Recife, Brazil: Ponte da Boa Vista
28. Feb.2009 at 3:26 | In 1, AMERIKA, Brücken in Brasilien, Eisenbrücken, Geschichte, Kultur | Leave a CommentTags: Eisenbrücke, ponte da Boa Vista, Recife
Link zum Foto (27.02.09) Die Brücke der „schönen Aussicht“ steht an den Ufern des Stadtviertels Sao Antonio in Recife in Brasilien. Recife (seit 1548) ist eine Hafenstadt an der Mündung der beiden Flüsse Capibaribe und Beberibe in den Atlantik, die schon sehr früh von den Holländern 1630 besiedelt wurde, die 1710 wieder vertrieben wurden. Heute leben rund 1,5 Mio in Recife.
Bereits 1643 wurde an dieser Stelle während der Regentschaft des Holländers Maurício de Nassau eine Brücke gebaut. Im Jahr 1737, wurde die Brücke von einem etwas nach Norden versetzten Neubau ersetzt. 1815 folgte an dieser Stelle eine weitere Brücke, die hier bis zu ihrer Rekonstruktion im Jahr 1874 stand. Die noch heute erhaltene Brücke wurde 1876 eingeweiht. Die Konstruktion besteht aus englischem Eisen.[1]
Die heutige Brücke Ponte da Boa Vista wurde vermutlich nach dem Grafen von Boa Vista (Francisco do Rego Barros, 1802-1870) benannt, einem Brasilianischen Politiker in Recife im Bundestaat Pernambuco.
Francisco do rego Barros hatte Mathematik in Paris studiert und war als Ingenieur tätig. Unter anderem rekonstruierte er die Brücken Santa Isabel, Maurício de Nassau e Boa Vista. Ihm verdankt Recife auch sein Trinkwasserversorgungssystem und die Brücke Ponte pênsil de Caxangá. 1841 wurde ihm der Titel Baron verliehen.[2]
Die beiden gusseisernen Fachwerkträger begrenzen die Fahrbahn, befinden sich damit zwischen den Fußwegen und der Fahrbahn. Sie sind in ihrer Obergurtebene durch sechs gusseiserne Bögen verbunden.[ nach 3]
Im Jahr 1967 wurde die alte Eisenbrücke rekonstruiert und wurde zu einem besonderen Ort für die Bewohner von Recife, die sie täglich überqueren. Scheinbar wird die Brücke nur noch als Einbahnstraße in Richtung Sao Antonio genutzt.
Quellen:
[2] Wikipedia/Francisco do rego Barros (27.02.09)
Amsterdam: Brücken über die Grachten
27. Feb.2009 at 3:00 | In 1, EUROPA, Geschichte, Holzbrücken, Kultur, Mauerwerksbrücke | Leave a CommentTags: Amsterdam, Amsterdamer Pegel, Grachten, NHN
Amsterdam ist berühmt für seine Kanäle und die vielen Brücken. Die Grachten bestehen aus einem ausgeklügelten System ringförmig angeordneter Kanäle. Bereits im Mittelalter gab es künstliche Kanäle in Amsterdam. Singel und Oude Schans bildeten bis zum Ende des 16. Jahrhunderts die Grenze der Stadt. Ab 1612 wurden systematisch drei (mit Singel vier) Kanalringe zur Verteidigung und Entwässerung um die Innenstadt gebaut. Eine der berühmtesten Brücken ist die Magere Brugg (leider kein Foto), eine eine weiße Holzziehbrücke von 1671, erneuert 1871. Die Brücke und die angrenzende Uferbebauung sind nachts besonders beleuchtet. Aber auch die mit gleichartigen Bögen aufeinander folgenden Mauerwerksbrücken sind nachts beleuchtet.
Gracht ist die niederländische Bezeichnung für die schmalen Wasserwege. Eine Grachtentour (oder für den Brückenfreund besser Brückentour) ist ein MUSS für den Touristen. Das Netz der befahrbaren Wasserwege in Amsterdam hat eine Gesamtlänge von über 80 km. Weitere Städte mit Grachten im flachenHolland sind z.B. Delft, Gouda, Utrecht und Brügge.
Das Grachtennetz Amsterdams (Baubeginn 1612, insbesondere die Herengracht (gebaut in zwei Bauabschnitten von 1613-1664, Keizersgracht und Prinsengracht) wurde überwiegend im 17. Jahrhundert angelegt zum bequemen An- und Abtransport von Waren zu den direkt daran errichteten Lager- und Kaufmannshäusern sowie zur Entwässerung und Verteidigung (vgl. Stadtgraben). [1]
Erst seit 1985 werden keine Abwasser mehr in die Grachten eingeleitet. Für den regelmäßigen Wasseraustausch sorgen Schleusen, die dank Ebbe und Flut frisches Wasser in die Stadt hinein „schleusen“. [2]
Auch das Normalnull (Höhenangabe „über NN“, vgl. Amsterdamer Pegel) fand hier zeitgleich mit der Stadterweiterung einen Ursprung. als mittlere Meeresspiegelhöhe der Nordsee. Im 17. Jahrhundert wurde der Normaal Amsterdams Peil (NAP) festgelegt. Im Jahr 1877 übernahm auch Preußen die Definition NN.
Seit 1. Januar 2000 gilt in ganz Deutschland das vom Amsterdamer Pegel abgeleitete NHN (Normalhöhennull). Es gibt keine einheitliche Bezugshöhe in Europa. Österreich und die Erben der KuK Monarchie beziehen sich z.B. auf die Adria. [3]
Quellen:
[1] Wikipedia
[2]Amsterdam website (25.02.09)
[3] Wikipedia/ Amsterdamer Pegel und Normalhöhennull (25.02.09)
Foto: Blog
Natürliche Brücken: Prebischtor
26. Feb.2009 at 3:16 | In 1 | Leave a CommentMan muss nicht in den Arches Nationalpark fahren, um eine natürliche Sandstein-Felsen-Bogenbrücke zu „erwandern“. Das Prebischtor (Pravčická brána) liegt im südlichen Böhmen nicht weit entfernt vom Grenzübergang Schmilka/ Hřensko (Herrnskretschen) zwischen Deutschland und Tschechien. Es ist der größte natürliche Felsenbogen auf dem europäischen Kontinent. Am Bogenfuß beträgt die Spannweite 26,5 m, die Höhe zwischen dem Boden und dem Scheitel erreicht immerhin 21m. [1] Das Prebischtor ist NAturdenkmal und darf trotz der Mindestdicke von etwa 3 m seit 1982 [2] aus Sicherheitsgründen nicht mehr betreten werden. [3] gibt 1980 für die Sperrung für die Öffentlichkeit an. Danach wurde das Tor verstärkt, um die Erosion zu verlangsamen.
Seit 1881 steht das Ausflugslokal Falkenhorst am Prebischtor. In der ersten Etage ist ein Besucherzentrum mit Museum untergebracht, in dem man Informationen über den Nationalpark Böhmische Schweiz erfahren kann. Die Sandsteinformation ist vergleichbar mit der der Sächsischen Schweiz. Ein befestigter Wanderweg (Promenadenweg) führt seit den siebziger Jahren des 19. Jh. nach Mezní Louka (Rainwiese). Das Prebischtor ist ein lohnender Ausflug mit schönen Ausblicken in Richtung Sächsische und Böhmische Schweiz.
Wer dort war, wird sich mit Schmunzeln an die Kahnfahrten durch die wilde und die Edmundsklamm mit dem künstlichen Wasserfall erinnern. Anreisen kann man entweder mit der S-Bahn über Schöna und die Elbfähre oder mit dem Auto auf einen etwas dichter am Prebischtor liegenden Parkplatz spekulieren.
Quellen:
[1] Prebischtor
[2] de.Wikipedia/ Prebischtor
[3] cz.Wikipedia/ Pravčická brána
Eiffel: Viaduc de Garabit
25. Feb.2009 at 3:03 | In 1, Brücken in Frankreich, EUROPA, Eiffel, Eisenbrücken, Geschichte | Leave a CommentTags: Eisenbahnbrücke, Fachwerkbogen, Garabit, Zentralmassiv
Die Truyère entspringt dem französischen Zentralmassiv. Auf ihrem Weg durchfließt sie eine Kette von Stauseen, bevor sie nach 170 km in den Lot mündet. Eine der zahlreichen Schluchten in ihrem Unterlauf wird seit 1884 vom Viaduc de Garabit überbrückt. 1888 wurde der Viadukt in Betrieb genommen
Die Konstruktion zeigt deutlich die Handschrift des Brückenbauers und Erbauers des Eiffelturmes, von Gustave Eiffel. Gleich auf den ersten Blick erkennt man die Ähnlichkeit mit der von Eiffel gebauten Brücke Ponte d´Maria Pia in Porto über den Duoro. Ein junger Mitarbeiter Eiffels, der 29-jährige Leon Boyer, Ingenieur aus Marvejols, entwarf die Konstruktion nach diesem Vorbild. Für Statik und die Konstruktion war Maurice Koechlin zuständig, ein Schüler des Vaters der grafischen Statik für Fachwerkträger, Karl Culmann. Von 1880-84 wird der Entwurf von der Brückenbauanstalt Eiffel & Compagnie aus Paris umgesetzt. [1]
Ähnlich wie bei der bereits 1877 fertiggestellten Eiffelschen Duorobrücke montierte man den vorgefertigten Bogen von den Kämpfern an den Widerlagern aus im „rückgehängten Freivorbau“ und koppelte den Bogen nach dem Scheitelschluss mit den Überbauten. Die Überbauten wurden mittels 7 m langer Holzhebel und Wippgestelle auf beiden Seiten eingeschoben. [2]
Die Brücke hat eine Spannweite beträgt 165 m. Er ist wie auch die Maria Pia Brücke am Bogenfuß breiter als im Scheitel. Der Bogen verjüngt sich von 20 m Breite am Kämpfer auf eine Bogenbreite von 6,28 m am Scheitel. [2]
Materialverbrauch nach[3]:
3 169 t Eisen,
41 t Stahl,
23 t Gusseisen,
15 t Blei.
678 768 Niete,
20 370 m3 Mauerwerk
Der Überbau der Eisenbahnbrücke hat nach [3] eine Gesamtlänge von 564.69 m, nach [2] 448,3 m.
Die Höhe zwischen Talsohle und Scheitel beträgt 122 m. 25 Jahre lang war der Viaduc de Garabit damit die höchste Eisenbahnbrücke der Welt. 38 t Farbe für 51 000 m3 Stahloberfläche werden gebraucht, um die Konstruktion entsprechend der für das 19.Jahrhundert typischen Farbe in Gauguin rouge erstrahlen zu lassen. [3]
Quellen:
[1] frz.Wikipedia/ Viaduc de Garabit, 24.02.09
[2] Klaus Stiglat: Brücken am Weg, 1996
[3] Garabit, 24.02.09 mit vielen historischen Fotos
Brücken im Bodetal/ Harz
24. Feb.2009 at 3:40 | In 1, Brücken in Deutschland, EUROPA, Mauerwerksbrücke, Stahlbrücke | Leave a CommentTags: Bodetal, Jungfernbrücke, Katerstieg
In Thale/ Ostharz werden viele Touristen mit einer Kabinenseilbahn auf den Hexentanzplatz gebracht. Die Wanderfreunde kommen jedoch auf ihrer idyllischen Wanderung von Thale durchs Bodetal nach Treseburg oder weiter bis Altenbrak an den kleinen Brücken über die Bode vorbei.
Die Inschrift am Geländer der ersten Brücke am Weg verrät den Namen und das Baujahr: Der Katerstieg am Waldkater wurde 1924 gebaut.
Der Sage nach verschonte an dieser Stelle ein Jäger einen zum Kater verwunschenen Weinpanscher und erhielt zum Dank einen Goldschatz, von dem er das Wirtshaus erbaute.[1]
Das Bodetal ist eine Schlucht der warmen und kalten Bode zwischen Treseburg und Thale im Ostharz. Das Bodetal ist etwa 10 km lang. Es steht seit 1937 unter Naturschutz. U.a. besteht das Gestein hier aus Grauwacke (einem alkalireaktiven Material), Quarzglimmer, Feldspat und Quarz. Die Bode ist im Bodetal zwischen 7 und 25 m breit.[1]
Das Bodetal kann man wegen seiner Enge nur erwandern. Radfahren oder reiten ist nicht möglich. Wer den Weg über den Aussichtsfelsen Rosstrappe wählt ist zu Fuß ohnehin am besten beraten, denn er muss die Serpentinen durch die Schurre hinunter ins Tal.
Die zweite Brücke im Bodetal ist die schlanke Mauerwerksbogenbrücke, die Jungfernbrücke bei Königsruh. An der Gaststätte Königsruh kann man eine Rast einlegen und dann zum Hexentanzplatz aufsteigen. Von dort führt dann auch ein Höhenweg in Richtung Treseburg. Der Sage nach dürfen nur Jungfrauen diese Brücke betreten, sonst stürze sie ein, doch das ist wohl seit langem widerlegt. [2]
Eine der Vorgängerbrücken ist eine Holzbrücke gewesen, die Ludwig Richter 1838 auf Stahlstichtafeln dargestellt hat. 1904 war die Jungfernbrücke ebenfalls noch eine Holzbrücke, jedoch mit veränderter Konstruktion. Eine Ansichtskarte von 1930 zeigt bereits die heutige Mauerwerksbogenbrücke. Eine Tafel an der Brücke erklärt die Vorkommnisse: Am 30. Dezember 1925 fiel die Holzbrücke einem Hochwasser zum Opfer. Bereits 1927 wurde der steinerne Neubau eingeweiht.
Eine dritte Brücke im Bodetal ist die Teufelsbrücke, eine mit Holz beplankte Brücke aus geschweißten Stahprofilen, die sofort an ihrer Inschrift mit Teufelsgesicht zu erkennen ist.
Jetzt wird es Zeit, dass es Frühling wird und die Wanderer sich wieder selbst auf den Weg machen können.
Quellen:
[1] Wikipedia/ Bodetal
[2] Anhaltweb
Fotos: K.OE
S-Bahn Berlin: Mauerwerksbögen am Monbijoupark
23. Feb.2009 at 3:10 | In 1, Brücken in Deutschland, EUROPA, Geschichte, Mauerwerksbrücke | Leave a CommentTags: Berlin, Mauerwerk, Mauerwerksbogenbrücke, S-Bahn

Mauerwerksbogen 1882, im Hintergrund die Alte Nationalgalerie und das Rote Rathaus

S-Bahnbrücke an der Museumsinsel 01/2009
Seit 1882 führt die S-Bahnstrecke als Viadukt quer durch Berlin. Die meisten Brücken sind inzwischen durch Neubauten ersetzt worden. Eine Brücke entspricht trotz des Ausbaus noch ihrer historischen Abbildung von 1882, und durfte wohl stehen bleiben. Eine mit Naturstein verblendete massive Mauerwerksbrücke, bestehend aus zwei Überbauten an der Museumsinsel.
Die viergleisige Brücke überbrückt kurz nach der Ausfahrt aus dem S-Bahnhof Hackescher Markt in Richtung Westen hinter der Alten Nationalgalerie, zwischen dem Pergamonmuseum und dem Bodemuseum die Ende des 19. Jahrhunderts begradigte Spree. Je ein Gleispaar dient der S-Bahn (nördliche zwei Gleise) bzw. dem Fernverkehr. Die benachbarten Brücken sind stromaufwärts die Friedrichsbrücke und in Stromrichtung die neue nördliche Monbijoubrücke.
Die S-Bahnstrecke wird hier in leichtem Radius über die Museumsinsel geführt (deutlich zu erkennen auf der Karte unter Flickr). Die gleichzeitig schiefwinklige Brückenkonstruktion bilden elf in Längsrichtung versetzte Einzelbögen. Dem historischen Bild mit der Sheddachkonstruktion nach zu urteilen, entstand das Bild der Brücke noch vor Beginn der Bauarbeiten am Bodemuseums, das im Jahr 1904 fertig gestellt wurde. Damals hieß das Bodemuseum noch Kaiser Friedrich-Museum-bis 1956.
Quellen:
[1] Mihailescu: Stadtbahn Berlin (historische Zeichnung, S.36-37)
Fotos: Ponton (01/2009)
Wieder AKR?-Die Bahn-Strecke Berlin-Hamburg wird gesperrt
22. Feb.2009 at 3:16 | In 1, Sanierung | 2 CommentsTags: AKR, Alkali-Kieselsäure-reaktion, Berlin-Hamburg, Schwellen
Seit dem Ausbau 2006 rast der ICE in 1 1/2 Stunden von Berlin nach Hamburg (287 km).[1] Ab 1. März 2009 wird die Strecke Bahnstrecke Berlin-Hamburg komplett gesperrt. [1],[2]. Ursache sind zum Glück nicht die neuen Brücken, die die alten Bahnübergänge seit dem Ausbau als ICE Strecke ersetzen, sondern die Schwellen aus den 90-ziger Jahren (1992-1999 verlegt [3]). Die Bahn spricht von Produktionsfehlern, die zum Austausch von fast 250 000 Schwellen führten. [2] Laut der SHZ.de (20.02.09) war der Lieferant nicht in Regress zu nehmen.
Die Schwellen haben dank ihrer alkalireaktiven Gesteinskörnungen im Beton, die mit den Alkalien (Natrium Na+, Kalium, K+) im Porenwasser reagieren, ein AKR-Problem [Alkali-Kieselsäure (Aggregat)-Reaktion] [4]. Das sich bildende Alkalisilikagel quillt so stark, dass es den Beton förmlich auseinander treibt. Die Spannkraft der Vorspannung in den Eisenbahnschwellen kann dann vom zerbröselnden Beton nicht mehr aufgenommen werde, so dass im fortgeschrittenen Stadium das ganze System Schwelle versagt. Mancher spricht auch von Betontreiben, Betonkrebs oder Betonaids.
Die alkalireaktiven Gesteinskörnungen und ihre Vorkommen sind bekannt. Sowohl in der alten DDR als auch in der BRD gab es einen fundierten Überblick über schädigende Kombinationen von Zuschlag und Alkalien, z.B. Zement. Es gab Landkarten über die Verteilung alkalireaktiver Gesteinskörnungen. Beide Seiten hatten zuvor für AKR-Fälle viel Lehrgeld bezahlt. Die alte BRD schon 1965/66, als sie die Bremer Lachswehrbrücke nach zwei Jahren wieder abreißen musste, die DDR an ihrem Ende für ihr Spannbetonschwellendesaster. Heute gilt die Alkalirichtlinie des DAStb. Dass es nun wieder einen weiteren AKR Fall geben muss, scheint vermutlich am zu verdienenden Geld und fehlender Kontrolle zu liegen.
Die Bahn hatte die Schwellen beim Ausbau der Strecke als ICE-Strecke nicht mit erneuert. Aus heutiger Sicht ist es gut, dass Bahn und Netz zusammen gehören, und beide nicht privatisiert sind. Was gäbe es sonst für Interessenskonflikte bei der Sanierung.
Sind die Schwellen zukünftig zu unsicher, muss also schnellstens etwas für die Sicherheit getan werden. Am 1. März geht es los. Die Vollsperrung scheint die schnellste, und auch für die Bauarbeiter auf der Strecke sicherste Variante zu sein.90% der Schwellen werden automatisiert von Schwellenumbauzügen ausgetauscht.
Am 13. Juni 09 sollen die Arbeiten fertig sein, verspricht die Bahn. Für zuverlässige Informationen hat die Bahn eine Website eigens für Informationen über Bauarbeiten eingerichtet. [2]
Der Bahnkunde muss 40 min Umweg über Stendal und Uelzen in Kauf nehmen, dafür erhält er ja auch einen Snack und ein Kaltgetränk! Montags bis Freitags bekommt er noch eine Zeitung dazu. [3]
Quellen:
[1]Hamburger Abendblatt (19.02.09)
[2]Bauarbeiten(21.02.09), Faltblatt Berlin-Hamburg, Stand Februar 2009
[3] Morgenpost (20.02.09)
[4] Wikipedia/AKR (21.02.09)
Interessante Seiten zur AKR: Zementindustrie, Website Alkalitreiben
Update am 13.06.09:
Strecke für den ICE wieder frei ab 14. Juni 2009 nach Austausch von 250000 Schwellen.
Seoul: Olympia Brücke oder Grand Olympic Bridge
21. Feb.2009 at 3:19 | In 1, ASIEN, Brücken in Korea, Monitoring | Leave a CommentTags: Freivorbau, Grand Olympic Bridge, Seoul

Die Olympiabrücke in Seoul (1988)
Die Olympiabrücke über den Han-River in Seoul nennt man auch die Grand Olympic Bridge. Die Brücke verbindet die Stadtteile Gwangjin and Songpa district.[1] Die Grand Olympic Bridge wurde von 1986-88 vor der Sommerolympiade 1988 in Seoul gebaut.

Der Mittelpylon mit der symbolischen olympischen Flamme
Der charakteristische vierbeinige Doppel-A Mittelpylon mit dem symbolischen olympischen Feuer trägt über Schrägkabel die beiden größten Spannweiten. Ausgehend vom 88 m hohen Pylon in der Mitte der Brücke wurde diese im Freivorbau in beide Richtungen gebaut. Das Vorbaugerät entwickelte die österreichische Firma fcp.[2]
Die Brücke wird mit Hilfe eines Monitoringsystems der Wiener Consultancy Firma VCE dauerüberwacht. Das Monitoring System vom Typ BRIMOS® 3.2, liefert Informationen über den (Gesundheits-)Zustand der Brücke . Die Fahrbahn, der Pylon und die Kabel sind mit Sensoren bestückt, die für die Brücke charakteristische Vibrationen messen und aufzeichnen. Die Daten werden vor Ort aufbereitet und seit 1997 per Modem zur Heimbasis übertragen.[3]
Die übrigen Spannweiten sind nach Südkoreaner Mentalität mit kurzen Spannweiten gebaut. Im und nach dem Koreakrieg wollte man bei vielen Han-Riverbrücken auf „Nummer sicher“ gehen und bei eventuellen Zerstörungen nur eine Spannweite ersetzen müssen und nicht gleich die ganze Brücke.
Im Jahr 2001 flog ein Helikopter gegen die Brücke, der Helikopter stürzte ab [BBC News], alle Insassen kamen ums Leben.
Quellen:
[1] en.Wikipedia/Olympic Bridge
[2] fcp
[3] VCE
Natürliche Brücken: Landscape arch
20. Feb.2009 at 3:00 | In 1, Brücken in den USA | Leave a CommentTags: Arches Nationalpark, Landscape arch, natürliche Bögen, Sandstein

Natürliche Brücken: Landscape arch

Landscape arch
Einen gewaltiger Bogen aus rotem Natursandstein hat die Natur selbst gebildet: den Landscape Arch (Landschaftsbogen) im Arches Nationalpark in Utah (USA). Im Devils garden (Teufelsgarten), ungefähr 2,6 km vom Startpunkt der Rundganges erreicht man den Landscape arch. Der Landscape Arch überspannt 306 Fuß von Fußpunkt zu Fußpunkt (immerhin 93.26 m). [1] Damit ist er der längste der rund 2000 natürlichen Bögen im Arches Nationalpark. Gezählt werden alle Öffnungen über drei Fuß, also alle größeren Spannweiten als 91 cm.
Die Natural Arch info [2] gibt eine kürzere Spannweite an: 290.1 ± .8 Fuß, eine Höhe von 77.5 ± .5 Fuß, und eine Breite von 18.0 ± .5 Fuß. Gemessen wurde 2004 mit einer neuen Lasertechnologie gemäß den Naturbogenrichtlinien der NABS (Natural Arch and Bridge Society). Nach letzten Messungen 2006 ist der Landscape Arch trotzdem länger als der zweite Kandidat für den längsten Naturbogen, der Kolob Arch im Zions Nationalpark. Unter [2] ist die genaue Vorgehensweise bei der Messung ausführlich beschrieben.
Extreme Temperaturunterschiede, Wasser und Eis, haben im Verlaufe von 100 Millionen von Jahren diese imposante Landschaft geschaffen. Sie ist ständig in Veränderung. Die Veränderungen gehen relativ langsam voran, jedoch kommt es auch manchmal zu drastischen Ereignissen. 1991 fiel z.B. ein Stück vom Landscape arch ab, 60 x 11 x 4 Fuß (18,3 x 3,35 x 1,2 m, [1]) dick. Vorsicht also beim Beklettern oder Erkunden. Außerdem ist der Anblick aus sicherer Entfernung ohnehin beeindruckender.
Quellen:
[1] Flyer Arches Nationalpark
[2] Natural Arches
Fotos: ponton
Neues vom Ostkreuz: Wie ist der Stand?
19. Feb.2009 at 3:08 | In 1, Brücken in Deutschland, Brückenneubau, Brückenschäden, Eisenbrücken, Geschichte, Sanierung | Leave a CommentTags: Abriss, Bahnsteig F neu, Brückenneubau, genietete Fachwerkbrücke, genietete Stahlbrücke, Ostkreuz, S-Bahn Berlin, Schweißeisen

Blick vom Bahnsteig F auf die provisorische Fußgängerbrücke, den Bahnsteig nach Erkner und im Hintergrund auf die alten Fachwerkbrücken und den Bahnsteig A (Strecke aus Treptow in die Stadt)

Noch steht der alte Ringbahnsteig F, zum Glück!
Das Ostkreuz der S-Bahn in Berlin hatte eine Sanierung nötig, ohne jeden Zweifel. So altersschwach wie es ist, so sehr wird es aber auch gebraucht. Es ist einer der am meisten frequentierten Umsteigebahnhöfe der Stadt.
Gebaut wurde es 1881-82, zeitgleich mit der Berliner Ost West-S-Bahntrasse samt ihrer Viadukte. Eine erstaunliche Bauleistung unserer Vorfahren. Die neue Strecke von 1882 zwischen Stralau-Rummelsburg, wie das Ostkteuz damals hieß, bis Treptow, war 1,84 km lang. [2] D. ie S-Bahn wurde schnell angenommen, im Jahr 1884 gab es 14,4 Mio Fahrgäste, 1885 wurde die 20 Mio. Grenze erreicht. Die Verlängerung bis Schöneweide folgte erst 1906. [2] Sieben Bahnsteige gab es in den letzten Jahren, es waren früher 10.

Das Gleis 11 von unten

Am Abgang vom Bahnsteig F
Jahrelang steht das Ostkreuz schon auf der Sanierungsliste, schon lange wurde wohl nicht mehr investiert. Es steht noch immer, zum Glück, denn von unten sieht es nicht mehr gut aus. Manche sagen, es steht nur noch aus Gewohnheit, das Rostkreuz. [1] Überzeugen kann man sich davon auf den Bildern, die Anfang 2009 entstanden. Weder die Stahlbetonstürze am Treppenabgang vom Bahnsteig F auf die Ost-Westbahnsteige, noch die Mauerwerkswände, auf die sich die Bahnsteigträger stützen oder die genieteten Stahlüberbauten. Der Bauzeit nach zu urteilen, müsste es sich um Schweißeisen handeln. Die alte Fußgängerbrücke zur Sonntagstraße wurde schon durch ein Provisorium ersetzt.
Doch man sieht vom Bahnsteig F aus auch, dass der Neubau voranschreitet, unter laufendem Verkehr. Die Ringbahnstrecke wird in Richtung Osten verschoben. Der Blick nach Osten macht optimistisch: die Widerlager sind schon fertig gestellt.
Aber der Bau muss auch Hürden nehmen. So sehr und so zügig sich die Umsteiger einen sicheren schönen Umsteigebahnhof wünschen, so sehr wehren sich die Anwohner gegen den Baustellenlärm. Die Anwohner kämpfen gegen Nacht und Wochenendbautätigkeiten. Die Bauarbeiten werden wohl noch einige Jahre andauern.[nach 3]
Zwischen Schönefeld und der Innenstadt (Informationsstand von Juli 2008) wird die S-Bahn-Fahrt vom 23. August 2009 an umständlicher. Dann sperrt die Bahn die Ostkreuz-Südkurve, die so lange von der S 9 genutzt wird, bis 2014. Umsteigen wird erforderlich. Bis 2016 soll der Umbau des Ostkreuzes dauern. Das 411-Millionen-Euro-Projekt ist ein sehr kompliziertes Bauvorhaben. Während der 50 Bauphasen ändert sich an dem stark genutzten Bahnknoten immer wieder die Verkehrsführung.[3]

Vorbereitungen der neuen Ringbahnstrecke im Januar 2009 für den Neubau auf Hochtouren
Aktualisierung vom 22.02.09:
Die erste Brücke für das neue Ostkreuz ist auf dem Weg von der Schiffswerft Dessau-Roßlau in die Hauptstadt, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung. Am Samstag wird geladen, am Sonntag gefahren. Insgesamt 12 Brücken kommen per Schwerlasttransport von der Schiffswerft nach Berlin, zunächst wohl als Ersatz für die alte abgerissene Straßenbrücke oder die Ring-Regionalbahn(?) östlich des Ringbahnsteigs. Laut S-Bahn-Bauinformation sollten die ersten Brücken im Februar eingeschoben werden, viel Zeit bleibt da nicht mehr. Der Grund liegt vermutlich darin, dass eine ungarische Firma, die den Auftrag der Bahn bei der Ausschreibung von 12 Überbauten erhalten hatte, nicht liefern konnte. Die Schiffswerft mit Betrieben in Dessau und Roßlau ist kurzfristig eingesprungen und hat in den letzten vier Wochen mit vollem Tempo an der Vollendung der bereits halbfertigen Brückenteile aus Ungarn gearbeitet.[4]
Viele Details kennt der Ostkreuzblog, der die Bauarbeiten seit Beginn dokumentiert.
Aktualisierung vom 28.02.09
An diesem Wochenende werden die ersten Überbauten der Regionalbahn montiert. Die S-Bahn ist nicht betroffen. (Abendschau 28.02.09)
Aktualisierung vom 31.08.09
1. Neuer Bahnsteig östlich des Bahnsteigs F
Die Überbauten parallel zum und östlich vom Bahnsteig F dienen dem Regionalverkehr, der Bahnsteig ist offensichtlich weitgehend fertig gestellt. Selbst am Sonntag sind Arbeiter mit Warnwesten unterwegs, wohl um letzte Hand zum Verschwenken der ersten Gleise zum neuen Bahnsteig anzulegen.
Die S-Bahn meldet am 27.08.09, dass die Ringbahn ab 31.08.09 am neuen Bahnsteig hält. Bei der S-Bahn ist der Umsteigeplan zu finden.
Die DB AG meldete am 30.06.09: Ab 30. August 2009 halten hier die Ringbahnzüge Richtung Frankfurter Allee, ab dem 14. September 2009 auch die Ringbahnzüge Richtung Treptower Park. Damit ist Baufreiheit geschaffen für den Abriss des gut hundertjährigen Bahnsteigs „F“ und für den Neubau des S-Bahnsteigs auf dem Ring, den eine rund 130 Meter lange und bis zu 50 Meter breite Bahnhofshalle überspannen wird. ….Ab 31. August heißt es dann, Aufpassen! Wer Richtung Frankfurter Allee umsteigen will, muss einen Umweg und damit eine etwa zehn Minuten längere Umsteigezeit in Kauf nehmen.
Im Hintergrund liegen die nächsten Überbauten schon bereit, die nächste Bauphase beginnt.
2. Südkurve
Die Nordkurve ist bis auf eine alte genietete Vollwandträgerbrücke demontiert.
Nach DB Pressinformation vom 30.06.sollte die Südkurve ab 28.08.09 stillgelegt werden:… Ausgedient hat am 28. August 2009 um 22.00 Uhr auch der Bahnsteig „A“, der älteste Teil des Bahnhofs Ostkreuz. Die Südkurve am Ostkreuz wird gesperrt und bis Ende 2014 neu gebaut.
Wichtig für die S-Bahnkunden mit dem Ziel Ostkreuz: Die S85 hält nicht am Bf. Ostkreuz.
Es ist ruhig auf Bahnsteig A, obwohl die Anzeige im mer noch einen Zug in Richtung Westkreuz ankündigt. Der Gegenzug nach Treptow hielt hier ohnehin nicht. Der Zugang aus Richtung Erkner (li. neben den Fachwerkbrücken) schein schon seit längerer Zeit gesperrt zu sein, Netze schützen die Gleise unter der Brücke. Die alten Fachwerkbrücken sind nicht mehr instandgehalten worden, wohl seitdem der Neubau des Ostkreuzes diskutiert wurde. Die Sicherheit hat das wohl nicht beeinträchtigt, das Ende war ja abzusehen, wohl aber das Aussehen.
Quellen:
[1] Bahnfotokiste (15.02.09)
[2] Mihailescu: Stadtbahn Berlin, 1987
[3] Berlinonline (19.07.2009)
[4] Mitteldeutsche Zeitung, 20.02.09
[5] Information 093/2009 der DB-Pressestelle vom 30.06.09, zitiert am 31.08.09
[6] S-Bahn vom 27.08.09, mit Umsteigeplan für Kunden zum Regionalbahnsteig der Ringbahn, zitiert am 31.08.09
Fotos: ponton´s Blog (18.01.09) und (30.08.09)
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