Historische Glienicker Brücke von Schinkel

05. Mär.2009 at 3:00 | In 1, Brücken in Deutschland, Geschichte, Havelbrücke, Kultur, Mauerwerksbrücke, Schinkel | 1 Comment
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Glienicker Brücke von Schinkel

Glienicker Brücke von Schinkel, 1831

Vor der heutigen Glienicker Brücke von 1907 stand an gleicher Stelle eine Havelbrücke nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel. Schinkel entwarf die Brücke, die durch ihre schlichte Schönheit, Zweckmäßigkeit und saubere Ausführung bekannt wurde, nach seiner Englandreise, bei der er Thomas Telford und dessen Brückenprojekte kennen gelernt hatte. [nach 2]

1831 begann man parallel zur  damals vorhandenen Holzbrücke an dieser Havelenge die erste  Steinbrücke zu bauen. Sie wurde 1834 eröffnet.  In Brückenmitte befanden sich zwei Zugklappen, die für größere Schiffe geöffnet werden konnten. Rechts und links der Mittelöffnung überbrückten je fünf Ziegelmauerwerksbögen die Havel.

Nach [1] sind die Ziegel für die Brücke in der Königlichen Ziegelei in Joachimstal gefertigt worden. Fast 300 verschiedenen Ziegelformen, davon 170 verschiedene Ziegel für die Bögen, sind für die Brücke hergestellt worden. Die königliche Ziegelei, die die Formsteine auch für andere Schinkelbauten herstellte, wurde 1900 abgerissen.[3]

Die Ziegel wurden von Joachimstal damals mit s.g. Kaffenkähnen,  benannt nach ihrer ausladenden Form, der die Kähne ihre hohe Ladungskapazität verdankten, transportiert. Über den ersten bedeutenden und ältesten Kanal nördlich der Alpen, den Finowkanal von 1603, gelangten die Baustoffe von der kgl. Ziegelei in Joachimstal am Werbellinsee in die Großstädte. Davon, dass das nicht immer gut ging, zeugen mindestens zehn u.a. mit Ziegeln vollbeladene Kaffenkähne am Grund des Werbellinsees.[ 4]

Quellen:

[1] Glienicker Brücke (28.02.09)

[2] P. Betthausen: Karl Friedrich Schinkel, Henschelverlag Kunst und Gesellschaft (Gemälde)

[3] Barnim/ Joachimsthal (28.02.09)

[4] Kaffenkahn (28.02.09)

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