Nienburg: Schrägseilbrücke (1824-1825)

28. Jul.2009 um 3:00 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Eisenbrücken, Geschichte, Gusseisenbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Schrägseilbrücke Nienburg

Schrägseilbrücke Nienburg

Die erste deutsche Kettenbrücke (bzw. die Urform der Schrägseilbrücke) wurde 1824 über die Saale bei Nienburg von G. Bandhauer gebaut.  Am 27. August 1825 prüfte man die Brücke im Belastungsversuch, indem man einen mit 110 Zentnern beladenen, und mit 10 Pferden bespannten Wagen über die Brücke gehen ließ. Da die Brücke diese Probe aushielt, eröffnete man sie am 6. September 1825. Im gleichen Jahr, am 6.Dezember 1825 stürzte die Brücke wieder ein.[1]

Jede Hälfte der  Brücke war 120 Fuß lang und 23,5 Fuß breit, die darin (in der Mitte befindliche Klappe (zum Durchflassen der Schiffsmasten) war 4 Fuß 70 lang. So betrug die Gesamtlänge 249 Fuß, 2 Zoll Preußisch Maß (247,4 N. Oe. Maß) [1]  Setzt man 1 preußischen Fuß ≤ 313,8535 mm, so erhält man: l ~ 78,15 m Spannweite und b ~ 7,38 m Breite.[2]

Die Tragpfeiler der Brücke bestanden aus Eichenportalen, auf denen eine Eisenplatte befestigt war. Die Portale standen aus 7 Fuß (~2,20 m)hohen Sandsteinportalen. Je sechs auf dem Portal befestigte Spannketten spannten nach zwei Seiten ab: zur Landseite und zur Brückenpaltte. Sie trugen die Brückenplatte. Die Ketten hatten einen durchgehenden Durchmesser von 1,5 Zoll in einfachen Gelenken und 1 Zoll in den doppelten Gliedern. Man war sich damals bewusst dass drei veränderliche Komponenten die Mechanik der Brücke beeinflussten: die Elastizität des Eisens, der Temperaturgradient und die Lage der Verkehrslasten.

Der Brückenbaumeister G. Bandhauer, veröffentlichte 1829 ein Buch über die „Verhandlungen über die artistische Untersuchung des Baus der Hängebrücke über die Saale bei München-Nienburg“ über die Darstellung und Untersuchung der Ursachen des am 6.Dezember 1824e erfolgten Einsturzes der Kettenbrücke. Darin wird erläutert, dass die Bemessung auf dem Ansatz beruhte, die Brücke könne 1100 Menschen von 1,5 Zentner Gewicht ertragen, jedoch kein größeres Menschengedränge. Alternativ könnten 10 spännige Fuhrwerke mit je 10 Zentnern Gewicht ertragen werden, das ergibt 1650 Zentner gleichmäßig verteilter Lasten. Für größere Menschenmengen sei wegen des verhandelten Preises die Brücke auch nicht bemessen gewesen. Ohnehin hätten sich die Kosten bei der Ausführung schon auf das Doppelte erhöht. Man könne also dem Baumeister keinen begründeten Vorwurf machen.[1]

Nach [1] Empfehlung zum Weiterlesen bei bernd-nebel.de und Nienburg-Saale.de Weitere Quellen: [1] Franz Anton Ritter von Gerstner : Handbuch der Mechanik, Bd. I. 2. Auflage, Prag 1833, [2] de.Wikipedia Alte Maße und Gewichte (Preußen)

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