Längste Tragseilbrücke Sachsens?

11. Mrz.2009 um 3:25 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, EUROPA, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Portal der Hängebücke

Portal der Hängebücke

Es ist nicht so klar, ob die stählerne Tragseilbrücke über die Mulde in Grimma auch die längste Stahlhängebrücke Sachsens ist oder nicht.

Das Blaue Wunder über die Elbe soll  keine Hängebrücke sein, auch wenn sie auf den ersten Blick durch die Form des Obergurtes so erscheint. Zwar nannte der Erbauer Claus Köpcke (erbaut mit  H.M. Krüger) seine Brücke eine versteifte 3-gelenkige Hängebrücke, doch eigentlich ist sie eine Auslegerfachwerkbrücke.[1]

Das Ingenieurbüro GMG bezeichnet das von ihm nachgerechnete Blaue Wunder vom  Konstruktionsprinzip her als eine Hängebrücke mit fachwerkartigen Hängern. [2] Die Experten sind sich also nicht so richtig einig. Immerhin kennt keiner das Blaue Wunder so gut wie GMG. Seit 1996 führen sie im Autrag des Straßen- und Tiefbauamtes Dresden Untersuchungen zur Restnutzungsdauer, Kurz- und Langzeitmessungen, Brückenhauptprüfung, Untersuchungen zu Unterbauten und jährliche Brückenprüfungen durch. [2]

Filigrane genietete Fachwerkbrücke

Filigrane genietete Fachwerkbrücke

Untersicht des holzbeplankten Fußweges

Untersicht des holzbeplankten Fußweges

Eine Fußgängerbrücke ist der Konkurrent um die Bezeichnung längste Hängebrücke Sachsens: Die 1924 in Grimma gebaute Hängebrücke über die Mulde. neben der berühmten Nachbarbrücke, der seit der Flut von 2002 zerstörten Pöppelmannbrücke kennt außerhalb Sachsens die Fußgängerbrücke kaum jemand. Beide Brücken waren am Ende des zweiten Weltkrieges zerstört und bis 1949 wieder hergestellt worden. Die filigrane Fachwerkbrücke wurde Ende der Achtziger Jahre saniert und 1997 noch einmal restauriert.[3]

Hängerbefestigung von unten

Hängerbefestigung von unten

Die Grimmaer Brücke ist eine echte Hängebrücke. Die Seile werden auf den Portalen umgelenkt und sind rechts der Mulde in den massiven Natursteinwänden unterhalb des kleinen Schlösschen verankert. Links der Mulde mussten Ankerblöcke aus Beton gegossen werden, in denen die Seile einbetoniert sind.  Die Hängeseile tragen die mittels einer Klemmverbindung befestigten Hänger mit Gewinde, die ihrerseits an den horizontalen Knotenblechen am Untergurt der Fußwegträger angeschraubt sind.

Befestigung der Gewindestangen an den Querträgern

Befestigung der Gewindestangen an den Querträgern

Der Flut von 2002 hat die filigrane Brücke jedenfalls erfolgreich widerstanden, nicht wie ihre massive Nachbarbrücke, die daran zerbrochen ist.

Quellen:

[1] Wikipedia/Blaues Wunder (10.03.09)

[2] GMG (10.03.09)

[3] Karl-Gotsch.de (10.03.09)

Fotos: ponton

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