Gusseisen und Eisengießereien im 18./ frühen 19. Jahrhundert

17. Mai.2009 um 10:00 pm | Veröffentlicht in 1, EUROPA, Geschichte, Gusseisenbrücke, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar
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Eisengiesserei bei Gleiwitz (1841)

Eisengiesserei bei Gleiwitz (1841)

Hütte Gleiwitz, gezeichnet: Gärtner 1806

Hütte Gleiwitz, gez. von J.G. Gärtner, 1806

Durch Abraham Darby I.´s  (1678 – 1717) technologische Entwicklungen ab Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Bau der ersten gusseisernen Brücken am Ende des 18. Jahrhunderts möglich.

Dabei hatte er nach holländischer Technologie einst nur Kupferkessel herstellen wollen. Weil  Darby I. die Produktion zu teuer wurde, begann er die Technologie für das Gusseisen voranzubringen, um dann Gusseiserne Kessel für den Haushalt zu produzieren.

Er begründete die Tradition der Eisengießereien durch entscheidende Entwicklungen maßgeblich mit. Im Herdfrischverfahren gelang es ihm, durch Zufuhr von Sauerstoff (Luft–> Frischen) den Stahl in bislang  nie erreicht -reiner Form zu produzieren. Ein weiterer Schritt gelang ihm durch den Ersatz der Kohle durch Koks, um bei höheren Temperaturen flüssiges Roheisen herzustellen.  Damit schuf er eine der wichtigsten Voraussetzungen der Industriellen Revolution. Der neuen Technologie von John Thomas zu verdanken, dass für Brücketrägerform einfach purer Sand verwendet wurde, in die Darby I. dann das flüssige Eisen hineingoß. [1]

Er war der Großvater des späteren Abraham Darby III, der als Erbe der großväterlichen und vom Vater weiter geführter Eisengießerei bei Coalbrookdale, 1779 (Inbetriebnahme 1881) die wohl erste gusseiserne Bogenbrücke, die berühmte Ironbridge über den Severn, baute.

Entwurf für eine Brücke über den berwerksgraben über den Fluss Malapane, gez. von J.G. Gärtner, 1807

Entwurf für eine Brücke über den Oberwerksgraben in Fluss Malapane, gez. von J.G. Gärtner, 1807

Doch schnell verbreitete sich die neue Technologie auch auf dem Kontinent. Als bei Malapane in Schlesien Raseneisenstein gefunden wurde, gab König Friedrich II. von Preußen den Befehl zum Bau von zwei Hochöfen (1753 und 1754). Interessanter Weise gab es auch einen Entwurf (1807) für eine Brücke über den Oberwerksgraben von Malapane mit fast identischer Geometrie wie die damals schon errichtete Brücke im Schlossgarten in Charlottenburg (1802)  damals noch vor den Toren Berlins, s. Zeichnung.

Die erste deutsche gusseiserne Brücke, die Eiserne Brücke  über den Georgskanal im Wörlitzer Park entstand dort als 1:4 Modell der englischen Brücke bereits 1790 und diente ausschließlich Spaziergängern im Wörlitzer Park. 1796 entstand die erste mit schweren Pferdefuhrwerken befahrbare deutsche gusseiserne Brücke in Laasan (heute Lazany in Pl) über das Striegauer Wasser, die 1945 zerstört wurde.

Hohe Brücke im Sclosspark Charlottenburg (1802)

Hohe Brücke im Sclosspark Charlottenburg (1802)

Aufriss der Charlottenburger Schlossbrücke

Aufriss der Charlottenburger Schlossbrücke, gez. von J.G. Gärtner, 1801

1802 erhielt Berlin die heute noch erhaltene Hohe Brücke im Schlosspark Charlottenburg. Auch sie entstand in einer schlesischen Eisenhütte. Es gab noch einen zweiten Entwurf, nicht bekannt ist, ob auch der Entwurf einst realisiert wurde.

Historische Zeichnungen: Polytechnika Wroclawska (Materialy z huty pokój), Vielen Dank!

Quellen:

[1] en.Wikipedia/ Abraham Darby I., 18.05.09

[2] Fotos: ponton

[3] Materialy z huty pokój

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