S-Bahn Berlin: Die Viadukte von 1882

04. Mrz.2009 um 3:01 am | Veröffentlicht in 1, Geschichte, Mauerwerksbrücke, Sanierung | Hinterlasse einen Kommentar
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Noch ungenutzte S-Bahnbögen in der Nähe des Zoos

Noch ungenutzte S-Bahnbögen in der Nähe des Zoos

Wer ist eigentlich Dircksen? Den Namen Dirksenstraße haben sicher viele Einheimische schon gehört, denn eine Straße in Mitte ist nach ihm benannt. Dass ihm und dem Architekten Orth aber die Idee eines Ost-West-Viadukts für den öffentlichen Nahverkehr zu verdanken ist, wissen nur die wenigsten. Das expandierende Berlin war 1871 Hauptstadt des neu gegründeten Deutschen Reiches geworden und brauchte dringend eine Verkehrslösung, die auch die Orte „außerhalb“ mit der Hauptstadt  und die vielen Kopfbahnhöfe untereinander verband.

Viadukte im Bau vor 1882

Viadukte im Bau am Königsgraben vor 1882

Oberbaurat August Dircksen konnte bereits 1874 mit dem Bau des Ost-West Viadukts beauftragt werden.  Bis 1882 entstanden 731 gemauerte Ziegelmauerwerksbögen, die im Wesentlichen – hin und wieder verstärkt – noch bis heute erhalten sind. Sie tragen je zwei Gleispaare für den Fern- und für den Nahverkehr. Die Fahrbahn ist in den Neunziger Jahren erneuert worden und damit den heutigen Erfordernissen z.B. mit Hilfe fester Fahrbahnen angepasst worden.

Stadtbahn Viadukte am Alex (?)

Stadtbahn Viadukte am Alex (?)

Schon gleich zu Beginn versuchte man die Bögen gewerblich zu nutzen und zu vermarkten. Im März 1882 waren bereits 58 von 453 verfügbaren Bögen vermietet, bis zum Jahr 1896 waren es bereits 392 vermietete Bögen. Häufig wurden sie zur Lagerung von Gütern genutzt.

In der DDR waren abseits der Bahnhöfe nur wenige Bögen genutzt, z.B. am Alex als Tapeten- und Malereibedarf an der Markthalle oder an der Jannowitzbrücke wasserseitig als Spreegaststätte. Am Savignyplatz , z.B. wurden die Bögen durchgehend durch Einzelhandel oder Restaurants genutzt. In den letzten 15 Jahren sind viele weitere Gaststätten in S-Bahnbögen entstanden, z.B. der Irische Pub, das  Vivolo, Dante, Barist oder das Rocco am Hackeschen Markt oder die 12 Apostel zwischen Museumsinsel und Friedrichstraße.

Die Viadukte der Berliner S-Bahn stehen unter Denkmalschutz.

[1] S-Bahn Berlin, Erlebniswelt auf Schienen und Rädern (alte Fotos)

Neues Foto: poton

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