Brücken auf Briefmarken: Wuppertaler Schwebebahn

04. Jan.2009 um 3:43 am | Veröffentlicht in Brücken in Deutschland, Briefmarken, EUROPA, Geschichte, Kultur, Sanierung, Stahlbrücke | Hinterlasse einen Kommentar
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Schwebebahn über der Elberfelder Str., Quelle: Wikipedia: released to public domain by Oktaeder

Wikipedia (älter als 100 Jahre, Forograf nicht bekannt)

Wuppertaler Schwebebahn 1902 Quelle: Wikipedia (älter als 100 Jahre, Forograf nicht bekannt)

Die Wuppertaler Schwebebahn ist seit fast 108 Jahren eins der sichersten Verkehrsmittel der Welt. Der offizielle Name ist: Wuppertaler Schwebebahn, Einschienige, zweigleisige Hängebahn, System Eugen Langen, inoffizieller Name:
Stählerner Tausendfüssler. Wie heute schon fast normal, hat auch die Schwebebahn ihre eigene Website. Die Wuppertaler Schwebebahn hat sogar noch eine zweite mit vielen aktuellen Fotos: schwebebahn-wtal. sowie ein dritte Website (English): Schwebebahn.com

Das erste Teilstück, Kluse-Zoo, konnte am 1.März 1901 dem Verkehr übergeben werden. Endgültige Inbetriebnahme der Gesamtstrecke mit 472 Eisenstützen für den Durchgangsverkehr war am 27.06.1903. Die 13,3 km lange Strecke mit 28 km Gesamtgleislänge ist das wichtigste Verkehrsmittel der Stadt, sauber, platzsparend, umweltfreundlich, man wundert sich schon, dass es nur in Wuppertal eine solche Schwebebahn gibt.

100 Jahre Wuppertaler Schwebebahn

Briefmarke: 100 Jahre Wuppertaler Schwebebahn

Briefmarkenblock

Wuppertaler Schwebebahn: Briefmarkenblock 2001

Die Konstruktion selbst gilt als sicher. Nur außergewöhnliche äußere Umstände haben zu Unfällen geführt, wie das bekannte Ereignis des 1950 zu Werbezwecken mitfahrenden jungen Zirkuselefanten, Tuffi, ein Anprallschaden durch einen schleudernden LKW-Anhänger oder den tragischen Folgen einer von der Baufirma 1999 nicht entfernten Metallblockierung. Tuffi sprang in die Wupper und holte sich nur ein paar Schrammen, der zweite Unfall kostete 5 Menschen das Leben.

Große Teile der S.chwebebahn wurden durch Bomben im 2. WK 1943 und 1945 schwer zerstört. Nach jeweils nachfolgenden Reparaturmaßnahmen konnte die Bahn aber 1944 und in der Nachkriegszeit schnell wieder in Betriebgenommen werden.

Seit 1995 gab es ein umfangreiches Um- und Ausbauprogramm in Anlehnung an den ursprünglichen Entwurf nach aktuellen Standards und Vorschriften, bei dem für nur 3 denkmalsgeschützte Haltestellen die alten stählernen Bauteile wiederverwendet wurden. Für den Neubau der Tragkonstruktion kamen moderne statische Konzepte und Software zur Anwendung. Der Stahlbau (Ernst&Sohn) hat berichtet. Durch eine elastische Lagerung der Schiene soll sie von der Tragkonstruktion akustisch entkoppelt sein und die Bahn damit leiser fahren.

Das im Rahmen des Ausbaus erneuerte Traggerüst besteht nun aus (geschweißten) Normgerüsten und Normstützen aus modernem Baustahl. Neuland betrat man, als man für die Teilsanierung bestehender genieteter Konstruktionen mit modernem Baustahl wegen der traditionellen Optik und der eventuellen Gefahr beim Schweißen des vorhandenen unberuhigten Flussstahles von 1900 das Nieten wieder neu erlernen musste (Konzept, Beratung: RWTH Aachen, Lehrstuhl für Stahlbau). Im Prinzip erfolgt das Fertigen von Nietverbindungen mit bis zur Weißglut erhitzten Nieten genauso wie vor 100 Jahren, nur die Kraft für das Setzen und Ausbilden des Schließkopfes (~ 500 kN) wird heute hydraulisch aufgebracht.

Der Vater der Schwebebahn, der Maschinenbauer Carl Eugen Langen, der die Bahn nach dem Vorbild der Materialtransportbahn in der Zuckerfabrik seines Vaters konzipiert hatte, erlebte nach schwebebahn.info(Stand 2005)/ die Inbetriebnahme nicht mehr, er starb 1895.

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