Regensburg: Älteste deutsche Steinbrücke

08. Jun.2009 um 3:35 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Donaubrücken, Mauerwerksbrücke, Sanierung, Zerstörungsfreie Prüfung | 2 Kommentare
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Ansicht Steinerne Brücke

Ansicht Steinerne Brücke

Ansicht vom Ufer

Ansicht vom Ufer

Die steinerne Brücke von Regensburg gilt als älteste Steinbrücke Deutschlands. Sie ist mit ihren 336 m Länge eins der bedeutendsten technischen und Kulturdenkmäler des Landes.[1]

Von 1135 bis 1146 wurden die ursprünglich 16 Bögen über die Donau gebaut, heute hat sie noch 14 Bögen. Über 800 Jahre war die Steinerne Brücke die einzige Donaubrücke in Regensburg.[2]

Am Ende  des zweiten Weltkrieges wurden die Bögen I und II sowie IX und X durch Sprengung des zweiten und elften Pfeilers durch die deutschen Truppen zerstört.  Auch 1633 war schon einmal ein Brückenjoch aus militärisch-strategischen Gründen gesprengt worden. Ursprünglich war die Brücke auf Eichenbohlen gegründet. Über Geschichtliches wird sehr detailiert bei Wikipedia/Steinerne Brücke [2] berichtet.

Einengung der Durchflussbreite durch Pfeilersicherung

Einengung der Durchflussbreite durch Pfeilersicherung

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Brücke beim Bau der Straßenbahn verbreitert [2].

Die Wiederherstellung der Brücke und die maßnahmen zur Sicherung  der Gründung von 1951 bis 1961 bildeten die Grundlage für den Erhalt des bedeutenden denkmalsgeschützten Bauwerks. Die Stabilisierung und der Schutz der Pfeiler führte zur Einengung der Durchfahrts- und Durchströmungsbreite, so dass stromabwärts hinter der Brücke eine niedrigerer Pegel und Wirbel beobachtet werden.

Bruckmandl (Brückenmännchen)

Bruckmandl (Brückenmännchen)

Die steinerne Brücke hat einen hohen Stellenwert in der Stadt Regensburg, dem die Stadt auch durch Maßnahmen zur Wartung und Instandhaltung nachkommt. Regelmäßig und übersichtlich wird der Bürger über anstehende Sanierungsmaßnahmen und Planungen zur Linienführung der ÖPNV-Busse informiert, z.B. zum Tragwerksgutachten.

Nach einem Schaden im Bogen XII  und im Ergebnis der letzten Hauptprüfung 2005 wurde eine Sonderprüfung aus besonderem Anlass nach DIN 1076 bei der  LGA Bautechnik, Projektgruppe Historische Bauwerke, Nürnberg in Auftrag gegeben. Es wurde ein Rissmonitoring zum Beobachten von eventuellem Risswachstum veranlasst. Extrem hohe Belastungen durch Busse, Feuchtigkeit, Salze und Frost-Tauwechsel im letzten Jahrhundert  haben ihre Spuren hinterlassen. nach [3] [4]

Pfeilerschutz (Pfeilerschlächtung)

Pfeilerschutz

Als Tragwerksplaner wurde das Büro für Baukonstruktionen aus Karlsruhe eingeschaltet, dass im Hinblick auf die Sicherheit (Anprall von Bussen oder PKW an die Brüstung, Kippsicherheit der Fahrbahnplatte) und denkmalsverträgliche Sanierung zu der Empfehlung kam, die Brücke für Fußgänger- und Fahrradverkehr zu sanieren. So können sonst erforderliche weitreichende Eigriffe in das Tragwerk und hohe Kosten vermieden werden. Weitere Details unter [4].

In den letzten Jahren wurde das innere der Steinernen Brücke auch mit zerstörungsfreien Prüfverfahren wie Radarreflexionsverfahren und elektrischen Widerstandsmessungen zur Verifizierung untersucht.

Anstehende Arbeiten werden nach [4] mit der behutsamen Instandsetzung der Brückenbögen XIII und XV beginnen. Zur altstadtnahen Umleitung des Fußgängerverkehrs sind hochwassertaugliche Stege seitlich der Brücke im Gespräch. [4] Schritt für Schritt wird die Brücke im neuen „alten Glanz „erstrahlen können.

Ausblick vom Altstadtufer auf die Steinerne Brücke

Ausblick vom Altstadtufer auf die Steinerne Brücke

Quellen:

[1] Wahrzeichen Regensburg, 06.06.09
[2] Wikipedia/Steinerne Brücke, 06.06.09
[3] LGA Nürnberg 2006 mit download, 07.06.09
[4] Berichterstattung der Stadt zu Gutachten und Sanierungsplanung

Fotos: K.OE, vielen Dank!

2 Kommentare »

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  1. […] Unterspülungen von Brückenfundamenten (engl. Scour) ist eine Gefahr für Brücken über Wasserläufen. Bei stark strömenden Gewässern versucht man daher entweder die Strompfeiler zu vermeiden oder vorhandene Pfeilerfundamente zu verstärken, so wie es z.B. bei vielen alten Mauerwerksbrücken geschehen ist. Die dadurch verengte Durchflussbreite führt zu höheren Fließgeschwindigkeiten, woduch das Entstehen von Verwirbelungen hinter der Brücke verstärkt wird (s. Steinerne Brücke in Regensburg). […]

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