Berlin: Stubenrauchbrücke
26. Mär.2009 at 3:00 | In 1, Brücken in Deutschland, EUROPA, Mauerwerksbrücke, Spreebrücke, Stahlbetonbrücken, Stahlbrücke | Leave a CommentTags: Berlin, Betonbrücken, Bogenbrücke, Brücke, genietete Stahlbrücke, Historische Brücken, Mauerwerksbogenbrücke, Stubenrauchbrücke
Nicht nur an der Köpenicker Langen Brücke über die Dahme ist der enorme Verkehrszuwachs der letzten Jahre von den vorhandenen Brücken nicht mehr zu bewältigen. Eigentlich sollte auch die westlich der Stubenrauchbrücke über die Spree gebaute provisorische namenlose Behelfsbrücke nur eine Umleitung während der Sanierung der historischen Bogenbrücke vor mehr als zehn Jahren sein. Doch es kam anders. Die Behelfsbrücke steht noch immer da und bringt nun die Randberliner zweispurig in Richtung Stadt. Die eigentliche Stubenrauchbrücke trägt genug am Verkehr von Niederschöneweide (Treptow) nach Oberschöneweide (Köpenick) und weiter in Richtung Norden, bzw. Osten. Eine Zeit lang verhinderten spureinengende Poller das Befahren der Brücke durch große Fahrzeuge. Inzwischen darf der Verkehr wieder zweispurig fahren. Straßenbahnen sind verbannt, sie dürfen seit 1973 nicht mehr über die Brücke rollen.
Die Industrialisierung im ausgehenden 19. Jahrhundert, als sich Siemens und AEG in Oberschöneweide niederließen, machte den Bau von Brücken erforderlich. Ab 1891 gab es hier eine Holzbrücke mit neun Öffnungen, deren mittlere drei dem Schiffsverkehr dienten. Sogar der Güterverkehr lief über diese Brücke und diente als Zubringer zur Eisenbahnlinie Berlin-Görlitz. AEG finanzierte auch weitgehend den in der Nähe gelegenen, aber nach der Zerstörung im Krieg nicht wiedererrichteten Kaisersteg von 1898.[1]
Nach der benachbarten Treskowbrücke (1904) wurde die dreifeldrige stählerne Stubenrauchbrücke mit einem Bogen in der Mitte und je einem massiven Bogen in den Seitenfeldern gebaut. Die Stubenrauchbrücke wurde 1908 als Bogenbrücke mit Fachwerkobergurt und Hängern, die ebenfalls aus Einzelprofilen zusammengesetzt sind, errichtet. Der Landrat des Kreises Teltow, Ernst von Stubenrauch, gab der Brücke damals den Namen. Zwei Zugstangen auf beiden Seiten in Bogenachse übernehmen die horizontalen Kräfte, die entstehen, wenn die Bogenenden unter den auf die Brücke einwirkenden Eigen- und Verkehrslasten auseinanderdriften wollen. Sie sind jeweils unterhalb der Fahrbahnebene angeordnet.
In den 1920er-Jahren rollten täglich bis zu vierzehn Züge der Privatanschlussbahn (AEG, Siemens) mit bis zu 130 Achsen über die Stubenrauchbrücke. Eine unplanmäßige Dehnung des stählernen Zugbands im Mittelfeld führte 1925 zur Verkehrssperrung. Nach Abbruch der Fahrbahn und dem Ausheben der Fachwerkbögen wurden von einem Untergerüst aus neue Zugbänder eingebaut. [1]
Auch im zweiten Weltkrieg wurde die Brücke zerstört, eine Behelfsbrücke überbrückte die Zeit bis zur Sanierung nach 1957-58. Der zerstörte massive nördliche Überbau wurde durch einen Dreigelenk-Stahlbetonbogen mit aufgeständerter Fahrbahn ersetzt. Visuell sehen die beiden massiven äußeren Felder, eins noch original, das zweite Stahlbeton, gleich aus. [2]
Die Bogen überspannt 60 m ist, die Seitenfelder sind je 21,5 m breit. Die beiden im Scheitel verbundenen Stahlbögen über der großen Mittelöffnung sind 7,90 m hoch und begrenzen die 14,90 m breite Fahrbahn. [1]
Quellen:
[1] Wikipedia/Stubenrauchbrücke Treptow/ Köpenick (23.03.09)
[2] Berliner Brücken, Katalog der SenBauWo zur Ausstellung1991.
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