Berlin: Die Schlossbrücke

21. Jan.2009 um 3:46 am | Veröffentlicht in 1, Brücken in Deutschland, EUROPA, Geschichte, Kultur, Sanierung, Schinkel, Stahlbetonbrücken | Hinterlasse einen Kommentar
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.Entwurf für die Schlossbrücke, Seitenansicht [1].

Schinkel: Entwurf für die Schlossbrücke, Seitenansicht, Quelle: 1

ponton

Schinkelbrücke mit Blick auf den Berliner Dom, Quelle: ponton

Eine der letzten dreifeldrigen Natursteinmauerwerksbrücken über den Kupfergraben (ehemaliger Landwehrgraben), der mit dem Spreekanal die Museumsinsel umfließt, ist die bereits 1824 vollendete Schlossbrücke.

Der Neubau der Schlossbrücke , heute ein international bekanntes Baudenkmal, begann 1820 nach Plänen Karl Friedrich Schinkels im Zuge der Via Triumphalis [2]. Bereits 1819 reichte Schinkel seinen aus acht Zeichnungen bestehenden Entwurf für die repräsentative Brücke ein, die die schmale „Hundebrücke“ ersetzen sollte. Die Einweihung der Brücke fand am 28. November 1823 anlässlich des Einzugs der späteren preußischen Kronprinzessin Elisabeth von Bayern statt, die Übergabe an den Verkehr erfolgte im Folgejahr. Die Mittel für die Schinkelschen Kriegergruppen (Änderungen von Stüler) genehmigte erst Friedrich Wilhelm IV., sie wurden zwischen 1842 und 1857 von sechs verschiedenen Bildhauern (darunter Ludwig Wichmann und Friedrich Drake in Carrara Marmor ausgeführt [1].

Schlossbrücke 2009, im Hintergrund Zeughaus und Museumsinsel

Schlossbrücke 2009, im Hintergrund Zeughaus und Museumsinsel

Drei flache Bögen bilden eine 32 m breite und 56 m lange Brücke. Der ursprüngliche Klappbogen (vor 1912, nicht in Schinkels Entwurf) in der Mitte wurde später durch einen dritten Bogen ersetzt [2].

Wegen auftretender Schäden wurden die Holzpfähle der Gründung durch Stahlspundwände verstärkt und die Sandsteinbögen 1927 und 1938 durch Stahlbetonbögen mit Natursteinverkleidung ersetzt. Im Scheitelpunkt ist das Mittelgewölbe nur 36 cm dick [2].

Im zweiten Weltkrieg wurden die 8 Figurengruppen Schinkels in den Spandauer Südhafen ausgelagert. Erst 1983/84 wurden sie im Rahmen des Kulturgüteraustauschs zurückgetauscht und mit einer historischen Vorbildern angepassten Beleuchtung auf die ursprünglichen Postamente zurück gesetzt. Diese erhielten im Jahr 1989 ihren letzten Schliff durch das Einsetzen der Adlermedaillons. Schmiedeeiserne Geländer zeigen mythische Symbole. Bis zum Ende der DDR hieß die Brücke Marx-Engels-Brücke.

Quellen:

[1] Peter Betthausen: Karl Friedrich Schinkel, Welt der Kunst, Henschelverlag, Berlin 1983.

[2] Katalog zur Ausstellung Berliner Brücken, 1991, Herausgegeben von SenBauWo Berlin.

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