Palau: Koror-Babelthuap Bridge(1978-1996) und Neubau (2002)

20. Jun.2009 um 1:19 pm | Veröffentlicht in 1, AUSTRALIEN/ OZEANIEN, Brückenneubau, Sanierung, Spannbetonbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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[nach 1: Article von C. Burgoyne/Scantlebury] Die Insel Babelthuap island in Palau (State of Hatohobei) östlich der Philipinen, nördlich von Neu-Guinea und südwestlich von Guam kam in den letzten Wochen nicht das erste Mal in die Schlagzeilen. Die Deutschen, Japaner und die USA (ab 1945) kontrollierten das Inselreich, wohl wegen der Phosphorvorkommen und der strategischen Lage im Westpazifik. Heute ist Palau unabhängig.

Im Jahr 1996 brach die 1978 im Freivorbau errichtete mit 240 m längste Spannbetonbrücke nach vorangegangenen Sanierungs- und Reparaturmaßnahmen (beendet im Juli 1996, Asphaltarbeiten im August 1996) nach der Wiederinbetriebnahme (September 1996) bei wenig Verkehr und normalem Wetter zusammen.

Der Kollaps 1996 unterbrach nicht nur den Weg zwischen Koror und Babelthuap, zum Internationalen Flughafen, sondern auch die Telefonverbindung, Wasser- und Stromverbindung, also die gesamte Verbindung zur Welt. In den ersten neun Jahren nach dem Unglück gab es nur wenige Informationen über die Ursachenanalyse. Die o.g. Veröffentlichung basiert nur auf veröffentlicheten Fakten mit dem Ziel, zu verstehen, ob nicht ggfs. der Stand der Technik im Spannbetonbau wegen der unglücklichen Ereignisse korrigiert werden muss.

Die erste Koror-Babelthuap Brücke in Palau war eine der am weitesten spannenden und im Freivorbau errichteten Spannbetonhohlkastenbrücken. In Brückenmitte wurde am schlanksten Punkt der Konstruktion ein Gelenk belassen. Die Brücke verhielt sich anders als vorausgesehen und die Durchbiegeungen in der Mitte stiegen bis 1990 auf über einen Meter an.  Zunächst wurde ein Belastungsversuch an den Kragarmenden am Mittelgelenk durchgeführt  und beschlossen, die Brücke zu sanieren. In einem Sanierungsvorhaben bis 1996 wurden dann die beiden Mittelenden der Spannbetonbrücke angehoben, indem die Brücke durch zusätzliche durchlaufende  Spannkabel im Hohlkasten verstärkt und damit die Kragarme verbunden wurden. Aus dem statisch bestimmten System wurde ein statisch unbestimmtes.

Details der Ursachendiskussion können in [1] nachgelesen werden. Jedoch vermuten die Autoren, dass die Brücke nicht durch ihre Sanierung versagt hat, sondern das Risko des Eintretens einer Versagenskette über die gesamte Lebensdauer hoch war. Das Versagen trat so auch nicht schlagartig, sondern relativ langsam ein.

Erst 2002 wurde eine neue Hohlkastenbrücke eingeweiht, die Japan-Palau Friendship Bridge: eine der ersten Extradosed Brücken. Die Pylone zeichnen sich durch besonders geringe Höhe aus. Die Hohlkastenhöhe variiert nur noch zwischen  3,5 m in der Mitte und 7 m an den Auflagern.  Über die relativ niedrigen Pylone laufende Schrägseile unterstützen den Lastabtrag. Dieser Brückentyp vereinigt die Vorzüge einer Spannbetonbrücke und einer Schrägseilbrücke in sich. Es war die erste Extradosed-Bridge außerhalb Japans.

Quelle:

[1] Article von C. Burgoyne/Scantlebury aus The Structural Engineer- 6. Juni 2006 mit Bildern der alten und neuen Koror-Babelthuap Bridge, veröffentlicht auf der Website der Tobi-Insel, die zu Palau gehört, zitiert am 19.06.09

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