Provisorien halten am längsten?

06. Feb.2009 um 3:59 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, EUROPA, Geschichte, Kultur, Mauerwerksbrücke, Sanierung | 2 Kommentare
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Die Behelfsbrücken

Lange Brücke im Hintergrund, vorn: Die provisorischen Behelfsbrücken

Seit 1891 verbinden die drei Mauerwerksbögen der Lange Brücke in Berlin-Köpenick den Ortsteil Spindlersfeld mit der Insel von Alt-Köpenick. Die alte Bogenbrücke wurde bis 1997 restauriert. Eine neue Tafel berichtet davon. Als Übergangslösung für die Zeit während der Sanierung wurden zwei gewaltige geschweißte Stahlfachwerkbrücken mit parallelen Gurten  aus mächtigen Profilen und unten liegender Fahrbahn als Provisorium für Straßenbahn, Fahrzeug- und Fußgängerverkehr eingerichtet.

Schade um die Sillouette.

So kommt der Tourist derzeit nach Alt-Köpenick: Schade um die Silhouette.

Für die Auflager wurden in der Dahme  provisorische Gründungen mit häßlichem Schiffsanprallschutz gebaut. Die Fachwerkträger verschandeln den Blick auf die typische Silhouette und auf  das geschichtsträchtige Rathaus Das Rathaus wurde auch berühmt durch den Hauptmann von Köpenick, den Schuster  Wilhelm Voigt, der hier 1906 die Stadtkasse einkassierte. Das Schloss nebenan sieht neben den riesigen Behelfsbrücken  förmlich wie ein Brückenwärterhäuschen aus, witzelte man zunächst. Na ja, es sollte ja nur eine Übergangslösung sein.

Die Sanierung ist seit über 10 Jahren abgeschlossen, die alte Mauerwerksbogenbrücke ist seit Jahren wieder in Betrieb genommen worden. Jedoch fährt alles nur in eine Richtung über die restaurierte Mauerwerksbogenbrücke, Straßenbahn und Autos in Richtung Osten. Der Verkehr in die Stadt fließt nach wie vor und seit Jahren immer noch über die Provisorien. Das gewaltig gestiegene Verkehrsaufkommen lässt den Bürger ein gewisses Verständnis aufbringen, doch wohl nicht für ewig. Der Anblick tut weh.

Der Anblick von Alt-Köpenick aus

Der Anblick von Alt-Köpenick aus, der provisorische Auflagerbeton fängt an sichtbar zu altern...

Wie soll es denn weitergehen?  Ob die Lange Brücke auch einmal eine so elegante strompfeilerlose Lösung als Ergänzung erhält, wie die Dammbrücke gegenüber, die die Spree am Zusammenfluss mit der Dahme überbrückt? Angesichts der leeren Kassen ist das sicher nicht einfach zu beantworten. Wäre das nicht wichtiger als andere Brücken abzureißen? Alt-Köpenick würde attraktiver, der eine oder andere Tourist käme und würde die Zukunft sichern.

2 Kommentare »

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  1. Interessant! Werde doch gleich mal einen Ausflug einplanen und mir die Brücke in Ruhe ansehen!!!

  2. @ mara

    Zum Glück kann man die Alt-Köpenicker Silhouette auch von der Behelfsbrücke aus ohne Hindernisse sehen. Der Ausflug wird sich auf jeden Fall lohnen!


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