Prag: Karlsbrücke

30. Jan.2009 um 3:09 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Tschechien, EUROPA, Geschichte, Kultur, Mauerwerksbrücke, Sanierung | 3 Kommentare
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Prag: Karlsbrücke Quelle: K.OE

Seit dem Jahr 2001 wurde in Prag über das Sanieren der denkmalgeschützten Karlsbrücke heftig diskutiert. Viel diskutiert wurde vor allem die Funktion der Stahlbetonplatte in der Ebene des Fußweges, die die Bögen gegen zukünftige Fluten stabilisieren soll. Erst das Hochwasser 2002 beendete diese Diskussion. Die Brücke hatte das Hochwasser ohne sichtbare Schäden überstanden. Seitdem gingen die Reparaturarbeiten ohne komplette Sperrung weiter. Ende 2008 schloss sich eine Diskussion der Denkmalschützer über die Auswahl der zur Sanierung der Geländer verwendeten Steine an.[2]

Fluten scheinen das Schicksal der Karlsbrücke zu bestimmen. Die unter Karl IV. zwischen 1357 und 1402 errichtete Karlsbrücke ersetzte damals die im Frühjahr 1342 durch Eisgang eingestürzte Judith-Brücke (Steinbrücke, erbaut 1172). Nur der Judithturm auf dem Ufer auf der Prager Kleinseite mit dem Relief eines Bärtigen- der Legende nach soll es der Baumeister gewesen sein- zeugt noch heute von dieser ursprünglichen Brücke. Dieser hatte sich bei einem Italienbesuch von Steinbogenbrücken inspirieren lassen. Nach einer neuen Hypothese von M. Klapalova [1] hält man seit 2007 nicht mehr Petr Parler für den Baumeister der Brücke, sondern den Prager Bürger Oto, auch Otlin genannt. Der Name Karlsbrücke setzte sich erst um das Jahr 1870 durch. [1]

Den Fluten der Moldau musste die Brücke vor allem in den Sommermonaten widerstehen, schon in den Jahren 1359, 1367, 1370 und 1374. Im Juli 1374 wurde der größte Teil der Altstadt überschwemmt, es versagten 5 Brückepfeiler. In den nächsten 71 Jahren bis 1503 wurde die Brücke repariert. Es folgten weitere Hochwasser 1655, 1784 (5 Pfeiler wurden schwer beschädigt), 1845, 1872 und 1890. Nach dem Hochwasser 1784 wurde das schadhafte Mauerwerk beseitigt und die Fundamente mit neuen Pfählen verstärkt. Die darauf aufgesetzten Holzroste wurden dann mit Mühlsteinen belastet. Das Hochwasser von 1890 riss wiederum 3 Brückenbögen mit sich. Bis 1841 die Kaiser Josefsbrücke gebaut wurde, blieb die Karlsbrücke die einzige Moldaubrücke Prags.[1]

Seit den letzten Sanierungen ist die Mehrzahl der Sandsteinquader nicht mehr aus dem 14.-15. Jahrhundert. Die originalen Sandsteinquader erkennt man an den starken Verwitterungen an ihrer Oberfläche, die neuen sind grau oder gelblich.

Die Brücke ist 516 m lang und 10 m breit. 16 Natursteinbögen mit massiven Strompfeilern bilden die berühmte Brücke, die seit ihrer Sanierung zwischen 1965-1980 nur noch für Fußgänger zugänglich ist. 30 Heiligenstatuen sind zwischen 1683 und 1714 hinzugefügt worden, oft sind es jedoch Nachbildungen der Originale, die im Nationalmuseum zu sehen sind. 650 Jahre Karlsbrücke feierte Prag 2007, ihr Anblick prägt die Stadt. Für Touristen bleibt sie ein einmaliger Anziehungspunkt.

Quellen:

[1] nach: cz.wikipedia, Karluv most (v. 30.01.09)

[2] Domaci.iHNed.cz vom 4.11.08 (v. 30.01.09)

3 Kommentare »

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  1. Das ist wirklich ein Denkmal, und ich glaube ich bin bisher noch bei jedem Pragbesuch über sie gewandert. Sehr schön finde ich auch, dass sie als historisches Bauwerk 2 Viertel verbindet, in denen auch die alte Bausubstanz erhalten ist. Damit ist der Rahmen nochmal besonders.

  2. Ja, das gefällt mir auch. Ohne die Karlsbrücke kann man sich auch gar kein Foto von der Prager Burg vorstellen. Trotzdem habe es die Denkmalschützer nicht so einfach, einen optimalen Kompromiss zu finden. Vielleicht sehe ich mir beim nächsten mal die letzten originalen Details etwas genauer an.

  3. […] nicht brach, ließ ihn der König Wenzel am 20. März 1393 gefangen nehmen und von der Karlsbrücke in die Moldau werfen.[3] Ob Nepomuk jemals Beichtvater der Königin war oder es nur eine Legende […]


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