Brücken, Katalog zur Ausstellung von 1991, SenBauWo Berlin.

[2] Tafel an der Mühlendammschleuse

[3] Berliner Brücken, Katalog zur Ausstellung 1991

[4] de.Wikipedia, zitiert am 10.08.09

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