Alt und Neu in Berlin

18. Mrz.2009 um 3:12 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, Brückenneubau, EUROPA, Geschichte, Kultur, Sanierung, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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EÜ Müller-Breslau Straße. S-Bahnbrücke

EÜ Müller-Breslau Straße. S-Bahnbrücke

Auch in Berlin ist die Diskussion über alt und neu geführt worden, am Viadukt der Ost-West Eisenbahntrasse.

An der Eisenbahn-Überführung (EÜ) über die Müller-Breslau-Straße und einen Arm des Landwehrkanals an der Schleuseninsel wurde ein akzeptabler Kompromiss für die S- und ICE-Überbauten gefunden:

Auf der weit weniger belasteten S-Bahntrasse konnte die S-Bahnbrücke mit Hauptträgern aus eher unspektakulären genieteten Vollwandträgern saniert werden und erhielt zuletzt im April/ Mai 1996 einen neuen Anstrich, der noch heute einen guten Eindruck hinterlässt. Die Haupt-ICE-Verbindung zwischen Ost- und West, Moskau und Paris wurde durch eine neue geschweißte Stahlkonstruktion ersetzt.

Genietete S-Bahnbrücken...

Genietete S-Bahnbrücken...

Müller-Breslau

Die Straße, die von den beiden ungleichen  und trotzdem äußerlich geometrisch gleichartigen Brückenüberbauten überspannt wird, trägt den Namen eines der namenhaftetsten Theoretiker der theoretischen Baustatik, den Namen Heinrich Müller-Breslaus (1851-1925). Er hat die Grundlagen für die heutige Theorie der Baustatik erarbeitet und bereits 1885/86 erstmals veröffentlicht. Als Hauptrepräsentant der Berliner Schule der Baustatik wurde Müller-Breslau ab 1888 Hochschullehrer an der Berliner Technischen Hochschule in Charlottenburg. Der Berliner Professor für Baustatik, aber auch Rektor der Berliner TU, hatte an der Berliner Bauakademie studiert. Besonders die Mechanik begeisterte ihn.

Neuer geschweißter Überbau unter der ICE-Strecke

...neben neuem geschweißten Überbau unter der ICE-Strecke

Die TU Berlin als Nachfolgeinstitution beschreibt ihren berühmten ehemaligen Professor nach einer Veröffentlichung im Jahrbuch der VDI Gesellschaft Bautechnik 1991 anlässlich einer Ausstellung in [1]:

…“Er wurde zum Prototypen des praktisch tätigen Technikwissenschaftlers. Zugleich führte er als Theoretiker die bis dahin koexistierenden Theorieelemente der Baustatik auf einheitliche Prinzipien zurück und synthetisierte sie zu einer Theorie der Stabtragwerke. Ein herausragender Auftrag an den beratenden Bauingenieur war die statische Berechnung der Kuppel des Berliner Doms.“…

Müller Breslau war auch ein Brückenbauer, zum Beispiel entwarf er den Kaisersteg über die Spree bei Oberschöneweide (1898).

Quellen:

[1] TU Berlin/Ausstellung

Fotos: ponton

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