Griechenland: Rio-Andirrio-Brücke

16. Jan.2009 um 3:23 am | Veröffentlicht in 1, 1 Brücken: Geografisch, Brücken in Griechenland, Brückenneubau, Kultur, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Rio-Andirrio Brücke zwischen dem Peleponnes und dem griechischen Festland

Rio-Andirrio Brücke zwischen dem Peleponnes und dem griechischen Festland

Seit dem 7./8. August 2004, für den Verkehr freigegeben am 12. August 2004, verbindet eine 2800 m lange Multischrägseilbrücke bei Patras den Golf von Korinth am Übergang in den Golf von Patras. Patras liegt in einem seismisch aktiven Gebiet. Außerdem driften der Peleponnes und das griechische Festland auseinander. Für den theoretischen Fall eines schweren Bebens muss daher von einer möglichen Verbreiterung der Bucht von bis zu zwei Metern ausgegangen werden. Die Rio-Andirrio-Brücke (griechisch Γέφυρα Ρίου-Αντιρρίου Géfyra Ríou-Andirríou) oder auch Charilaos-Trikoupis-Brücke (Γέφυρα Χαρίλαος Τρικούπης) ist eine Straßenbrücke in Griechenland über den Golf von Korinth. Sie verbindet das auf dem westgriechischen Festland gelegene Andirrio mit Rio im Nordwesten des Peloponnes 8 Kilometer östlich von Patras.

Rio-Andirrio-Brücke bei Patras

Rio-Andirrio-Brücke bei Patras

Die 2.880 Meter lange Brücke besteht aus der 2.252 Meter langen Hauptbrücke über dem Meer und der 392 Meter langen Rampenbrücke für die Zufahrt bei Río (Rion) sowie der 239 Meter langen Rampenbrücke bei Andírrio (Antirrion. Die Hauptbrücke hat vier Stahlbetonpfeiler mit büschellförmigen Schrägseilen. Die Stützweiten betragen 286 Meter, drei Mal 560 Meter und 286 Meter; sie ist damit die zweitlängste Schrägseilbrücke der Welt. Die vier Pylone ragen 160 Meter aus dem Meer, das bis zu 65 Meter tief ist. Gegründet sind die Pylone auf über 200 Rammpfählen, bis zu 30 Meter lang, aus Stahl, auf welchen ein kreisförmiges Fundament mit 90 Meter Durchmesser ruht.

Der Architekt war Berdj Mikaelian. Eine neue Erfindung wurde am Golf von Patras (Griech. Patraikos Kolpos) erstmalig angewendet: Die Erhöhung der Erdbebensicherheit durch Abtrennung der massiven Pfeiler vom Untergrund. Die Brückenpfeiler stehen hier nur mit dem Eigengewicht der Pfeiler und Brücke auf dem mit den Rammpfählen verfestigten planen Untergrund. Durch die Fuge des Bauwerkes in der Ebene zwischen Pfeilerfuss und Fundament können die durch Erdbeben entstehenden Horizontalkräfte nicht übertragen werden und demzufolge die Konstruktion kaum schädigen oder zum Einsturz bringen können. Die Brücke soll so Erdbeben bis zu 7,5 auf der Richterscala widerstehen können.

Die Baugesellschaft darf bis 2039 (35 Jahre) Maut erheben. Dann geht sie Brücke in das Eigentum des griechischen Staates über.

Quelle: Besuch im Visitor Center der Brücke.

Umfangreiche Informationen gibt es bei: Bernd Nebel: Harilaos-Trikoupis-Brücke


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