Letzte eiserne Brücken des S-Bahn-Viadukts von 1882

29. Okt.2008 um 2:55 am | Veröffentlicht in 4 Brücken, Brücken in Deutschland, EUROPA, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , , , ,
Brückenbau, Landsberg, 1904

Historische Säulen Quelle aus: Brückenbau, Landsberg, 1904

1882 wurde der Ost-West Viadukt der Berliner Stadtbahnstrecke, der S-Bahn, in Betrieb genommen. Mit der Sanierung des Abschnittes vom Bahnhof Savignyplatz bis zum Westkreuz von 2002-2004, fielen auch die letzten historischen Brückenüberbauten und -pfeiler in diesem Bereich an der Überführung der Holtzendorffstraße. Wie eine typische Stadtbahn-Brücke bestand auch die Holtzendorffbrücke aus vier nebeneinander liegenden genieteten Blechträgerpaaren, je zwei Überbauten für S-Bahn und Fernbahn. Die gusseisernen Pendelstützen, oben und unten gelenkig gelagert, konnten schon in den Neunziger Jahren die eigentlich statisch vorgesehene Funktion nicht mehr erfüllen. Eine Betonummantelung wurde im Fußbereich der Stützen ausgeführt, die jede Beweglichkeit im Gelenk behindert. 13 Pendelstützen gab es noch in jeder der beiden Reihen zwischen Fußweg und Fahrbahn. Zuletzt wurden die Gussstützen von simplen Stahlrahmen geschützt, die die Last der Brücke aufnehmen sollen, wenn die historischen Stützen, auch Hartung-Säulen genannt, vor dem Abriss nachgeben sollten.

Die DB Verkehrsbau GmbH, hielt dann auch die Gussstützen für nicht mehr absolut standsicher. Schadhaft sei die in den vergangenen Jahren angebrachte Betonummantelung der Stützen im unteren Bereich gewesen, die die Anlagen erheblich verschandelten. Sie waren angebracht worden, um die Statik zu verbessern, sollten aber auch bei einem Aufprall durch ein Auto ein Herausrutschen der Gelenke aus dem Fußpunkt verhindern, wie es an anderer Stelle tatsächlich geschehen ist. Die Holtzendorffstraße wird nun von einer absolut anfahrsicheren Ein-Feld-Brücke aus Walzträgern in Beton, ein Typ den die Bahn ohnehin in Deutschland sehr gern verwendet, überbrückt. Sie sollen wartungsärmer sein, wenigsten in den ersten Jahren ist das gewiss.

Die ursprünglichen eisernen Überbauten aus dem 19. Jahrhundert sind für immer verloren. Fast alle, denn eine schweißeiserner Überbau ist noch da, ein Bogenpaar der Spreebrücke an der Friedrichstraße.

In Anlehnung an Tagesspiegelarchiv von 2000

Schreibe einen Kommentar »

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.
Entries und Kommentare feeds.

%d Bloggern gefällt das: